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Krampfanfall (RettSan)

Epileptischer Anfall, Status epilepticus
31 Minuten Lesezeit

Ein Krampfanfall entsteht durch eine plötzlich auftretende, unkontrollierte elektrische Entladung von Nervenzellen im Gehirn, die zu einer vorübergehenden Störung der normalen Hirnfunktion führt. Dabei kann entweder das gesamte Gehirn oder nur ein bestimmtes Hirnareal betroffen sein. 

Zu den häufigsten Ursachen zählen eine bekannte Epilepsie, Infektionen des zentralen Nervensystems, Schädel-Hirn-Traumata, Elektrolytstörungen, Hypoglykämien sowie Intoxikationen oder akute Entzugssyndrome.

Im präklinischen Management stehen die Sicherung der Vitalfunktionen, der Schutz vor Folgeverletzungen sowie die rasche Beendigung anhaltender Krampfaktivität im Vordergrund. 

Ein Anfall von mehr als 5 Minuten Dauer oder wiederholte Anfälle ohne Erholung dazwischen gelten als Status epilepticus und sind ein lebensbedrohlicher Notfall. Bei der Übergabe werden der Verdacht auf einen Krampfanfall, seine Dauer und der beobachtete Ablauf klar benannt.

Um den Einstieg in das Thema Krampfanfall etwas zu erleichtern, wird im Folgenden ein Fall beschrieben, wie er sich präklinisch ereignen könnte.

Einsatzmeldung:

  • Stichwort: „Krampfanfall"
  • Ort: Wohnzimmer eines Einfamilienhauses
  • Alarmzeit: 21:30 Uhr
  • Anrufer:in: Ehefrau
  • Anzahl der Betroffenen: 1 Person
  • Zusatzinfo:
    • 42-jähriger, männlicher Patient
    • Bekannte Epilepsie
    • Patient ist nicht ansprechbar

Lageeinweisung vor Ort:

Beim Eintreffen des Rettungsdienstes liegt der Patient in Seitenlage auf dem Wohnzimmerboden. Die Ehefrau hat die Tür geöffnet.

Die Lage ist wie folgt:

  • Der Patient ist somnolent und reagiert nur verzögert auf Ansprache
  • Er zeigt eine ausgeprägte Muskelerschlaffung und bleibt zunächst orientierungslos
  • Laut Ehefrau begann der Krampfanfall plötzlich mit Versteifung der Extremitäten, gefolgt von Zuckungen des gesamten Körpers und dauerte ungefähr 2 Minuten an
  • Danach blieb der Patient für etwa 1 Minute tief bewusstlos
  • Laut Ehefrau hat er heute seine Antikonvulsiva nicht eingenommen und klagte über Schlafmangel und Kopfschmerzen
Fallbeispiel: Krampfanfall (RD)

Ersteinschätzung nach xABCDE-Schema

x

  • Keine kritischen Blutungen

Kein
x-Problem

A

  • Atemwege frei
  • Zungenbiss erkennbar
  • Schleimhäute rosig
  • Patient reagiert verzögert auf Ansprache

Kein
A-Problem

B

  • Inspektorisch:
    • Thoraxexkursion beidseits unauffällig
    • Keine Zyanose sichtbar
    • Atemfrequenz: 14/min
  • Auskultatorisch:
    • Normales Atemgeräusch beidseits
  • Palpatorisch:
    • Thorax insgesamt stabil
  • SpO₂: 95 %

Kein
B-Problem

C

  • Hautkolorit rosig
  • Rekap-Zeit: 2 Sekunden
  • Große Blutungsräume ohne Zeichen auf akute Blutungen
  • Palpation des Pulses am Handgelenk (A. radialis):
    • Rhythmisch
    • Gut tastbar
    • Tachykard, 101/min

Kein
C-Problem

D

  • Somnolent, desorientiert, reagiert verzögert auf Ansprache
  • GCS 12
    • Öffnen der Augen: 3
    • Beste verbale Reaktion: 4
    • Beste motorische Reaktion: 5
  • Pupillenkontrolle:
    • Isokor
    • Mittelweit
    • Lichtreagibel

Akutes
D-Problem

E

  • Keine Verletzungen ersichtlich
  • Temperatur: 37,1 °C
  • Körpergewicht: ca. 80 kg
  • Symptome:
    • Somnolenz
    • Zungenbiss
    • Desorientiert
  • Allergien/Infektionen: Keine bekannt
  • Medikamente: Levetiracetam
  • Patientengeschichte: Bekannte Epilepsie
  • Letzte Mahlzeit: Abendessen, gegen 20:00 Uhr
  • Ereignis: Keine Einnahme der Dauermedikation, Schlafmangel
  • Risikofaktoren: Keine Einnahme der Dauermedikation, Schlafmangel

Kein
E-Problem

 Definition
Epileptischer Anfall

Ein epileptischer Anfall ist eine plötzliche und unkontrollierte Entladung vieler Nervenzellen im Gehirn. Je nach betroffenem Hirnareal zeigt sich der Anfall z.B. durch Zuckungen, Muskelsteife, Bewusstseinsstörungen oder Missempfindungen. Die meisten Anfälle enden nach 1 bis 2 Minuten von selbst.

 Definition
Epilepsie

Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns, die durch eine anhaltende Neigung gekennzeichnet ist, wiederholt spontane epileptische Anfälle auszulösen. Die Diagnose Epilepsie wird gestellt, wenn mindestens zwei unprovozierte Anfälle in einem Abstand von mehr als 24 Stunden aufgetreten sind.

 Definition
Status epilepticus

Als Status epilepticus bezeichnet man einen epileptischen Anfall, der länger als 5 Minuten anhält oder zwei aufeinander folgende epileptische Anfälle ohne Wiedererlangung des Bewusstseins.

Klassifikation

Grundsätzlich werden zwei Anfallsformen unterschieden:

  • Fokale Anfälle: Ursprung in einer Hirnhälfte, mit erhaltenem oder eingeschränktem Bewusstsein, ggf. Übergang in einen bilateral tonisch-klonischen Anfall
  • Generalisierte Anfälle: Von Beginn an beide Hirnhälften betroffen, z.B. tonisch-klonische Anfälle oder Absencen 

Epileptische Anfälle können durch zahlreiche innere und äußere Faktoren ausgelöst oder begünstigt werden.

Zu den Auslösern zählen:

  • Substanzen: Alkohol- und Benzodiazepinentzug zählen zu den häufigsten Ursachen erworbener Krampfanfälle. Auch Amphetamine oder Kokain können Anfälle auslösen
  • Systemische Ursachen: Fieber (insbesondere bei Kindern), Elektrolytstörungen, Hypoglykämie, Eklampsie
  • Situative Auslöser: Schlafmangel, Flackerlicht (z.B. Stroboskoplicht), Hyperventilation, ausgeprägter psychischer Stress, extreme körperliche Belastung
  • Medikamente: Antidepressiva, Antipsychotika, Antibiotika, Tramadol oder Theophyllin können die Anfallsschwelle herabsetzen
  • Therapiefehler: Unregelmäßige Einnahme, Dosisreduktion oder das plötzliche Absetzen von Antikonvulsiva
 Achtung

Weiterhin können Infektionen des ZNS und der Meningen, Schädel-Hirn-Traumata, Tumore, Schlaganfall oder Hypoxie Krampfanfälle auslösen.

 Merke

Bei bekannter Epilepsie sind vergessene Antikonvulsiva, Schlafmangel und Alkohol die häufigsten Auslöser eines erneuten Anfalls.

Erregung und Hemmung im Gehirn

Nervenzellen leiten Informationen als elektrische Impulse weiter. Dafür arbeiten erregende (z.B. Glutamat) und hemmende Botenstoffe (z.B. GABA) im Gleichgewicht. Die Nervenzellen brauchen dafür stabile Elektrolyte und eine konstante Versorgung mit Glukose und Sauerstoff.

Die Krampfschwelle beschreibt den individuellen Punkt, ab dem eine Übererregbarkeit von Nervenzellen einen epileptischen Anfall auslösen kann. Sie ist nicht konstant, sondern wird zum Beispiel durch körperliche Belastung, Medikamente, Schlafmangel, Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen gesenkt.

Entstehung des Anfalls

  1. Ein Auslöser, z.B. Schlafmangel, Alkoholentzug, Fieber oder eine Hypoglykämie, senkt die Krampfschwelle
  2. Das Gleichgewicht kippt: Die erregende Aktivität überwiegt, die Nervenzellen werden leichter erregbar
  3. Viele Nervenzellen entladen sich gleichzeitig und unkontrolliert (= synchronisierte Entladung)
    • Bleibt das auf ein Hirnareal beschränkt, entsteht ein fokaler Anfall
    • Erfasst es beide Hirnhälften, entsteht ein generalisierter Anfall
  4. Die normale Funktion der betroffenen Hirnregion ist gestört. Je nach Lokalisation entstehen Zuckungen, Sensibilitätsstörungen oder Bewusstlosigkeit
Fokaler vs. generalisierter Anfall
Fokaler vs. generalisierter Anfall
 Info
Ende des Anfalls

Die meisten Anfälle enden von selbst, weil das Gehirn die Entladungen nach kurzer Zeit wieder hemmt. Dauert ein Anfall länger als 5 Minuten, endet er in der Regel nicht mehr von allein und muss medikamentös unterbrochen werden.

Gefahren während des Anfalls

  • Erhöhter Sauerstoffverbrauch: Die generalisierte Muskelaktivität steigert den Energiebedarf und den Sauerstoffverbrauch
  • Hypoventilation und Hypoxie: Die Atmung ist beeinträchtigt. Kurzzeitig kann sie ganz aussetzen. Haut und Lippen können blau werden 
  • Aspiration: Mit dem Bewusstsein gehen die Schutzreflexe verloren. Speichel, Blut oder Erbrochenes können in die Atemwege gelangen
  • Verletzungen: Unkontrollierte Muskelkontraktionen und Stürze verletzen Kopf, Gesicht oder Extremitäten. Dazu kommt der Zungenbiss

Erholung nach dem Anfall

Nach dem Anfall sind die Nervenzellen vorübergehend erschöpft. Bis das Gehirn wieder normal arbeitet, vergeht unterschiedlich lange Zeit (= postiktale Phase). Die betroffene Person ist müde, verwirrt und desorientiert. Manchmal besteht eine vorübergehende Lähmung einer Körperseite (= Todd'sche Parese).

 Achtung
Status epilepticus

Hält die Übererregung an, breitet sich die epileptische Aktivität weiter aus und der Anfall hört nicht mehr von selbst auf. Je länger er dauert, desto größer ist die Gefahr sekundärer Hirnschäden durch Hypoxie. Erkennbar ist das an der Zeit: länger als 5 Minuten oder ein erneuter Anfall, bevor die Person wieder zu Bewusstsein kommt.

 Merke
Zusammenfassung: Die kritischen Probleme eines Krampfanfalls
  • Unkontrollierte Entladungen: Erregung überwiegt die Hemmung, große Nervenzellverbände werden gleichzeitig aktiv
  • Anhaltende Übererregung: Die Aktivität breitet sich aus, es droht ein Status epilepticus
  • Gefahren während des Anfalls: Erhöhter Sauerstoffverbrauch, Hypoventilation und Hypoxie, Aspiration, Verletzungen
 Merke

Leitsymptom: plötzliche Bewusstlosigkeit mit Versteifung und anschließend rhythmischen Zuckungen des ganzen Körpers.

Ein generalisierter Anfall verläuft in Phasen:

  • Tonische Phase: Sturz, Bewusstlosigkeit, Versteifung der gesamten Muskulatur, oft mit Initialschrei, die Atmung setzt kurz aus
  • Klonische Phase: Rhythmische Muskelzuckungen des gesamten Körpers
  • Erholungsphase: Müdigkeit, Somnolenz, Desorientierung, Kopf- und Muskelschmerzen, vorübergehende neurologische Ausfälle (z.B. Todd'sche Parese)
Die Uhr ist das wichtigste Instrument. Ab fünf Minuten wird  (Epilepsie und zerebraler Krampfanfall)
Phasen eines generalisierten Krampfanfalls

Je nach Anfallsart und Dauer können weitere Zeichen auftreten:

  • Zungenbiss: typisch für den generalisierten tonisch-klonischen Anfall
  • Schaumbildung vor dem Mund
  • Urin- oder Stuhlabgang
  • Zyanose: Folge der unzureichenden Atmung während des Anfalls
  • Tachykardie und Schwitzen: Zeichen der vegetativen Aktivierung
  • Sekundäre Verletzungen: Sturzverletzungen an Kopf, Gesicht oder Extremitäten
 Info
Untypische Verläufe

Ein fokaler Anfall kann ohne Sturz und Bewusstlosigkeit verlaufen: Zuckungen einer Körperregion, Kribbeln oder Sehstörungen bei erhaltenem Bewusstsein. Bei eingeschränktem Bewusstsein fallen ein starrer Blick, Automatismen wie Schmatzen oder Nesteln und eine anschließende Verwirrtheit auf.

 Info
Fieberkrampf bei Kindern

Ein Fieberkrampf ist ein durch Fieber ausgelöster, selbstlimitierender Krampfanfall bei Kindern von 6 Monaten bis 5 Jahren ohne neurologische Grunderkrankung. Die meisten enden spontan innerhalb von 3 Minuten. Dauert ein Anfall länger als 5 Minuten, soll er medikamentös unterbrochen werden.

 Achtung
Red Flags
  • Anhaltender Anfall oder wiederholte Anfälle ohne Erholung dazwischen (Status epilepticus)
  • Zyanose, unzureichende oder gurgelnde Atmung nach dem Anfall
  • Keine Erholung des Bewusstseins nach dem Anfall
  • Erstmaliger Anfall ohne bekannte Epilepsie
  • Fieber mit Nackensteife: Meningitis möglich, Eigenschutz mit Mund-Nasen-Schutz
  • Krampfanfall in der Schwangerschaft: Hinweis auf eine Eklampsie
  • Kopfverletzung, bleibende Lähmung oder Sprachstörung nach dem Anfall

Die Auswahl ist beispielhaft und nennt häufig auftretende Zeichen. Das Nachfordern liegt immer im Ermessen des jeweiligen Teams.

 Merke

Zuerst zählt: Krampft die Person noch oder ist der Anfall vorbei? Danach stehen Atmung, Bewusstsein und Blutzucker im Vordergrund. Ab 5 Minuten Dauer oder bei wiederholten Anfällen ohne Erholung liegt ein Status epilepticus vor, der medikamentös durchbrochen werden muss.

Anamnese

Für die Befragung hilft das SAMPLER(S)-Schema:

  • S (Symptome): Ablauf des Anfalls, Bewusstlosigkeit, Zungenbiss, Abgang von Urin oder Stuhl, Dauer der Reorientierung
  • A (Allergien/Infektionen): Bekannte Allergien, fieberhafte Infektionen. Bei Fieber und neurologischen Symptomen an eine Meningitis denken
  • M (Medikation): Bei bekannter Epilepsie Einnahme von Antikonvulsiva, ggf. auslösende Medikamente (z.B. Antipsychotika)
  • P (Patientengeschichte): Bekannte Epilepsie, frühere Anfälle oder Synkopen, Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumoren, Schlaganfall, Alkoholabhängigkeit
  • L (Letzte…): Zeitpunkt der letzten Nahrungsaufnahme, Medikamenteneinnahme und des letzten Anfalls
  • E (Ereignis): Auslöser wie Schlafmangel, Alkohol, Drogen, Fieber, Belastung oder Trauma. Fremdanamnese durch Zeug:innen oder Angehörige nutzen
  • R (Risikofaktoren): Nichteinnahme von Medikamenten, Elektrolytstörungen, Infektionen, Alkohol- oder Drogenentzug
  • S (Schwangerschaft): mögliche Schwangerschaft bei Patientinnen, bei Krampfanfall und Hypertonie an eine Eklampsie denken

Körperliche Untersuchung

Zungenbiss nach einem epileptischem Anfall
Zungenbiss

Inspektion:

  • Zungenbiss: Typischerweise an der Seitenkante der Zunge, Hinweis auf einen generalisierten tonisch-klonischen Anfall
  • Urin- und/oder Stuhlabgang, Schaumbildung vor dem Mund: Ausdruck der vegetativen Enthemmung und der eingeschränkten Schluckfunktion während des Anfalls
  • Zyanose: Hinweis auf eine vorübergehende Apnoe während der tonischen Phase

Palpation:

  • Verletzungszeichen: Hämatome, Abschürfungen oder Druckschmerzen nach einem Sturz, Bissverletzungen von Zunge oder Mundschleimhaut
  • Puls: Tachykarder Puls als Ausdruck der vegetativen Aktivierung nach dem Anfall
  • Rekap-Zeit messen

Perkussion:

Hat beim Krampfanfall keine eigenständige Bedeutung und entfällt in der Praxis

Auskultation:

  • Lunge: Typischerweise regelrechte Atemgeräusche ohne Nebengeräusche
    • Rasselgeräusche oder gurgelnde Atmung weisen auf eine Aspiration hin

Vitalparameter

Die Vitalparameter werden beim Krampfanfall engmaschig erhoben und wiederholt. Aussagekräftiger als der einzelne Wert ist der Verlauf. Ein vollständiges Monitoring ist erst nach dem Ende des Anfalls möglich.

ParameterTypischer BefundKlinische Bedeutung
AtemfrequenzWährend des Anfalls unregelmäßig, kurzzeitige Apnoe möglich, danach rasche NormalisierungAnhaltend unzureichende Atmung nach dem Anfall: Hypoventilation oder Aspiration
Sauerstoffsättigung (SpO₂)Während des Anfalls erniedrigt, danach rasche ErholungBleibt die Sättigung niedrig, liegt eine Hypoxämie vor, z.B. durch Aspiration oder verlegte Atemwege
HerzfrequenzHäufig Tachykardie, Normalisierung innerhalb weniger MinutenAusdruck der vegetativen Aktivierung
BlutdruckWährend des Anfalls häufig erhöht, danach NormalisierungEin stark erhöhter Blutdruck bei einer Schwangeren weist auf eine Eklampsie hin
EKGIn der Regel SinustachykardieRettungssanitäter:innen legen das 12-Kanal-EKG an und drucken es aus, die Befundung übernimmt das Team
KörpertemperaturNormal bis leicht erhöhtFieber weist bei Kindern auf einen Fieberkrampf hin, mit Nackensteife auf eine Meningitis
BlutzuckerHäufig normwertig oder leicht erhöhtBei jeder Vigilanzminderung bestimmen, um eine Hypoglykämie auszuschließen
 Info

Nicht auf jedem Rettungsmittel ist ein 12-Kanal-EKG verfügbar, zum Beispiel auf dem KTW.

Orientierende neurologische Untersuchung

Nach einem Krampfanfall zeigt sich die Erholung des Gehirns früh am Bewusstsein. Die Einschätzung wird daher im Verlauf regelmäßig wiederholt.

  • Vigilanz: Einschätzung anhand der GCS. Eine anhaltende Vigilanzminderung ist ein Warnzeichen
  • Orientierung: Fragen zu Person, Ort, Zeit und Situation. Eine neu aufgetretene Verwirrtheit ist ein Warnzeichen
  • Sprache: Spricht die betroffene Person in ganzen Sätzen oder nur in einzelnen Wörtern? Wortfindungsstörungen nach dem Anfall gehören zur postiktalen Phase. Halten sie an, ist an einen Schlaganfall zu denken
  • Pupillen: Größe, Seitengleichheit und Lichtreaktion
  • Kraft und Sensibilität: Grobe Prüfung an Armen und Beinen im Seitenvergleich, um einen Schlaganfall als Differenzialdiagnose nicht zu übersehen
 Tipp
Lähmung nach dem Anfall

Eine einseitige Lähmung nach dem Anfall kann eine Todd'sche Parese oder ein Schlaganfall sein. Präklinisch ist das nicht zu unterscheiden, sie wird wie ein Schlaganfall behandelt.

Differenzialdiagnosen

KrankheitsbildWas eher dafür spricht
SynkopeBewusstlosigkeit unter 30 Sekunden, kurze Zuckungen möglich (konvulsive Synkope), blasse Haut, rasche Reorientierung ohne postiktale Phase, kein Zungenbiss, kein Einnässen
HypoglykämieErniedrigter Blutzucker, Unruhe, Schwitzen, Blässe, Zittern, Besserung nach Glukosegabe
SchlaganfallBleibende fokal-neurologische Ausfälle, Sprachstörung, Blickwendung, positive BE-FAST-Kriterien
IntoxikationVigilanzminderung, Pupillenveränderungen, Koordinationsstörungen, keine typische Anfallsabfolge
HyperventilationstetanieSchnelle Atmung, Kribbeln an Lippen, Händen und Füßen, Pfötchenstellung, Bewusstsein erhalten
Psychogener AnfallUngewöhnliche Bewegungsmuster, lange Dauer, geschlossene Augen, in der Regel kein Zungenbiss, keine postiktale Phase
Hirnblutung (ICB)Plötzlicher, stärkster Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen, Nackensteifigkeit, bleibende Bewusstseinsminderung oder neurologische Ausfälle, häufig stark erhöhter Blutdruck, Sturz oder Blutverdünner in der Vorgeschichte
Hypoxiebedingter KrampfanfallVorausgehende Atemwegsverlegung, Atem- oder Kreislaufstillstand, Zyanose, niedrige SpO₂, Krämpfe erst nach dem Sauerstoffmangel, Besserung unter Sauerstoffgabe oder Beatmung

Basismaßnahmen

 Info

Die folgenden Maßnahmen können Rettungssanitäter:innen im Rahmen ihrer Qualifikation grundsätzlich eigenständig durchführen. Der konkrete Umfang richtet sich nach den lokalen Vorgaben, der jeweiligen Einsatzsituation und der verfügbaren Ausstattung.

  • Während des Anfalls:
    • Umgebung sichern, gefährliche Gegenstände entfernen, Kopf und Extremitäten weich polstern
    • Die betroffene Person nicht festhalten
    • Nichts in den Mund einführen
    • Den Anfallsbeginn notieren, ab 5 Minuten liegt ein Status epilepticus vor
  • Nach dem Anfall:
    • Bewusstsein nach dem WASB-Schema prüfen 
    • Atemwege freihalten, lockeren Zahnersatz entfernen, Atmung kontrollieren
    • Absaugbereitschaft herstellen, Beatmungsbeutel griffbereit halten
  • Angepasste Lagerung:
    • Nach dem Anfall: bei erhaltener Spontanatmung stabile Seitenlage zur Aspirationsprophylaxe, alternativ Rückenlage mit kontinuierlicher Atemwegskontrolle
    • Wach und orientiert: mit erhöhtem Oberkörper
  • Beruhigen und betreuen: die betroffene Person ruhig ansprechen, über die nächsten Schritte informieren und nicht allein lassen
  • Vitalwerte erheben: Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz, EKG, Blutdruck, Blutzucker und Temperatur
    • Ein komplettes Monitoring ist erst nach Beendigung des Anfalls möglich
    • Den Blutzucker frühzeitig messen, um eine Hypoglykämie als behandelbare Ursache auszuschließen
    • Fieber als Auslöser erkennen, vor allem bei Kindern
  • Sauerstoffgabe: frühzeitige hochdosierte Sauerstofftherapie zur Vermeidung bzw. Behandlung einer Hypoxämie, im Verlauf anpassen
    • Während des Anfalls: Sobald sich eine Maske anlegen lässt
    • Nach dem Anfall: bei Zyanose oder erniedrigter Sättigung
  • 12-Kanal-EKG: anlegen und schreiben. Die Befundung übernimmt das weiterbehandelnde Team
  • Nachfordern: bei Red Flags frühzeitig RTW und/oder NEF über die Leitstelle anfordern, bei einem Status epilepticus sofort
  • Ggf. Wärmeerhalt: zudecken oder Rettungsdecke anlegen. Auf dem Boden kühlt die betroffene Person schnell aus

Weitere Versorgung

Die weiterführende Versorgung übernehmen Notfallsanitäter:innen und gegebenenfalls die Notärztin oder der Notarzt. Deine Rolle hängt davon ab, mit welchem Fahrzeug du im Einsatz bist:

  • Mit dem KTW zuerst vor Ort: Bis zum Eintreffen des nachgeforderten RTW führst du die Basismaßnahmen selbst durch. Danach übergibst du an die Notfallsanitäterin oder den Notfallsanitäter und bleibst als Teil des Behandlungsteams eingebunden
  • Als zweite Person auf dem RTW: Du arbeitest von Anfang an mit der Notfallsanitäterin oder dem Notfallsanitäter zusammen. Du übernimmst die Basismaßnahmen, während sie oder er die erweiterten Maßnahmen einleitet

In beiden Fällen bereitest du Maßnahmen vor, reichst benötigtes Material an, beobachtest den Zustand der betroffenen Person und führst delegierte Maßnahmen durch.

Dafür musst du die weiteren Versorgungsschritte sowie die eingesetzten Medikamente und Maßnahmen mit ihren Behandlungszielen kennen. Nur wenn du weißt, was als Nächstes kommt, kannst du es gezielt vorbereiten und im Team mitarbeiten. Auswahl, Dosierung und Applikation richten sich nach Indikation, Qualifikation, lokalen Vorgaben und Delegation. Nicht alle aufgeführten Medikamente werden bei jedem Krampfanfall eingesetzt.

 Merke

Beim Status epilepticus erfolgt die medikamentöse Therapie zur Krampfbeendigung nach einem Stufenschema: Benzodiazepin, dann Antikonvulsivum, zuletzt Narkoseeinleitung.

Medikament/MaßnahmeBehandlungszweckWichtige Hinweise für die Unterstützung
Midazolam unter 40 kg KG 5 mg, über 40 kg KG 10 mg i.v. / i.n. /i.m. ggf. 1xwiederholenBenzodiazepin zur Unterbrechung der Krampfaktivität

Midazolam aufziehen und den MAD (= Mucosal Atomization Device, Zerstäuberaufsatz für die Nase) aufsetzen, so ist die Gabe ohne venösen Zugang möglich

Material für den intravenösen Zugang vorbereiten. Anlage nicht in der Ellenbeuge, weil der Zugang bei erneutem Anfall abknickt. Nach der Gabe die Atmung überwachen

Diazepam rektal unter 15 kg KG 5 mg, über 15 kg KG 10 mg, ggf. Wiederholungsgabe nach 10 MinutenUnterbrechung eines Fieberkrampfs bei Kindern, der länger als 5 Minuten anhältRektiole bereitlegen, Körpergewicht erfragen oder schätzen
Levetiracetam Erwachsene: 60 mg/kg KG i.v., max. 4.500 mg, Kinder: 40 mg/kg KG i.v.Antikonvulsivum, wenn der Anfall trotz Benzodiazepin anhältKörpergewicht im Team mitteilen
NarkoseeinleitungWenn der Status epilepticus auf Stufe 1 und 2 nicht ansprichtAbsaugung, Beatmungsbeutel mit Sauerstoff und Material für die Atemwegssicherung vorbereiten
Status epilepticus: Stufentherapie (RD)
Stufentherapie des Status epilepticus
 Info
Weitere Medikamente je nach Ursache

Je nach Ursache kommen weitere Medikamente dazu: bei Hypoglykämie Glukose i.v., bei Eklampsie Magnesium 4 bis 6 g i.v. als Kurzinfusion über 15 bis 20 Minuten, beim alkoholassoziierten Krampfanfall Thiamin (= Vitamin B1) 100 mg i.v. gegen den Thiaminmangel.

Der Transport erfolgt in ein Krankenhaus mit Notaufnahme mit neurologischer Fachkompetenz und der Möglichkeit zur Intensivüberwachung, beim Fieberkrampf in eine Klinik mit pädiatrischer Fachabteilung, bei einer Eklampsie in eine Klinik mit geburtshilflicher Abteilung. Bei bekannter Epilepsie mit rascher Erholung wird über den Transport nach klinischer Einschätzung und in Rücksprache mit der erkrankten Person entschieden.

  • Körperliche Belastung vermeiden: Patient:innen gehen in der Regel nicht selbst zum Fahrzeug, da sie in der postiktalen Phase verwirrt und sturzgefährdet sind und ein erneuter Anfall jederzeit auftreten kann
  • Lagerung während der Fahrt:
    • Bewusstsein eingeschränkt: stabile Seitenlage auf der Trage, Absaugung griffbereit
    • Wach und orientiert: mit erhöhtem Oberkörper
  • Kontinuierliches Monitoring: EKG, Blutdruck, SpO₂ und Atemfrequenz bleiben während der gesamten Fahrt angeschlossen
    • Besonders auf erneute Krampfaktivität, eine unzureichende Atmung und die Bewusstseinslage achten
  • Verlaufsbeobachtung: Die betroffene Person während der Fahrt engmaschig beobachten, um eine Verschlechterung frühzeitig zu erkennen

Übergabe

Die Übergabe erfolgt nach dem SINNHAFT-Schema.

  • Verdacht auf einen Krampfanfall klar benennen, mit Anfallsfreiheit oder fortbestehender Krampfaktivität bei Übergabe
  • Zeitpunkt, Dauer und Ablauf des Anfalls, z.B. tonisch-klonische Krämpfe, Blickwendung, Automatismen
  • Zungenbiss, Einnässen oder Verletzungsfolgen
  • Vitalparameter und Verlauf, Blutzucker und aktueller neurologischer Zustand
  • Vorerkrankungen, Dauermedikation und Allergien, vor allem die letzte Einnahme der Antikonvulsiva
  • Sauerstofftherapie: Beginn, Flussrate und Verlauf der Sättigung
  • Verabreichte Medikamente und durchgeführte Maßnahmen
Merke

Eine vollständige Dokumentation im Einsatzprotokoll ist die Grundlage für die Weiterbehandlung in der Klinik und dient der rechtlichen Absicherung.

Das Team erkennt anhand des Zungenbisses, des beschriebenen Ablaufs mit Versteifung, Zuckungen des gesamten Körpers und Bewusstlosigkeit sowie der Somnolenz bei bekannter Epilepsie einen generalisierten tonisch-klonischen Anfall mit postiktaler Phase. Der Anfall hat etwa 2 Minuten gedauert und ist beendet. Ein Status epilepticus liegt nicht vor. Als Auslöser kommen die vergessenen Antikonvulsiva und der Schlafmangel infrage.

Der Patient bleibt in der stabilen Seitenlage, die Atemwege sind frei, die Absaugung liegt griffbereit. Das Monitoring wird angeschlossen: Sättigung 91 %, Herzfrequenz 101/min, Blutdruck 145/90 mmHg. Wegen der erniedrigten Sättigung erhält der Patient Sauerstoff über eine Maske mit Reservoir, Ziel ist eine Sättigung von 94 bis 98 %. Der Blutzucker liegt bei 112 mg/dl, die Temperatur bei 37,1 °C. Eine Hypoglykämie und Fieber sind ausgeschlossen. Das 12-Kanal-EKG zeigt eine Sinustachykardie mit 98/min.

Parallel richtet der Rettungssanitäter das Material für einen erneuten Anfall: 10 mg Midazolam werden aufgezogen und der MAD für die intranasale Gabe aufgesetzt, dazu das Material für den intravenösen Zugang.

Die Notfallsanitäterin legt den Zugang am Unterarm, nicht in der Ellenbeuge. Auf Midazolam wird verzichtet, weil der Anfall beendet ist und kein neuer auftritt. Ein NEF wird nicht nachgefordert, da kein Status epilepticus vorliegt und sich der Patient erholt.

Nach 20 Minuten ist der Patient wach und orientiert, GCS 15, die Sättigung liegt bei 97 %, der Sauerstoff wird reduziert. Der Patient wird auf der Trage zum Fahrzeug befördert und dort mit erhöhtem Oberkörper gelagert. Das Monitoring bleibt angeschlossen. Ziel ist eine Klinik mit neurologischer Fachabteilung. 

Die Übergabe erfolgt nach dem SINNHAFT-Schema und enthält unter anderem den Verdacht auf einen generalisierten Krampfanfall, Beginn, Dauer und Ablauf des Anfalls, den Zungenbiss, die vergessene Dauermedikation und den Blutzucker.

Definition

 Definition
Epileptischer Anfall

Ein epileptischer Anfall ist eine plötzliche und unkontrollierte Entladung vieler Nervenzellen im Gehirn. Sie stört vorübergehend die Hirnfunktion, z.B. mit Zuckungen, Bewusstlosigkeit oder Missempfindungen. Ein Anfall endet meist von selbst.

  • Status epilepticus: Anfall länger als 5 Minuten oder zwei aufeinander folgende Anfälle ohne Wiedererlangung des Bewusstseins
  • Epilepsie: chronische Erkrankung des Gehirns, Diagnose ab zwei unprovozierten Anfällen im Abstand von mehr als 24 Stunden
  • Fokal (eine Hirnhälfte, Bewusstsein erhalten oder eingeschränkt) oder generalisiert (beide Hirnhälften, Bewusstlosigkeit)

Ursachen

  • Substanzen: Alkohol- und Benzodiazepinentzug, Amphetamine, Kokain
  • Systemisch und situativ: Fieber (Kinder), Elektrolytstörungen, Hypoglykämie, Eklampsie, Schlafmangel, Flackerlicht, Hyperventilation, Stress
  • Medikamente und Therapiefehler: Antidepressiva, Antipsychotika, Antibiotika, vergessene oder abgesetzte Antikonvulsiva. Weitere: ZNS-Infektionen, Schädel-Hirn-Trauma, Tumore, Schlaganfall, Hypoxie

Pathophysiologie

  • Krampfschwelle: individueller Punkt, ab dem eine Übererregbarkeit der Nervenzellen einen Anfall auslöst. Erregung überwiegt die Hemmung, viele Nervenzellen entladen sich gleichzeitig
  • Gefahren: erhöhter Sauerstoffverbrauch, Hypoventilation und Hypoxie, Aspiration, Verletzungen. Status epilepticus: Anfall endet nicht von selbst, Gefahr von Hirnschäden

Symptome

  • Leitsymptom: plötzliche Bewusstlosigkeit mit Versteifung und rhythmischen Zuckungen des ganzen Körpers
  • Phasen: tonisch (Sturz, Versteifung), klonisch (rhythmische Zuckungen), postiktal (Somnolenz, Desorientierung, Kopf- und Muskelschmerzen)
  • Begleitzeichen: Zungenbiss an der Seitenkante, Schaum vor dem Mund, Einnässen, Zyanose, Tachykardie, Schwitzen, Sturzverletzungen
  • Fieberkrampf: Kinder von 6 Monaten bis 5 Jahren, in der Regel innerhalb von 3 Minuten beendet
 Achtung
Red Flags
  • Anhaltender Anfall oder wiederholte Anfälle ohne Erholung (Status epilepticus)
  • Zyanose oder gurgelnde Atmung, keine Erholung des Bewusstseins
  • Erstmaliger Anfall, Fieber mit Nackensteife (Meningitis), Schwangerschaft (Eklampsie)
  • Kopfverletzung, bleibende Lähmung oder Sprachstörung

Diagnostik

  • Erste Frage: Krampft die Person noch? Zeit vom Anfallsbeginn messen, ab 5 Minuten Status epilepticus
  • Anamnese nach SAMPLER(S): Ablauf und Dauer des Anfalls, frühere Anfälle oder Synkopen, Antikonvulsiva und letzte Einnahme, Auslöser, Fieber, Schwangerschaft. Fremdanamnese nutzen
  • Körperliche Untersuchung: Zungenbiss an der Seitenkante, Einnässen, Schaum, Zyanose, Verletzungen, Puls, Rekap-Zeit, gurgelnde Atemgeräusche bei Aspiration
  • Vitalparameter: Atemfrequenz und SpO₂ (nach dem Anfall rasche Erholung, sonst Hypoxämie), Herzfrequenz, Blutdruck, 12-Kanal-EKG anlegen, Körpertemperatur, Blutzucker. GCS, Pupillen, Kraft und Sensibilität wiederholt prüfen
  • Differenzialdiagnosen: Synkope (kurz, rasche Reorientierung, kein Zungenbiss), Hypoglykämie, Schlaganfall (bleibende Ausfälle), Intoxikation, Hyperventilationstetanie, psychogener Anfall

Therapie

  • Während des Anfalls: Umgebung sichern, Kopf polstern, nicht festhalten, nichts in den Mund, Zeit messen
  • Nach dem Anfall: WASB, Atemwege freihalten, Atemkontrolle, Absaugbereitschaft, stabile Seitenlage, Vitalwerte mit Blutzucker und Körpertemperatur, Sauerstoff hochdosiert bei Zyanose oder erniedrigter Sättigung, 12-Kanal-EKG, bei Red Flags RTW und/oder NEF nachfordern, Wärmeerhalt
  • Stufe 1: Benzodiazepin
  • Stufe 2: Antikonvulsivum
  • Stufe 3: Narkose
  • Glukose i.v. bei Hypoglykämie, Magnesium bei Eklampsie, Thiamin beim alkoholassoziierten Anfall

Transport und Übergabe

  • Zielklinik: Notaufnahme mit neurologischer Fachkompetenz und Intensivüberwachung, Fieberkrampf Kinderklinik, Eklampsie Geburtsklinik
  • Lagerung und Monitoring: stabile Seitenlage bei eingeschränktem Bewusstsein, sonst Oberkörper erhöht, nicht selbst zum Fahrzeug gehen lassen, auf erneute Krampfaktivität achten
  • Übergabe nach SINNHAFT: Verdacht benennen, Zeitpunkt, Dauer und Ablauf, Zungenbiss und Einnässen, Vitalparameter, Blutzucker, Medikation, Maßnahmen und Medikamente
Tipp

Du willst noch tiefer einsteigen? Im Artikel für Notfallsanitäter:innen findest du Pathophysiologie und Therapie ausführlicher erklärt. Die wichtigsten Artikel haben wir dir hier verlinkt. Und falls dir ein Fachbegriff nicht klar ist, hilft dir der Artikel zur Terminologie weiter.

  • Krampfanfall (NotSan)
  • Synkope (NotSan)
  • Hypoglykämie (NotSan)
  • Schlaganfall (NotSan)
  • Lagerung
  • Terminologie
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
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