Die Entwicklung und Sozialisation des Menschen entsteht durch das Zusammenspiel biologischer Voraussetzungen und sozialer Umweltbedingungen. Während die Entwicklung langfristige Veränderungen von Verhalten, Fähigkeiten und Persönlichkeit beschreibt, bezeichnet die Sozialisation den Prozess des Erwerbs gesellschaftlicher Normen, Werte und Rollen. Zentrale Sozialisationsinstanzen sind Familie, Schule, Peergroup und Medien.
Ein wichtiger sozialwissenschaftlicher Ansatz stammt von Norbert Elias, der in seiner Theorie des Zivilisationsprozesses die historische Entwicklung zunehmender Selbstkontrolle, Affektregulation und Verinnerlichung gesellschaftlicher Normen beschrieb. Gesellschaftliche Regeln werden dabei zunehmend internalisiert und beeinflussen das Verhalten auch ohne äussere Kontrolle.
Die menschliche Entwicklung wird durch Reifung und Lernen geprägt. Die Reifung umfasst biologisch gesteuerte Entwicklungsprozesse wie neurologische oder motorische Veränderungen. Lernen beschreibt dagegen relativ dauerhafte Verhaltensänderungen auf Grundlage von Erfahrung und Umweltinteraktion. Beide Prozesse stehen in enger Wechselwirkung und bilden die Grundlage der Persönlichkeits- und Verhaltensentwicklung.
MerkeInsgesamt verdeutlichen die Modelle, dass menschliche Entwicklung weder ausschliesslich biologisch noch ausschliesslich sozial bestimmt ist, sondern aus dem kontinuierlichen Zusammenspiel von Anlage, Reifung, Lernen und sozialer Umwelt entsteht.
- Hurrelmann K. Einführung in die Sozialisationstheorie. Beltz, 2012. ISBN: 978-3-407-25706-3.
- Oerter R, Montada L (Hrsg.). Entwicklungspsychologie. Beltz, aktuelle Auflage. ISBN: 978-3-621-28053-2.
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- Hurrelmann K, Bauer U. Einführung in die Sozialisationstheorie. Beltz Juventa, aktuelle Auflage. ISBN: 978-3-7799-6371-4.
- Elias N. The Civilizing Process. Blackwell Publishing, 2000. ISBN: 978-0-631-22261-5.
- Skinner BF. The science of learning and the art of teaching. Harvard Educational Review 1954;24:86–97.

