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Metamizol

13 Minuten Lesezeit
Metamizol Ampulle

Metamizol ist ein nicht-opioides Analgetikum mit analgetischer, antipyretischer und spasmolytischer Wirkung. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt, wird jedoch überwiegend mit einer Hemmung der zentralen Prostaglandinsynthese im ZNS in Verbindung gebracht. 

Im Rettungsdienst wird Metamizol insbesondere bei starken Schmerzen, kolikartigen Beschwerden sowie hohem Fieber eingesetzt. Die Applikation erfolgt in der Regel intravenös als langsame Injektion oder Kurzinfusion, da eine zu schnelle i.v.-Gabe einen relevanten Blutdruckabfall verursachen kann. 

Der Wirkungseintritt erfolgt meist innerhalb weniger Minuten, die Wirkdauer beträgt etwa 3–5 Stunden. Eine seltene, aber klinisch relevante Nebenwirkung ist die Agranulozytose, weshalb bei entsprechenden Symptomen wie Fieber, Halsschmerzen oder Schleimhautläsionen eine ärztliche Abklärung erforderlich ist. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Hypotonie (v. a. bei i.v.-Gabe) sowie allergische Hautreaktionen.

Lernkarte Metamizol
  • Wirkstoffklasse: Nicht-Opioid-Analgetika
  • Handelsnamen: Novalgin®, Novaminsulfon-ratiopharm®, Metamizol HEXAL®, Metamizol 1A Pharma®
Metamizol
Etikett: Metamizol
  • Starke Schmerzen
  • Koliken
  • Hohes Fieber
  • Überempfindlichkeit
  • Hypotonie
  • Blutbildungsstörungen
  • Säuglinge <5 kgKG oder <3 Monate
  • Schwangerschaft (3. Trimenon)
  • Erwachsene (ab 15 Jahre): 500–1000 mg i.v. (langsame Injektion oder als 
    Kurzinfusion über 15 min, maximal 4 g/Tag)
  • Kinder <15 Jahre: 8–16 mg/kgKG i.v.
  • Schnelle i.v.-Gabe kann Blutdruckabfall auslösen
  • Bei Kolikenverstärkte spasmolytische Wirkung bei Kombination von Butylscopolamin mit Metamizol 
 Tipp

Vor der Gabe über die seltene Nebenwirkung der Agranulozytose aufklären
→ Bei Fieber, Halsschmerzen, Erosionen der Mundschleimhaut sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf die Metamizol-Gabe verwiesen werden

  • Wirkeintritt: innerhalb von 5 min 
  • Wirkdauer: 3–5 Std
  • Metabolisierung: rasche hepatische Metabolisierung
  • Ausscheidung: überwiegend renal als Metaboliten über die Niere
  • Der genaue Wirkmechanismus von Metamizol ist noch nicht vollständig geklärt
  • Er wird aber hauptsächlich mit einer Hemmung der zentralen Prostaglandinsynthese im Gehirn in Verbindung gebracht
  • Es wirkt schmerzstillend (analgetisch), fiebersenkende (antipyretisch) und spasmolytisch (krampflösend)
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Opioidanalgetika (z. B. Morphin, Fentanyl)Zusätzliche analgetische Wirkung durch unterschiedliche Wirkmechanismen
    • Spasmolytika (z. B. Butylscopolamin)Verstärkte krampflösende Wirkung, insbesondere bei Koliken
  • Weitere relevante Interaktionen:
    • Medikamente mit Agranulozytoserisiko (z. B. Clozapin)Erhöhtes Risiko für Agranulozytose
    • Verringerte Wirkspiegel anderer Medikamente: Metamizol kann die Plasmakonzentration von Ciclosporin senken, wodurch dessen Wirksamkeit abnimmt
  • Agranulozytose
  • Blutdruckabfall (bei i.v.-Gabe)
  • Hautreaktionen
  • Allergische Reaktionen
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Nierensteinleiden (RD)
  • Nicht-Opioid-Analgetika
  • Code Gastro
  • Zentiva Pharma GmbH: Fachinformation Novaminsulfon Lichtenstein® 1.000 mg/2 ml und 2.500 mg/5 ml Injektionslösung, Stand: November 2024
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 11.03.2026
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