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Hörbahn

EP
4 Minuten Lesezeit

Start am Corti-Organ

  • Das Corti-Organ im Innenohr wandelt Schallwellen in elektrische Signale um
  • Der Hörnerv (Nervus cochlearis) leitet diese Signale weiter. Er ist synaptisch mit der Basis der Sinneszellen verbunden 

1. Neuron: Ganglion spirale cochleae 

  • Die Perikarya (Zellkörper) des ersten Neurons befinden sich im Ganglion spirale, das im Modiolus der Cochlea liegt 

2. Neuron: Nuclei cochleares im Hirnstamm

  • Nach Eintritt in den Hirnstamm teilt sich der Hörnerv in mehrere Bahnen, die in den Nuclei cochleares enden 

Pfade der Hörbahn 

  • Direkte Hörbahn: Einige Nervenfasern verlaufen direkt zum Colliculus inferior der gleichen Seite (ipsilateral)
  • Indirekte Hörbahn (Corpus trapezoideum): Die Mehrheit der Fasern bildet das Corpus trapezoideum und wird teilweise im oberen Olivenkernkomplex umgeschaltet, bevor sie zum Colliculus inferior auf der gegenüberliegenden Seite (kontralateral) kreuzen 

3. Neuron: Colliculus inferior 

  • Die Fasern ziehen als Lemniscus lateralis zum Colliculus inferior. Einige Fasern kreuzen erneut zur Gegenseite 

4. und 5. Neuron: Corpus geniculatum mediale 

  • Über das Brachium colliculi inferioris laufen die Fasern weiter zum Corpus geniculatum mediale im Thalamus 
Hörbahn

Primäre Hörrinde:

Die primäre Hörrinde ist lokalisiert in den Heschl-Querwindungen (Gyri temporales transversi) und fällt unter das Brodmann-Areal 41. Ihre Hauptaufgabe besteht in der genauen Analyse der Grundkomponenten von Klängen, wie Frequenz und Lautstärke. Durch ihre tonotope Organisation, bei der ähnliche Frequenzen räumlich gruppiert werden, ermöglicht sie eine feine Frequenzdiskriminierung.

Sekundäre Hörrinde:

Die sekundäre Hörrinde umfasst die Bereiche des Brodmann-Areals 42 und Teile von Areal 22 und liegt im Gyrus temporalis superior, angrenzend an die primäre Hörrinde. Sie ist zuständig für die weiterführende Interpretation von Klängen, indem sie auditive Informationen mit bereits gespeicherten Erinnerungen, Sprache und emotionalen Bewertungen verknüpft. Dieser Bereich ist essenziell für das Verständnis von Sprache, die Erkennung von Musik und die Zuordnung von Bedeutung zu Geräuschen unserer Umgebung. Durch ihre Verbindungen zu anderen Gehirnarealen unterstützt die sekundäre Hörrinde auch die Kombination und Bewertung von auditiven Signalen mit Informationen anderer Sinnessysteme, was eine multimodale Wahrnehmung und Interpretation ermöglicht.

Richtungshören bedeutet, dass wir erkennen können, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Voraussetzung dafür ist das beidohrige Hören (binaurales Hören). Im zentralen Hörsystem gibt es wichtige Schaltstellen wie den Nucleus olivaris superior und die Colliculi inferiores, die Informationen von beiden Ohren erhalten. Diese Bereiche vergleichen die Muster der Nervensignale, die von beiden Ohren kommen.

Wichtige Mechanismen mit denen das Gehirn die Richtung eines Geräusches ermittelt:

  • Laufzeitdifferenz: Das Geräusch erreicht ein Ohr ein wenig früher als das andere. Diese kleine Zeitdifferenz hilft dem Gehirn zu bestimmen, aus welcher Richtung das Geräusch kommt
  • Morphologie der Ohrmuschel: Unsere Ohrmuscheln verzerren ankommende Schallsignale je nach Einfallsrichtung unterschiedlich. Das Gehirn erkennt diese Verzerrungen und nutzt sie, um die Richtung des Geräuschs zu bestimmen

Dank dieser Mechanismen ist unser Richtungshören sehr empfindlich. Wir können bereits eine minimale Abweichung einer Schallquelle von nur 1 Grad erkennen.

Zuletzt aktualisiert am 13.07.2026
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