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Naturwissenschaftliche Grundlagen (RD)

16 Minuten Lesezeit

Die Naturwissenschaften bilden eine wesentliche Grundlage für das Verständnis von Physiologie, Pathophysiologie und rettungsdienstlicher Therapie. Im Fokus stehen dabei vorwiegend Biologie, Chemie und Physik.  

Während biologische Inhalte größtenteils themenspezifisch behandelt werden, vermittelt dieser Abschnitt ausgewählte Grundprinzipien.  

  • Die Chemie ist insbesondere über die Biochemie für das Verständnis körperlicher Prozesse wie den Energiestoffwechsel relevant
  • In der Physik stehen grundlegende Gesetze, Formeln sowie Prozesse wie Diffusion und Osmose im Vordergrund
  • Die Mathematik spielt eine unterstützende, aber praxisnahe Rolle, etwa bei Dosierungs- und Konzentrationsberechnungen
 Info
Der Beitrag dient hauptsächlich der Lernorientierung und dem Verständnis zentraler Grundlagen.
 Definition

Die Biologie („Lehre des Lebens“) umfasst ein breites Spektrum an Themen und ist in zahlreiche Teilbereiche gegliedert, die unterschiedlich stark mit der Medizin verknüpft sind. Einige Disziplinen werden nahezu direkt in die Medizin übernommen, wie die Physiologie, während andere wie Biochemie oder Mikrobiologie enge inhaltliche Überschneidungen aufweisen.

Mit ihren vielfältigen Teilgebieten stellt die Biologie die bedeutendste naturwissenschaftliche Grundlage im Rettungsdienst dar. Da die einzelnen Bereiche in den spezifischen Artikeln detailliert behandelt werden, liegt der Fokus hier auf den grundlegenden Prinzipien dieser Teilgebiete.

Zellbiologie

Kennzeichen von Lebewesen:

Lebewesen weisen grundlegende Eigenschaften auf, die sie von unbelebten Strukturen unterscheiden und ihre Funktionsfähigkeit sichern:

  • Stoffwechsel
  • Selbsterhaltungsfähigkeit
  • Die Fähigkeit zum Wachstum
  • Die Fähigkeit zur Reaktion auf Reize
  • Möglichkeit der Reproduktion
 Info

Die Zelle ist die kleinste Einheit, die alle grundlegenden Eigenschaften des Lebens erfüllt.

Die Zelle als Grundbaustein:

In der Zellbiologie werden zwei Typen unterschieden:

  • Prokaryoten (Einzeller, z.B. Bakterien) → Zellen ohne Zellkern
  • Eukaryoten (Vielzeller, z.B. Mensch) → Zellen mit Zellkern

Diese Zelltypen unterscheiden sich deutlich in ihrem Aufbau, wobei Eukaryoten wesentlich komplexer und stärker differenziert sind. Zudem können Zellen je nach Funktion sehr unterschiedliche Formen und Eigenschaften aufweisen.

Allen eukaryotischen Zellen gemeinsam sind grundlegende Strukturen:

  • Eine Zellmembran zur Abgrenzung nach außen
  • Das Zytoplasma als Zellflüssigkeit
  • Der Zellkern mit der DNA
  • Verschiedene Zellorganellen mit spezifischen Aufgaben
 Merke

Nahezu alle physiologischen und pathophysiologischen Prozesse lassen sich auf Vorgänge auf Zellebene zurückführen. Daher sind Grundkenntnisse der Zytologie essenziell, um Krankheitsmechanismen und therapeutische Maßnahmen zu verstehen.

 Info

Weitere Informationen zum Thema findest du im Artikel → Zelle und Gewebe

Homöostase

 Definition

Homöostase = inneres Gleichgewicht aller physiologischen Prozesse

Für eine stabile Funktion ist der menschliche Körper auf ein fein reguliertes inneres Gleichgewicht (Homöostase) angewiesen. Dabei werden lebenswichtige Parameter kontinuierlich überwacht und innerhalb enger Grenzen gehalten.

Dies betrifft unter anderem:

  • Körpertemperatur
  • Blutdruck
  • Blutzucker
  • pH-Wert
  • Elektrolyte

Die Aufrechterhaltung erfolgt durch verschiedene Regelkreise (z.B. hormonell oder neuronal gesteuert) → Ziel: konstante Bedingungen für optimale Zellfunktion

 Tipp
Beispiel: Aufrechterhaltung des pH-Wertes

Bei einem Abfall des pH-Wertes (Azidose) reagiert der Körper kompensatorisch:

  • Atemfrequenz steigt → vermehrte Abatmung von CO₂ → pH-Wert steigt wieder in den Normbereich
  • Zusätzlich langfristig: Niere scheidet Säuren aus und reguliert den pH-Wert weiter

Störungen der Homöostase führen zu Funktionsstörungen → können sich klinisch als Erkrankung oder Notfall manifestieren, beispielweise als Schock oder Hypoglykämie

Struktureller Aufbau des Körpers

Der menschliche Körper ist hierarchisch (von der Zelle bis zu komplexen Organsystemen) organisiert:  Zelle → Gewebe → Organ → Organsystem

  • Gewebe = Zusammenschluss gleichartiger Zellen
  • Organe = funktionelle Einheiten
  • Organsysteme = mehrere Organe mit gemeinsamer Aufgabe
 Info

Herzmuskelzellen (Zellen) bilden das Muskelgewebe des Herzens (Gewebe). Dieses ist zusammen mit Binde- und Nervengewebe Teil des Herzens (Organ). Das Herz wiederum gehört zum Herz-Kreislauf-System (Organsystem), das den Transport von Blut und Sauerstoff im Körper gewährleistet.

Molekularbiologie

 Definition

Die Molekularbiologie beschäftigt sich mit den grundlegenden Bausteinen und Prozessen des Lebens auf molekularer Ebene und steht in enger Verbindung zur Biochemie

Zentrale Bestandteile:

  • DNA → Speicherung der Erbinformation
  • RNA → Umsetzung der genetischen Information
  • Proteine → Struktur- und Funktionsmoleküle
  • Enzyme → steuern und beschleunigen Stoffwechselreaktionen

Relevante Prozesse:

  • Proteinsynthese (DNARNA → Protein)
  • Stoffwechselprozesse (Energiegewinnung, Abbau- und Aufbauprozesse)
  • Zellkommunikation (Rezeptoren, Signalübertragung)
 Merke
Relevanz für den Rettungsdienst:
  • Verständnis von Stoffwechsel und Energiegewinnung (ATP)
  • Grundlage für das Verständnis von Hypoxie, Azidose und Schock
  • Verständnis von Wirkmechanismen von Medikamenten (Rezeptoren, Enzyme, Signalwege)
  • Einordnung von zellulären Schädigungsprozessen (Ischämie, Entzündung)

Mikrobiologie

 Definition
Die Mikrobiologie beschäftigt sich mit Mikroorganismen, also mikroskopisch kleinen Lebewesen, die für den Menschen sowohl physiologisch nützlich als auch krankheitsverursachend sein können.
  • Wichtige Erregergruppen:
    • Bakterien
    • Viren
    • Pilze

Bedeutung für den Menschen:

PhysiologischPathophysiologisch
  • Teil der normalen Flora (z.B. Haut oder Darm)
  • Symbiose mit dem Menschen
  • Können Infektionen verursachen
  • Auslöser von, beispielweise:
    • Pneumonie
    • Sepsis
    • Wundinfektionen

Mögliche Übertragungswege:

  • Tröpfcheninfektion → z.B. durch Husten
  • Kontakt-/Schmierinfektion
  • Blutkontakt z.B. durch Nadelstichverletzung
 Info
Weitere Informationen zum Thema findest du im Artikel → Hygiene in der Pflege und im Rettungsdienst
 Merke
Relevanz im Rettungsdienst
  • Infektionsschutz (Eigenschutz und Patientenschutz)
  • Hygienemaßnahmen (Händedesinfektion, PSA)
  • Erkennen infektiöser Krankheitsbilder
  • Vermeidung von Keimverschleppung
 Definition

Die Chemie ist die Wissenschaft von Stoffen und deren Umwandlung. Chemische Prozesse bilden die Grundlage allen Lebens. Die Chemie ist eng mit der Biologie verknüpft. Die Biochemie ist die Wissenschaft der chemischen Prozesse im Körper. Biochemiker untersuchen beispielsweise, wie der Körper Energie gewinnt und verbraucht. 

Grundbegriffe

BegriffKurzbeschreibung
AtomKleinste Einheit eines chemischen Elements → besteht aus Protonen, Neutronen und Elektronen
ProtonPositiv geladenes Teilchen im Atomkern → bestimmt das chemische Element
NeutronNeutral geladenes Teilchen im Atomkern → beeinflusst die Masse des Atoms
ElektronNegativ geladenes Teilchen → bewegt sich in der Elektronenhülle um den Kern
Chemisches ElementReinstoff aus gleichen Atomen (gleiche Protonenzahl), z.B. Sauerstoff
IonElektrisch geladenes Atom oder Molekül durch Abgabe oder Aufnahme von Elektronen
KationPositiv geladenes Ion → entsteht durch Abgabe von Elektronen (z.B. Na)
AnionNegativ geladenes Ion → entsteht durch Aufnahme von Elektronen (z. B. Cl⁻)
ElektrolytGesamtheit gelöster Ionen (Kationen und Anionen) in einer Flüssigkeit → können Strom leiten 
Chemische VerbindungStoff aus mindestens zwei verschiedenen Elementen (z.B. H₂O)
MolekülZusammenschluss von mindestens zwei Atomen durch chemische Bindungen
RadikalHochreaktives Teilchen mit ungepaartem Elektron
 Merke

Im menschlichen Körper sind zahlreiche chemische Elemente nachweisbar, von denen etwa 25–30 als essenziell gelten. Die wichtigsten sind:

  • Sauerstoff 
  • Kohlenstoff 
  • Wasserstoff 
  • Stickstoff 

→ Diese machen zusammen ~96 % der Körpermasse aus.

Organische Verbindungen

 Definition

Organische Verbindungen sind chemische Verbindungen auf Kohlenstoffbasis, die meist zusätzlich Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und weitere Elemente enthalten.

Sie bilden die Grundlage aller Körperstrukturen und Stoffwechselprozesse.

  • Organische Verbindungen sind zentral für:
    • Energiegewinnung
    • Struktur von Zellen und Geweben
    • Regulation und Signalübertragung

Wichtige Stoffgruppen:

StoffgruppeFunktion im KörperBeispiele
KohlenhydrateSchnelle Energiequelle, v.a. für Gehirn und ErythrozytenGlukose, Glykogen
ProteineStruktur, Enzyme, Transport, HormoneHämoglobin, Enzyme, Antikörper
Lipide (Fette)Energiespeicher, Membranbestandteile, IsolationTriglyzeride, Cholesterin
Nukleinsäuren (DNA/RNA)Speicherung und Umsetzung genetischer InformationDNA, RNA

Anorganische Verbindungen

 Definition

Anorganische Verbindungen sind chemische Verbindungen, die überwiegend keinen Kohlenstoff enthalten (mit Ausnahmen wie CO₂). Sie spielen eine zentrale Rolle bei Flüssigkeitshaushalt, pH-Regulation und Stofftransport.

  • Wichtige Vertreter im Körper:
    • Wasser
    • Elektrolyte (Salze)
    • Säuren und Basen
    • Gase (O₂, CO₂)
BestandteilFunktion im KörperBeispielRelevanz im Rettungsdienst
WasserLösungs- und TransportmediumBlutplasma (~90 % Wasser)Volumenmangel, Infusionstherapie
ElektrolyteErregungsleitung, FlüssigkeitshaushaltNa⁺, K⁺, Ca²⁺Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle
Säuren/BasenRegulation des pH-WertesH⁺, OH⁻Azidose, Alkalose
GaseAtmung und StoffwechselO₂, CO₂Hypoxie, respiratorische Azidose

Elektrolyte:

 Definition

Elektrolyte sind im Wasser gelöste Ionen, die eine zentrale Rolle für die Funktion von Zellen spielen. Durch ihre ungleiche Verteilung innerhalb und außerhalb der Zelle bilden sie die Grundlage für das Membran- und Aktionspotenzial und damit für die Zellerregung.

Weiter wirken Elektrolyte auch direkt auf zelluläre Prozesse und können als Botenstoffe fungieren.

  • Wichtige Elektrolyte:
    • Natrium (Na⁺) → wichtig für Membranpotenzial und Erregungsleitung
    • Kalium (K⁺) → entscheidend für Ruhepotenzial und Erregbarkeit
    • Calcium (Ca²⁺) → wichtig für die Muskelkontraktion (elektromechanische Kopplung) und beteiligt an Signalübertragung
    • Chlorid (Cl⁻) → wirkt stabilisierend und kann die Erregbarkeit von Zellen reduzieren
 Merke

Ein stabiles Gleichgewicht von Wasserhaushalt und Elektrolytkonzentrationen ist essenziell für die normale Zellfunktion.

Bereits kleine Abweichungen führen möglicherweise zu:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Neurologischen Symptomen

Säure-Basen-Grundlagen:

  • Säuren = Protonendonatoren (geben H⁺ ab)
  • Basen = Protonenakzeptoren (nehmen H⁺ auf)
  • Neutralisation: Säure + Base → neutral
pH-Werte
 Definition
pH-Wert:

Maß für die Konzentration von H⁺-Ionen in einer Lösung. Gibt an, ob eine Lösung sauer, neutral oder basisch ist.

  • Einteilung:
    • pH < 7 → sauer (hohe H⁺-Konzentration)
    • pH = 7 → neutral
    • pH > 7 → basisch / alkalisch (niedrige H⁺-Konzentration)
  • Blut-pH: 7,37–7,43 → sehr enger Toleranzbereich, da viele Enzyme pH-abhängig sind

Puffersysteme:

  • Stabilisieren den pH-Wert
  • Wichtigstes System: Bikarbonat-Puffer (HCO₃⁻ / CO₂)
  • Regulation durch:
    • Lunge (CO₂-Abatmung)
    • Niere (H⁺-Ausscheidung)
Bicarbonat-Puffersystem
 Merke
Relevanz für den Rettungsdienst:
  • Azidose (pH < 7,35) → z.B. bei Hypoxie, Schock, Reanimation
  • Alkalose (pH > 7,45) → z.B. bei Hyperventilation
  • Elektrolytstörungen → Herzrhythmusstörungen, neurologische Symptome
  • Volumenmangel → Einfluss auf Kreislauf und Stoffwechsel
 Info

Weitere Informationen zum Thema findest du im Artikel → Regulation des Säuren-Basen-Haushalts

Chemische Reaktionen

 Definition

Chemische Reaktionen sind Umwandlungen von Stoffen, bei denen Bindungen gelöst und neu gebildet werden.

  • Reaktanden (Ausgangsstoffe)Produkte (Endstoffe)
  • Atome bleiben erhalten, nur ihre Anordnung ändert sich
  • Produkte haben oft neue Eigenschaften

Wichtige Reaktionstypen:

ReaktionstypBeschreibungBeispielRelevanz im Rettungsdienst
Anabolismus (aufbauend)Aufbau großer Moleküle aus kleinen Bausteinen → benötigt EnergieProteinsyntheseWundheilung, Zellaufbau
Katabolismus (abbauend)Abbau von Molekülen → zur EnergiegewinnungGlykolyse, FettabbauEnergieversorgung bei Belastung, Schock
ATP-ReaktionEnergiebereitstellung durch Spaltung von ATPATP → ADP + EnergieMuskelarbeit, Zellfunktion
RedoxreaktionenElektronenübertragung zwischen MolekülenLaktatbildung, ZellatmungHypoxie, Stoffwechselstörungen
 Definition

Die Physik beschäftigt sich mit den grundlegenden Gesetzen von Kräften, Energie, Bewegung und Stoffen. Im Rettungsdienst ist sie entscheidend für das Verständnis von Druckverhältnissen, Strömungen und Energieübertragung im menschlichen Körper sowie bei medizinischen Maßnahmen (z.B. Atmung, Kreislauf, Beatmung, Infusionstherapie).

Grundbegriffe

BegriffKurzbeschreibung
EnergieFähigkeit, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben (z.B. chemische Energie, Wärmeenergie)
ArbeitEnergieübertragung durch Kraft über eine Strecke
LeistungArbeit pro Zeit (wie schnell Energie umgesetzt wird)
KraftWirkung, die einen Körper beschleunigt oder verformt 
DruckKraft pro Fläche (z.B. Blutdruck, Beatmungsdruck)
VolumenRaum, den ein Stoff einnimmt (z.B. Blutvolumen, Atemzugvolumen)
DichteMasse pro Volumen (wichtig für Gase und Flüssigkeiten)
TemperaturMaß für die Bewegungsenergie von Teilchen
WärmeEnergie, die aufgrund von Temperaturunterschieden übertragen wird
DiffusionBewegung von Teilchen vom Bereich hoher zur niedriger Konzentration
OsmoseDiffusion von Wasser durch eine semipermeable Membran
KonzentrationMenge eines Stoffes in einem bestimmten Volumen
PartialdruckAnteil eines Gases am Gesamtdruck (z.B. O₂, CO₂ im Blut)
StrömungBewegung von Flüssigkeiten oder Gasen (z.B. Blutfluss, Atemluft)
WiderstandHemmung einer Strömung (z.B. Gefäßwiderstand, Atemwegswiderstand)

Relevante Gesetze

Boyle-Mariotte-Gesetz (Druck–Volumen):

Druck und Volumen sind umgekehrt proportional.

  • Volumen ↓ → Druck ↑
  • Volumen ↑ → Druck ↓
 Tipp

Beispiel: Kompression der Lunge → Druck steigt → Luft strömt aus

Gay-Lussac-Gesetz (Volumen–Temperatur):

Volumen und Temperatur sind direkt proportional.

  • Temperatur ↑ → Volumen ↑
  • Temperatur ↓ → Volumen ↓
 Tipp

Beispiel: Gas dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen.

Amontons-Gesetz (Druck–Temperatur):

Druck und Temperatur sind direkt proportional.

  • Temperatur ↑ → Druck ↑
  • Temperatur ↓ → Druck ↓
 Tipp

Beispiel: Kalte Sauerstoffflasche zeigt weniger Druck (z.B. 180 statt 200 bar) → bei Erwärmung steigt der Druck wieder

Hagen-Poiseuille-Gesetz (Strömung):

Beschreibt den Volumenstrom in Rohren (z.B. Gefäße, Atemwege). Wichtigster Faktor: Radius

  • Radius ↓ → Strömung stark ↓
  • Halbierung des RadiusFlow nur noch 1/16 → Widerstand steigt massiv bei Verengung
 Tipp

Praxisrelevanz im Rettungsdienst: Bronchospasmus, Gefäßverengung, Atemwegswiderstand

Diffusion

  • Moleküle bewegen sich von einem Bereich höherer Konzentration zu einem Bereich niedrigerer Konzentration
  • Diffusion ist ein passiver Transport, es wird keine Energie benötigt
  • Es wird ein Gleichgewicht angestrebt
  • Beispiel: Der Sauerstoffgehalt im Blut und in den Zellen

    Diffusion

Osmose

  • Bei der Osmose diffundiert Wasser durch eine semipermeable Membran von einem Bereich höherer Wasserkonzentration (niedrige Teilchenkonzentration = niedrige Osmolarität) zu einem Bereich niedrigerer Wasserkonzentration (hohe Teilchenkonzentration = hohe Osmolarität)
  • Passiver Transport, es wird keine Energie benötigt
  • Ziel ist der Ausgleich des osmotischen Drucks bzw. ein Gleichgewicht der Wasserverteilung auf beiden Seiten der Membran
  • Beispiel: Der Wasserhaushalt in den Nieren
Osmose
 Info

Mathematische Berechnungen sind im Rettungsdienst notwendig, um etwa Medikamente korrekt zu dosieren oder Konzentrationen umzurechnen.

Die gute Nachricht: Dabei stehen einfache Rechenwege im Vordergrund → hauptsächlich der Dreisatz.

BereichFormel/PrinzipBeispielPraxisrelevanz 
Medikamentendosierung (mg/kg)Dosis = mg/kg × Körpergewicht0,1 mg/kg × 70 kg = 7 mgGewichtsgerechte Dosierung von Notfallmedikamenten (z.B. Analgetika, Sedativa)
KonzentrationKonzentration = mg / ml500 mg in 10 ml = 50 mg/mlVerständnis von Ampullen und Perfusoren zur sicheren Medikamentengabe
VolumenberechnungVolumen = Dosis / Konzentration5 mg bei 1 mg/ml = 5 mlKorrektes Aufziehen und Verabreichen von Medikamenten
Infusionsgeschwindigkeitml/h = Volumen / Zeit500 ml / 2 h = 250 ml/hEinstellung von Infusionen (z.B. Volumentherapie im Schock)
Dreisatz„Von 1 ml ausgehend hoch- oder runterrechnen“1 ml = 10 mg → 0,5 ml = 5 mgGrundlage nahezu aller Berechnungen im Einsatz
Einheiten umrechnenStandardumrechnungen1 g = 1000 mgGrundlage für sichere Dosierungsberechnungen im Rettungsdienst
  • Flake, F., Dönitz, S., Mensch Körper Krankheit für den Rettungsdienst, Elsevier, 2018, ISBN: 978-3437462023
  • Menche, N., Biologie Anatomie Physiologie, Elsevier, 2016, ISBN: 978-3437268038
Zuletzt aktualisiert am 27.05.2026
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