Ihr schreibt folgendes EKG in eurer kardiologischen Praxis bei einem Routinecheck.

AV-Block I°
Auswertung
Frequenz: Da in diesem EKG der Maßstab nicht 100% korrekt ist, haben wir euch unten links die Herzfrequenz angegeben.
Rhythmik: Das EKG ist rhythmisch. Wir erkennen weiterhin normwertig konfigurierte
P-Wellen auf die immer ein QRS-Komplex folgt. Es liegt somit ein Sinusrhythmus vor.
Lagetyp: Da die Ableitungen I, II und III positiv sind und aVL betragsmäßig ebenfalls positiv ist, liegt ein Indifferenztyp vor.
P-Wellen: Die P-Wellen sind wie bereits besprochen normal konfiguriert. Bei einer genaueren Betrachtung fällt jedoch auf, dass das PQ-Intervall mit 240 ms verlängert ist. Die PQ-Zeit bleibt im Verlauf konstant und es kommt zu keinem Ausfall eines QRS-Komplexes. Es liegt somit ein AV-Block Grad I vor.
QRS-Komplex: In den Ableitungen II und aVF lässt sich eine kleine Q-Zacke erkennen. Der QRS-Komplex ist nicht über 100 ms verbreitert. Es findet sich ein regelrechter
R/S-Umschlag in V2/V3. Hier liegt also kein Schenkelblock vor.
Erregungsrückbildung: Es lassen sich keine signifikanten ST-Strecken Veränderungen oder T-Negativierungen erkennen.
Bewertung: In diesem EKG besteht ein AV-Block ersten Grades.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht AV-Blöcke im EKG - AV-Blöcke

