Zusammenfassung

Metoclopramid (MCP) ist ein Antiemetikum aus der Gruppe der Dopamin-D2-Rezeptorantagonisten, das vor allem zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird.
Der Wirkstoff blockiert D2-Dopaminrezeptoren im Brechzentrum der Area postrema, wodurch die Auslösung des Brechreizes gehemmt wird und eine antiemetische Wirkung entsteht. Zusätzlich besitzt Metoclopramid eine prokinetische Wirkung, indem es die Magenentleerung beschleunigt und die Motilität des oberen Gastrointestinaltrakts steigert.
Der Wirkeintritt erfolgt nach i.v.-Gabe meist innerhalb von etwa 5 Minuten, die Wirkdauer beträgt ungefähr 10 Stunden.
Klinisch relevant ist das Risiko einer QT-Zeit
Lernkarte

Wirkstoffklasse und Etikett
- Wirkstoffklasse: Antiemetika
, D2-Rezeptor-Antagonisten - Handelsnamen: z.B. Paspertin®, MCP-ratiopharm®, Metoclopramid HEXAL®, Metoclopramid AL®
Indikationen
- Übelkeit und Erbrechen
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
- GI-Blutungen
- Epilepsie (erhöhte Anfallsneigung)
- Phäochromozytom
- Morbus Parkinson
- Kinder <1 Jahr
Dosierung
- Erwachsene: 10 mg i.v (maximal 30 mg)
- Kinder: 0,1 mg/kgKG i.v.
Besonderheiten
- Aufgrund einer möglichen QT-Verlängerung besteht eine strenge Indikationsstellung bei Elektrolytstörungen und der Gabe anderer Medikamente, die die QT-Zeit
verlängern können → EKG -Monitoring - Die gleichzeitige Anwendung von anderen Dopaminantagonisten (z.B. Antipsychotika
, Domperidon) kann zu extrapyramidal-motorischen Störungen (z.B. Zungenkrämpfen, unwillkürlichen Gesichtsbewegungen, Tremor) führen - Bei bestehender Indikation kann Metoclopramid während der Schwangerschaft angewendet werden
- Bei Leber
- oder Niereninsuffizienz: Dosisreduktion (z.B. 50%) empfohlen
Wirkeintritt/-dauer
- Wirkeintritt: innerhalb von 5 min
- Wirkdauer: ca. 10 Std
- Metabolisierung: überwiegend hepatisch (v. a. Sulfatierung und Glucuronidierung, geringer Anteil über CYP2D6
) - Ausscheidung: überwiegend renal über den Urin
Wirkung
- Metoclopramid ist ein Antagonist am D2-Dopaminrezeptor
- Diese Rezeptoren befinden sich insbesondere im Brechzentrum (Area postrema)
- Durch die Hemmung kann die Auslösung des Brechreizes verhindert werden
→ Antiemetische Wirkung - Prokinetische Wirkung ⟶ Beschleunigung der Magenentleerung
Wechselwirkungen
- Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
- Weitere Dopaminantagonisten (z. B. Antipsychotika
, Droperidol ) → Erhöhtes Risiko extrapyramidal-motorischer Störungen - QT-verlängernde Medikamente
(z. B. Amiodaron , Haloperidol) → Erhöhtes Risiko für QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen - Serotonerge Medikamente (z. B. SSRI, SNRI) → Erhöhtes Risiko eines serotonergen Syndroms
- Weitere Dopaminantagonisten (z. B. Antipsychotika
- Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
- Antiparkinsonmittel (z. B. L-Dopa
) → Gegenseitige Wirkungsabschwächung durch dopaminerge Wirkung
- Antiparkinsonmittel (z. B. L-Dopa
Nebenwirkungen
- Schläfrigkeit
- Diarrhö
- Bradykardie
- Verlängerte QT-Zeit
- Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen: extrapyramidal-motorische Störungen (EPMS
) wie unwillkürliche Bewegungen, Krämpfe, Tremor, etc.
Lagerung
- Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
- Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
Weiterführende Artikel
Antiemetika
Quellen
- ratiopharm GmbH: Fachinformation MCP-ratiopharm® SF 10 mg/2 ml Injektionslösung, Stand: November 2022
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
