Medi Know
Logo Image

Frühgeburtlichkeit

SK
4 Minuten Lesezeit

Frühgeburtlichkeit bezeichnet die Geburt eines Kindes vor der 37. Schwangerschaftswoche (SSW). Frühgeborene, insbesondere jene vor der 32. Woche, haben oft noch nicht vollständig entwickelte Organe, was besondere medizinische Versorgung erforderlich macht. Die häufigsten Risiken und Komplikationen betreffen die Lungenfunktion, das Immunsystem, den Verdauungstrakt und die neurologische Entwicklung. Ursachen für Frühgeburten sind vielfältig und können unter anderem Infektionen, Mehrlingsschwangerschaften, chronische Erkrankungen der Mutter oder auch Stress sein. Fortschritte in der Neonatologie haben die Überlebenschancen für Frühgeborene deutlich verbessert, aber sie bleiben dennoch anfällig für Entwicklungsstörungen und gesundheitliche Herausforderungen.

Frühgeborene sind Neugeborene mit einem Gestationsalter vor der 37. vollendeten Schwangerschaftswoche (≤36+6 SSW). Da ein Frühgeborenes nicht die Chance hatte, seine vollständige Entwicklung vor der Geburt abzuschließen, ist die fehlende Reife der Organe die größte Herausforderung, die es zu bewältigen hat. Die Unreife der Organsysteme führt zu charakteristischen Befunden und typischen Komplikationen, die es in der Versorgung von Frühgeborenen zu berücksichtigen bzw. zu verhindern gilt. 

 Achtung

Je kürzer die Schwangerschaftsdauer, desto höher ist das Risiko für die folgende Komplikationen.

Frühgeborenes
Frühgeborenes

Die Ursachen der Frühgeburtlichkeit sind vielfältig - bestimmte kindliche und maternale Risikofaktoren sind bekannt. 

Maternale UrsachenFetale Ursachen
Alter (< 20 Jahre, > 40 Jahre)Triple I
körperlicher StressMehrlingsschwangerschaft
NikotinabususPolyhydramnion
vorangegangene Frühgeburten 
Hypertensive Schwangerchaftserkrankung 
Gestationsdiabetes 
 Definition
Triple I

Die drei „I“ stehen für die drei möglichen Formen einer intrauterinen Entzündung: Inflammation (Entzündung), Infection (Infektion) oder eine Kombination aus beidem. Der Begriff Triple I ersetzt das Amnioinfektionssyndrom und Chorioamnionitis, da man so das maternale Fieber von einer intrauterinen Infektion unterscheiden kann.

Diese Tabelle fasst die wichtigsten Komplikationen bei Frühgeborenen kurz zusammen, um einen schnellen Überblick über die möglichen Organprobleme zu bieten.

KomplikationDefinition
Atemnotsyndrom (ANS)Unreife der Lunge und Mangel an Surfactant (eine Substanz, die das Zusammenfallen der Alveolen verhindert), was zu Atemnot und Hypoxie führen kann.
Bronchopulmonale Dysplasie (BPD)Chronische Lungenerkrankung, die durch Langzeitbeatmung oder Sauerstofftherapie verursacht wird und zu einer dauerhaften Schädigung der Lunge führt.
Persistierender Ductus arteriosus (PDA)Offener Ductus arteriosus Botalli (eine fetale Blutverbindung), der nach der Geburt bestehen bleibt und zu Herzproblemen und schlechter Sauerstoffversorgung führen kann.
Retinopathia praematurorum (ROP)Netzhauterkrankung, die durch die abnormale Gefäßbildung in der Retina bei Frühgeborenen verursacht wird, was zur Erblindung führen kann, wenn unbehandelt.
Nekrotisierende Enterokolitis (NEC)Schwere Darmerkrankung, bei der das Gewebe im Darm abstirbt, was zu Entzündungen, Perforationen und schweren Infektionen führen kann.
HirnblutungSchädigung empfindlicher Hirngefäße bei Frühgeborenen, die zu Einblutungen im Gehirn führen können. 
Periventrikuläre Leukomalazie (PVL)Schädigung des weißen Hirngewebes durch Minderdurchblutung, was zu Entwicklungsstörungen und neurologischen Beeinträchtigungen führen kann.
Apnoen und BradykardienAtempausen (Apnoen) und verlangsamter Herzschlag (Bradykardien), die bei Frühgeborenen häufig vorkommen und zu Sauerstoffmangel führen können.
Zuletzt aktualisiert am 04.11.2024
Apnoe-Bradykardie-Hypoxämie-Syndrom
Hirnschädigungen bei Frühgeborenen
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz