Die Patientin (siehe
Folgend liegt das EKG nach der Schrittmacher-Implantation vor.
Schrittmacher-EKG mit ventrikulärer Stimulation
Auswertung
Frequenz: Mit 84 Schlägen pro Minute ist das EKG normofrequent.
Rhythmik: Das EKG ist rhythmisch.
Lagetyp: Es liegt ein überdrehter Linkstyp vor.
P-Welle: Es liegen P-Wellen vor. Auf jede P-Welle folgt ein QRS-Komplex.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist auf über 190 ms verbreitert, in V1 negativ und linksschenkelblockartig deformiert. Dies deutet auf eine ventrikuläre Stimulation durch den Schrittmacher hin. Da V1 negativ ist, liegen die Schrittmacher-Kabel im rechten Ventrikel. Im Vor-EKG im Fall 4.1 hatte die Patientin keinen Schenkelblock. Die Veränderungen sind somit auf den Schrittmacher zurückzuführen. Weiterhin sind vor dem QRS-Komplex unregelmäßige Zacken zu erkennen. Diese entsprechen der Schrittmacherstimulation. Je nach EKG-Gerät werden diese auch als Spikes dargestellt (hier in rosa eingezeichnet).
Erregungsrückbildung: Es liegen konsekutive Erregungsrückbildungsstörungen vor. Dies ist ähnlich wie bei einem Schenkelblock normal.
Bewertung: In diesem Beispiel liegt eine durchgehende ventrikuläre Schrittmacherstimulation vor. Der Schrittmacher registriert die P-Wellen und gibt bei einer ausbleibenden Überleitung eine Erregung in den Kammern ab. Die Patientin ist nun vor bradykarden Herzrhythmusstörungen geschützt.

- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht AV-Blöcke im EKG - AV-Blöcke
- Schrittmacher-EKG
- Herzschrittmacher
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