Hydroxocobalamin ist ein Antidot bei Cyanidvergiftungen und wirkt als Komplexbildner.
Es bindet freie Cyanid-Ionen im Blut und bildet daraus Cyanocobalamin (Vitamin B12). Der entstehende Komplex ist nicht toxisch und wird renal ausgeschieden, wodurch die Blockade der mitochondrialen Zellatmung aufgehoben wird und die aerobe Energiegewinnung der Zellen wieder möglich ist.
Indiziert ist Hydroxocobalamin insbesondere bei Cyanidvergiftung sowie bei Rauchgasintoxikation mit Verdacht auf Cyanidexposition. Im Notfall bestehen keine absoluten Kontraindikationen.
Hydroxocobalamin ist mit vielen Notfallmedikamenten inkompatibel (z. B. Esketamin, Atropin, Midazolam, Fentanyl, Propofol), weshalb die Applikation über einen separaten venösen Zugang erfolgen muss.
Typische Nebenwirkungen sind rötliche Verfärbung von Haut, Schleimhäuten und Urin, Tachykardie, Unruhe, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sowie allergische Reaktionen. Zusätzlich können Laborwerte (z. B. Kreatinin, Bilirubin oder CO-Oximetrie) vorübergehend verfälscht werden.
Fachinformation: Hydroxocobalamin 5 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung, Stand: 11/2018

