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Lerntipps

22 Minuten Lesezeit
Medizin lernen

Das Medizinstudium und die Ausbildung in medizinischen Berufen stellen hohe Anforderungen an Lernende, sowohl in Bezug auf das theoretische Wissen als auch auf die praktische Anwendung. Die effektive Vorbereitung auf Prüfungen und den beruflichen Alltag erfordert eine systematische Herangehensweise.

Dieser Leitfaden gibt einen Einblick in bewährte Methoden, die helfen können, das Studium oder die Ausbildung erfolgreich zu meistern und eine solide Basis für die berufliche Tätigkeit zu schaffen. Gleichzeitig wird darauf eingegangen, wie eine gesunde Balance zwischen Lernen, Praxis und persönlichem Wohlbefinden erreicht werden kann.

Vision entwickeln: Wofür lernt man?

Vision entwickeln: Wofür lernt man?

  • Das Entwickeln einer klaren Vision kann sehr hilfreich sein für die Motivation im Medizinstudium und in der medizinischen Ausbildung
  • Es ist wichtig, sich regelmäßig vor Augen zu führen, wofür man lernt und welche Ziele man erreichen möchte
  • Die Vorstellung, später einmal Menschen zu helfen, Krankheiten zu heilen oder das Wohlergehen von Patient:innen zu fördern, kann eine starke Triebkraft sein. Eine solche Vision gibt dem Lernen einen tieferen Sinn und hilft dabei, auch in schwierigen Phasen durchzuhalten
  • Wenn man die Vision hat, später mal viel Geld zu verdienen oder eine eigene bekannte Praxis zu eröffnen oder berühmt zu werden, ist dies auch eine gute Vision. Wichtig ist, dass die Vision zu den eigenen Wünschen passt und einem ein gutes Gefühl gibt
 Tipp
Visualisieren

Eine Vision kann die Motivation fördern. Eine Vision könnte z.B. sein, dass man eine herausragende Patient:innenversorgung machen möchte und auch seltene Krankheiten erkennen möchte. In diesem Fall kann es sich daher lohnen, auch Details zu lernen. Denn die Details können dazu beitragen, im Beruf besondere Krankheiten zu erkennen oder eine bessere Versorgung leisten zu können.

Am besten stellt man sich die Vision bildlich vor dem inneren Auge vor und versucht zu spüren, wie es sich anfühlt, wenn man die Vision erreicht hat.

Strukturierte Planung:

  • Eine Zeitplanung hilft, den Überblick über den umfangreichen Lernstoff zu behalten
  • Eine realistische Einteilung der Themen in tägliche und wöchentliche Lerneinheiten ist wichtig, um Überforderung zu vermeiden
  • Die Planung sollte flexibel genug sein und Puffer einbauen, um auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können, gleichzeitig aber auch strukturiert genug, um eine regelmäßige Lernroutine aufrechtzuerhalten
  • Es kann hilfreich sein, dabei digitale Planungs-Tools zu nutzen, die Erinnerungen setzen und Fortschritte visualisieren. Ganz einfach kann man die Planung auch mit Word oder Excel machen
 Tipp
Ein Lernplan verschafft Ruhe und hilft dabei, den richtigen Detailgrad des Lernens zu finden

Durch einen strukturierten Lernplan, erhält man einen Überblick über die Inhalte, wann man anfangen sollte zu lernen und ob man noch im Lerntempo ist. Ohne Lernplan kann man schnell das Gefühl bekommen, nicht schnell genug voranzukommen und alles auf einmal lernen zu müssen. Mit einem Lernplan weiß man: „Ich habe die Themen für heute gelernt und liege gut in der Zeit“. Sollte man merken, dass man nicht schnell genug vorankommt, aber der Lernplan schon eng getaktet ist, sollte man den Detailgrad des Lernens anpassen.

 Tipp

Mit unseren strukturierten Kursen kannst du ein Thema von A bis Z lernen. In den Kursen beginnen wir mit den Grundlagen und gehen in einer didaktisch sinnvollen Struktur durch die Themen.

Ein paar Beispiele für unsere Kurse:

Lernziele definieren:

  • Das Festlegen klarer Lernziele für jede Einheit ermöglicht es, den Fortschritt messbar zu machen
  • Dabei sollten kurzfristige Lernziele (z.B. das Lesen und Verstehen einzelner Artikel) und langfristige Lernziele (z.B. das vollständige Lernen eines Faches) unterschieden werden
  • Es ist hilfreich, die Lernziele schriftlich festzuhalten und regelmäßig zu überprüfen, ob diese erreicht wurden. Das Erreichen von Zielen führt zu einem positiven Feedback-Effekt, der motiviert und das Selbstvertrauen stärkt

Selbsteinschätzung üben:

  • Das Medizinstudium und die medizinische Ausbildung erfordern ein hohes Maß an Selbstorganisation und Selbsteinschätzung
  • Es ist wichtig, realistisch einschätzen zu können, wie viel Zeit für einzelne Themen benötigt wird
  • Hierbei hilft es, ein Lerntagebuch zu führen und regelmäßig zu reflektieren, wie gut die Zeiteinteilung funktioniert hat. So kann man lernen, den eigenen Fortschritt besser einzuschätzen und die aktuelle sowie künftige Lernphasen besser zu planen

Zuerst alles grob lernen, dann ins Detail gehen:

  • Ein bewährtes Prinzip ist es, zuerst einen groben Überblick über ein Thema zu gewinnen, bevor man in die Details einsteigt
  • Dies hilft, Zusammenhänge besser zu verstehen und die Bedeutung der Einzelheiten einzuordnen
  • Es ist häufig einfacher und verständlicher, wenn zunächst eine grobe Struktur geschaffen wird, an die anschließend die Details angeknüpft werden
  • Dieser Lernansatz verhindert auch, dass man sich in unwichtigen Einzelheiten verliert und den Überblick verliert

Prioritäten setzen und sich nicht in Details verlieren:

  • Der Stoffumfang in der medizinischen Ausbildung und im Studium ist enorm, daher ist es wichtig, wichtigere Themen von weniger relevanten zu unterscheiden
  • Die Fokussierung auf Themen mit hoher Prüfungsrelevanz kann sinnvoll sein. Beim Lernen für eine mündliche Prüfung sollte man sich auf die wichtigen Themen und Krankheitsbilder fokussieren. Bei Multiple-Choice-Prüfungen ist dies häufig schwieriger, da in diesen auch teilweise unnötige Details abgefragt werden. Ggf. gibt es bei diesen Altfragen zur Orientierung
  • Es gilt der Grundsatz: Wichtiges ist wichtig und wird häufiger gefragt. Diese Fokussierung hilft, die verfügbare Lernzeit sinnvoll zu nutzen und die Themen zu lernen, die nicht nur für die Prüfung, sondern auch für den Beruf relevant sind
 Tipp

Wir versuchen uns in unseren Inhalten auf die wichtigen Informationen zu fokussieren und diese kompakt und übersichtlich darzustellen. Weiterhin heben wir durch Tipp-, Achtung-, Merke- und Infoboxen die wichtigen Informationen hervor.

Mit Spaß und Gelassenheit lernen:

  • Es ist wichtig, das Lernen nicht als Last zu sehen, sondern Spaß am Lernprozess zu entwickeln
  • Interessante Fallbeispiele, das Arbeiten mit interaktiven Lernplattformen oder der Austausch mit anderen Lernenden können dazu beitragen, den Lernprozess abwechslungsreich und motivierend zu gestalten
  • Eine gelassene Haltung, insbesondere in stressigen Phasen, hilft dabei, die Freude am Lernen zu erhalten und sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen. Gelassenheit bedeutet auch, Pausen einzuplanen und darauf zu vertrauen, dass man es schaffen wird. Das Gehirn braucht Zeit und Entspannung, um das Wissen zu verarbeiten

Regelmäßige Wiederholungen:

  • Das Spaced-Repetition-Prinzip ist eine effektive Methode, um Wissen langfristig zu behalten
  • Hierbei werden die Inhalte in regelmäßigen Abständen wiederholt, wodurch das Vergessen reduziert wird
  • Der Einsatz von Karteikarten kann hierbei hilfreich sein

Gesund und entspannt leben:

  • Ausreichend Schlaf ist für das Lernen unerlässlich:
    • Im Schlaf werden Informationen verarbeitet und gefestigt
    • Schlafmangel beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis erheblich
    • Mindestens 7-8 Stunden Schlaf pro Nacht sind ideal
  • Auch regelmäßige körperliche Aktivität spielt eine zentrale Rolle im Lernprozess
    • Sport fördert die Durchblutung des Gehirns, baut Stress ab und verbessert die Konzentrationsfähigkeit
    • Bereits 30 Minuten Bewegung am Tag können eine spürbare Wirkung auf das allgemeine Wohlbefinden und die Lernleistung haben
  • Ausgleich durch Hobbys:
    • Aktivitäten außerhalb des Studiums oder der Ausbildung, wie Sport, Musik oder andere Hobbys, tragen wesentlich dazu bei, Stress abzubauen und das innere Gleichgewicht zu erhalten
    • Ein fester Termin für Freizeitaktivitäten kann helfen, dem Alltag Struktur zu geben und sicherzustellen, dass Zeit für Entspannung bleibt
    • Soziale Kontakte, sei es im Verein oder durch gemeinsame Aktivitäten mit Freund:innen tragen maßgeblich zum Wohlbefinden bei
  • Weiterhin sollte man sich in Lernphasen nicht ausschließlich von “Junk-Food” ernähren. Eine gesunde Ernährung (z.B. in Form der mediterranen Diät) ist wichtig
  • Realistische Erwartungen setzen:
    • Perfektionismus kann zu einer erheblichen Belastung werden
    • Es ist hilfreich, sich realistische Ziele zu setzen und auch Fehler als Teil des Lernprozesses zu akzeptieren
    • Das Medizinstudium und die Ausbildung sind lang und herausfordernd, und nicht jeder Schritt kann immer perfekt gemeistert werden
    • Es ist wichtig, sich selbst Fehler zuzugestehen und aus ihnen zu lernen, statt sich selbst zu verurteilen
    • Ein realistischer Blick auf die eigenen Fähigkeiten und eine positive Einstellung zum Lernen können dazu beitragen, die Motivation langfristig in einem gesunden Maß aufrechtzuerhalten
  • Auf mentale Gesundheit achten:
    • Das Medizinstudium und die medizinische Ausbildung können sehr belastend sein
    • Es ist wichtig, auf die eigene mentale Gesundheit zu achten
    • Bei mentalen Problemen sollte man gegebenenfalls Unterstützung durch psychologische Beratungsstellen in Anspruch nehmen
    • Der Austausch mit Freund:innen über belastende Situationen kann helfen, die Situationen zu verarbeiten
 Tipp
Gesund und entspannt leben
Gesundheit ist wichtiger als gute Noten!

Ausreichend Schlaf, regelmäßige körperliche Aktivität, sozialer Austausch, eine gesunde Ernährung sowie Entspannung sind sehr wichtig.

Man sollte auf keinen Fall den Schlaf, Treffen mit Freund:innen oder den Sport reduzieren oder ausfallen lassen, um mehr lernen zu können. Leistungsfähig und entspannt zu bleiben, wird auf lange Sicht mehr bringen, als eine halbe Stunde länger zu lernen.

Wenn man merkt, keine Zeit mehr für Entspannung zu finden, sich stark gestresst fühlt und die mentale und körperliche Gesundheit unter dem Lernen leiden, sollte man überlegen, die Prüfung zu verschieben oder ein Semester zu pausieren. Es lohnt sich nicht, die Gesundheit für gute Noten zu opfern.

Das Studium, die Ausbildung und das Arbeitsleben sind ein Marathon, hierbei sollte man stets Schritt-für-Schritt vorgehen, die Dinge in kleinen Häppchen abarbeiten und sich nicht überlasten.

Einen Elefant isst man, indem man ihn in kleine Stücke schneidet.

Aktives Lernen:

  • Häufig kann es hilfreich sein, aktive Lernmethoden wie das Erstellen eigener Zusammenfassungen oder Karteikarten, das Zeichnen von anatomischen Schemata oder Diagrammen und das Arbeiten mit Quizfragen in den Lernalltag einzubinden
  • Das Selbstformulieren von Fragen zum Stoff und das anschließende Beantworten aus dem Gedächtnis ist eine weitere Form des aktiven Lernens, die den Lernstoff besser verankert
  • Die Inhalte sollten nicht nur gelesen werden, das Wissen sollte auch aktiv aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Dies kann man z.B. gut mit Karteikarten, indem man sich mit diesen selbst abfragt oder durch ein gegenseitiges Abfragen in einer Lerngruppe tun
  • Außerdem kann das Lernen durch Lehren eine sinnvolle Methode sein: Das Erklären komplexer Inhalte für andere, z.B. in einer Lerngruppe, vertieft das Wissen und fördert das Verständnis
 Tipp
AI-Tutor

In unserer Lernplattform kannst du mit unserem AI-Tutor aktiv lernen. Er kann dich zum Artikel abfragen oder ein interaktives Fallbeispiel mit dir machen. Weiterhin kann er dir die Informationen nochmal erklären oder Inhalte für dich zusammenfassen.

Unseren AI-Tutor findest du immer unter den Artikeln oder in der rechten Seitenleiste ganz unten.

Peer-Learning

Peer-Learning:

  • Das gemeinsame Lernen mit Freunden bietet eine hervorragende Möglichkeit, Wissen zu vertiefen
  • In Lerngruppen können schwierige Themen diskutiert, offene Fragen geklärt und der Stoff interaktiv wiederholt werden
  • Gruppenarbeit hilft auch, verschiedene Perspektiven auf ein Thema zu erhalten, was zu einem umfassenderen Verständnis führt
  • Durch ein gegenseitiges Abfragen, kann man auch herausfinden, in welchen Themen man noch Schwachstellen hat
  • Das Lernen macht zusammen häufig mehr Spaß!
  • Eine Strukturierung der Lerngruppen-Treffen mit festgelegten Themen, auf die sich alle vorbereiten können, erhöht die Effektivität
  • Es sollten alle gleichermaßen eingebunden werden
  • Die Lernpartner:innen sollten nicht verurteilt werden, wenn sie Informationen nicht wissen oder eine Frage falsch beantworten
 Tipp
Zusammen Lernen macht Spaß!

Das gemeinsame Lernen macht häufig mehr Spaß und bringt viele Vorteile. Wichtig ist, dass eine respektvolle Atmosphäre besteht, in der sich alle gegenseitig helfen. Neben dem fachlichen Austausch können auch Sorgen geteilt, gemeinsam gekocht oder Sport gemacht werden.

Fallbasierte Lernansätze:

  • Der Einsatz von Fallbeispielen ist eine effektive Methode, um theoretisches Wissen praxisorientiert anzuwenden
  • Diese Methode trainiert das klinische Denken und bereitet dich auf die praktische Tätigkeit vor
  • Fallbeispiele fördern das analytische Denken und machen die Anwendung des Gelernten greifbarer
 Tipp
Fallbeispiele in der Gruppe

Man kann viel dabei lernen, wenn man sich in der Gruppe selber Fallbeispiele ausdenkt und diese gegenseitig durchspielt. Hierdurch werden beide Seiten aktiv eingebunden. Der/die Fragende kann sich z.B. auf ein Krankheitsbild vorbereiten und den Fall erstellen. So bekommen beide Seiten ein Gespür dafür, welche Befunde beim Krankheitsbild vorliegen könnten und welche nicht. Weiterhin lernt man hierdurch eine strukturierte differenzialdiagnostische Arbeitsweise und kann die Anamnese üben.

Medi, unser AI-Tutor, leitet dich interaktiv durch ein Fallbeispiel. So kannst du deine klinischen und diagnostischen Skills verbessern.

In unserem Fallbeispiele-Ordner haben viele Fallbeispiele. Diese kannst du entweder alleine durchspielen oder ihr könnt sie in der Lerngruppe zur Orientierung verwenden.

Medienvielfalt nutzen:

  • Videos, Podcasts und interaktive Lernplattformen können den Lernprozess bereichern und helfen, komplexe Themen anschaulicher darzustellen
  • Verschiedene Medien bieten den Vorteil, dass die Lerninhalte auf unterschiedliche Weise präsentiert werden, was insbesondere bei visuellen oder auditiven Lerntypen zu einem besseren Verständnis führen kann
 Tipp

In unseren Lernmaterialien haben wir viele anschauliche Abbildungen integriert, um die Inhalte verständlicher zu machen. Zusätzlich macht das Lernen durch die vielen Bilder auch noch richtig Spaß!

In unserer Videobibliothek findest du viele Videos zu verschiedenen Themen.

 Achtung

Das Konzept der Lerntypen ist nicht wissenschaftlich fundiert, kann jedoch dabei helfen, sich mit der eigenen Lernweise auseinanderzusetzen.

  • Die alleinige Aufnahme von Informationen über die Sinne, bedeutet nicht automatisch, dass man lernt
  • Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für die Lerntypen
  • Meistens überschneiden sich die Lerntypen
  • Je nach Thema und Aufbereitung der Informationen können verschiedene Lernweisen und deren Kombination sinnvoll sein
  • Das Kategorisieren in Lerntypen kann beim Lernen limitierend sein

Empfindet man sich selbst z.B. als visueller Lerntyp, heißt dies nicht unbedingt, dass man mit Abbildungen oder Videos immer besser lernt, als mit Texten. Ein gut formulierter und strukturierter Text kann ggf. das Verständnis mehr fördern, als eine schlechte Abbildung.

Visueller Lerntyp:

  • Der visuelle Lerntyp lernt am besten durch das Sehen und Nutzen von visuellen Hilfsmitteln
  • Grafiken, Diagramme, Mindmaps und farbliche Hervorhebungen sind besonders geeignet, um Inhalte besser aufzunehmen
  • Visuelle Lerntypen profitieren stark von Lernmaterialien, die anschaulich und strukturiert präsentiert werden. Daher ist es sinnvoll, komplexe Inhalte in visuelle Darstellungen zu übersetzen. Insbesondere physiologische, pathophysiologische und anatomische Inhalte können so häufig besser verstanden werden
 Tipp

In unserer Lernplattform legen wir einen großen Wert auf viele anschauliche Abbildungen, die komplexe Themen zusammenfassen und einfach erklären.

In unserer Videobibliothek findest du viele Videos zu verschiedenen Themen.

Suche auch gerne in unserer Artikelbibliothek nach Themen, die dich interessieren. Wahrscheinlich wirst du auf dem Weg durch die Artikel einige Abbildungen finden.

Auditiver Lerntyp:

  • Der auditive Lerntyp lernt besonders gut durch das Hören
  • Vorträge, Podcasts, Videos und Gespräche, z.B. in der Lerngruppe, helfen diesem Lerntyp, Inhalte aufzunehmen und zu verarbeiten
  • Das Aufnehmen eigener Zusammenfassungen und das Anhören dieser während der Freizeit sind mögliche Methoden, die Inhalte langfristig zu behalten
  • Auch das Lernen in Lerngruppen mit viel Diskussion und Austausch unterstützt den auditiven Lernprozess

Kommunikativer Lerntyp:

  • Der kommunikative Lerntyp profitiert vom Austausch mit anderen
  • Dieser Lerntyp versteht Inhalte besonders gut, wenn sie in der Gruppe besprochen oder durch gegenseitiges Lehren vertieft werden
  • Der Austausch in Lerngruppen, mündliche Präsentationen von Themen und das Stellen und Beantworten von Fragen tragen dazu bei, den Lernstoff zu festigen
  • Das Lernen durch Lehren ist für kommunikative Lerntypen besonders effektiv
 Tipp

Zwar ersetzt unser AI-Tutor Medi kein echtes Gespräch mit Freund:innen, jedoch kannst du mit ihm chatten und ihm Fragen stellen oder dich abfragen lassen.

Motorischer (haptischer) Lerntyp:

  • Der motorische Lerntyp lernt am besten durch praktisches Tun und körperliche Aktivitäten
  • Dieser Lerntyp sollte praktische Übungen, Experimente und das eigenständige Anwenden von Wissen durchführen
  • Zusätzlich kann es hilfreich sein, mit den Lerninhalten zu arbeiten und z.B. wichtige Informationen zu markieren
  • Weiterhin kann es für diesen Lerntyp hilfreich sein, sich beim Lernen zu bewegen oder mit Gegenständen zu spielen
  • Skills-Labs und das Durchführen von praktischen Aufgaben in Praktika, Famulaturen oder dem praktischen Jahr sind ideale Möglichkeiten, um diesen Lernstil zu unterstützen
  • Auch das Schreiben von Notizen während des Lernens oder das Arbeiten mit Lernmaterialien, die eine aktive Beteiligung erfordern, ist hilfreich
 Tipp

In unseren Skills-Ordner findest du viele praktische Anleitungen und Tipps für das Üben von Skills.

Lesender/Schreibender Lerntyp:

  • Der lesende/schreibende Lerntyp bevorzugt es, Inhalte durch das Lesen von Texten und das Erstellen von Notizen und eigenen Zusammenfassungen zu lernen
  • Das Schreiben eigener Zusammenfassungen, das Verfassen von Lernkarten und das Lesen von Fachliteratur sind geeignete Methoden
  • Dieser Lerntyp profitiert auch von der Strukturierung des Lernstoffs in eigenen Worten, um ein tieferes Verständnis zu entwickeln
 Tipp

Wir haben uns bei unseren Lernmaterialien darauf fokussiert, einfach verständliche Texte zu formulieren und diese strukturiert darzustellen. Wir möchten, dass du die Inhalte wirklich verstehst und nicht nur auswendig lernst!

Frühzeitiges Lernen:

  • Eine kontinuierliche Beschäftigung mit den Inhalten während des Semesters oder der Ausbildungszeit kann zu weniger Stress vor der Prüfung beitragen und das Lernen effektiver gestalten
  • Es ist ratsam, sich vor der Vorlesung, dem Seminar oder der Unterrichtseinheit auf die Inhalte vorzubereiten und nach der Unterrichtseinheit die Inhalte kurz zu wiederholen und eventuelle Lücken zu schließen
    • Wenn man die Themen schon grob verstanden hat, kann man aus der Vorlesung, dem Seminar oder dem Praktikum in der Regel deutlich mehr mitnehmen
    • Häufig ist es sinnvoller, die Themen initial im eigenen Tempo selbst zu lernen und anschließend in der Vorlesung zu vertiefen und zu wiederholen

Simulieren von Prüfungssituationen:

  • Das Durcharbeiten alter Prüfungsfragen und das Üben unter realistischen Prüfungsbedingungen können dabei helfen, die Situation in der Prüfung besser einzuschätzen und zu meistern
  • Das Schreiben von Probeklausuren unter Zeitdruck trainiert die Fähigkeit, unter Stress zu arbeiten, und gibt eine gute Orientierung, wie gut man den Stoff beherrscht
  • Zudem kann das Nachspielen von mündlichen Prüfungssituationen mit Freund:innen dabei helfen, Unsicherheiten abzubauen und sich an das Format zu gewöhnen

Pausen und Erholung:

  • Effektives Lernen bedeutet nicht, pausenlos zu arbeiten
  • Regelmäßige Pausen sind wichtig, um die Konzentration aufrechtzuerhalten und Erschöpfung zu vermeiden
  • Die Anwendung der Pomodoro-Technik, bei der nach jeweils 25 Minuten Lernen eine kurze Pause eingelegt wird, kann hierbei hilfreich sein
    • Bei der Pomodoro-Technik arbeitet man fokussiert 25 Minuten lang und macht anschließend 5 Minuten Pause. Nach 4 Zyklen solltest du eine längere Pause von 15-30 Minuten machen
  • Auch längere Pausen und Freizeitaktivitäten sollten fest eingeplant werden, um den Kopf freizubekommen und die Leistungsfähigkeit zu erhalten
  • Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können ebenfalls helfen, Stress abzubauen und die mentale Gesundheit zu fördern
 Tipp
Wo kann man am besten lernen?

Für viele Lernende ist es hilfreich, in die Bibliothek zu gehen, da sie sich dort weniger ablenken und sich mit Freund:innen austauschen können. Viele lernen jedoch auch Zuhause in einem ungestörten und vertrauten Umfeld. Es lohnt sich, verschiedene Orte zum Lernen zu testen.

Klares und strukturiertes Sprechen:

  • Mündliche Prüfungen erfordern es, Wissen strukturiert und verständlich zu präsentieren
  • Es ist hilfreich, bei der Antwort zuerst die Grundlagen zu erklären und anschließend auf die Details einzugehen
    • Hierdurch zeigt man, dass man die Grundlagen und das Thema verstanden hat
    • Dies hat zusätzlich den praktischen Nebeneffekt, dass man besser in die Prüfung hereinkommt und Ruhe gewinnen kann. Weiterhin hat man somit ggf. erste wichtige Punkte gesammelt, die das Bestehen schonmal sichern
  • Die Themen sollten strukturiert dargestellt werden: z.B. bei einem Krankheitsbild erstmal eine kurze, ggf. auswendiggelernte, Definition, anschließend die Pathophysiologie und folgend die Diagnostik und Therapie
  • Bei einem Fallbeispiel sollte man strukturiert zuerst die Anamnese und körperliche Untersuchung und anschließend die weitere Diagnostik abfragen
    • Auch wenn man früh eine Verdachtsdiagnose hat, sollte man sich nicht sofort auf diese festlegen. Ggf. kann man erste Verdachtsdiagnosen äußern und laut überlegen
    • Bei Ausnahmen kann abgewichen werden: z.B. sollten bei einem STEMI frühzeitig die therapeutischen Erstmaßnahmen und die Notwendigkeit einer schnellen Herzkatheteruntersuchung erwähnt werden
  • In der Prüfung sollte klar und präzise formuliert werden
    • Man sollte Fachbegriffe verwenden und korrekt einsetzen
    • Weiterhin sollte man Umgangssprache vermeiden
    • Es bringt aber auch keinen Mehrwert, wenn man die Informationen überkompliziert darstellt
    • Das Niveau sollte so gewählt sein, dass man versucht, einer anderen medizinischen Fachperson das Thema möglichst verständlich zu erklären
 Tipp
Grundlagen erklären

Die Prüfer:innen sind meistens gar nicht so sehr an den Spezialinformationen interessiert, viel wichtiger ist ihnen in der Regel, dass man die Grundlagen kann. Im Beruf kommt es auch weniger darauf an, ob man eine extrem seltene Krankheit kennt. Viel wichtiger ist es, dass man einen Herzinfarkt erkennt.

Geduld und Ruhe bewahren:

  • In einer mündlichen Prüfung kann es vorkommen, dass Fragen unklar erscheinen oder man ins Stocken gerät
  • In solchen Momenten ist es wichtig, ruhig zu bleiben und ggf. Rückfragen zu stellen, um die Frage besser zu verstehen
  • Ein tiefes Durchatmen hilft, die Nervosität zu reduzieren und den Faden wiederzufinden
  • Wenn man eine Frage mal nicht weiß, ist dies völlig normal
    • Dies sollte offen kommuniziert werden: z.B. „diese Frage kann ich leider nicht beantworten.“
    • Zuzugeben, dass man eine Frage nicht weiß, ist häufig besser als eine falsche Antwort zu geben
    • Hat man ein paar Hintergrundinformationen parat, kann man diese ggf. erklären: z.B. Frage: „Welche Region ist bei ST-Streckenhebungen in den Ableitungen II, III und aVF betroffen?“ Antwort: „Diese Frage kann ich leider nicht sicher beantworten. Ich weiß jedoch, dass signifikante ST-Streckenhebungen in mindestens zwei benachbarten Ableitungen für einen STEMI sprechen…“

Übung macht den/die Meister:in:

  • Das Simulieren von Prüfungssituationen im Freundeskreis hilft, die mündliche Prüfungssituation zu üben und Sicherheit zu gewinnen
  • Regelmäßiges mündliches Wiederholen von Themen und das Erklären von Inhalten in der Gruppe stärken das Vertrauen in das eigene Wissen und die Fähigkeit, Inhalte einfach und verständlich zu erklären
  • Man kann sich zu jedem Thema die wichtigsten Informationen auf einer Seite zusammenfassen und anschließend üben diese strukturiert vorzustellen

Auf Körpersprache achten und gepflegt auftreten:

  • Die Körpersprache spielt bei mündlichen Prüfungen eine große Rolle
    • Eine aufrechte Haltung, Blickkontakt und gezielte Gesten erhöhen das eigene Selbstbewusstsein, unterstreichen die eigene Sicherheit und Kompetenz und können die Prüfung positiv beeinflussen
    • Unruhegesten wie das Spielen mit einem Stift oder das Wippen mit dem Fuß sollten vermieden werden
  • Ein freundliches und professionelles Auftreten sowie gepflegte Kleidung sind eine wichtige Grundvoraussetzung
    • Bei einer mündlichen Prüfung sollte man als Mann einen sauberen Anzug mit weißem Hemd und neutraler Krawatte tragen. Wenn man sich mit einer Krawatte nicht wohlfühlt oder es sehr warm ist, kann man die Krawatte auch weglassen
    • Frauen sollten bei einer mündlichen Prüfung z.B. einen Blazer mit einer neutralen Bluse, mit normalem Ausschnitt und einen Rock, der nicht zu kurz ist oder eine Anzughose oder eine Stoffhose tragen
      • Dezentes Make-up
    • Geschlossene und saubere Schuhe, keine Turnschuhe
    • Gepflegte Haare
Multiple-Choice-Prüfungen

Fragen genau lesen:

  • Bei Multiple-Choice-Prüfungen ist es entscheidend, die Fragen und die Antworten genau zu lesen, um Missverständnisse zu vermeiden
  • Insbesondere bei negativen Formulierungen („Welche der folgenden Aussagen trifft nicht zu?“) können Fehler passieren, wenn man zu schnell liest
  • Es lohnt sich, die Frage zweimal zu lesen
  • Weiterhin sollte man sich zu Beginn der Prüfung informieren, wie die Modalitäten sind, also z.B. wie viel Zeit man hat, ob es nur eine korrekte Antwort gibt (Single Choice) oder ob es mehrere korrekte Antwortmöglichkeiten (Multiple Choice) gibt und ob Falschantworten zu einem Punktabzug führen
 Tipp

Manchmal sind die Antwortmöglichkeiten verwirrend. Daher kann es sinnvoll sein, zuerst nur die Frage zu lesen und über diese nachzudenken. Anschließend kann man nachschauen, ob sich die eigene Antwort unter den Antwortmöglichkeiten befindet.

Antworten ausschließen:

  • Eine gute Strategie bei Multiple-Choice-Fragen ist das Ausschlussverfahren
  • Zunächst sollten die offensichtlich falschen Antworten eliminiert werden, um die Auswahl einzugrenzen
  • So kann man fokussiert über die offenen Antwortmöglichkeiten nachdenken und die Wahrscheinlichkeit steigt, die richtige Antwort zu finden

Zeitmanagement:

  • Multiple-Choice-Prüfungen haben häufig ein zeitliches Limit
  • Es ist daher sinnvoll, die verfügbare Zeit im Blick zu behalten und nicht zu lange bei einer schwierigen Frage zu verweilen
  • Falls eine Frage nicht sofort beantwortet werden kann, sollte sie zunächst übersprungen werden, um später darauf zurückzukommen
  • Die offenen Fragen, sollten markiert werden, sodass man sie schnell wiederfindet

Muster erkennen:

  • Bei Multiple-Choice-Fragen gibt es manchmal Muster, die helfen können, die richtige Antwort zu finden
  • Aussagen, die sehr extrem formuliert sind („immer“, „nie“) sind häufig falsch, während moderat formulierte Aussagen („meistens“, „kann“) wahrscheinlicher richtig sind
  • Auch sollte auf Wiederholungen geachtet werden, da ähnliche Antwortmöglichkeiten oft auf die korrekte Lösung hinweisen

Keine leeren Antworten lassen:

  • Wenn es keine Punktabzüge für falsche Antworten gibt, sollte stets eine Antwort angekreuzt werden
  • Selbst wenn man unsicher ist, besteht immerhin die Chance, durch Raten die richtige Option zu wählen

Üben:

  • Vor der Prüfung sollte man üben, unter Zeitdruck Fragen zu beantworten und eine Strategie entwickeln
  • Ggf. gibt es Altfragen, mit denen man üben kann und anhand denen man sich zur inhaltlichen Vorbereitung orientieren kann

Frühzeitige Praxisphasen nutzen:

  • Praktika, Famulaturen und das Praktische Jahr (PJ) bieten die Gelegenheit, die Theorie in die Praxis umzusetzen und erste klinische Erfahrungen zu sammeln
  • Es ist sinnvoll, diese Phasen zu nutzen, um möglichst viele Fachrichtungen kennenzulernen und ein breites Spektrum an Erfahrungen zu sammeln
  • Auch in der Ausbildung sind die praktischen Einsätze unerlässlich, um die Theorie und Praxis zu verknüpfen
  • Dabei sollte auf eine aktive Teilnahme geachtet werden, um möglichst viele praktische Tätigkeiten unter Anleitung durchführen zu können und von erfahrenen Kolleg:innen zu lernen
  • Es empfiehlt sich, ein Notizbuch zu führen, um besondere Fälle und Lerninhalte festzuhalten, die später nachgelesen werden können

Skills trainieren:

  • Der Erwerb praktischer Fähigkeiten ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung und des Studiums
  • Der Besuch von Skills-Labs, in denen beispielsweise das Legen von Zugängen, die Durchführung einer Blutentnahme oder die Reanimation geübt werden können, ist häufig hilfreich, um unter entspannten Bedingungen und unter Anleitung zu üben
  • In der Famulatur und dem PJ sollte man wichtige Skills, wie die Anamnese, körperliche Untersuchung, Blutentnahme, das Legen eines Venenverweilkatheters, die EKG-Auswertung, BGA-Auswertung und ggf. Ultraschall-Basics regelmäßig üben
  • Weiterhin lohnt es sich in den Praktika bereits die Dokumentation, kommunikative Fähigkeiten und die Organisations-Fähigkeiten zu üben
  • Indem man regelmäßig Kontakt zu Patient:innen hat und in den Praktika versucht, aktiv die klinischen Entscheidungen nachzuvollziehen und ggf. sogar selbst unter Supervision zu treffen, kann man die klinischen Entscheidungsfähigkeiten verbessern. Dies kann man auch durch Fallbeispiele üben
 Tipp

Folgende Artikel könnten für die Praktika und den Einstieg als Assistenzärzt:in hilfreich sein:

Mentor:in suchen:

  • Ein Mentor oder eine Mentorin aus einem höheren Semester oder einem höheren Ausbildungsjahr kann wertvolle Unterstützung bieten
  • Es kann auch hilfreich sein, mit bereits Berufstätigen in Kontakt zu treten und sich auszutauschen
  • Mentor:innen können Ratschläge geben, wie man sich am besten auf die nächste Prüfung oder den beruflichen Alltag vorbereiten kann
  • Häufig haben die Mentor:innen wertvolle Tipps, die nicht in Lehrbüchern stehen und können diese individuell auf die eigene Situation anpassen. Weiterhin können Sie in schwierigen Situationen Unterstützung bieten, in komplexen Situationen beratend zur Seite stehen oder Kontakte vermitteln
  • Eine:n gute:n Mentor:in zu finden, ist meistens gar nicht so einfach. An manchen Unis gibt es Mentoring-Programme. Häufig findet man die Mentor:innen jedoch spontan und im persönlichen Austausch z.B. in der Bibliothek oder auf einer Uni-Party
Zuletzt aktualisiert am 04.02.2026
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