Die Prävention im Gesundheitswesen wird klassisch in Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention unterteilt. Dieses Modell geht auf Leavell und Clark zurück und bildet bis heute eine zentrale Grundlage der Public-Health- und Versorgungsforschung.
Die Primärprävention setzt vor Entstehung einer Krankheit an und zielt darauf ab, Risikofaktoren zu reduzieren und das Auftreten von Erkrankungen zu verhindern. Typische Maßnahmen sind Impfungen, Gesundheitsförderung und Verhaltensinterventionen.
Die Sekundärprävention umfasst die Früherkennung von Krankheiten im asymptomatischen Stadium, um eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen und den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. Hierzu gehören insbesondere Screening-Programme.
Die Tertiärprävention greift bei bereits bestehender Erkrankung ein und dient der Vermeidung von Komplikationen, Folgeschäden und der Rehabilitation. Ziel ist es, die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern.
Insgesamt beschreibt das Präventionsmodell einen zeitlichen Verlauf entlang der Krankheitsentstehung und dient der systematischen Strukturierung medizinischer und public-health-orientierter Interventionen.
TippBesonders prüfungsrelevante Themen:
- Leavell & Clark als Basismodell
- Primärprävention = Krankheitsvermeidung
- Sekundärprävention = Früherkennung (Screening)
- Tertiärprävention = Rehabilitation / Komplikationsvermeidung
- Einordnung entlang der Natural History of Disease
- Bedeutung für Public Health und Versorgungssysteme
- Leavell HR, Clark EG. Preventive Medicine for the Doctor in his Community: An Epidemiologic Approach. McGraw-Hill, 1958 (spätere Auflagen 1965).
- Leavell HR, Clark EG. Konzept der „Natural history of disease“ und Präventionsstufen. Preventive Medicine, 1950er Jahre (weiterentwickelt in Lehrbuchform).
- Hurrelmann K, Richter M, Klotz T (Hrsg.). Prävention und Gesundheitsförderung. Beltz Juventa, aktuelle Auflage. ISBN: 978-3-7799-6025-6.
- Porta M. A Dictionary of Epidemiology. Oxford University Press, 2014. ISBN: 978-0-19-939005-2.

