Der tiefste Punkt der freien Bauchhöhle liegt sowohl beim Mann als auch bei der Frau im kleinen Becken. Beide Punkte unterscheiden sich jedoch anatomisch, in ihren Ausprägungen und Bezeichnungen.
Bei aufrechter Haltung sammelt sich die Flüssigkeit der Schwerkraft folgend hier bevorzugt.
Anatomie bei der Frau
Bei der Frau liegt der tiefste Punkt zwischen Uterus und Rektum und wird als Excavatio rectouterina oder Cavum Douglasi (Douglas-Raum) bezeichnet. Zusätzlich besteht anterior des Uterus die Excavatio vesicouterina, der Raum zwischen Harnblase und Uterus. Diese beiden Recessus sind durch den Uterus voneinander getrennt.

Eine geringe Flüssigkeitsmenge im Douglas-Raum kann bei Frauen im gebärfähigen Alter physiologisch sein, etwa in der Zeit um den Eisprung oder kurz nach der Menstruation. Erst eine vermehrte oder echoreiche Flüssigkeit sollte als pathologisch gewertet werden und Anlass zu weiterer Abklärung geben.
Im Rahmen des eFAST hilft bei der Differenzierung der klinische Verlauf und die Fragestellung, ob auch an anderer Stelle im Abdomen freie Flüssigkeit nachweisbar ist.
Anatomie beim Mann
Beim Mann wird der tiefste Punkt der Bauchhöhle als Excavatio rectovesicalis oder auch als Proust-Raum bezeichnet, also der Raum zwischen Harnblase und Rektum. In diesem Bereich kann sich Flüssigkeit sammeln, die sonographisch gut zugänglich ist. Er ist anatomisch bedingt kleiner als bei der Frau.

Im Gegensatz zur Frau ist beim Mann freie Flüssigkeit in der Excavatio rectovesicalis fast immer pathologisch. Sie tritt typischerweise bei intraabdominellen Blutungen, Harnleckagen oder entzündlichen Erkrankungen auf.
Durch seine anatomische Lage ist der Raum auch bei geringer Flüssigkeitsmenge sensitiv nachweisbar, was ihn zu einem wichtigen diagnostischen Areal in der Notfallsonographie macht.
Bei leerer Harnblase liegt der Peritonealüberzug relativ flach an und die Excavatio ist kaum ausgeprägt.
Bei gefüllter Blase wölbt sich das Peritoneum nach dorsal und der Raum wird deutlicher sichtbar.











