Eine Depression ist mehr als eine vorübergehende Niedergeschlagenheit. Typisch sind eine anhaltend depressive Stimmung und/oder ein deutlich verminderter Antrieb bzw. Interessen- und Freudverlust. Hinzukommen können Schlafstörungen, Appetit- und Gewichtsveränderungen, Konzentrationsstörungen, ausgeprägte Müdigkeit, vermindertes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit sowie Gedanken an den Tod oder Suizid.
Für die Diagnose werden Symptomatik, Dauer, Schweregrad und funktionelle Beeinträchtigung beurteilt. Nach ICD-11 besteht eine depressive Episode typischerweise über mindestens zwei Wochen und geht mit einer relevanten Beeinträchtigung des Alltags einher. Die Erkrankung wird je nach Ausprägung unter anderem als leicht, mittelgradig oder schwer klassifiziert; zusätzlich können beispielsweise psychotische Symptome oder Angstsymptome spezifiziert werden.
Bei der diagnostischen Abklärung müssen bipolare Störungen, substanz- oder medikamentenbedingte Ursachen sowie relevante körperliche Erkrankungen berücksichtigt werden. Besonders wichtig ist die direkte Erfassung von Suizidgedanken und Suizidalität, da Depressionen mit einem erhöhten Suizidrisiko verbunden sind.
InfoFür das Medizinstudium ist vor allem die Unterscheidung zwischen einer normalen depressiven Verstimmung und einer behandlungsbedürftigen depressiven Episode sowie die Kenntnis der Leitsymptome, der Mindestdauer von zwei Wochen und der diagnostischen Abklärung von Differentialdiagnosen und Suizidalität relevant.
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- Leitlinientyp: Clinical Descriptions and Diagnostic Requirements for ICD-11 Mental, Behavioural or Neurodevelopmental Disorders, World Health Organization, 2024. ISBN: 978-92-4-007726-3
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