
Esketamin ist ein Injektionsanästhetikum und wird zur Analgesie, Analgosedierung sowie zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie eingesetzt.
Pharmakologisch wirkt es als nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor, wodurch es zu einer dissoziativen Anästhesie mit Analgesie und Sedierung kommt. Charakteristisch für eine dissoziative Anästhesie ist die Sedierung bei erhaltener Spontanatmung und erhaltenen Schutzreflexen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Anästhetika verursacht Esketamin keine relevante Atem- oder Kreislaufdepression, sondern zeigt sympathomimetische Effekte mit Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck sowie Bronchodilatation.
Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung rasch innerhalb von etwa 1 Minute ein und hält etwa 10–15 Minuten an. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen Halluzinationen, Albträume sowie Übelkeit und Erbrechen; außerdem können vermehrte Bronchial- und Speichelsekretion auftreten.
Aufgrund der möglichen psychomimetischen Effekte kann eine Kombination mit einem Benzodiazepin (z. B. Midazolam) sinnvoll sein.
- Pfizer Pharma GmbH: Fachinformation Ketanest® S Injektionslösung, Stand: November 2023
- Häske D, Böttiger BW, Bouillon B, Fischer M, Gaier G, Gliwitzky B, Helm M, Hilbert-Carius P, Hossfeld B, Meisner C, Schempf B, Wafaisade A, Bernhard M: Analgesia in patients with trauma in emergency medicine—a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 785–92. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0785
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9

