Die Verhaltensanalyse bildet die Grundlage der Verhaltenstherapie und dient dazu, problematisches Verhalten systematisch zu verstehen. Dabei werden Auslöser, aufrechterhaltende Bedingungen sowie Konsequenzen eines Verhaltens untersucht.
Ein zentrales Modell ist das SORKC-Schema, das die Zusammenhänge zwischen Situation, individuellen Bedingungen, Reaktion und Konsequenzen beschreibt.
Die Verhaltenstherapie basiert auf wissenschaftlich belegten Lernprinzipien und gehört heute zu den am besten untersuchten psychotherapeutischen Verfahren. Ziel ist die Veränderung ungünstiger Verhaltensweisen, Denkmuster und emotionaler Reaktionen. Zu den wichtigsten Techniken zählen die Exposition, die systematische Desensibilisierung, die Verhaltensaktivierung, das Modelllernen, die Verstärkung erwünschten Verhaltens sowie die kognitive Umstrukturierung.
Die Wirksamkeit dieser Verfahren ist für zahlreiche psychische Erkrankungen durch Studien belegt. Die Theorie der Selbstwirksamkeit nach Bandura beschreibt die Überzeugung eines Menschen, auch schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Eine hohe Selbstwirksamkeit fördert Motivation, Ausdauer und den erfolgreichen Umgang mit Belastungen. Sie entsteht vor allem durch eigene Erfolgserlebnisse, das Beobachten erfolgreicher Vorbilder, positive Rückmeldungen sowie die Fähigkeit, körperliche und emotionale Reaktionen angemessen einzuordnen. Die Selbstwirksamkeit gilt heute als einer der wichtigsten psychologischen Faktoren für gesundheitsbezogenes Verhalten und therapeutischen Erfolg.
TippFür Prüfungen sollte man insbesondere folgende Begriffe sicher beherrschen:
- SORKC-Schema der Verhaltensanalyse
- Positive und negative Verstärkung
- Bestrafung
- Exposition und systematische Desensibilisierung
- Modelllernen nach Bandura
- Kognitive Umstrukturierung nach Beck
- Die vier Quellen der Selbstwirksamkeit nach Bandura:
- Eigene Erfolgserlebnisse
- Stellvertretende Erfahrungen
- Verbale Ermutigung
- Physiologische und emotionale Zustände
Diese Konzepte gehören zu den klassischen und regelmäßig geprüften Grundlagen der Medizinischen Psychologie im vorklinischen Abschnitt.
- Skinner, Burrhus F.: Science and Human Behavior. Macmillan, 1953. ISBN: 978-0-02-929040-8.
- Skinner BF. The operational analysis of psychological terms. Psychological Review 1945;52(5):270–277. DOI: 10.1037/h0062535.
- Skinner BF. Selection by consequences. Science 1981;213(4507):501–504. DOI: 10.1126/science.7244649.
- Beck, Aaron T.: Cognitive Therapy and the Emotional Disorders. International Universities Press, 1976. ISBN: 978-0-8236-0990-1.
- Wolpe J. Reciprocal inhibition as the main basis of psychotherapy. Archives of Neurology and Psychiatry1954;72(2):205–226. DOI: 10.1001/archneurpsyc.1954.02330080073008.
- Bandura A, Adams NE. Analysis of self-efficacy theory of behavioral change. Cognitive Therapy and Research1977;1(4):287–310. DOI: 10.1007/BF01663995.

