Das Herz ist ein etwa faustgroßes, muskulöses Hohlorgan, das im Brustraum zwischen den beiden Lungen liegt und leicht nach links geneigt ist. Seine Spitze zeigt nach links unten und liegt etwa auf Höhe des 5. Zwischenrippenraums.
Als zentrale Pumpe des Kreislaufs sorgt das Herz dafür, dass Blut kontinuierlich durch den Körper und die Lunge transportiert wird. Dadurch werden die Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und Stoffwechselprodukte abtransportiert.
Im Inneren wird das Herz durch die Herzscheidewand (Septum) in eine rechte und eine linke Hälfte getrennt. Jede Hälfte besteht aus einem Vorhof und einer Kammer, sodass das Herz insgesamt vier Innenräume besitzt. Das Herzskelett aus festem Bindegewebe trennt zusätzlich Vorhöfe und Kammern voneinander.
Thoraxhöhle im Mediastinum zwischen den beiden Lungenflügeln
In der Regel nach links geneigt, die Herzspitze ist auf Höhe des 5. Interkostalraums der linken Brustwand
Größe: 250 bis 500 g, im Durchschnitt bei 300 g, etwa faustgroß
Form: kegelförmig, nach unten spitzer werdend
Herzspitze zeigt nach links unten
Herzbasis zeigt nach rechts oben
Funktion: Das Herz ist ein muskulöses Hohlorgan, das als zentrale Pumpe des Kreislaufs fungiert. Es ist verantwortlich für das Pumpen von Blut durch das gesamte Gefäßsystem des Körpers, wodurch Sauerstoff, Nährstoffe und Abfallprodukte zu und von den Zellen transportiert werden
Damit das Herz seine Pumpfunktion erfüllen kann, ist es als Hohlmuskel aufgebaut und besitzt einen Innenraum. Dieser wird durch zwei Strukturen unterteilt:
Herzskelett
Herzscheidewand (Septum):
Verläuft von oben nach unten
Teilt das Herz in eine rechte und eine linke Hälfte
Herzskelett:
Besteht aus festem Bindegewebe und trennt jede Herzhälfte in Vorhof und Kammer
Hier sind die Herzklappen befestigt
Wichtig für die Erregungsleitung
Das Herz besitzt vier Innenräume:
2 Vorhöfe (rechts, links)
2 Kammern (rechts, links)
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Vorhöfe (Atrien)
Merke
Die Vorhöfe nehmen Blut aus den Gefäßen auf und leiten es in die Kammern weiter
Das Vorhofseptum trennt rechten und linken Vorhof, damit sich sauerstoffarmes und -reiches Blut nicht vermischen
Vor der Geburt besteht eine Verbindung (Foramen ovale)
Diese schließt sich normalerweise nach der Geburt
Info
Klinischer Ausblick: Vorhofseptumdefekt
Bei etwa 10 % der Menschen verschließt sich das Foramen ovale nach der Geburt nicht vollständig. Es bleibt ein Vorhofseptumdefekt, sodass Blut zwischen den beiden Vorhöfen fließen kann.
Kleine Defekte → meist keine Beschwerden
große Defekte → Belastungsdyspnoe, Leistungsminderung
Herzohren:
Beide Vorhöfe besitzen kleine Ausstülpungen, die Herzohren
Überreste der Herzentwicklung → nur eine geringe Bedeutung für den Blutfluss
Im Inneren (Endokard) werden jedoch die Hormone ANP und BNP gebildet → beteiligt an der Blutdruckregulation
Tipp
An den Herzohren finden insbesondere bei Vorhofflimmern oft Verwirbelungen statt, die Blutgerinnsel verursachen können. Werden diese Blutkoagel in den Körperkreislauf gespült, können sie Schlaganfälle verursachen.
Zuflüsse der Vorhöfe:
Die Vorhöfe unterscheiden sich hinsichtlich der einmündenden Gefäße und der Verbindung zu den Herzkammern.
Vorhof
Zufluss des Blutes
Verbindung zur Kammer
Rechter Vorhof
Obere Hohlvene (Vena cava superior): Leitet Blut aus dem Kopf, den Armen und dem oberen Rumpf
Untere Hohlvene (Vena cava inferior): Führt Blut aus dem unteren Teil des Körpers (Beine, Bauch und Becken) heran
Koronarsinus (Sinus coronarius): Sammelt sauerstoffarmes Blut, das aus dem Herzmuskel selbst stammt
Trikuspidalklappe
Linker Vorhof
Sauerstoffreiches Blut aus den Lungen über die Lungenvenen (Vv. pulmonales dextrae und sinistrae)
Mitralklappe (Bikuspidalklappe)
linker Vorhofrechter Vorhof + Kammer
Kammern (Ventrikel)
Merke
Die Herzkammern werden auch Ventrikel genannt und sind die Pumpkammern des Herzens
Linke Kammer:
Pumpt sauerstoffreiches Blut über die Aorta in den Körper
Dafür ist ihre Wand mit 10–12 mm deutlich dicker, da ein hoherDruck benötigt wird
Rechte Kammer:
Pumpt das Blut über den Truncus pulmonalis in die Lunge
Hier herrscht ein niedrigerer Druck, daher ist die Wand mit 3–4 mm dünner
Beide Kammern sind durch das Kammerseptumvoneinandergetrennt
Achtung
Die rechteHerzkammer pumpt Blut zur Lunge, die linkeHerzkammer versorgt den Körperkreislauf.
linker Venrikelrechter Ventrikel
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Merke
Das Herz besitzt 4 Herzklappen, wobei man zwischen Segelklappen und Taschenklappen unterscheidet. Sie sorgen für einen gerichteten Blutfluss.
Segelklappen:
Definition
Die Segelklappen (Atrioventrikularklappen) befinden sich zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern
Trikuspidalklappe: zwischen rechtem Vorhof und rechter Kammer → 3 Segel
Bikuspidalklappe (Mitralklappe): zwischen linkem Vorhof und linker Kammer → 2 Segel
Die Segelklappen sind über Sehnenfäden mit den Papillarmuskeln verbunden, welche die Öffnung und Schließung der Klappen steuern
Sehnenfäden und Papillarmuskeln
Info
Der Name Mitralklappe rührt daher, dass die zwei Segel, der Bikuspidalklappe aussehen wie der Hut eines Bischofs, eine sogenannte Mitra.
Taschenklappen:
Definition
Die Taschenklappen (Semilunarklappen) liegen zwischen den Ventrikeln und dem Truncus pulmonalis oder der Aorta. Sie bestehen jeweils aus 3 kleinen Klappen
Pulmonalklappe: befindet sich zwischen der rechten Herzkammer und dem Truncus pulmonalis
Aortenklappe: befindet sich zwischen der linken Herzkammer und der Aorta
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Merke
Die Herzwand besteht aus drei Schichten, die von innen nach außen angeordnet sind:
Endokard (Innenhaut)
Myokard (Muskelschicht)
Epikard (Außenhaut)
Endokard
Kleidet das Herzinnenleben aus und setzt sich in den herznahen Gefäßen fort
Ermöglicht durch seine glatteOberfläche einen reibungsarmenBlutfluss
Zwischen Endokard und Myokard liegt die subendokardialeSchicht mit Gefäßen, Nerven und Purkinje-Fasern
Segel- und Taschenklappen sind Teile des Endokards
Myokard
Dickste Schicht der Herzwand
Herzmuskelschicht aus speziellenKardiomyozyten
Die Herzmuskelzellen sind über Glanzstreifen miteinander verbunden
Über sogenannte Gap Junctions stehen sie in direktem Austausch und können elektrische Signale weiterleiten
Die Durchblutung erfolgt in der Diastole über epikardiale/myokardiale Arteriolen
Funktion: koordinierte Kontraktion zur Blutbeförderung
Info
Unterschiedliche Muskelstärke
Im Herzen herrschen unterschiedlicheDruckverhältnisse. Daher ist die Muskelstärke verschieden stark ausgeprägt.
Die linke Kammer hat die dickste Muskelschicht
Die rechte Kammer ist dünner
Die Vorhöfe haben die dünnste Muskelschicht
Epikard
ViszeralesBlatt des Herzbeutels, liegt dem Myokard außen an
Aufbau (von innen nach außen):
Bindegewebsschicht → fettreich
Mesothelzellschicht → einschichtig und glatt
Funktion:
Reduziert Reibung der Herzoberfläche im Herzbeutel
Elastische AnpassunganVolumenänderungen des Herzens
Herzwand (Histologie)
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Merke
Der Herzbeutel umgibt das Herz und schützt es vor mechanischenEinwirkungen wie Stößen und Überdehnung. Die seröseFlüssigkeit innerhalb der Perikardhöhle dient als Schmiermittel, das die Reibung zwischen Herz und Perikard bei jedem Herzschlag minimiert.
Der Herzbeutel besteht aus zwei Anteilen:
Fibröses Perikard (äußere Schicht des Herzbeutels):
Besteht aus kollagenem Bindegewebe, geringe Elastizität
Schützt das Herz mechanisch und verankert es im Mediastinum
Das fibröse Perikard ist mit dem Zwerchfell verbunden
Seröses Perikard (unterhalb des fibrösen Perikards):
Liegt unterhalb des fibrösen Perikards
Elastisch und passt sich der Oberfläche an
Perikardhöhle (Cavitas pericardiaca):
Kleiner Spaltraum zwischen der Lamina visceralis und Lamina parietalis
Mit ca. 10 bis 15 ml seröser Flüssigkeit gefüllt
Dient der reibungsfreienBewegung des Herzens
Herzbeutel (Ansicht von ventral)
Tipp
Klinischer Ausblick: Perikarderguss
Ein Perikarderguss bezeichnet eine Flüssigkeitsansammlung in der Perikardhöhle, die über die normale Menge hinausgeht. Während kleineErgüsse meist keineBeschwerden verursachen, können größereMengen das Herz im Herzbeutel einengen. Dadurch wird die Herzfunktionbeeinträchtigt und das Herz kann nicht mehr ausreichend Blut auswerfen. Dieser lebensbedrohlicheZustand wird als Herzbeuteltamponade (Perikardtamponade) bezeichnet.
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Der Herzmuskel benötigt sauerstoffreiches Blut, um zu überleben
Das sauerstoffreiche Blut erhält das Herz von den Koronararterien (das Blut im Herzen kann aufgrund des Endokards nicht in die Herzmuskelzellen diffundieren)
Unmittelbar oberhalb der Aortenklappe entspringen aus dem Sinus valsalvae der Aorta die beiden Hauptkoronararterien:
Rechte Koronaraterie: A. coronaria dextra (RCA = right coronary artery)
Linke Koronararterie (LCA = left coronary artery)
Die Koronararterien verzweigen sich weiter in kleinere Arterien, die den gesamten Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen
Gefäß
Verlauf
Wichtige Äste
Versorgungsgebiet (Normalvesorgungstyp)
rechte Herzkranzarterie
verläuft rechts um das Herz bis zur Hinterseite
R. interventricularis posterior (RIP) → Hinterwand & Septum
rechter Vorhof
rechter Ventrikel
Sinusknoten
AV-Knoten
Teile der Hinterwand des linken Ventrikels
kleiner hinterer Teil des Kammerseptums
linke Herzkranzarterie
verläuft hinter der Lungenschlagader und teilt sich
RIVA (LAD) → Vorderwand & Septum
RCX → Seiten- & Hinterwand
linker Vorhof
linker Ventrikel
große Teile des Kammerseptums (vorderer Teil)
Anteile der Vorderwand des rechten Ventrikels
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Das sauerstoffarme Blut gelangt aus dem Körper in den rechtenVorhof und fließt von dort durch die Trikuspidalklappe in die rechte Kammer. Diese pumpt es über die Pulmonalklappe in die Lunge, wo der Gasaustausch stattfindet.
Das nun sauerstoffreicheBlut fließt anschließend über die Lungenvenen in den linkenVorhof und gelangt durch die Mitralklappe in die linke Kammer. Von dort wird es durch die Aortenklappe in die Aorta gepumpt und im Körper verteilt.
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Allgemeiner Aufbau und Funktion:
Merke
Steckbrief: Herz
Lage:
Thoraxhöhle im Mediastinum zwischen den beiden Lungenflügeln
In der Regel nach links geneigt, die Herzspitze ist auf Höhe des 5. Interkostalraums der linken Brustwand
Größe: 250 bis 500 g, im Durchschnitt bei 300 g, etwa faustgroß
Form: kegelförmig, nach unten spitzer werdend
Herzspitze zeigt nach links unten
Herzbasis zeigt nach rechts oben
Funktion: Das Herz ist ein muskulöses Hohlorgan, das als zentrale Pumpe des Kreislaufs fungiert. Es ist verantwortlich für das Pumpen von Blut durch das gesamte Gefäßsystem des Körpers, wodurch Sauerstoff, Nährstoffe und Abfallprodukte zu und von den Zellen transportiert werden
Herzscheidewand (Septum):
Verläuft von oben nach unten
Teilt das Herz in eine rechte und eine linke Hälfte
Herzskelett:
Besteht aus festem Bindegewebe und trennt jede Herzhälfte in Vorhof und Kammer
Hier sind die Herzklappen befestigt
Wichtig für die Erregungsleitung
Das Herz besitzt vier Innenräume:
2 Vorhöfe (rechts, links) → nehmen Blut aus den Gefäßen auf und leiten es in die Kammern weiter
2 Kammern (rechts, links)
Innenräume:
Vorhöfe:
Vorhof
Zufluss des Blutes
Verbindung zur Kammer
Rechter Vorhof
Obere Hohlvene (Vena cava superior): Leitet Blut aus dem Kopf, den Armen und dem oberen Rumpf
Untere Hohlvene (Vena cava inferior): Führt Blut aus dem unteren Teil des Körpers (Beine, Bauch und Becken) heran
Koronarsinus (Sinus coronarius): Sammelt sauerstoffarmes Blut, das aus dem Herzmuskel selbst stammt
Trikuspidalklappe
Linker Vorhof
Sauerstoffreiches Blut aus den Lungen über die Lungenvenen (Vv. pulmonales dextrae und sinistrae)
Mitralklappe (Bikuspidalklappe)
Linke Kammer:
Pumpt sauerstoffreiches Blut über die Aorta in den Körper
Dafür ist ihre Wand mit 10–12 mm deutlich dicker, da ein hoherDruck benötigt wird
Rechte Kammer:
Pumpt das Blut über den Truncus pulmonalis in die Lunge
Hier herrscht ein niedrigerer Druck, daher ist die Wand mit 3–4 mm dünner
Beide Kammern sind durch das Kammerseptumvoneinandergetrennt
Herzklappen:
Merke
Das Herz besitzt 4 Herzklappen, wobei man zwischen Segelklappen und Taschenklappen unterscheidet. Sie sorgen für einen gerichteten Blutfluss.
Segelklappen:
Trikuspidalklappe: zwischen rechtem Vorhof und rechter Kammer → 3 Segel
Bikuspidalklappe (Mitralklappe): zwischen linkem Vorhof und linker Kammer → 2 Segel
Taschenklappen:
Pulmonalklappe: befindet sich zwischen der rechten Herzkammer und dem Truncus pulmonalis
Aortenklappe: befindet sich zwischen der linken Herzkammer und der Aorta
Aufbau der Herzwand:
Merke
Die Herzwand besteht aus drei Schichten, die von innen nach außen angeordnet sind:
Endokard (Innenhaut)
Myokard (Muskelschicht)
Epikard (Außenhaut)
Herzbeutel:
Merke
Der Herzbeutel umgibt das Herz und schützt es vor mechanischenEinwirkungen wie Stößen und Überdehnung. Die seröseFlüssigkeit innerhalb der Perikardhöhle dient als Schmiermittel, das die Reibung zwischen Herz und Perikard bei jedem Herzschlag minimiert.
Koronararterien:
Der Herzmuskel benötigt sauerstoffreiches Blut, um zu überleben
Das sauerstoffreiche Blut erhält das Herz von den Koronararterien (das Blut im Herzen kann aufgrund des Endokards nicht in die Herzmuskelzellen diffundieren)
Unmittelbar oberhalb der Aortenklappe entspringen aus dem Sinus valsalvae der Aorta die beiden Hauptkoronararterien:
Rechte Koronaraterie: A. coronaria dextra (RCA = right coronary artery)
Linke Koronararterie (LCA = left coronary artery)
Die Koronararterien verzweigen sich weiter in kleinere Arterien, die den gesamten Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen
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Wenn ihr mehrwissen möchtet, empfehlen wir euch die verlinktenArtikel aus der Vorklinik.
Herz (Cor)
Herzbeutel (Pericardium)
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