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Intertrigoprophylaxe

JG
7 Minuten Lesezeit

Intertrigo ist eine entzündliche Erkrankung der Haut. Sie ist durch einen roten, juckenden Ausschlag gekennzeichnet und wird häufig von einer Besiedlung mit Pilzen begleitet. Besonders betroffen sind Hautfalten, beispielsweise unter der Brust oder in Bauchfalten. Die Entstehung von Intertrigo wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Dazu gehören Haut-zu-Haut-Kontakt, Feuchtigkeit, schlechte Luftzirkulation und Reibung.

Risikogruppen, die besonders anfällig für Intertrigo sind, umfassen übergewichtige Patient:innen sowie pflegebedürftige, immobile und immunsupprimierte Patient:innen. Weitere Risikofaktoren sind eine erhöhte Körpertemperatur, starkes Schwitzen und mangelnde Körperhygiene.

Intertrigo kann unangenehme Folgen haben. Zu diesen gehören ein fauliger Geruch sowie eine Besiedlung mit Bakterien oder Pilzen. Im schlimmsten Fall kann eine solche Besiedlung zu einer Sepsis führen. Daher ist es wichtig, die Risikofaktoren der Patient:innen zu erfassen und eine Ganzkörperinspektion durchzuführen, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten, die eine bestehende Intertrigo behandeln oder deren Entstehung vorbeugen sollen.

Zu den effektivsten Maßnahmen zur Intertrigoprophylaxe gehören:

  • Regelmäßige Inspektion der Hautfalten
  • Vermeidung von Haut-zu-Haut-Kontakt
  • Angemessene Körperreinigung und -pflege mit Reinigungs- und Pflegemitteln, die für den Hauttyp der Patient:innen geeignet sind

Intertrigo ist eine entzündliche Erkrankung der Haut, die insbesondere in Hautfalten auftritt. Sie entsteht durch verschiedene begünstigende Faktoren wie Haut-zu-Haut-Kontakt, Hitze, Feuchtigkeit, schlechte Luftzirkulation und Reibung. Diese Bedingungen schwächen die Hautbarriere und schaffen ein feuchtes Milieu, in dem Mikroorganismen leicht gedeihen können. Das kann wiederum zu einer Erosion der betroffenen Hautstellen führen, was bedeutet, dass die oberste Hautschicht (das Epithel) geschädigt wird. Häufig tritt dabei ein roter, juckender Ausschlag auf.

Zusätzlich kann es zu einer Besiedelung mit Pilzen wie Candida albicans oder anderen Erregern wie Bakterien oder Viren kommen. Ein typisches Merkmal von Intertrigo sind sogenannte „Satellitenläsionen“. Dabei handelt es sich um kleine, runde, scharf abgegrenzte rot-braune Flecken, die oft mit Pusteln einhergehen.

Intertrigo im Zehenzwischenraum
Intertrigo im Zehenzwischenraum
Intertrigo in der rechten Leistenregion
Intertrigo in der rechten Leistenregion
 Merkmale

Betroffene Hautstellen

  • Diese Bereiche sind besonders gefährdet, da sie oft feucht, warm und schlecht belüftet sind, was das Wachstum von Mikroorganismen begünstigt:
    • Unter der Brust
    • Bauch
    • Achselhöhlen
    • Leisten
    • Zwischen Fingern und Gesäßhälften
    • Augenlid: Candida-Intertrigo

Risikogruppen

  • Übergewichtige Personen (Bauchfalten)
  • Arm- und Beinprothesenträger
  • Pflegebedürftige und immobile Personen
  • Ältere Menschen
  • Menschen mit verminderter Immunität
  • Menschen mit Erkrankungen: wie z. B. Diabetes mellitus (Störung des Blutzuckerhaushalts führt zu Einschränkungen der natürlichen Wundheilungsprozesse und einem gesteigerten Infektionsrisiko) oder Rheuma
  • Säuglinge und Kleinkinder: besonders in der Hals- und Nackenfalte (kurzer Hals, gebeugte Körperhaltung und Speichelfluss)

Weitere Risikofaktoren

  • Hohe Körpertemperatur
  • Schweiß
  • Schlechte Körperhygiene: Entstehung von Mikroorganismen, die Hautinfektionen begünstigen
  • Urin und Stuhl: Entstehung eines feuchten Milieus
  • Wundexsudat
  • Wenig Bewegung
Auswirkungen von Intertrigo
Auswirkungen von Intertrigo
  • Assessmentinstrumente liegen noch nicht vor
  • Erfassen von Risikofaktoren
  • Ganzkörperinspektion: liegen schon Intertrigo oder andere Hautprobleme vor?
  • Erfassung von Daten zu Haut- und Umgebungsfeuchtigkeit, Harn- und Stuhlinkontinenz, Körpergewicht und Krankheiten
RisikofaktorMaßnahmen

Hautfalten

  • Regelmäßige Kontrolle der Hautfalten: bei Patient:innen im KH mind. 1x pro Schicht
  • Adäquate Hautpflege
  • Trocknen der Hautfalten nur tupfend und nicht reiben
  • Vermeidung von Haut-zu-Haut-Kontakt: Kompressen in die Hautfalten legen

Feuchtigkeit

Feuchtigkeit
  • Minimierung von Feuchtigkeit im Raum und unter der Bettdecke
  • Kühlende Waschungen
  • Kleidung: dünner Schlafanzug, lockere Kleidung à Schwitzen vermeiden

mangelnde Körperhygiene

Hygiene
  • Beratung zur Pflege der Hautfalten und des Körpers:
    • geeignete Hautreinigungs- und -pflegemittel je nach Hauttyp
    • Hautfalten nur trocken tupfen und nicht reiben
    • Reinigung möglichst mit lauwarmem Wasser und pH-hautneutralen bzw. sauren Hautreinigungsmitteln à wenn möglich sogar nur mit klarem Wasser, vor allem im Intimbereich

Übergewicht

Übergewicht
  • Beratung zum Thema Ernährung: Ernährungsumstellung zur Gewichtsreduktion → Hautfalten und Reibekräfte verringern
  • Empfehlung zu einer Ernährungsberatung zu gehen und Kontaktmöglichkeiten an die Hand geben

Qualifizierung des Personals im Gesundheitswesen

  • Fortbildung zum Thema Intertrigo:
    • Kenntnisse der Haut als Organ
    • notwendiges Wissen zu hautbezogenen Risiken und deren Erkennung
    • Unterscheidung von intakter und nicht-intakter Haut
    • Maßnahmenplanung und Umsetzung
  • Entwicklung geeigneter Standards zur Einschätzung und Behandlung, aber auch zur Prävention
  • Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen bzw. Expert:innen, z. B. Wundmanagement
  • Al-Abtah et al.: I care Pflege. Georg Thieme Verlag, 2020, ISBN: 978-3-132-41828-8
  • Langner, B.: Struktur und Funktionsfähigkeit der Haut erhalten. ProCare 28, 14–17 (2023). https://doi.org/10.1007/s00735-023-1742-9
  • Dr. Lorenz, R.: Intertrigo, https://www.draco.de/intertrigo/#c8618
Zuletzt aktualisiert am 26.06.2025
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