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Furosemid

5 Minuten Lesezeit
Furosemid Ampulle

Furosemid ist ein hochpotentes Schleifendiuretikum, das den Na⁺/K⁺/2Cl⁻-Kotransporter im aufsteigenden Teil der Henle-Schleife hemmt. Dadurch kommt es zu einer ausgeprägten Diurese mit Natriurese sowie zu einer Reduktion von Vorlast und intravasalem Volumen. Zusätzlich bewirkt Furosemid früh eine venöse Vasodilatation, was zu einer raschen Entlastung des pulmonalen Kreislaufs beitragen kann

Im Rettungsdienst wird Furosemid vor allem beim akuten kardialen Lungenödem mit Volumenüberladung eingesetzt. Die Gabe erfolgt intravenös. Wichtige Nebenwirkungen sind Hypovolämie, Hypotonie, Elektrolytstörungen (v. a. Hypokaliämie), metabolische Alkalose und prärenale Nierenfunktionsverschlechterung. Eine engmaschige Überwachung von Kreislauf, Diurese und Elektrolyten ist erforderlich

Lernkarte Furosemid
  • Wirkstoffklasse: Schleifendiuretika
  • Handelsnamen: Lasix®, Diurapid®, Furanthril®

 

Etikett: Furosemid
  • Ödeme (insbesondere kardiales Lungenödem)
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz 
  • Nierenschädigung mit Anurie
  • Elektrolytstörungen (Hyponatriämie, Hypokaliämie)
  • Präkoma/Coma hepaticum mit hepatischer Enzephalopathie
  • Stillzeit
  • Sulfonamid Überempfindlichkeit
  • Erwachsene: 20–40 mg i.v. (maximal 1.500 mg/Tag) (ggf. Dosisanpassung nach Ansprechen)
  • Kinder: 0,5 mg/kgKG i.v. (maximal 1 mg/kgKG/Tag)
  • Langsame i.v.-Injektion (maximal 4 mg/min)
  • Ototoxizität bei hoher Dosis oder schneller i.v.-Gabe möglich (selten, dosisabhängig)
  • Vorsicht bei Hypovolämie oder Hypotonie → Gefahr einer weiteren Kreislaufdepression und prärenalen Nierenfunktionsverschlechterung
  • Elektrolytstörungen häufig (v.a. Hypokaliämie, Hyponatriämie) → Arrhythmierisiko beachten
 Achtung

Furosemid sollte niemals mit anderen Medikamenten in einer Spritze gemischt werden, da chemische und physikalische Inkompatibilitäten auftreten können!

Durch Reaktionen zwischen Furosemid und anderen Wirkstoffen kann es zu Ausfällungen, Wirkverlusten oder einer chemischen Zersetzung der Medikamente kommen. Dadurch können Wirksamkeit und Sicherheit der Arzneimittel beeinträchtigt werden. Im schlimmsten Fall drohen zudem Gefäßreizungen oder embolische Komplikationen durch intravenös applizierte Partikel.

  • Wirkeintritt: innerhalb von 15 min 
  • Wirkdauer: ca. 2-6 Std
  • Metabolisierung: Geringe hepatische Metabolisierung, überwiegend unverändert im Körper wirksam
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal
  • Furosemid hemmt den Na⁺-K⁺-2Cl⁻-Cotransporter im dicken aufsteigenden Teil der Henle-Schleife → Dadurch verbleibt mehr Natrium (und Kalium sowie Chlorid) im Harn und bindet Wasser → Sehr effektive Steigerung der Diurese
    • Zusätzlicher Verlust von Elektrolyten (v. a. Kalium, Natrium, Chlorid, Magnesium, Calcium) möglich
  • Furosemid führt bei intravenöser Gabe auch zur Dilatation der venösen Kapazitätsgefäße („venöses Pooling“) → Vorlastsenkung
    • Frühe hämodynamische Entlastung des pulmonalen Kreislaufs bereits vor Einsetzen der Diurese
  • Wirkung verstärkt durch gleichzeitige Gabe von:
    • ACE-Hemmern / AT1-Rezeptor-Blockern → Ausgeprägte Hypotonie möglich (v. a. bei Volumenmangel)
    • Thiazid-Diuretika → Additive Diurese („sequenzielle Nephronblockade“)
    • Aminoglykosiden → Erhöhtes Risiko für Oto- und Nephrotoxizität
  • Furosemid-Wirkung abgeschwächt durch gleichzeitige Gabe von:
    • NSAR (z. B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen) → Verminderte Prostaglandinsynthese, reduzierte renale Durchblutung
    • Probenecid → Verminderte tubuläre Sekretion von Furosemid
  • Verstärkte Digitalis-Wirkung durch Hypokaliämie
  • Elektrolytverlust: Natrium↓, Kalium↓, Calcium↓ (Cave: Osteoporose), Magnesium
  • Hyperglykämie (Cave: Diabetes – verminderte Antidiabetika-Wirkung)
  • Hyperurikämie (Cave: Gicht)
  • Ototoxisch/Hörstörungen (v.a. bei schneller i.v.-Gabe)
  • Hypovolämie
  • Lichtschutz: Furosemid ist lichtempfindlich
  • Temperatur: Nicht über 30°C lagern
  • Diuretika
  • Pharmakologie des Herz-Kreislauf-Systems (RD)
Zuletzt aktualisiert am 16.05.2026
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