Die Naturwissenschaften bilden eine wesentliche Grundlage für das Verständnis von Physiologie, Pathophysiologie und rettungsdienstlicher Therapie. Im Fokus stehen dabei vorwiegend Biologie, Chemie und Physik.
Während biologische Inhalte größtenteils themenspezifisch behandelt werden, vermittelt dieser Abschnitt ausgewählte Grundprinzipien.
- Die Chemie ist insbesondere über die Biochemie für das Verständnis körperlicher Prozesse wie den Energiestoffwechsel relevant
- In der Physik stehen grundlegende Gesetze, Formeln sowie Prozesse wie Diffusion und Osmose im Vordergrund
- Die Mathematik spielt eine unterstützende, aber praxisnahe Rolle, etwa bei Dosierungs- und Konzentrationsberechnungen
InfoDer Beitrag dient hauptsächlich der Lernorientierung und dem Verständnis zentraler Grundlagen.
DefinitionDie Biologie („Lehre des Lebens“) umfasst ein breites Spektrum an Themen und ist in zahlreiche Teilbereiche gegliedert, die unterschiedlich stark mit der Medizin verknüpft sind. Einige Disziplinen werden nahezu direkt in die Medizin übernommen, wie die Physiologie, während andere wie Biochemie oder Mikrobiologie enge inhaltliche Überschneidungen aufweisen.
Mit ihren vielfältigen Teilgebieten stellt die Biologie die bedeutendste naturwissenschaftliche Grundlage im Rettungsdienst dar. Da die einzelnen Bereiche in den spezifischen Artikeln detailliert behandelt werden, liegt der Fokus hier auf den grundlegenden Prinzipien dieser Teilgebiete.
Zellbiologie
Kennzeichen von Lebewesen:
Lebewesen weisen grundlegende Eigenschaften auf, die sie von unbelebten Strukturen unterscheiden und ihre Funktionsfähigkeit sichern:
- Stoffwechsel
- Selbsterhaltungsfähigkeit
- Die Fähigkeit zum Wachstum
- Die Fähigkeit zur Reaktion auf Reize
- Möglichkeit der Reproduktion
InfoDie Zelle ist die kleinste Einheit, die alle grundlegenden Eigenschaften des Lebens erfüllt.
Die Zelle als Grundbaustein:
In der Zellbiologie werden zwei Typen unterschieden:
- Prokaryoten (Einzeller, z.B. Bakterien) → Zellen ohne Zellkern
- Eukaryoten (Vielzeller, z.B. Mensch) → Zellen mit Zellkern
Diese Zelltypen unterscheiden sich deutlich in ihrem Aufbau, wobei Eukaryoten wesentlich komplexer und stärker differenziert sind. Zudem können Zellen je nach Funktion sehr unterschiedliche Formen und Eigenschaften aufweisen.
Allen eukaryotischen Zellen gemeinsam sind grundlegende Strukturen:
- Eine Zellmembran zur Abgrenzung nach außen
- Das Zytoplasma als Zellflüssigkeit
- Der Zellkern mit der DNA
- Verschiedene Zellorganellen mit spezifischen Aufgaben
MerkeNahezu alle physiologischen und pathophysiologischen Prozesse lassen sich auf Vorgänge auf Zellebene zurückführen. Daher sind Grundkenntnisse der Zytologie essenziell, um Krankheitsmechanismen und therapeutische Maßnahmen zu verstehen.
InfoWeitere Informationen zum Thema findest du im Artikel →
Zelle und Gewebe
Homöostase
DefinitionHomöostase = inneres Gleichgewicht aller physiologischen Prozesse
Für eine stabile Funktion ist der menschliche Körper auf ein fein reguliertes inneres Gleichgewicht (Homöostase) angewiesen. Dabei werden lebenswichtige Parameter kontinuierlich überwacht und innerhalb enger Grenzen gehalten.
Dies betrifft unter anderem:
- Körpertemperatur
- Blutdruck
- Blutzucker
- pH-Wert
- Elektrolyte
Die Aufrechterhaltung erfolgt durch verschiedene Regelkreise (z.B. hormonell oder neuronal gesteuert) → Ziel: konstante Bedingungen für optimale Zellfunktion.
TippBeispiel: Aufrechterhaltung des pH-Wertes
Bei einem Abfall des pH-Wertes (Azidose) reagiert der Körper kompensatorisch:
- Atemfrequenz steigt → vermehrte Abatmung von CO₂ → pH-Wert steigt wieder in den Normbereich
- Zusätzlich langfristig: Niere scheidet Säuren aus und reguliert den pH-Wert weiter
Störungen der Homöostase führen zu Funktionsstörungen → können sich klinisch als Erkrankung oder Notfall manifestieren, beispielweise als Schock oder Hypoglykämie.
Struktureller Aufbau des Körpers
Der menschliche Körper ist hierarchisch (von der Zelle bis zu komplexen Organsystemen) organisiert: Zelle → Gewebe → Organ → Organsystem
- Gewebe = Zusammenschluss gleichartiger Zellen
- Organe = funktionelle Einheiten
- Organsysteme = mehrere Organe mit gemeinsamer Aufgabe
InfoHerzmuskelzellen (Zellen) bilden das Muskelgewebe des Herzens (Gewebe). Dieses ist zusammen mit Binde- und Nervengewebe Teil des Herzens (Organ). Das Herz wiederum gehört zum Herz-Kreislauf-System (Organsystem), das den Transport von Blut und Sauerstoff im Körper gewährleistet.
Molekularbiologie
DefinitionDie Molekularbiologie beschäftigt sich mit den grundlegenden Bausteinen und Prozessen des Lebens auf molekularer Ebene und steht in enger Verbindung zur Biochemie.
Zentrale Bestandteile:
- DNA → Speicherung der Erbinformation
- RNA → Umsetzung der genetischen Information
- Proteine → Struktur- und Funktionsmoleküle
- Enzyme → steuern und beschleunigen Stoffwechselreaktionen
Relevante Prozesse:
- Proteinsynthese (DNA → RNA → Protein)
- Stoffwechselprozesse (Energiegewinnung, Abbau- und Aufbauprozesse)
- Zellkommunikation (Rezeptoren, Signalübertragung)
MerkeRelevanz für den Rettungsdienst:
- Verständnis von Stoffwechsel und Energiegewinnung (ATP)
- Grundlage für das Verständnis von Hypoxie, Azidose und Schock
- Verständnis von Wirkmechanismen von Medikamenten (Rezeptoren, Enzyme, Signalwege)
- Einordnung von zellulären Schädigungsprozessen (Ischämie, Entzündung)
Mikrobiologie
DefinitionDie Mikrobiologie beschäftigt sich mit Mikroorganismen, also mikroskopisch kleinen Lebewesen, die für den Menschen sowohl physiologisch nützlich als auch krankheitsverursachend sein können.
- Wichtige Erregergruppen:
- Bakterien
- Viren
- Pilze
Bedeutung für den Menschen:
| Physiologisch | Pathophysiologisch |
|---|---|
|
|
Mögliche Übertragungswege:
- Tröpfcheninfektion → z.B. durch Husten
- Kontakt-/Schmierinfektion
- Blutkontakt → z.B. durch Nadelstichverletzung
InfoWeitere Informationen zum Thema findest du im Artikel →Hygiene in der Pflege und im Rettungsdienst
MerkeRelevanz im Rettungsdienst
- Infektionsschutz (Eigenschutz und Patientenschutz)
- Hygienemaßnahmen (Händedesinfektion, PSA)
- Erkennen infektiöser Krankheitsbilder
- Vermeidung von Keimverschleppung
DefinitionDie Chemie ist die Wissenschaft von Stoffen und deren Umwandlung. Chemische Prozesse bilden die Grundlage allen Lebens. Die Chemie ist eng mit der Biologie verknüpft. Die Biochemie ist die Wissenschaft der chemischen Prozesse im Körper. Biochemiker untersuchen beispielsweise, wie der Körper Energie gewinnt und verbraucht.
Grundbegriffe
| Begriff | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| Atom | Kleinste Einheit eines chemischen Elements → besteht aus Protonen, Neutronen und Elektronen |
| Proton | Positiv geladenes Teilchen im Atomkern → bestimmt das chemische Element |
| Neutron | Neutral geladenes Teilchen im Atomkern → beeinflusst die Masse des Atoms |
| Elektron | Negativ geladenes Teilchen → bewegt sich in der Elektronenhülle um den Kern |
| Chemisches Element | Reinstoff aus gleichen Atomen (gleiche Protonenzahl), z.B. Sauerstoff |
| Ion | Elektrisch geladenes Atom oder Molekül durch Abgabe oder Aufnahme von Elektronen |
| Kation | Positiv geladenes Ion → entsteht durch Abgabe von Elektronen (z.B. Na⁺) |
| Anion | Negativ geladenes Ion → entsteht durch Aufnahme von Elektronen (z. B. Cl⁻) |
| Elektrolyt | Gesamtheit gelöster Ionen (Kationen und Anionen) in einer Flüssigkeit → können Strom leiten |
| Chemische Verbindung | Stoff aus mindestens zwei verschiedenen Elementen (z.B. H₂O) |
| Molekül | Zusammenschluss von mindestens zwei Atomen durch chemische Bindungen |
| Radikal | Hochreaktives Teilchen mit ungepaartem Elektron |
MerkeIm menschlichen Körper sind zahlreiche chemische Elemente nachweisbar, von denen etwa 25–30 als essenziell gelten. Die wichtigsten sind:
- Sauerstoff
- Kohlenstoff
- Wasserstoff
- Stickstoff
→ Diese machen zusammen ~96 % der Körpermasse aus.
Organische Verbindungen
DefinitionOrganische Verbindungen sind chemische Verbindungen auf Kohlenstoffbasis, die meist zusätzlich Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und weitere Elemente enthalten.
Sie bilden die Grundlage aller Körperstrukturen und Stoffwechselprozesse.
- Organische Verbindungen sind zentral für:
- Energiegewinnung
- Struktur von Zellen und Geweben
- Regulation und Signalübertragung
Wichtige Stoffgruppen:
| Stoffgruppe | Funktion im Körper | Beispiele |
|---|---|---|
| Kohlenhydrate | Schnelle Energiequelle, v.a. für Gehirn und Erythrozyten | Glukose, Glykogen |
| Proteine | Struktur, Enzyme, Transport, Hormone | Hämoglobin, Enzyme, Antikörper |
| Lipide (Fette) | Energiespeicher, Membranbestandteile, Isolation | Triglyzeride, Cholesterin |
| Nukleinsäuren (DNA/RNA) | Speicherung und Umsetzung genetischer Information | DNA, RNA |
Anorganische Verbindungen
DefinitionAnorganische Verbindungen sind chemische Verbindungen, die überwiegend keinen Kohlenstoff enthalten (mit Ausnahmen wie CO₂). Sie spielen eine zentrale Rolle bei Flüssigkeitshaushalt, pH-Regulation und Stofftransport.
- Wichtige Vertreter im Körper:
- Wasser
- Elektrolyte (Salze)
- Säuren und Basen
- Gase (O₂, CO₂)
| Bestandteil | Funktion im Körper | Beispiel | Relevanz im Rettungsdienst |
|---|---|---|---|
| Wasser | Lösungs- und Transportmedium | Blutplasma (~90 % Wasser) | Volumenmangel, Infusionstherapie |
| Elektrolyte | Erregungsleitung, Flüssigkeitshaushalt | Na⁺, K⁺, Ca²⁺ | Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle |
| Säuren/Basen | Regulation des pH-Wertes | H⁺, OH⁻ | Azidose, Alkalose |
| Gase | Atmung und Stoffwechsel | O₂, CO₂ | Hypoxie, respiratorische Azidose |
Elektrolyte:
DefinitionElektrolyte sind im Wasser gelöste Ionen, die eine zentrale Rolle für die Funktion von Zellen spielen. Durch ihre ungleiche Verteilung innerhalb und außerhalb der Zelle bilden sie die Grundlage für das Membran- und Aktionspotenzial und damit für die Zellerregung.
Weiter wirken Elektrolyte auch direkt auf zelluläre Prozesse und können als Botenstoffe fungieren.
- Wichtige Elektrolyte:
- Natrium (Na⁺) → wichtig für Membranpotenzial und Erregungsleitung
- Kalium (K⁺) → entscheidend für Ruhepotenzial und Erregbarkeit
- Calcium (Ca²⁺) → wichtig für die Muskelkontraktion (elektromechanische Kopplung) und beteiligt an Signalübertragung
- Chlorid (Cl⁻) → wirkt stabilisierend und kann die Erregbarkeit von Zellen reduzieren
MerkeEin stabiles Gleichgewicht von Wasserhaushalt und Elektrolytkonzentrationen ist essenziell für die normale Zellfunktion.
Bereits kleine Abweichungen führen möglicherweise zu:
- Herzrhythmusstörungen
- Neurologischen Symptomen
Säure-Basen-Grundlagen:
- Säuren = Protonendonatoren (geben H⁺ ab)
- Basen = Protonenakzeptoren (nehmen H⁺ auf)
- Neutralisation: Säure + Base → neutral

DefinitionpH-Wert:
Maß für die Konzentration von H⁺-Ionen in einer Lösung. Gibt an, ob eine Lösung sauer, neutral oder basisch ist.
- Einteilung:
- pH < 7 → sauer (hohe H⁺-Konzentration)
- pH = 7 → neutral
- pH > 7 → basisch / alkalisch (niedrige H⁺-Konzentration)
- Blut-pH: 7,37–7,43 → sehr enger Toleranzbereich, da viele Enzyme pH-abhängig sind
Puffersysteme:
- Stabilisieren den pH-Wert
- Wichtigstes System: Bikarbonat-Puffer (HCO₃⁻ / CO₂)
- Regulation durch:
- Lunge (CO₂-Abatmung)
- Niere (H⁺-Ausscheidung)

MerkeRelevanz für den Rettungsdienst:
- Azidose (pH < 7,35) → z.B. bei Hypoxie, Schock, Reanimation
- Alkalose (pH > 7,45) → z.B. bei Hyperventilation
- Elektrolytstörungen → Herzrhythmusstörungen, neurologische Symptome
- Volumenmangel → Einfluss auf Kreislauf und Stoffwechsel
InfoWeitere Informationen zum Thema findest du im Artikel →
Regulation des Säuren-Basen-Haushalts
Chemische Reaktionen
DefinitionChemische Reaktionen sind Umwandlungen von Stoffen, bei denen Bindungen gelöst und neu gebildet werden.
- Reaktanden (Ausgangsstoffe) → Produkte (Endstoffe)
- Atome bleiben erhalten, nur ihre Anordnung ändert sich
- Produkte haben oft neue Eigenschaften
Wichtige Reaktionstypen:
| Reaktionstyp | Beschreibung | Beispiel | Relevanz im Rettungsdienst |
|---|---|---|---|
| Anabolismus (aufbauend) | Aufbau großer Moleküle aus kleinen Bausteinen → benötigt Energie | Proteinsynthese | Wundheilung, Zellaufbau |
| Katabolismus (abbauend) | Abbau von Molekülen → zur Energiegewinnung | Glykolyse, Fettabbau | Energieversorgung bei Belastung, Schock |
| ATP-Reaktion | Energiebereitstellung durch Spaltung von ATP | ATP → ADP + Energie | Muskelarbeit, Zellfunktion |
| Redoxreaktionen | Elektronenübertragung zwischen Molekülen | Laktatbildung, Zellatmung | Hypoxie, Stoffwechselstörungen |
DefinitionDie Physik beschäftigt sich mit den grundlegenden Gesetzen von Kräften, Energie, Bewegung und Stoffen. Im Rettungsdienst ist sie entscheidend für das Verständnis von Druckverhältnissen, Strömungen und Energieübertragung im menschlichen Körper sowie bei medizinischen Maßnahmen (z.B. Atmung, Kreislauf, Beatmung, Infusionstherapie).
Grundbegriffe
| Begriff | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| Energie | Fähigkeit, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben (z.B. chemische Energie, Wärmeenergie) |
| Arbeit | Energieübertragung durch Kraft über eine Strecke |
| Leistung | Arbeit pro Zeit (wie schnell Energie umgesetzt wird) |
| Kraft | Wirkung, die einen Körper beschleunigt oder verformt |
| Druck | Kraft pro Fläche (z.B. Blutdruck, Beatmungsdruck) |
| Volumen | Raum, den ein Stoff einnimmt (z.B. Blutvolumen, Atemzugvolumen) |
| Dichte | Masse pro Volumen (wichtig für Gase und Flüssigkeiten) |
| Temperatur | Maß für die Bewegungsenergie von Teilchen |
| Wärme | Energie, die aufgrund von Temperaturunterschieden übertragen wird |
| Diffusion | Bewegung von Teilchen vom Bereich hoher zur niedriger Konzentration |
| Osmose | Diffusion von Wasser durch eine semipermeable Membran |
| Konzentration | Menge eines Stoffes in einem bestimmten Volumen |
| Partialdruck | Anteil eines Gases am Gesamtdruck (z.B. O₂, CO₂ im Blut) |
| Strömung | Bewegung von Flüssigkeiten oder Gasen (z.B. Blutfluss, Atemluft) |
| Widerstand | Hemmung einer Strömung (z.B. Gefäßwiderstand, Atemwegswiderstand) |
Relevante Gesetze
Boyle-Mariotte-Gesetz (Druck–Volumen):
Druck und Volumen sind umgekehrt proportional.
- Volumen ↓ → Druck ↑
- Volumen ↑ → Druck ↓
TippBeispiel: Kompression der Lunge → Druck steigt → Luft strömt aus
Gay-Lussac-Gesetz (Volumen–Temperatur):
Volumen und Temperatur sind direkt proportional.
- Temperatur ↑ → Volumen ↑
- Temperatur ↓ → Volumen ↓
TippBeispiel: Gas dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen.
Amontons-Gesetz (Druck–Temperatur):
Druck und Temperatur sind direkt proportional.
- Temperatur ↑ → Druck ↑
- Temperatur ↓ → Druck ↓
TippBeispiel: Kalte Sauerstoffflasche zeigt weniger Druck (z.B. 180 statt 200 bar) → bei Erwärmung steigt der Druck wieder
Hagen-Poiseuille-Gesetz (Strömung):
Beschreibt den Volumenstrom in Rohren (z.B. Gefäße, Atemwege). Wichtigster Faktor: Radius
- Radius ↓ → Strömung stark ↓
- Halbierung des Radius → Flow nur noch 1/16 → Widerstand steigt massiv bei Verengung
TippPraxisrelevanz im Rettungsdienst: Bronchospasmus, Gefäßverengung, Atemwegswiderstand
Diffusion
- Moleküle bewegen sich von einem Bereich höherer Konzentration zu einem Bereich niedrigerer Konzentration
- Diffusion ist ein passiver Transport, es wird keine Energie benötigt
- Es wird ein Gleichgewicht angestrebt
Beispiel: Der Sauerstoffgehalt im Blut und in den Zellen
Osmose
- Bei der Osmose diffundiert Wasser durch eine semipermeable Membran von einem Bereich höherer Wasserkonzentration (niedrige Teilchenkonzentration = niedrige Osmolarität) zu einem Bereich niedrigerer Wasserkonzentration (hohe Teilchenkonzentration = hohe Osmolarität)
- Passiver Transport, es wird keine Energie benötigt
- Ziel ist der Ausgleich des osmotischen Drucks bzw. ein Gleichgewicht der Wasserverteilung auf beiden Seiten der Membran
- Beispiel: Der Wasserhaushalt in den Nieren
InfoMathematische Berechnungen sind im Rettungsdienst notwendig, um etwa Medikamente korrekt zu dosieren oder Konzentrationen umzurechnen.
Die gute Nachricht: Dabei stehen einfache Rechenwege im Vordergrund → hauptsächlich der Dreisatz.
| Bereich | Formel/Prinzip | Beispiel | Praxisrelevanz |
|---|---|---|---|
| Medikamentendosierung (mg/kg) | Dosis = mg/kg × Körpergewicht | 0,1 mg/kg × 70 kg = 7 mg | Gewichtsgerechte Dosierung von Notfallmedikamenten (z.B. Analgetika, Sedativa) |
| Konzentration | Konzentration = mg / ml | 500 mg in 10 ml = 50 mg/ml | Verständnis von Ampullen und Perfusoren zur sicheren Medikamentengabe |
| Volumenberechnung | Volumen = Dosis / Konzentration | 5 mg bei 1 mg/ml = 5 ml | Korrektes Aufziehen und Verabreichen von Medikamenten |
| Infusionsgeschwindigkeit | ml/h = Volumen / Zeit | 500 ml / 2 h = 250 ml/h | Einstellung von Infusionen (z.B. Volumentherapie im Schock) |
| Dreisatz | „Von 1 ml ausgehend hoch- oder runterrechnen“ | 1 ml = 10 mg → 0,5 ml = 5 mg | Grundlage nahezu aller Berechnungen im Einsatz |
| Einheiten umrechnen | Standardumrechnungen | 1 g = 1000 mg | Grundlage für sichere Dosierungsberechnungen im Rettungsdienst |
- Flake, F., Dönitz, S., Mensch Körper Krankheit für den Rettungsdienst, Elsevier, 2018, ISBN: 978-3437462023
- Menche, N., Biologie Anatomie Physiologie, Elsevier, 2016, ISBN: 978-3437268038


