Zusammenfassung
Im deutschen Rettungsdienst wirken zahlreiche Fachgesellschaften und Interessensvertretungen daran, die präklinische Versorgung kontinuierlich zu verbessern. Sie entwickeln Leitlinien, fördern die Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal, treiben wissenschaftliche Forschung voran und vertreten berufspolitische Anliegen auf nationaler und internationaler Ebene.
Während Fachgesellschaften wie der German Resuscitation Council (GRC) oder die deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin konkrete medizinische Standards setzen, bündeln Berufsverbände wie der DBRD (Deutscher Berufsverband Rettungsdienst) die Interessen der beruflich tätigen Rettungskräfte. Weitere wichtige Akteure sind der ERC, die AHA und das internationale Netzwerk ILCOR, das die wissenschaftliche Grundlage für weltweite Reanimationsleitlinien schafft.
Diese Organisationen prägen die tägliche Praxis maßgeblich, insbesondere in den Bereichen bei der Reanimation
Fachgesellschaften
Die Versorgung von Notfallpatient:innen im Rettungsdienst basiert auf medizinischen Leitlinien, Algorithmen und Standards, die regelmäßig aktualisiert und wissenschaftlich fundiert weiterentwickelt werden. Dabei spielen nationale und internationale Fachgesellschaften eine zentrale Rolle. Durch ihre Leitlinienarbeit, Fortbildungsprogramme und Forschung beeinflussen sie maßgeblich die Qualität der präklinischen Notfallmedizin.
European Resuscitation Council (ERC)
Der schwedische Kardiologe Lars Mogensen war maßgeblich an der Gründung des ERC beteiligt. Während seiner Forschungsaufenthalte in Großbritannien und Schweden widmete er sich intensiv der Reanimationsforschung.
1985 stellte er auf einem ESC-Kongress eine Abhandlung zur kardialen Reanimation vor. Daraufhin bildete sich eine Arbeitsgruppe innerhalb der ESC. Da die Empfehlungen dieser Arbeitsgruppe nicht durchgesetzt wurden, gründeten Kardiologen und Anästhesisten in Wien 1990 die ERC als unabhängige Organisation. Die erste Mitgliederversammlung fand in Antwerpen statt. Ziel der ERC ist es, die Reanimationsversorgung in Europa auf einheitliche, wissenschaftlich fundierte Standards zu bringen. Sie ist die zentrale europäische Fachgesellschaft für Wiederbelebung und arbeitet eng mit dem internationalen Gremium ILCOR zusammen.
Aufgaben und Ziele:
- Entwicklung evidenzbasierter Reanimationsleitlinien (alle 5 Jahre)
- Erstellung einheitlicher Algorithmen und Handlungsempfehlungen
- Förderung von Schulungsprogrammen für Laien und medizinisches Fachpersonal
- Organisation internationaler Fachkongressen
- Zertifizierung von Reanimationskursen (bspw. BLS, ALS)
- Wissenschaftliche Forschung und Konsensfindung im Bereich Notfallmedizin
Damit trägt der ERC maßgeblich zur europaweiten Qualitätssicherung in der präklinischen und klinischen Reanimationspraxis bei.
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.erc.edu zu finden.
German Resuscitation Council (GRC)
In Deutschland ist der German Resuscitation Council (GRC) als nationale Fachgesellschaft für die Umsetzung der ERC-Vorgaben zuständig. Der 2007 gegründete GRC ist die zentrale Plattform für alle Belange der Wiederbelebung im deutschsprachigen Raum.
Aufgaben:
- Anpassung und Übersetzung der ERC-Leitlinien für den deutschsprachigen Raum
- Organisation zertifizierter Kurse
- Förderung der Laienreanimation und Schulung von Multiplikator:innen
- Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften, Rettungsdiensten und Bildungseinrichtungen
- Öffentlichkeitsarbeit und politische Interessenvertretung zur Verbesserung der Reanimationsversorgung
Das Ziel beider Gesellschaften ist es, durch strukturierte Aus- und Fortbildung, fundierte Leitlinien und eine breite Öffentlichkeitsarbeit die Überlebenschancen nach Herz-Kreislauf-Stillständen in Europa nachhaltig zu verbessern.
MerkePraktische Relevanz für Notfallsanitäter:innen
- Die Reanimationsleitlinien des ERC bilden die Grundlage für alle nationalen Algorithmen, inklusive der Ausbildung und Prüfung von Notfallsanitäter:innen
- Der GRC bietet speziell für Rettungsdienstpersonal abgestimmte Kursformate (z.B. ALS-, EPALS-Kurse), die oft Teil der Fortbildung oder Qualifikation im Rettungsdienst sind
- Änderungen in den ERC-Leitlinien betreffen direkt die tägliche Einsatzpraxis → bspw. Änderungen in der medikamentösen Therapie
- Durch Kenntnis der Fachgesellschaft wissen NotSan, woher Leitlinien stammen, wie sie entwickelt werden und wie man Updates fachlich einordnet
- Die Mitarbeit oder Kurszertifizierung über den GRC kann die eigene Qualifikation stärken
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.grc-org.de zu finden.
American Heart Association (AHA)
Die American Heart Association (AHA) ist eine der größten internationalen Fachgesellschaften im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Reanimation. Sie wurde 1924 in den USA gegründet und war maßgeblich an der Entwicklung der weltweit anerkannten „Guidelines for Cardiopulmonary Resuscitation (CPR)“ und „Emergency Cardiovascular Care (ECC)“ beteiligt.
Aufgaben und Schwerpunkte:
- Erstellung und regelmäßige Aktualisierung evidenzbasierter Leitlinien zu CPR und Notfallmedizin
- Forschung und Aufklärung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Entwicklung und Durchführung von zertifizierten Trainingsprogrammen (bspw. BLS, ACLS, PALS)
- Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung der Laienreanimation und Prävention von Herzerkrankungen
- Internationale Kooperation mit anderen Fachgesellschaften, insbesondere im Rahmen von ILCOR
MerkePraktische Relevanz
- Die AHA-Leitlinien beeinflussen direkt die europäischen ERC- und deutschen GRC-Empfehlungen
- Viele Rettungsdienste in Deutschland nutzen AHA-Trainingsformate (z.B. ACLS) als Fortbildungsstandard
- AHA-Materialien bieten oft detaillierte Algorithmen und Tools, die als Ergänzung zu ERC-Kursen hilfreich sind
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.heart.org zu finden.
International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR)
Das 1992 in Brighton gegründete International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) ist ein globales Netzwerk führender Reanimationsorganisationen, zu denen unter anderem der European Resuscitation Council (ERC), die American Heart Association (AHA), die Heart and Stroke Foundation of Canada (HSFC) sowie das Australian and New Zealand Committee on Resuscitation (ANZCOR) gehören. Ziel ist die internationale Harmonisierung der Reanimationsleitlinien auf Basis der jeweils aktuellen Evidenz.
Aufgaben und Tätigkeiten:
- Analyse und Bewertung der weltweiten wissenschaftlichen Daten zur Reanimation
- Konsensbildung und Erarbeitung internationaler Empfehlungen (Consensus on Science with Treatment Recommendations, CoSTR)
- Regelmäßige Veröffentlichung global abgestimmter Leitlinien
- Förderung der internationalen Zusammenarbeit und Forschung zu Notfall- und Reanimationsmaßnahmen
MerkePraktische Relevanz
- ILCOR liefert die wissenschaftliche Basis, auf der ERC, AHA oder anderen Gesellschaften ihre Algorithmen entwickeln
- Änderungen in ILCOR-Empfehlungen wirken sich oft auf Schulungen und Prüfungsinhalte im Rettungsdienst aus
- Ein Grundverständnis über die Rolle von ILCOR hilft, Leitlinien-Updates fachlich einzuordnen
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.ilcor.org zu finden.
Deutsche Gesellschaft für Rettungswissenschaften e.V. (DGRe)
Die 2011 gegründete DGRe ist die erste wissenschaftliche Fachgesellschaft in Deutschland, die sich ausschließlich mit den Themen der Rettungsdienstforschung befasst. Das Ziel bestand darin, eine akademische Basis für den sich professionalisierenden Rettungsdienst zu schaffen. Die Gesellschaft setzt sich für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung rettungsdienstlicher Strukturen, Konzepte und Ausbildungsinhalte ein.
Tätigkeitsschwerpunkte:
- Förderung und Vernetzung rettungsdienstwissenschaftlicher Forschung
- Unterstützung von Studien und Projekten zu Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
- Fachpublikationen und Konferenzen zur Professionalisierung des Berufsbildes
- Beratung von Politik, Bildungseinrichtungen und Trägern
MerkePraxisrelevanz
- Liefert wissenschaftliche Grundlagen für Praxisveränderungen und neue Versorgungskonzepte
- Unterstützt die Akademisierung des Berufs und die Entwicklung von Studiengängen
- Bietet fundierte Argumente in Diskussion um Rollenverteilung, Kompetenzerweiterung und Berufspolitik
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.dgre.org zu finden.
Deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin e.V. (DGINA)
Die 2007 gegründete DGINA vertritt alle medizinischen Berufsgruppen, die in der klinischen Notfallversorgung tätig sind, mit besonderem Fokus auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Zentralen Notaufnahme (ZNA), in Schockräumen und auf Akutstationen. Das Ziel besteht in der Weiterentwicklung der klinischen Notfall- und Akutmedizin als eigenständiges Fachgebiet.
Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche:
- Entwicklung und Förderung interdisziplinärer Standards in der Notfallversorgung
- Fachliche Unterstützung von Kliniken bei Strukturaufbau, Qualitätssicherung und Prozessen
- Organisation des DGINA-Kongresses und Veröffentlichung praxisrelevanter Publikationen
- Beteiligung an Leitlinienarbeit
MerkePraxisrelevanz
- Die DGINA ist maßgeblich an der Schnittstelle präklinisch-klinisch beteiligt → z.B. Übergabe, Triage und Kommunikation
- Beeinflusst die Struktur in der ZNA, mit denen Rettungsfachpersonal täglich zusammenarbeitet
- Trägt zur Entwicklung gemeinsamer SOP's und Übergabeformate bei
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.dgina.de zu finden.
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)
Die DGU wurde bereits im Jahr 1922 gegründet und zählt somit zu den ältesten und etabliertesten medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie widmet sich der Forschung, Fortbildung und Standardisierung in den Bereichen Traumatologie und Unfallchirurgie – von der Notfallversorgung bis zur Rehabilitation.
Tätigkeitsbereiche:
- Entwicklung von Versorgungsstandards für Schwerverletzte
- Förderung wissenschaftlicher Studien zu Polytrauma und Akutversorgung
- Mitarbeit an Leitlinien wie der S3-Leitlinie „Polytrauma“
- Durchführung von Fachkongressen und Fortbildungen
MerkePraxisrelevanz
- Federführend bei der präklinischen Traumaversorgung, etwa beim Einsatz von SOP's nach xABCDE
- Über das TraumaNetzwerk DGU® definiert die Fachgesellschaft Standards für die Versorgung Schwerverletzter und beeinflusst dadurch entscheidend die Strukturen und Abläufe in Schockräumen → insbesondere im Hinblick auf die Übergabe durch den Rettungsdienst, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die sofortige diagnostisch-therapeutische Versorgung.
- Die Inhalte ihrer Leitlinien fließen direkt die Fortbildung und Handlungsempfehlungen für RD-Mitarbeiter:innen
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.dgu-online.de zu finden.
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
Die 1977 gegründete DIVI hat das Ziel, die eng verbundenen Fachgebiete Intensiv- und Notfallmedizin organisatorisch und wissenschaftlich zu verknüpfen. Sie vereint Ärzt:innen, Pflegekräfte und Rettungsfachpersonal und ist eine der wichtigsten Institutionen für klinisch relevante Notfallstandards in Deutschland.
Zentrale Aufgaben:
- Entwicklung interdisziplinäre Leitlinien (z.B. zur Intensivverlegung, Schockraummanagement)
- Ausrichtung des DIVI-Kongresses als Leitveranstaltung der Fachrichtung
- Förderung von Intensiv- und Notfallmedizinstrukturen
- Beratung von Politik, Fachgesellschaften und Behörden
MerkePraxisrelevanz
- Leitlinien und Empfehlungen der DIVI beeinflussen präklinisches und innerklinisches Notfallmanagement
- Die DIVI ist eine treibende Kraft hinter dem Intensivtransport, inkl. CIRS- und Qualitätssystemen
- In DIVI-Leitlinien finden sich viele Schnittstellenempfehlungen zur präklinischen Arbeit (z.B. für Übergaben, Medikamente oder Kapazitätsmanagement)
- Der DIVI-Intensivtransportkurs ist eine zentrale, praxisorientierte Weiterbildung für alle im Rettungsdienst tätigen Personen, die verantwortungsvoll Intensivtransporte begleiten. Er bietet etablierte Inhalte und Strukturen, um patienten- und personalorientierte Sicherheit nachhaltig zu erhöhen.
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.divi.de zu finden.
Berufsverbände
Neben Fachgesellschaften, die sich primär mit medizinischen Inhalten befassen, spielen Berufsverbände und Gewerkschaften eine zentrale Rolle bei der Vertretung der beruflichen, arbeitsrechtlichen und politischen Interessen des Rettungsdienstpersonals. Sie engagieren sich für bessere Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung, geregelte Ausbildungen und den Schutz der Beschäftigten im täglichen Einsatz. Gerade in einem so belastenden Berufsfeld wie dem Rettungsdienst ist ihre Arbeit unverzichtbar.
Deutscher Berufsverband Rettungsdienst (DBRD)
Der DBRD wurde 2006 als eigenständiger, berufsständischer Verband speziell für die Interessen von Mitarbeitenden im Rettungsdienst gegründet. Das Ziel bestand darin, eine rein rettungsdienstspezifische Interessensvertretung zu etablieren, losgelöst von allgemeinmedizinischen oder pflegebezogenen Verbänden. Der DBRD ist parteipolitisch neutral und versteht sich als Sprachrohr aller nichtärztlichen Fachkräfte im Rettungsdienst.
Aufgaben und Tätigkeitsfelder:
- Politische Interessensvertretung auf Bundes- und Landesebene
- Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben → z.B. NotSanG, Telenotarzt, kompetenzgerechte Aufgabenverteilung
- Beteiligung an Fachgremien, Leitliniengruppen und Ausschüssen
- Durchführung von Fachkongressen, Fortbildungen und Publikationen
- Entwicklung von praxisrelevanten Handlungsempfehlungen und SOP's
MerkeRelevanz für Rettungsdienstmitarbeiter:innen
- Der DBRD vertritt konkret und direkt die Interessen von NotSan, RS und RA
- Bietet regelmäßig Rechtsberatung, Positionspapiere und praxisnahe Empfehlungen
- Spielt eine wichtige Rolle in der Gestaltung von Aus- und Fortbildung sowie Berufspolitik
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.dbrd.de zu finden.
Gewerkschaft ver.di

Ver di.png von SVG, GFDL <http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html>, via Wikimedia Commons
Die Gewerkschaft ver.di entstand im Jahr 2001 durch den Zusammenschluss mehrerer Einzelgewerkschaften, darunter die ÖTV, die bereits zuvor schon Rettungsdienstpersonal vertreten hatte. Sie ist eine der größten deutschen Gewerkschaften und organisiert Beschäftigte in zahlreichen öffentlichen und privaten Dienstleistungsbranchen, inklusive der kommunalen und freien gemeinnützigen Rettungsdienste.
Aufgaben und Tätigkeitsbereiche:
- Tarifverhandlungen für Rettungsdienstpersonal im öffentlichen Dienst
- Einsatz für faire Bezahlung, Arbeitszeitregelungen und betriebliche Mitbestimmung
- Unterstützung bei Arbeitsrechtskonflikten und Beratung in Einzelfällen
- Politische Lobbyarbeit für Personalstandards, Investitionen und Berufsgesetzgebung
- Organisation von Streiks und Aktionen zur Durchsetzung von Beschäftigteninteressen
MerkeRelevanz für Rettungsdienstmitarbeiter:innen
- Ver.di verhandelt die Tarifverträge, nach denen viele Mitarbeiter:innen bezahlt werden
- Unterstützt Beschäftigte bei Arbeitskonflikten, Überlastung und Mitbestimmung
- Schafft politischen Druck für Verbesserungen bei Lohn, Arbeitszeit und Anerkennung
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.verdi.de zu finden.
Gewerkschaft komba - Fachbereich Feuerwehr und Rettungsdienst
Komba-Logo.svg von komba, Public domain, via Wikimedia Commons
Die komba Gewerkschaft ist eine 1919 gegründete Fachgewerkschaft für Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Sie ist besonders stark im kommunalen Bereich - etwa bei Berufsfeuerwehren, Rettungsdiensten in städtischer Trägerschaft und Leitstellen. Sie gliedert sich in verschiedene Fachbereiche, darunter den Fachbereich Feuerwehr und Rettungsdienst, der sich gezielt mit den Themen von Einsatzkräften befasst.
Aufgaben und Tätigkeitsfeldern:
- Interessensvertretung speziell für kommunale Rettungsdienst und Feuerwehren
- Beteiligung an Tarifverhandlungen und Personalvertretungen
- Einsatz für praxisnahe Rahmenbedingungen und Arbeitsschutz
- Beratung zur Besoldung, Dienstrecht, Arbeitszeitmodellen und Ruhestandsregelungen
- Durchführung von Schulungen, Vernetzungstreffen und politischen Gesprächen
MerkeRelevanz für Rettungsdienstmitarbeiter:innen
- Komba setzt sich gezielt für kommunal organisierte Rettungsdienst und deren Beschäftigte ein
- Kennt die Besonderheiten im Zusammenspiel mit der Feuerwehr und wirkt an entsprechenden Regelungen mit
- Bietet starke berufspolitische Vertretung insbesondere für öffentlich-rechtlich Beschäftigte
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite komba.de zu finden.
National Association of Emergency Medical Technicians - NAEMT
InfoObwohl die National Association of Emergency Medical Technicians (NAEMT) kein deutscher Verband ist, hat sie durch ihre international etablierten Kursformate wie PHTLS auch im deutschsprachigen Raum erhebliche Relevanz erlangt und wird deswegen hier kurz erwähnt.
Die NAEMT (National Association of Emergency Medical Technicians) ist eine Fach- und Berufsorganisation für präklinisches Rettungsfachpersonal, hauptsächlich in den USA, aber mit internationaler Reichweite. Sie ist primär eine berufsständische Organisation, vergleichbar mit dem DBRD in Deutschland, mit einem starken Fokus auf Fortbildung, Interessenvertretung und internationale Kursstandards.
Aufgaben und Tätigkeitsfeldern:
- Vertretung der Interessen von EMTs (Emergency Medical Technicians), Paramedics und anderen Präkliniker:innen
- Entwicklung und Verbreitung international anerkannter Fortbildungsprogramme, z.B.:
- PHTLS (Prehospital Trauma Life Support)
- TCCC (Tactical Combat Casualty Care)
- GEMS (Geriatric EMS)
- AMLS (Advanced Medical Life Support)
MerkeRelevanz für Rettungsdienstmitarbeiter:innen
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind NAEMT-Kurse, z.B. PHTLS und TCCC weit verbreitet
- Dies sind Zusatzqualifikation für Notfallsanitäter:innen, Rettungssanitäter:innen oder im Rettungsdienst tätiges ärztlichen Personal
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.naemt.org zu finden.
Interessenvertretungen Ärzte
Neben den nichtärztlichen Berufsverbänden spielen auch die ärztlichen Interessensvertretungen eine zentrale Rolle im Rettungsdienst Sie beeinflussen die rechtlichen Rahmenbedingungen, die ärztliche Beteiligung an der Notfallversorgung und die Organisation sowie die medizinische Leitung des Rettungsdienstes.
Bundesärztekammer (BÄK)
Die 1947 gegründete Bundesärztekammer ist die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung in Deutschland. Sie vertritt auf Bundesebene die Interessen von über 500.000 Ärzt:innen, koordiniert die Arbeit der 17 Landesärztekammern und trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung der ärztlichen Berufe bei, auch im Bereich der Notfallmedizin.
Aufgaben:
- Erarbeitung von Weiterbildungsordnungen
- Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben, auch zur Rolle der Ärzt:innen im Rettungsdienst
- Entwicklung medizinisch-ethischer Standards und Beteiligung an Leitlinien
- Zusammenarbeit mit anderen Organisationen bei Themen wie Telenotfallmedizin, Delegation oder Kompetenzverteilung
MerkeRelevanz für den Rettungsdienst
- Die BÄK legt die Rahmenbedingungen für ärztliche Weiterbildung in der Notfallmedizin fest
- Ihre Position prägen Debatten über Delegation, Substitution und Zusammenarbeit mit NotSan
- Hat starken Einfluss auf die gesetzliche Ausgestaltung der notärztlichen Rolle im Rettungsdienst
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.bundesaerztekammer.de zu finden.
Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND)
Die BAND wurde 1992 gegründet und ist der Dachverband zahlreicher regionaler Notarzt-Arbeitsgemeinschaften in Deutschland. Sie entstand aus dem Wunsch, den fachlichen Austausch zwischen Notärzt:innen zu bündeln und sich bundesweit für deren Interessen starkzumachen.
Zentrale Aufgaben:
- Interessenvertretung der Notärzt:innen in Politik, Medien und Fachgremien
- Unterstützung von Fort- und Weiterbildung im Bereich Notfallmedizin
- Mitwirkung an Leitlinien, Stellungnahmen und Standards der präklinischen Versorgung
- Engagement bei Themen wie Telenotärzt:innen, Dokumentation und Qualitätssicherung
MerkeRelevanz für den Rettungsdienst
- Die BAND prägt das Selbstverständnis und die Rolle der Notärzt:innen, was direkte Auswirkungen auf Teamarbeit im Einsatz hat
- Bringt sich aktiv in Fachdiskussionen über Strukturreformen und Kompetenzverteilungen ein
- Fördert eine strukturierte, teamorientierte Zusammenarbeit mit dem Rettungsfachpersonal
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite band-online.de zu finden.
Bundesverband der ärztlichen Leiter Rettungsdienst (BV-ÄLRD)
Der 2009 gegründete BV-ÄLRD vertritt die Interessen der ärztlichen Leiter:innen des Rettungsdienstes. Diese sind auf Landes- und Kreisebene für die medizinische Qualitätssicherung, die Aufsicht und die Standardsetzung im Rettungsdienst zuständig. Der BV-ÄLRD dient als Plattform für Austausch, Standardisierung und berufspolitische Positionierung.
Tätigkeitsbereiche:
- Entwicklung von medizinischen Standards, SOP's und Qualifikationsanforderungen im Rettungsdienst
- Beratung von Landesministerien, Aufsichtsbehörden und Trägern
- Austausch über Probleme in der Umsetzung des NotSanG und der ärztlichen Aufsicht
- Mitwirkung an Forschungsprojekten, Arbeitsgruppen und gesundheitspolitischen Initiativen
MerkeRelevanz für den Rettungsdienst
- Gestalten medizinischer Standards und SOP's, die im Einsatz verbindlich sind
- Entscheidungen zur Delegation ärztlicher Maßnahmen und Kompetenzverteilung erfolgen oft in Abstimmung mit dem BV-ÄLRD
- Einflussreich bei Fortbildung, Prüfungsanforderungen und Qualifikationsfragen
InfoWeitere Informationen sind auf der Webseite www.bv-aelrd.de zu finden.
Quellen
- Koch, S., Kuhnke, R., retten - Notfallsanitäter, Thieme, 2023, ISBN: 978-3132421219
- Luxem, J., Runggaldier, K., Karutz, H., Flake, F., Notfallsanitäter Heute, Elsevier, 2016, ISBN: 978-3437461958
- Webseiten der jeweiligen Organisationen (Zugriff am 29.07.2025)


