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Heparin

13 Minuten Lesezeit
Heparin Ampulle

Heparin ist ein Antikoagulans, das über Bindung an Antithrombin III dessen Wirkung um ein Vielfaches verstärkt und dadurch insbesondere die Gerinnungsfaktoren Xa und IIa (Thrombin) hemmt. Es führt zur Hemmung der sekundären Hämostase.

Im präklinischen Kontext wird Heparin vor allem beim akuten Koronarsyndrom (STE-ACS/NSTE-ACS), bei Lungenarterienembolie sowie bei arteriellen oder venösen Gefäßverschlüssen eingesetzt. Die Wirkung tritt sofort nach i.v.-Gabe ein, die Wirkdauer beträgt etwa 4 Stunden.

Wesentliche Risiken sind ein erhöhtes Blutungsrisiko sowie die potenziell schwerwiegende heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT). Kontraindikationen sind vorwiegend aktive Blutungen, eine bekannte oder vermutete HIT sowie ausgeprägte Blutungsneigung. Bei schweren Blutungen kann die Wirkung durch Protamin antagonisiert werden.

Lernkarte Heparin
  • Wirkstoffklasse: Antikoagulantien
Heparin
Etikett: Heparin
  • Akutes Koronarsyndrom (STE-ACS, NSTE-ACS)
  • Lungenarterienembolie
  • Arterielle oder venöse Gefäßverschlüsse
  • Vorliegen einer HIT (Heparininduzierte Thrombozytopenie)
  • Blutungsneigung
  • Akute Blutung (z.B. Hirnblutung, frische Traumata, Ulkus)
  • Erwachsene:
    • Akutes Koronarsyndrom und Gefäßverschlüsse: 70–100 IE/kgKG als Bolus i.v. (maximal 5.000 IE)
    • Lungenarterienembolie: 100 IE/kgKG i.v. (5000–7500 IE i.v.)
  • Heparin kann während der Schwangerschaft/Stillzeit verwendet werden (nicht plazentagängig, kein Übertritt in die Muttermilch)
  • Bei starken Blutungen: Heparin kann durch Protamin antagonisiert werden
  • Wirkeintritt: sofort
  • Wirkdauer: ca. 4 Std
  • Metabolisierung: Partielle hepatische Metabolisierung sowie enzymatischer Abbau durch das retikuloendotheliale System (v. a. Makrophagen)
  • Ausscheidung: Überwiegend renal als inaktive Metaboliten
  • Heparin bindet an Antithrombin III und verstärkt dessen natürliche Wirkung um das Tausendfache
    → Dadurch werden unter anderem die Gerinnungsfaktoren Xa und IIa (Thrombingehemmt
    → Hemmung der sekundären Hämostase (Blutgerinnungshemmung)
Übersicht über die Wirkprinzipien der Antikoagulantien
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Thrombozytenaggregationshemmern (z. B. ASS, Clopidogrel) → Additives Blutungsrisiko
    • Oralen Antikoagulanzien (z. B. Phenprocoumon, DOAK) → Verstärkte Antikoagulation
    • Fibrinolytika (z. B. Alteplase) → deutlich erhöhtes Blutungsrisiko
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Protamin → Direkte Antagonisierung von Heparin
  • Erhöhtes Blutungsrisiko (z.B. bei Operationen)
  • Allergische Reaktionen 
  • Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT)
  • Lokale Reaktion an der Injektionsstelle (z.B. Rötungen, Hämatome)
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Akutes Koronarsyndrom (RD)
  • Lungenarterienembolie (RD)
  • Antikoagulantien
Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026
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