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Lorazepam

5 Minuten Lesezeit
Lorazepam Ampulle

Lorazepam ist ein Benzodiazepin, das vor allem zur Behandlung von starken Angst- und Erregungszuständen sowie anhaltenden Krampfanfällen (z. B. Status epilepticus) eingesetzt wird. 

Es wirkt durch Bindung am GABAA-Rezeptor im zentralen Nervensystem und verstärkt die hemmende Wirkung des Neurotransmitters GABA. Dadurch entstehen antikonvulsive, anxiolytische, sedierende und zentral muskelrelaxierende Effekte

Der Wirkeintritt erfolgt nach i.v.-Gabe innerhalb von etwa einer Minute, die Wirkdauer beträgt ungefähr 12 Stunden und ist damit länger als bei Midazolam. Lorazepam besitzt keine analgetische Wirkung

Insbesondere bei Kindern und älteren Patient:innen können paradoxe Erregungszustände auftreten. Die Wirkung wird durch andere sedierende Medikamente oder Alkohol verstärkt. Als spezifisches Antidot steht Flumazenil zur Verfügung, wobei ein Rebound-Phänomen möglich ist.

 

Lernkarte Lorazepam
  • Wirkstoffklasse: Benzodiazepine
  • Handelsnamen: z.B. Tavor®, Lorazepam-ratiopharm®, Lorazepam-neuraxpharm®, Lorazepam AL®
Etikett: Lorazepam
  • Starke Angst-/Erregungszustände
  • Anhaltende Krampfanfälle (Fieberkrampf, Status epilepticus)
  • Überempfindlichkeit
  • Myasthenia gravis
  • Schwere Ateminsuffizienz
  • Akute Intoxikation mit Alkohol, Opioiden, Psychopharmaka)
  • Kind <6 LJ (Ausnahme bei Status epilepticus: kontraindiziert bei <1 Monat) 
  • Angst-/Erregungszustände
    • Erwachsene: 2–4 mg i.v. (0,05 mg/kgKG i.v.) oder 1 mg p.o. (Schmelztablette)
  • Status epilepticus/Fieberkrampf:
    • Erwachsene: 4 mg i.v. (langsam injizieren)
    • Kinder (>1 Monat): 0,05 mg/kgKG i.v 
  • Langsame i.v.-Gabe, um Nebenwirkungen zu reduzieren
  • Keine analgetische Wirkung
  • Reaktions- und Urteilsvermögen nach Lorazepam-Gabe vermindert
  • Antidot: Flumazenil (Cave: Rebound-Phänomen möglich, siehe Flumazenil)
  • Wirkeintritt: innerhalb von 1 min (i.v.-Gabe) 
  • Wirkdauer: ca. 12 Std 
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch durch Glucuronidierung zu Lorazepam-Glucuronid
  • Ausscheidung: überwiegend renal über die Niere als inaktives Lorazepam-Glucuronid ausgeschieden
  • Diazepam ist ein Benzodiazepin, das am GABAA-Rezeptor im zentralen Nervensystem bindet und die hemmende Wirkung von Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verstärkt
  • Wirkungen:
    1. Antikonvulsiv (krampflösend)
    2. Sedierend (schlaffördernd)
    3. Anxiolytisch (angstlösend)
    4. Zentral muskelrelaxierend
Wirkmechanismus Benzodiazepine
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Zentral dämpfende Substanzen (z. B. Opioide, Propofol, Alkohol)Verstärkte Sedierung und Atemdepression
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Benzodiazepin-Antagonisten (z. B. Flumazenil)Kompetitiver Antagonismus am GABAA-Rezeptor
  • Müdigkeit
  • Atemdepression
  • Hypotonie
  • Amnesie
  • Muskelschwäche
  • Erhöhtes Sturzrisiko
  • Bei Kindern/älteren Patient:innen: paradoxe Erregung 
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Krampfanfall (RD)
  • Benzodiazepine
  • Flumazenil
  • Pfizer Pharma GmbH: Fachinformation Tavor® 1,0 mg Tabletten, Stand: November 2023
  • S2k-Leitlinie Status epilepticus im Erwachsenenalter, Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
  • S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 16.06.2026
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