Die Entwicklung des Menschen endet nicht mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter. Auch im Erwachsenenalter verändern sich Persönlichkeit, kognitive Fähigkeiten und soziale Rollen. Dabei bestehen sowohl Stabilität als auch Veränderung: Persönlichkeitseigenschaften zeigen eine beträchtliche zeitliche Stabilität, können sich aber durch Reifungsprozesse und Lebensereignisse weiterentwickeln.
Beruflicher Stress entsteht insbesondere durch ein Missverhältnis zwischen Anforderungen und verfügbaren Ressourcen. Im Demand-Control-Modell nach Karasek ist vor allem die Kombination aus hohen Arbeitsanforderungen und geringer Entscheidungskontrolle belastend. Das Modell beruflicher Gratifikationskrisen nach Siegrist ergänzt diesen Ansatz um das Verhältnis zwischen Verausgabung und erhaltenem beruflichem Lohn bzw. Anerkennung. Chronische berufliche Belastungen können das psychische und körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen.
Altern ist kein einheitlicher Abbauprozess. Fluide kognitive Fähigkeiten, insbesondere Verarbeitungsgeschwindigkeit und bestimmte Aspekte der Problemlösung, nehmen im Durchschnitt stärker ab. Kristallisierte Fähigkeiten, die auf erworbenem Wissen und Erfahrung beruhen, bleiben dagegen häufig länger erhalten. Auch emotionale Regulation und Persönlichkeit können im Alter relativ stabil bleiben oder sich adaptiv verändern. Dabei bestehen erhebliche interindividuelle Unterschiede.
Verschiedene Modelle versuchen zu erklären, wie Menschen erfolgreich altern. Die Aktivitätstheorie betont die Bedeutung von Aktivität und sozialen Rollen, während die Disengagement-Theorie einen zunehmenden Rückzug aus sozialen Rollen beschreibt. Die Kontinuitätstheorie sieht erfolgreiches Altern vor allem in der Aufrechterhaltung zentraler Lebensmuster. Das SOC-Modell nach Baltes beschreibt Anpassung durch Selektion, Optimierung und Kompensation. Ergänzend erklärt die Theorie der sozioemotionalen Selektivität, weshalb ältere Menschen ihre sozialen Beziehungen zunehmend auf wenige emotional bedeutsame Kontakte konzentrieren.
Insgesamt wird Altern heute nicht als linearer Verlustprozess verstanden, sondern als dynamischer Entwicklungsprozess, bei dem biologische Veränderungen, psychologische Ressourcen, soziale Bedingungen und individuelle Anpassungsstrategien zusammenwirken.
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