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Esketamin

13 Minuten Lesezeit
Esketamin-Ampulle

Esketamin ist ein Injektionsanästhetikum und wird zur Analgesie, Analgosedierung sowie zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie eingesetzt. 

Pharmakologisch wirkt es als nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor, wodurch es zu einer dissoziativen Anästhesie mit Analgesie und Sedierung kommt. Charakteristisch für eine dissoziative Anästhesie ist die Sedierung bei erhaltener Spontanatmung und erhaltenen Schutzreflexen

Im Gegensatz zu vielen anderen Anästhetika verursacht Esketamin keine relevante Atem- oder Kreislaufdepression, sondern zeigt sympathomimetische Effekte mit Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck sowie Bronchodilatation

Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung rasch innerhalb von etwa 1 Minute ein und hält etwa 10–15 Minuten an. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen Halluzinationen, Albträume sowie Übelkeit und Erbrechen; außerdem können vermehrte Bronchial- und Speichelsekretion auftreten. 

Aufgrund der möglichen psychomimetischen Effekte kann eine Kombination mit einem Benzodiazepin (z. B. Midazolam) sinnvoll sein.

Lernkarte Esketamin
  • Wirkstoffklasse: Injektionsanästhetika
  • Handelsnamen: z.B. Ketanest S®, Esketamin-hameln®, Esketamin Sintetica®, Esketamin Aristo®
Esketamin
Etikett: Esketamin
  • Allgemeinanästhesie ggf. in Kombination mit anderen Hypnotika
  • Analgosedierung
  • Analgesie
  • Überempfindlichkeit
  • Bluthochdruck (>180/100 mmHg)
  • Eklampsie und Präemklampsie
  • Schwangerschaft
  • Akutes Koronarsyndrom (ACS)
  • Erwachsene:
    • Analgesie/Analgosedierung
      • 0,125–0,25 mg/kgKG i.v.
      • 0,25–0,5 mg/kgKG i.m. 
      • 0,5–1 mg/kgKG i.n.
    • Allgemeinanästhesie
      • Einleitung: 0,5–1 mg/kgKG i.v. 
        oder 2–4 mg/kgKG i.m.
      • Aufrechterhaltung: halbe Initialdosis (alle 10 min)
  • Kinder:
    • Analgesie/Analgosedierung
      • 0,25 mg/kgKG i.v.
      • 0,5 mg/kgKG i.m. 
      • 0,5–1 mg/kgKG i.n.
    • Allgemeinanästhesie
      • Einleitung: 1–2 mg/kgKG i.v. 
        oder 2–4 mg/kgKG i.m.
  • „Dissoziative Anästhesie“, d.h. narkotische und analgetische Wirkung bei erhaltenen Schutzreflexen/Spontanatmung
  • Keine Kreislauf- oder Atemdepression (sympathomimetisch)
  • Esketamin besitzt eine große therapeutische Breite
  • Wegen der psychomimetischen Wirkung mit Albträumen kann eine Kombination mit einem angstlösenden Benzodiazepin (z.B. Midazolamsinnvoll sein
  • Wirkeintritt: ca. 1 min (i.v.-Gabe)
  • Wirkdauer: ca. 10–15 min (i.v.-Gabe) 
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch über CYP-Enzyme zu Norketamin
  • Ausscheidung: hauptsächlich renal als Metaboliten über die Niere
  • Esketamin ist ein nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor
  • Weitere Effekte sind ein GABAA-Agonismus, die Reuptake-Inhibition von Katecholaminen und ein schwacher Agonismus an Opioidrezeptoren
  • Dadurch wirkt es sedierend, analgetisch, psychomimetisch und antidepressiv
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Sedativa/Hypnotika (z. B. Midazolam, Propofol)Verstärkte Sedierung und ZNS-Dämpfung, Benzodiazepine werden oft bewusst kombiniert, um psychotomimetische Nebenwirkungen (Albträume, Halluzinationen) zu reduzieren
    • Sympathomimetika (z. B. Adrenalin)Erhöhtes Risiko für  Blutdruckanstieg und Tachykardie
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Enzyminduktoren (z. B. Rifampicin)Verstärkter Metabolismus und verkürzte Wirkdauer
  • Sympathomimetisch
    • Herzfrequenzanstieg
    • Blutdruckanstieg
    • Bronchodilatation
  • Halluzinationen, Albträume
  • Erhöhte Bronchial- und Speichelsekretion
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Perfusoren im Rettungsdienst (RD)
  • Analgosedierung
  • Injektionsanästhetika
  • Pfizer Pharma GmbH: Fachinformation Ketanest® S Injektionslösung, Stand: November 2023
  • Häske D, Böttiger BW, Bouillon B, Fischer M, Gaier G, Gliwitzky B, Helm M, Hilbert-Carius P, Hossfeld B, Meisner C, Schempf B, Wafaisade A, Bernhard M: Analgesia in patients with trauma in emergency medicine—a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 785–92. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0785
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 11.03.2026
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