Es stellt sich ein 76-jähriger Patient mit einer kardialen Dekompensation über die ZNA vor.
Ihr schreibt folgendes EKG:
Vorhofflimmern & muldenförmige ST-Senkungen unter Digitalis
Auswertung
Frequenz: Mit 74 Schlägen pro Minute liegt eine normale Herzfrequenz vor (normofrequent).
Rhythmik: Das EKG ist arrhythmisch.
Lagetyp: Es liegt ein Linkstyp vor.
P-Welle: Es lassen sich keine eindeutigen P-Wellen erkennen, weiterhin ist das EKG arrhythmisch. Es ergibt sich somit der Verdacht auf ein Vorhofflimmern. Es lassen sich jedoch keine eindeutigen Flimmerwellen erkennen.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist mit 92 ms normal konfiguriert. Es besteht ein
R/S-Umschlag in V3/V4. Weiterhin liegt ein R-Verlust in V1 und V2 vor, dies kann auf einen abgelaufenen Vorderwandinfarkt hindeuten.
Erregungsrückbildung: Es liegen muldenförmige ST-Senkungen vor. Diese sind insbesondere in den Ableitungen V5 und V6 gut zu erkennen.
Bewertung: Es liegt ein Vorhofflimmern vor. Dieses ist bereits seit einigen Jahren bekannt. Der Patient nimmt zur Therapie seines Vorhofflimmerns unter anderem Digitalis ein. Digitalis kann zu muldenförmigen ST-Streckensenkungen führen. Diese lassen sich im vorliegenden EKG in den Ableitungen V5 und V6 erkennen und haben keinen Krankheitswert. Vorhofflimmern kann zu einer kardialen Dekompensation führen oder zu dieser beitragen. Da es jedoch bei dem Patienten bereits seit einigen Jahren besteht, ist in diesem Beispiel neben einer Therapieevaluation des Vorhofflimmerns nach weiteren Ursachen zu suchen.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht Vorhofflimmern im EKG - Vorhofflimmern
- Erregungsrückbildungsstörungen
- Kardiale Dekompensation
- Herzinsuffizienz
- Digitalis

