EineHyperventilation beschreibt eine vertiefte und beschleunigte Atmung. Häufig wird sie durch psychische Faktoren ausgelöst, sie kann jedoch auch Ausdruck organischer Erkrankungen sein. Daher sind eine sorgfältige Anamnese und Diagnostik unerlässlich.
Geht die Hyperventilation mit Bewusstlosigkeit, Fieber oder Schmerzen einher, handelt es sich um eine akute Situation mit Handlungsbedarf.
Wichtige Symptome einer Hyperventilationstetanie sind eine vertiefte und beschleunigte Atmung, Kribbelparästhesien in Händen, Füßen und Gesicht, sowie einer spezifischen Handhaltung, der "Pfötchenstellung". Zudem tritt sie überwiegend in Kombination mit einer Panikattacke oder einem eindeutig erkennbaren, psychogenen Auslöser auf.
Behandelt werden die primären Ursachen der Hyperventilation, bei psychogenen Ursachen kann Beruhigung und eine Anleitung zur Rückatmung helfen.
Um den Einstieg in das Thema Hyperventilation etwas zu erleichtern, wird im Folgenden ein Fall beschrieben, wie er sich präklinisch ereignen könnte.
Das Szenario
Einsatzmeldung:
Stichwort: Plötzliche Atemnot
Ort: Einfamilienhaus,
Alarmzeit: 10:42 Uhr
Anrufer:in: Mutter vor Ort
Anzahl der betroffenen Personen: 1
Zusatzinfo:
15-jähriger, männlicher Patient
Akut aufgetretene Atemnot
Zunehmende Panik
Lageeinweisung vor Ort:
Beim Eintreffen des Rettungsdienstes steht eine Angehörige vor dem Wohnhaus und weist euch den Weg in die Wohnung.
Die Lage ist wie folgt:
Der Patient sitzt am Küchentisch und atmetauffallendschnell und tief
Bereits auf den ersten Blick wirkt er starkpanisch
Die Anruferin berichtet, dass der Patient vor etwa 20 Minuten ein Telefonat geführt habe, bei dem seine Freundin die Beziehung zu ihm beendethabe
Unmittelbardanach habe er über plötzlich einsetzende, starke Atembeschwerden geklagt
Ersteindruck nach xABCDE-Schema
Um sich einen ersten umfassenden Eindruck von einer Patientin oder einem Patienten in einer Notfallsituation zu verschaffen, bietet sich das xABCDE-Schema an. Um die Arbeit mit dem Schema zu veranschaulichen, ist hier ein xABCDE-Schema abgebildet, wie es im Falle einer Ersteinschätzung bei einer Patientin oder einem Patienten mit Hyperventilation aussehen könnte.
Es handelt sich dabei um die Befunde, die innerhalb der ersten paar Minuten erhoben werden können. Erweiterte Diagnostik und Abfragen sind natürlich von Bedeutung, jedoch würde zum Beispiel die Messung des Blutzuckers in diesem Fall hintangestellt werden und taucht zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf.
x
Keine kritischen Blutungen
A
Atemwege frei
Schleimhäute rosig
Pat. spricht selbstständig mit Atempausen
Kein A-Problem
B
Inspektorisch:
Thoraxexkursion beidseits physiologisch
Keine Halsvenenstauung sichtbar
Tachypnoe, 30/min
Auskultatorisch:
Beidseits vesikuläres Atemgeräusch
Palpatorisch:
Thorax insgesamt stabil
SpO2: 96 %
Kein B-Problem
C
Hautkolorit rosig
Recap-Zeit: unter 2 Sekunden
Große Blutungsräume ohne Zeichen auf akute Blutungen
Palpation des Pulses am Handgelenk
Rhythmisch
Gut tastbar
Tachykard, 103/min
Kein C-Problem
D
Wach, orientiert, ansprechbar
GCS 15
Öffnen der Augen: 4
Beste verbale Reaktion: 5
Beste motorische Reaktion: 6
Pupillenkontrolle:
Isokor
Mittelweit
Lichtreagibel
Kein D-Problem
E
Keine Verletzungen ersichtlich
Temperatur: 38,1 °C
Symptome:
Dyspnoe
Kribbeln in den Händen
Panik
Allergien/Infektionen: Keine bekannt
Medikamente: Weder Dauermedikation noch Akutmedikation vorhanden
Patientengeschichte: Keine Vorerkrankungen bekannt
Letzte Mahlzeit: Vor 2 Stunden
Ereignis:
Zunehmende Atemnot und Panik nach Telefonat mit Freundin
Risikofaktoren: keine
Mittelbares E-Problem
Achtung
Das hier gezeigte Assessment vermittelt nur einen exemplarischen ersten Eindruck von einer Patientin oder einem Patienten. Im Verlauf der Behandlung müssen weitere Maßnahmen ergriffen und Informationen gesammelt werden. Das Schema erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll lediglich einen praktischen Einstieg in das Thema ermöglichen.
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Definition
Die Hyperventilation beschreibt eine schnelle und vertiefte Atmung, mit welcher ein erhöhtes Atemminutenvolumen einhergeht. Es handelt sich um eine Tachypnoe, mit einer vermehrten Abgabe von Kohlenstoffdioxid. Ursächlich sind meist psychische Gründe, allerdings kann es auch andere neurologische oder metabolische Ursachen geben.
Durch den Verlust von Kohlenstoffdioxid kommt es zu Verschiebungen im Säure/Basen-Haushalt, die verschiedene Probleme nach sich ziehen können.
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Die Auslöser einer Hyperventilation können sehr unterschiedlich sein.
Aufgrund dieser verschiedenen Ursachen ist eine gründliche Untersuchung und Ursachenforschung wichtig.
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Merke
Reminder: Physiologische Grundlagen
Bei der Atmung findet ein Gastaustausch zwischen Organismus und Umwelt statt
Die Atemregulation wird vom Atemzentrum in der Medulla oblongata (=verlängertes Mark) gesteuert
Der stärkste Atemantrieb unter normalen Bedingungen ist ein erhöhter Partialdruck von Kohlenstoffdioxid
Der Gasaustausch findet in den Alveolen der Lunge statt
Unsere Atemluft besteht aus 78 % Stickstoff, 21 % Sauerstoff und 0,03 % Kohlenstoffdioxid
Unsere Ausatemluft besteht aus 78 % Stickstoff, 17 % Sauerstoff und 4 % Kohlenstoffdioxid
Säure-Basen-Haushalt wird teilweise durch die Lunge reguliert (HCO3-/CO2), um den pH-Wert des Körpers im Gleichgewicht zu halten
Hyperventilation führt zu einer Abnahme der Kohlenstoffdioxidkonzentration → Alkalose
Hypoventilation führt zu einer Zunahme der Kohlenstoffdioxidkonzentration → Azidose
Bei psychisch bedingter Hyperventilation (z.B. in Angst- oder Stresssituationen) kommt es zur Aktivierung des Sympathikus als Teil der akuten Stressreaktion.
Folgende Mechanismen treten auf:
Steigerung von Atemfrequenz und Atemtiefe → Erhöhung des Atemminutenvolumens
Vermehrte Abatmung von CO₂ → Abfall des arteriellen pCO₂
Entwicklung einer respiratorischen Alkalose
Auswirkungen auf den Säure-Basen- und Elektrolythaushalt:
Alkalose führt zu vermehrter Bindung von Calcium an Plasmaproteine
Abnahme des freien (ionisierten) Calciums → relative Hypokalzämie
Klinische Konsequenzen:
Parästhesien (v.a. perioral und an den Händen)
Neuromuskuläre Erregbarkeit (z.B. Tetanie)
Zunahme von Angst und Panik → Verstärkung der Hyperventilation (positiver Rückkopplungsmechanismus)
Merke
Zusammenfassung: Die kritischen Probleme bei einer Hyperventilation
Respiratorische Alkalose
Hypokalzämie
Hyperventilationstetanie
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Typische Zeichen
Vertiefte, beschleunigte Atmung
Panisches, unruhiges Verhalten
Parästhesien/Kribbeln der Hände und im Gesicht
„Pfötchenstellung“ der Hände durch Verkrampfungen
Generalisierte Zeichen
Engegefühl in der Brust
Kopfschmerzen
Schwindel
Synkope
Evtl. Krampfanfälle
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Merke
Anamnese und körperliche Untersuchung im Fokus
Die Diagnose einer Hyperventilationstetanie wird durch die Anamnese und körperliche Untersuchung gestellt.
Da eine Hyperventilation auch Ursachen nicht psychischer Genese haben kann, ist eine sorgfältige Differenzialdiagnostik wichtig und die Vermeidung von Fixierungsfehlern sollte im Vordergrund stehen.
Anamnese
Aktuelle Anamnese:
S (Symptome): Dyspnoe, Tachypnoe
A (Allergien, Infektionen): Keine
M (Medikation): Keine
P (Patientengeschichte): Freundin hat soeben Beziehung beendet
L (Letzte…)
E (Ereignis): Psychisches Ereignis
R (Risiko): Keine Risikofaktoren
S (Schwangerschaft) /
Tipp
Nutze Schemata
Um die Anamnese strukturiert durchzuführen, bietet es sich an, Schemata, wie das SAMPLERS oder OPQRST-Schema zu nutzen. Am obigen Beispiel haben wir Fragen und Befunde dargestellt, die bei dem Verdacht auf eine Hyperventilationstetanie abgefragt werden sollten und vorliegen könnten.
Körperliche Untersuchung
Eine Hyperventilation beruht meist auf psychischen Ursachen, dennoch ist es wichtig, keine anderen Krankheitsbilder zu übersehen.
Achtung
Besondere Vorsicht bei folgenden Begleitsymptomen
Tritt eine Tachypnoe mit vertiefter Einatmung in Kombination mit einem der folgenden Dinge auf, sollte genauer nachgeforscht werden:
Bewusstlosigkeit in Folge von Trauma kann auf eine ZNS-Schädigung hinweisen
Fieber in Kombination mit Tachypnoe kann auf eine Sepsis hindeuten
Schmerzen können ebenfalls eine reflektorische Hyperventilation auslösen
Intoxikation
Metabolische Azidose, v.a. bei Hyperglykämie
Inspektion:
„Pfötchenstellung“ der Hände durch Verkrampfungen
Auf Verletzungen im Thoraxbereich achten, die eine veränderte Atmung hervorrufen können, z.B. (Spannungs-)Pneumothorax, Rippenfrakturen
Unregelmäßige Atemmuster (z.B. bei neurologischen Schädigungen)
Definition
Hyperventilationstetanie
Dies ist ein Zustand, bei dem es durch übermäßiges, schnelles Atmen (Hyperventilation) zu Muskelkrämpfen und -zuckungen (Tetanie) kommt. Ein typisches Symptom zeigt sich in der sogenannten „Pfötchenstellung“.
Palpation:
Liegt keine organische Ursache oder ein Trauma zugrunde, ist der Palpationsbefund in der Regel unauffällig
Auskultation:
Bei einer Hyperventilation psychogener Ursache sollten vesikuläre Atemgeräusche hörbar sein → bei pathologischen Geräuschen jeder Art muss eine weitere Diagnostik erfolgen
Vitalparameter:
Tachykardie
Hypertonie
Ggf. Hypokapnie
Tipp
Eine Hyperventilation kann auch als Symptom einer Ketoazidose im Rahmen einer Hyperglykämie vorkommen. Hier riecht der Atem nach Aceton. Es handelt sich in diesem Fall meist um eine normofrequente Atmung, welche aber deutlich vertieft ist → Kußmaul-Atmung.
Der Körper nutzt diese Atmungsform, um vermehrt Kohlenstoffdioxid abzuatmen, um eine metabolische Azidose respiratorisch zu kompensieren.
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Info
Die dargestellten Maßnahmen orientieren sich an den Empfehlungen des Deutschen Berufsverbands Rettungsdienst (DBRD) und werden durch weitere spezifische, leitliniengerechte Maßnahmen ergänzt, um eine strukturierte und evidenzbasierte Versorgung von Patient:innen sicherzustellen.
Merke
Ziel: Stoppen der Hyperventilation, Beruhigung des Patienten
Das Ziel der Behandlung ist das Durchbrechen der Hyperventilation und so auch das Terminieren der physischen Begleitsymptome.
Zusammengefasst erfordert die Therapie einer Hyperventilationstetanie:
Beruhigung der betroffenen Person
Rückatmung anleiten
Parallel dazu sind Verständnis und Einfühlungsvermögen notwendig.
Info
Je nach Ausprägung einer psychogen bedingten Hyperventilation kann die Beruhigung der betroffenen Person unterschiedlichschwierig sein. Oberstes Ziel ist stets eine nichtmedikamentöse Therapie.
Basismaßnahmen
Psychische Betreuung:
Beruhigung
Auflisten von Dingen in der Gegenwart (z.B. Dinge, die man sehen, hören oder spüren kann und Konzentration darauf lenken)
„Mitatmen“ → Atemfrequenz vorgeben, um sie so zu senken
Rückatmung:
Ohne Hilfsmittel:
Die betroffene Person anleiten, beideHändevordasGesichtzuhalten, um die Frischluftzufuhr zu reduzieren → weniger beengend als der Einsatz von Hilfsmitteln
Mit Hilfsmitteln:
Der Einsatz von SauerstoffmaskenmitReservoir, Tüten oder speziellenHyperventilationsmasken ist möglich, kann jedoch als beengendempfundenwerden und die Panik verstärken → daher ist eine sorgfältigeAnleitungundAufklärung essenziell
Tipp
Bei Maßnahmen zur CO₂-Rückatmung muss regelmäßig Zugang zu Raumluft ermöglicht werden, um eine Hypoxie zu vermeiden. Diese Maßnahme sollte ausschließlich bei sicher psychogen bedingter Hyperventilation und unter Beobachtung erfolgen.
Sobald eine erste Beruhigung eintritt, kann die Maske oder Tüte intermittierend kurzzeitig abgenommen werden.
Achtung
Nicht anwenden bei unklarer Ursache, da sonst gefährliche Situationen übersehen werden können (z.B. Asthma, Lungenembolie, kardiale Probleme).
Erfolgskontrolle:
Wenn erfolgreich:
Symptomverbesserung
Leicht erkennbar an niedrigerer Atemfrequenz
Kribbelparästhesien nehmen ab
Patient:innen wieder besser kontaktierbar
Wenn nicht erfolgreich:
Verschlechterung der Symptomatik
Möglicherweise Vigilanzverschlechterung
Spezifische Maßnahmen
Info
Wenn die SymptomatiktrotzkonsequenternichtmedikamentöserMaßnahmenanhält oder eine ausreichendeBeruhigungnichterreicht werden kann, kann als letztesMittel eine medikamentöse Therapie erforderlich werden.
Tipp
Eine orale, bukkale oder nasale Applikation ist sinnvoll, da es sich um wenig invasive Applikationsformen handelt. Sie ermöglichen eine einfache und schonendeMedikamentengabe ohne zusätzlichen Stress für die betroffene Person und sind insbesondere in angespannten Situationen gut praktikabel.
Medikamentöse Behandlung (Auswahl an Medikamenten):
Lorazepam 1 mg bukkal als Schmelztablette
Midazolam:
Nasale Applikation: 5-10 mg, abhängig von Körpergewicht, Vorerkrankungen und Ausmaß der Erregung
Intravenös: 2-4 mg, abhängig von Körpergewicht, Vorerkrankungen und Ausmaß der Erregung
Diazepam 2,5 mg i.v., langsam verabreichen, ggf. erneute Gabe erwägen
Achtung
Liegt im Zusammenhang mit diesem psychischen Ausnahmezustand eine Eigen- und/oder Fremdgefährdung vor, ist ggf. das Hinzuziehen der Polizei erforderlich.
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Beim Transport sollte man auf mehrere Dinge achten, um dem Betroffenen möglichst wenig zusätzlich aufregende Stimuli zu geben.
Patient:innen nicht alleine lassen
Aufmerksamkeit schenken
Angenehme Lagerung: aufrechter Oberkörper, um Atmung zu erleichtern
Auf Bedürfnisse eingehen
Licht dimmen
Achtung
Bei Eigen- und oder Fremdgefährdung → ggf. Transport mit Polizeibegleitung
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Zur Zusammenfassung hier die Hard Facts, die bei der Examensvorbereitung oder im Einsatz helfen können:
Definition:
Definition
Die Hyperventilation beschreibt eine schnelle und vertiefte Atmung, mit welcher ein erhöhtes Atemminutenvolumen einhergeht. Es handelt sich um eine Tachypnoe, mit einer vermehrten Abgabe von Kohlenstoffdioxid. Ursächlich sind meist psychische Gründe, allerdings kann es auch andere neurologische oder metabolische Ursachen geben.
Durch den Verlust von Kohlenstoffdioxid kommt es zu Verschiebungen im Säure/Basen-Haushalt, die verschiedene Probleme nach sich ziehen können.
Ursachen:
Psychische Gründe
Akute Erkrankungen (z.B metabolische Ursachen, Schädigungen des ZNS)
Pathophysiologie:
Bei psychisch bedingter Hyperventilation (z.B. in Angst- oder Stresssituationen) kommt es zur Aktivierung des Sympathikus als Teil der akuten Stressreaktion.
Folgende Mechanismen treten auf:
Steigerung von Atemfrequenz und Atemtiefe → Erhöhung des Atemminutenvolumens
Vermehrte Abatmung von CO₂ → Abfall des arteriellen pCO₂
Entwicklung einer respiratorischen Alkalose
Auswirkungen auf den Säure-Basen- und Elektrolythaushalt:
Alkalose führt zu vermehrter Bindung von Calcium an Plasmaproteine
Abnahme des freien (ionisierten) Calciums → relative Hypokalzämie
Klinische Konsequenzen:
Parästhesien (v.a. perioral und an den Händen)
Neuromuskuläre Erregbarkeit (z.B. Tetanie)
Zunahme von Angst und Panik → Verstärkung der Hyperventilation (positiver Rückkopplungsmechanismus)
Symptome:
Tiefe, schnelle Atmung
Kribbelparästhesien in Händen/Füßen/Gesicht
Krämpfe der Extremitäten, “Pfötchenstellung”
Diagnostik:
Achtung
Besondere Vorsicht bei folgenden Begleitsymptomen
Tritt eine Tachypnoe mit vertiefter Einatmung in Kombination mit einem der folgenden Dinge auf, sollte genauer nachgeforscht werden:
Bewusstlosigkeit in Folge von Trauma kann auf eine ZNS-Schädigung hinweisen
Fieber in Kombination mit Tachypnoe kann auf eine Sepsis hindeuten
Schmerzen können ebenfalls eine reflektorische Hyperventilation auslösen
Intoxikation
Metabolische Azidose, v.a. bei Hyperglykämie
Therapie:
Psychische Unterstützung
Zu langsamer Atmung anregen
Rückatmung mit oder ohne Hilfsmittel
Ggf. Sedierung
Transport:
Beim Transport sollte man auf mehrere Dinge achten, um dem Betroffenen möglichst wenig zusätzlich aufregende Stimuli zu geben.
Patient:innen nicht alleine lassen
Aufmerksamkeit schenken
Angenehme Lagerung: aufrechter Oberkörper, um Atmung zu erleichtern
Auf Bedürfnisse eingehen
Licht dimmen
Achtung
Bei Eigen- und oder Fremdgefährdung → ggf. Transport mit Polizeibegleitung
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Wenn ihr mehrInformationen und weiteretherapeutischeMaßnahmen erfahren möchtet, empfehlen wir euch die verlinktenArtikel aus dem klinischenBereich.
BGA-Auswertung
BGA-Fallbeispiel 10
BGA-Fallbeispiel 17
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LPN - Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin: Patientenversorgung und spezielle Notfallmedizin S+K, 6. Auflage. ISBN: 978-3-96461-011-9
Repetitorium Notfallmedizin: Zur Vorbereitung auf die Prüfung "Notfallmedizin" Springer, 3. Auflage. ISBN: 978-3-642-20815-7
Herold, G.: Innere Medizin. De Gruyter, 2023. ISBN: 978-3-111-07830-4
DBRD - Deutscher Berufsverband Rettungsdienst e.V., Musteralgorithmen 2026, Version 11, Stand: 27.02.2026
Zuletzt aktualisiert am 14.07.2026
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