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Leukozyten

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5 Minuten Lesezeit

Die Leukozyten, auch als weiße Blutkörperchen bezeichnet, enthalten im Gegensatz zu den Erythrozyten einen Zellkern. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Immunsystem. Der gesunde Mensch besitzt ca. 4.000–10.000 Leukozyten/μl. Dieser Wert wird im kleinen Blutbild gemessen. Anhand ihrer Morphologie lassen sich die Leukozyten weiter unterteilen. Die Unterteilung erfolgt anhand des Differenzialblutbildes.

  • Lymphozyten (30%):
    • B-Lymphozyten
    • T-Lymphozyten
    • Natürliche Killerzellen
  • Granulozyten:
    • Neutrophile Granulozyten (55-75%)
    • Basophile Granulozyten (1%)
    • Eosinophile Granulozyten (3%)
  • Monozyten (6%)
  • Mastzellen
  • Dendritische Zellen

Die Leukozyten werden ausgehend von Stammzellen im Knochenmark gebildet und bei Entzündungen ins Blut ausgeschwemmt.

 Tipp

Merksatz zur Leukozytenverteilung:

Never Let Monkeys Eat Bananas

  • Neutrophile – ca. 60 %
  • Lymphozyten – ca. 30 %
  • Monozyten – ca. 6 %
  • Eosinophile – ca. 3 %
  • Basophile – ca. 1 %

Granulozyten gehören zu den Leukozyten und spielen insbesondere in der angeborenen Immunantwort eine wichtige Rolle. Sie sind nach ihren granulären Zellinhalten benannt, die verschiedene Substanzen enthalten, welche bei der Bekämpfung von Infektionen helfen. Granulozyten können in drei Haupttypen unterteilt werden, die sich in ihrer Funktion und Färbung unterscheiden.

Neutrophile Granulozyten:

  • Allgemeines
    • Häufigste Leukozytenart (ca. 40–60 %)
    • Konzentration im Blut: 2.500–7.000/μl
    • Verteilung:
      • 90 % im Knochenmark
      • 10 % im Blut (Verweildauer dort ca. 7 Stunden)
      • Wenige im Gewebe
    • Lebensdauer im Gewebe: 1–2 Tage
    • Größe: ca. 12 μm
    • Zytoplasma: rosa gefärbt mit zahlreichen Granula
  • Hauptfunktion: Schnelle Reaktion auf Bakterien; Phagozytose und Zerstörung von Pathogenen
  • Morphologie
    • Kern
      • Segmentiert (3–5 Segmente), verbunden über dünne Brücken
      • Stabkernige Granulozyten sind die vorletzte Reifestufe der Granulopoese
        • Zellkern ist unsegmentiert bzw. S-förmig gekrümmt
      • Anpassung der Kernform an Zellbewegung (z. B. bei Diapedese)
      • Bei Frauen: „Drumstick“ bei manchen neutrophilen Granulozyten vorhanden → Inaktives X-Chromosom (Barr-Körperchen)
    • Granula
      • Primäre (azurophile) Granula
        • Entsprechen Lysosomen
        • Färbung: violett
        • Inhalt: saure Hydrolasen (z. B. Phospholipase, Kathepsin G)
      • Sekundäre (spezifische) Granula
        • Keine Anfärbung mit sauren oder basischen Farbstoffen
        • Inhalt: Enzyme (z. B. Lysozym) → Zerstörung von Bakterienwänden
Granulozyt

Eosinophile Granulozyten:

  • Allgemeines
    • Anteil an Leukozyten: 3 %
    • Anzahl im Blut: 0 – 450 /μl
    • Werte > 700/μl = Eosinophilie (z. B. bei Wurmerkrankungen)
    • Größe: > 12 μm
    • Lebensdauer im Gewebe: 8–12 Tage
  • Hauptfunktion: Bekämpfung von Parasiten und Beteiligung an allergischen Reaktionen
  • Morphologie 
    • Kern
      • Heterochromatinreich
      • Zweigespalten (Brillenform) 
    • Granula
      • Groß, eosinophil (rot gefärbt), lysosomenähnlich
      • Enzymreich mit hohem Anteil an basischen Proteinen
      • Hauptbestandteile:
        • Major Basic Protein (MBP) → Abtöten von Parasiten
Eosinophile Granulozyt

Basophile Granulozyten:

  • Allgemeines
    • Anteil an Leukozyten: ≤ 1 %
    • Anzahl im Blut: bis 200/μl
    • Größe: < 12 μm
  • Funktion
    • Freisetzung von Histamin und anderen Mediatoren, die bei Entzündungen und allergischen Reaktionen eine Rolle spielen
    • Tragen IgE-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche
    • Nach Antigenbindung: Freisetzung von Histamin und Prostaglandinen
  • Morphologie
    • Kern
      • Heterochromatinreich
      • Meist rundlich oder zweigeteilt
      • Im Blutausstrich häufig von Granula überlagert
    • Granula
      • Fein, unregelmäßig groß, blau gefärbt
      • Enthalten unter anderem: Peroxidase. Histamin, Heparin
Basophile Granulozyt

Monozyten sind eine Art von weißen Blutzellen, die insbesondere im Rahmen der angeborenen Immunität eine wichtige Rolle spielen. Sie zirkulieren im Blut und wandern in Gewebe, wo sie zu Makrophagen oder dendritischen Zellen differenzieren, je nach den Anforderungen des Immunsystems.

  • Allgemeines
    • Größte Leukozyten (Durchmesser: bis 20 μm)
    • Zellkern:
      • Hell, exzentrisch gelegen
      • Meist oval oder nierenförmig, oft eingebuchtet
    • Zytoplasma:
      • Feine azurophile Granula (entsprechen Lysosomen)
  • Zirkulation und Differenzierung
    • Bildung im Knochenmark
    • Verweilen nur kurz im Blut (ca. 1 Tag)
    • Einwanderung in Gewebe
      • Dort Umwandlung in verschiedene Makrophagenformen
      • Meist langlebig
      • Ausgeprägte Fähigkeit zur Phagozytose
  • Mononukleäres Phagozytensystem (MPS)
    • Monozyten und Makrophagen bilden das mononukleäre Phagozytensystem
    • Zu den MPS-Zellen zählen:
      • Gewebsmakrophagen (Histiozyten) im lockeren Bindegewebe
      • Makrophagen in lymphatischen Organen und im Knochenmark
      • Alveolarmakrophagen in der Lunge
      • Peritonealmakrophagen im Bauchfell
      • Pleuramakrophagen im Lungenfell
      • Kupffer-Zellen in der Leber
      • Hofbauer-Zellen in der Plazenta
      • Osteoklasten im Knochen
      • Mikroglia im ZNS
Monozyt

Die Lymphozyten werden hauptsächlich in zwei Haupttypen unterteilt: B- Lymphozyten (B-Zellen) und T-Lymphozyten (T-Zellen). Sie spielen eine zentrale Rolle in der spezifischen (erworbenen) Immunantwort.

  • Allgemeines
    • Nur ein kleiner Teil zirkuliert im Blut
    • Hauptverteilung in:
      • Lymphatischen Organen
      • Knochenmark
      • Bindegewebe
    • Spezialisierte Zellen des Immunsystems
  •  Klassifikation nach Größe
    • Kleine Lymphozyten
      • Häufigste Form im Blut
      • Runder, dunkler Zellkern
      • Schmaler basophiler Zytoplasmasaum
      • Größe: kaum größer als Erythrozyten
      • Einheitliches Erscheinungsbild, aber funktionell unterschiedliche Zelltypen:
        • T-Lymphozyten (überwiegend)
        • B-Lymphozyten (seltener)
    • Große Lymphozyten
      • Mehr Zytoplasma
      • Exzentrisch gelegener, oft eingedellter Zellkern
      • Funktionelle Bedeutung z. B. bei aktivierten T-Zellen oder natürlichen Killerzellen (NK-Zellen)

Lymphozyt (May-Grünwald-Giemsa-Färbung) umgeben von Erythrozyten und einem Thrombozyten:

Lymphozyt
Zuletzt aktualisiert am 14.10.2025
Erythrozyten
Thrombozyten
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