Die Immobilisation von Patient:innen ist eine zentraleMaßnahme im Rettungsdienst, um weitereVerletzungenzuverhindern und Schmerzenzureduzieren. Sie dient der StabilisierungverletzterKörperregionen, der Schonung von Strukturen wie Knochen, Muskeln, Sehnen und Bändern sowie dem Schutz empfindlicher Organe, insbesondere des Rückenmarks und des Gehirns.
Je nach Verletzungsort, Schweregrad und Einsatzsituation stehen unterschiedlicheHilfsmittel zur Verfügung, von einfachen Dreieckstüchern bis hin zu spezialisierten Systemen wie Vakuummatratzen oder Beckenschlingen. Auszubildende zu Notfallsanitäter:innen sollten die Funktionsweise, Anwendungsgebiete und Grenzen der einzelnen Geräte kennen, um im Einsatzschnellundzielgerichtet entscheiden zu können. Die Auswahl des richtigen Immobilisationsmittels hängt dabei nicht nur von der medizinischen Indikation, sondern auch von praktischen Faktoren wie dem Transportweg, den Platzverhältnissen und den verfügbaren Ressourcen ab.
Ziel dieses Artikels ist es, die gängigen Immobilisationsmöglichkeitenpraxisnahvorzustellen und in einen logischen Ablauf einzuordnen, wie er auch in realen Einsatzszenarien vorkommt. So erhältst du eine klare Orientierung darüber, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, von der Sicherung der Halswirbelsäule über die Ganzkörperimmobilisation bis hin zur Stabilisierung einzelner Extremitäten.
Immobilisation der Wirbelsäule
Achtung
Kommunikation
Jeder Schritt und jede Maßnahme muss den Patientinnen und Patienten kommuniziert werden. Dies senkt die Angst vor den getroffenen Maßnahmen und hilft bei der Compliance der Patient:innen.
Zervikalstütze
Synonyme: Halskrause, Stifneck®️
Indikation:
Verdacht auf HWS-Trauma:
NEXUS-Kriterien: Druckschmerz über der Mittellinie der HWS, fokales neurologisches Defizit, verminderte Vigilanz, Hinweis auf Intoxikation, ablenkende schmerzhafte Verletzung
Es wird nicht mehr standardmäßigjeder Patient / jede Patientin immobilisiert. Beachte die NEXUS-Kriterien und die Canadian C-Spine Rule, aus denen sich die Indikation für eine Wirbelsäulenimmobilisation ergibt. Außerdem wird nichtnurdieHalswirbelsäuleisoliertimmobilisiert, da die Zervikalstütze nur den oberen Teil der HWS immobilisiert.
Kontraindikation:
Schädel-Hirn-Trauma mit möglichem Anstieg des intrakraniellen Drucks (ICP) → aufgrund der angelegten Zervikalstütze und ggf. reduziertem venösem Fluss aus den Halsgefäßen
Verletzungen, die eine Anlage nicht möglich machen → manuelle Inline Stabilisierung
Durchführung:
Beurteilung nach NEXUS und Canadian-C-Spine-Rule → Indikation für Zervikalstütze feststellen
Manuelle Inline-Stabilisierung (MILS) durchführen
Individuelle Anpassung der Zervikalstütze:
Mit einer Hand (Anzahl der Finger) den Abstand von Kinn zur Schulter messen
Hand an der Markierung der Zervikalstütze anlegen und auf entsprechende Höhe einstellen (je nach Hersteller unterschiedliche Einstellbarkeit)
Fixierung der Höhe
Anbringen der Zervikalstütze:
Zervikalstütze in eine Hand nehmen, sodass mit dieser in einer Art „Würgegriff“, diese frontal an den Patienten / die Patientin angelegt werden kann
Mit der zweiten Hand die Zervikalstütze hinter dem Hals entlang führen und mit dem Klettverschluss entsprechend fest verschließen
Patient:in muss den Mund öffnen können, aber keine Nickbewegung durchführen können
Manuelle Inline-Stabilisierung wird erst nach entsprechender Ganzkörperimmobilisation (mit zusätzlicher Kopffixierung) gelöst
Immobilisation und achsengerechte Rettung bei Wirbelsäulenverletzungen → Reduktion der Rotationsbewegung der Wirbelsäule bei Befreiung aus einem Fahrzeug
Kontraindikation:
Lebensbedrohliche Zustände, die eine schnelle Rettung benötigen
Schwangere ab dem 2. Trimenon → Rettungskorsett übt Druck auf den Bauch aus
Verletzungen von Beinen oder Becken
Bewusstlosigkeit
Durchführung:
Vorbereitung:
Zervikalstütze anlegen
Fahrtrage und Vakuummatratze vorbereiten
Rettungskorsett mit allen Gurten und Kopfpolster bereitlegen
Anlegen:
Rettungskorsett hinter dem Rücken der sitzenden Person positionieren
Fixierung der Gurte:
Mittlerer Gurt
Unterer Gurt
Oberer Gurt
Beingurte
Kopfpolster zwischen Hinterkopf und Rettungskorsett legen → Kopffixierung mit Stirn- und Kinnband
Kontrolle auf festen Sitz!
Schonende Befreiung aus dem Fahrzeug → Rückenlagerung auf Fahrtrage → idealerweise in Kombination mit einer Vakuummatratze
Tipp
Die Gurte können am besten durch Sägebewegungen unter der Patientin oder dem Patienten hindurchgeführt werden. Dabei wird nicht ruckartig Zug aufgebaut, sondern vielmehr viele kleine Bewegungen vor und zurück durchgeführt, um den Gurt auch gegen Widerstand zu bewegen.
Benötigtes Material:
Rettungskorsett
Zervikalstütze
Vakuummatratze
Ggf. mit Spineboard oder Kombinationsgerät ergänzen
Alternativen:
Spineboard / Kombinationsboard
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Trauma mit Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinstrübung bei gegebenem Airwaymanagement
Polytrauma
Rettung aus unwegsamemGelände
Kombinationsboard: zusätzlich Umlagerung auf Transportmittel → bspw. auf Vakuummatratze
Kontraindikation:
Längere Transportwege: Gefahr der Druckschäden, Hypothermie → Primärrettung → Transport besser in Vakuummatratze
Isolierte Extremitätenverletzung
Schwangere in Rückenlage → Gefahr des Vena-cava-Kompressionssyndroms
Durchführung:
Es gibt verschiedene Szenarien, hier gehen wir auf die Aufnahme der am Boden liegenden Person ein:
Vorbereitung:
Spineboard mit Gurtsystem und Kopffixierung bereitlegen
Manuelle Fixierung des Kopfes, ggf. zusätzliche Anlage einer Zervikalstütze
Fahrtrage vorbereiten
Anwendung:
Manuelle Fixierung des Kopfes bleibt bestehen→ Kopfhelfer:in hat das Kommando
Spineboard wird seitlich neben der Person positioniert, Überstand am Kopf etwa ⅓ der Länge des Spineboards
Koordiniertes achsengerechtes Drehen des Körpers, an Schulter und Hüfte
Spineboard wird nun am Rücken mit Überstand positioniert
Koordinierte Drehung inkl. Spineboard auf den Rücken
Endgültige Ausrichtung des:r Patient:in auf dem Spineboard durch koordiniertes und gleichmäßiges kopfwärtsschiebender Bewegung → meist erfolgt die Bewegung durch Griffe an Schultern und Hüfte
Info
Nach der Drehung auf das Spineboard liegt der:die Patient:in meist nicht genau mittig auf dem Spineboard. Da ein seitliches Schieben zu potenziellem Schaden der ggf. verletzten Wirbelsäule führt, wird das Kopfwärtsschieben bevorzugt.
Fixierung:
Anbringen des Gurtsystems („Spinne“)
Gerades Auslegen und Verschieben der Gurte auf die korrekte Position
Schultergurte leicht befestigen
Fußgurte befestigen → mittlere Gurtführung sollte nun straff und mittig gespannt sein
Nach und nach die anderen Gurte einfädeln und leicht festmachen → immer in dieselben Ösen einfädeln
Gurtfixierung erfolgt von oben nach unten:
Brustgurt → hierbei soll die Person einatmen → dann erst festziehen
Beckengurt
Oberschenkelgurt
Gurte auf keinen Gelenken oder Bauch anbringen → Verletzungsgefahr!
Kopffixierung anbringen → auf die manuelle Fixierung kann nach Anbringen der Blocks und des Kinn- und des Stirngurtes verzichtet werden
Transport → Spineboard auf der Fahrtrage zusätzlich sichern
Weitere Anwendungsmöglichkeiten:
Stehende:r Patient:in → z.B. bei Wirbelsäulenverletzung oder Bandscheibenvorfall
Vorbereitung:
Spineboard mit Gurtsystem und Kopffixierung bereitlegen
Manuelle Fixierung des Kopfes, ggf. zusätzliche Anlage einer Zervikalstütze
Fahrtrage vorbereiten
Anwendung:
Spineboard hinter Patient:in aufstellen
Beide Helfer:innen positionieren sich seitlich der Person und schauen Richtung Spineboard
Die jeweils innenliegenden Hände werden unter den Achseln an das Spineboard geführt, während die andere Hand jeweils das Spineboard zusätzlich fixiert
Nun wird in langsamen Bewegung und großer Vorsicht die Person samt Spineboard auf den Rücken gelegt
Das Spineboard hat nun einen Überstand am Kopf → endgültige Ausrichtung des:r Patient:in auf dem Spineboard durch koordiniertes und gleichmäßige, kopfwärtsschiebende Bewegung → Griffe an Schultern und Hüfte
Fixierung:
Anbringen des Gurtsystems („Spinne“)
Gerades Auslegen und Verschieben der Gurte auf die korrekte Position
Schultergurte leicht befestigen
Fußgurte befestigen → mittlere Gurtführung sollte nun straff und mittig gespannt sein
Nach und nach die anderen Gurte einfädeln und leicht festmachen → immer in dieselben Ösen einfädeln
Gurtfixierung erfolgt von oben nach unten:
Brustgurt → hierbei soll die Person einatmen → dann erst festziehen
Beckengurt
Oberschenkelgurt
Gurte auf keinen Gelenken oder Bauch anbringen → Verletzungsgefahr!
Kopffixierung anbringen
Transport → Spineboard auf der Fahrtrage zusätzlich sichern
Tipp
Rettung mit Spineboard / Kombinationsgerät aus Fahrzeug
Um eine verletztePerson aus einem Fahrzeug zu retten, gibt es verschiedeneMöglichkeiten. Diese sollten regelmäßig in der Praxis geübt und besprochen werden, beispielsweise in der Rettungsdienstschule, im Rahmen von Simulationstrainings oder bei Übungen auf der Rettungswache.
Benötigtes Material:
Spineboard / Kombinationsboard mit Gurtsystem und Kopffixierung
Ggf. Zervikalstütze
Fahrtrage
Bei Kombinationsboard ggf. zusätzlich Vakuummatratze
Alternativen:
Schaufeltrage und Vakuummatratze
Rettungskorsett
Merke
Transport
Das Spineboard dient primär der Rettung aus dem Gefahrenbereich (Primärrettung). Für den anschließenden Transport sollte nach Möglichkeit eine Vakuummatratze verwendet werden. Wird das Spineboard dennoch für den Transport eingesetzt, ist auf eine korrekte Fixierung der Patient:in sowie auf die zusätzliche Sicherung auf der Trage zu achten.
Außerdem soll die Liegezeit möglichst kurz sein, da ansonsten insbesondere bei älteren Personen Druckstellen entstehen können.
Vakuummatratze
Indikation:
SchonendeImmobilisation bei Verdacht auf (traumatische) Wirbelsäulenverletzungen
Polytrauma
Verdacht auf Beckenfrakturen oder Verletzungen der unteren Extremitäten
Ruhigstellung und schonende Lagerung bei Schmerz
Kontraindikation:
Fehlender Platz oder technische Hindernisse
Patient:innen mit extremer Klaustrophobie oder Panik unter Immobilisation → empathisch aufklären und beruhigen
Durchführung:
Vorbereitung:
Vakuummatratze auf der Fahrtrage oder auf dem Boden ausbreiten und glatt streichen → Kügelchen gleichmäßig verteilen
Umbetttuch mittig auf die Vakuummatratze platzieren
Schaufeltrage oder anderes geeignetes Umlagerungsgerät vorbereiten
Vakuumpumpe an das Ventil anschließen, Ventil vorerst noch geöffnet lassen
Patient:in mithilfe der Schaufeltrage oder eines anderen Gerätes achsgerecht aufnehmen → siehe Schaufeltrage
Auf Vakuummatratze schonend umlagern
Vorsichtiges Entfernung der Schaufeltrage
Vakuummatratze körpergerecht durch geringen Druck modellieren
Gurte verschließen
Während der Umlagerung dauerhafte Fixierung des Kopfes
Vakuummatratze mit der Vakuumpumpe absaugen → bis komplette Matratze ausgehärtet ist → Ventil schließen
Gurte nachziehen
Tragengurte zusätzlich anlegen → Vakuummatratze auf Fahrtrage sichern
Benötigtes Material:
Vakuummatratze
Vakuumpumpe
Umbetttuch
Schaufeltrage, Kombinationsboard oder Spineboard
Fahrtrage
Ggf. Zervikalstütze
Alternativen:
Spineboard / Kombinationsboard
Rettungskorsett → bei isolierter Wirbelsäulenverletzung
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Beckenstabilisierung
Beckenschlinge
Synonyme: SAM Pelvic Sling®️, T-POD®️
Indikation:
Hinweise auf instabile Beckenringverletzung und hämodynamischer Instabilität → S-KIPS-Schema beachten
Merke
S-KIPS-Schema
Dient der Indikationsstellung zur Beckenstabilisierung bei Verdacht auf eine Beckenverletzung, ersetzt das veraltete KISS-Schema
Schock: vorliegen einer hämodynamischen Instabilität und mindestens eines der folgenden Kriterien:
Kinematik: Mechanismus mit möglicher Beckenbeteiligung
Inspektion: sichtbare Beckenverletzung (Deformitäten, Hämatome oder offene Wunden im Beckenbereich, etc.)
Palpation: Frakturverdacht bei vorsichtiger seitlicher Palpation
Schmerzen: Spontan- oder Druckschmerz im Bereich des Beckens
Kontraindikation:
Fehlende Indikation für die Anlage der Beckenschlinge
Durchführung:
Fixierung der Beine in der Innenrotationsstellung:
Beine werden vorsichtig in die Innenrotationsstellung gebracht
Gurt oder Dreiecktuch oder ähnliches bindet Beine zusammen und fixiert sie in der Innenrotationsstellung
Alternativ kann auch bspw. die Verpackung der Beckenschlinge über die Fußspitzen gestülpte werden, um so die Füße zu fixieren
Anlage der Beckenschlinge:
Die Hosentaschen des Patienten / der Patientin leeren
Im besten Fall wird zu diesem Zeitpunkt zwecks einer ordentlichen Untersuchung keine (Ober-)Bekleidung mehr getragen
Beckenschlinge unter den Knien durchziehen und mittig platzieren
Trochanter major tasten → Beckenkamm tasten, durch eine sanfte abwärts Bewegung wird erst eine Kuhle ertastet und dann der Trochanter major (seitlicher Vorsprung des Femur)
Variante 1: Ein:e Helfer:in positioniert sich über dem Becken des Patienten / der Patientin und hebt vorsichtig und minimal das Becken auf beiden Seiten gleichzeitig an, Helfer:in 2 zieht vorsichtig die Beckenschlinge in Position
Variante 2: Beide Helfer:innen positionieren sich seitlich des Beckens (eine Hand am Becken, die andere an der Beckenschlinge), Becken wird gleichzeitig minimal und vorsichtig angehoben, gleichzeitig wird die Beckenschlinge in Position gezogen (z.B. mit einer „Sägebewegung“)
Beckenschlingenmodell schließen und gegen erneutes öffnen sichern
Der genaue Verschluss der Beckenschlinge ist stark von dem Modell abhängig
Tipp
Übe das Anlegen der Beckenschlinge mit dem jeweils vorgehaltenen Modell!
Einer der häufigsten Fehler ist, dass die Beckenschlinge zu weit kranial angelegt wird. Dadurch wird Druck auf die Ossis ilii (Darmbeine) ausgeübt und das Becken im kaudalen Bereich geöffnet. Blut kann dann sogar besser ins Becken austreten und die Person ist stärker gefährdet.
Benötigtes Material:
Beckenschlinge
Gurt, Dreiecktuch oder Ähnliches für die Fixierung der Beine
Alternativen:
Decke → nur bei fehlender Beckenschlinge
Funktioniert auch mit einer Rettungsdecke gut
Alternative Beckenschlinge mit Decke
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Extremitätenimmobilisation
Dreiecktuch
Indikation:
Verdacht auf Fraktur / Luxation von Clavicula, Schultergürtel, Humerus, Ellbogen sowie Unterarm, Handgelenk /Hand (teils in Verbindung mit Aluminiumpolsterschiene)
Ruhigstellen nach Reposition bis Kontrolle in der Klinik
Kontraindikation:
Starke Fehlstellung, die weitere Immobilisation erfordern
Durchführung:
Patient:in oder Helfer:in hält den verletzten Arm in einer schmerzfreien Position → am besten angewinkelt und vor dem Oberkörper
Dreiecktuch auffalten
Es entsteht eine lange und zwei kurze Seiten
Beide kurze Seiten sind über einen rechten Winkel verbunden
Auf Höhe des rechten Winkels einen Knoten machen
Ellbogen vor dem Knoten positionieren
Beide Enden vor und hinter dem Arm nach oben Richtung Hals ziehen und im Nacken verknoten
Ggf. weiteres Dreiecktuch oder Verband um den Brustkorb wickeln und somit die Armschlinge fixieren
Info
Der Unterarm soll vom Ellenbogen an bis zur Hand im Dreiecktuch liegen. Die Hand darf nicht abgeknickt aus dem Dreiecktuch heraushängen.
Die Fingerkuppen sollen allerdings gut erreichbar sein, um die periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität weiterhin überprüfen zu können.
Benötigtes Material:
Dreiecktuch
Ggf. weiteres Dreiecktuch oder Verbandspäckchen / Mullbinde
Alternativen:
Vakuumschiene → je nach Verletzung
Aluminiumpolsterschiene → je nach Verletzung
Schal oder Handtuch
Aluminiumpolsterschienen
Synonyme: SamSplint®️
Indikation:
Verdacht auf Fraktur / Luxation von Finger, Hand, Handgelenk, Unterarm, Ellenbogen, Fuß, Sprunggelenk und ggf. Unterschenkel
Kontraindikation:
Fraktur / Luxation kann nicht an den beiden benachbarten Gelenken immobilisiert werden
Aluminiumpolsterschiene Arm
Aluminiumpolsterschiene Sprunggelenk
Durchführung:
pDMS prüfen
Falls offene Wunden vorhanden, zuvor versorgen und steril abdecken
Schiene entsprechend vorformen, ggf. an gesunder Extremität anpassen
Ein:e Helfer:in positioniert die Extremität → auf Schmerz achten
Schiene an Extremität legen und mit einem Verband an dieser fixieren
Ggf. Arm in eine Dreiecktuchschlinge zusätzlich stabilisieren
Ggf. Kühlung der verletzten Stelle
Nach erfolgter Immobilisation erneute pDMS Kontrolle → keine Verschlechterung!
Merke
Eine Immobilisation nach Reposition dislozierter Frakturen ist mit einer Aluminiumpolsterschiene nur unzureichend möglich und muss gut geplant werden. Eine sichere Handhabung ist dabei unerlässlich und kann erst nach entsprechender Schulung und Übung erfolgen.
Benötigtes Material:
Aluminiumpolsterschiene
Verbandspäckchen / Mullbinde
Ggf. Dreiecktuch für Schlinge
Ggf. Kühlpack
Ggf. vorheriges Verbandsmaterial bei offenen Wunden
Alternativen:
Vakuumschiene
Vakuumschienen
Indikation:
Verdacht auf Fraktur / Luxation von Finger, Hand, Handgelenk, Unterarm, Ellenbogen, Fuß, Sprunggelenk und Unterschenkel
Kontraindikation:
Fraktur / Luxation kann nicht an den beiden benachbarten Gelenken immobilisiert werden
Vakuumschiene Arm
Vakuumschiene Bein
Durchführung:
pDMS prüfen
Falls offene Wunden vorhanden, zuvor versorgen und steril abdecken
Schiene ausbreiten und Kügelchen verteilen
Ein:e Helfer:in reponiert oder bringt Extremität auf Zug → auf Schmerzen achten
Schiene an Extremität anlegen und mithilfe der Klettgurte an Extremität fixieren
Schiene mit der Absaugpumpe abgesaugt → Schiene muss komplett fest werden → Klettgurte ggf. neujustieren
Extremität erst loslassen wenn die Schiene vollständig angelegt ist
Ggf. Kühlung der verletzten Stelle
Nach erfolgter Immobilisation erneute pDMS Kontrolle → keine Verschlechterung!
Benötigtes Material:
Vakuumschiene Arm oder Bein
Absaugpumpe
Ggf. Verbandsmaterial zur Wundversorgung
Ggf. Kühlpack
Alternativen:
Aluminiumpolsterschiene
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Prüfungswissen
Immobilisation der Wirbelsäule:
Zervikalstütze: bei Verdacht auf HWS-Trauma → beachte NEXUS-Kriterien und die Canadian-C-Spine-Rule
Rettungskorsett: Immobilisation und achsengerechte Rettung bei Wirbelsäulenverletzungen → Reduktion der Rotationsbewegung der Wirbelsäule bei Befreiung aus einem Fahrzeug
Ganzkörper- und Achsenimmobilisation:
Spineboard / Kombinationsboard: schonende und achsengerechte Immobilisation bei Wirbelsäulenverletzungen sowie Polytrauma
Vakuummatratze: schonende und achsengerechte Immobilisation bei Wirbelsäuen- und Beckenverletzungen sowie Polytrauma → Gold-Standard
Beckenstabilisierung:
Beckenschlinge: Hinweise aufinstabile Beckenringverletzung und hämodynamischer Instabilität → S-KIPS-Schema beachten
Extremitätenimmobilisation:
Dreiecktuch: Verdacht auf Fraktur / Luxation von Clavicula, Schultergürtel, Humerus, Ellbogen sowie Unterarm, Handgelenk /Hand (teils in Verbindung mit Aluminiumpolsterschiene) oder Ruhigstellung nach Reposition
Aluminiumpolsterschiene: Verdacht auf Fraktur / Luxation von Finger, Hand, Handgelenk, Unterarm, Ellenbogen, Fuß, Sprunggelenk und ggf. Unterschenkel
Vakuumschiene: Verdacht auf Fraktur / Luxation von Finger, Hand, Handgelenk, Unterarm, Ellenbogen, Fuß, Sprunggelenk und Unterschenkel
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