Mikrotubuli entstehen im Mikrotubuli-organisierenden Zentrum (MTOC)
Das Minus-Ende ist im MTOC verankert
Das Plus-Ende wächst in Richtung Zellperipherie
Polymerisation erfolgt durch GTP-gebundene Tubulin-Dimere
Bei der Einlagerung ins Protofilament wird GTP hydrolysiert
Der Prozess ist dynamisch mit ständigem Auf- und Abbau am Plus-Ende
MAPs (microtubule-associated proteins) stabilisieren die Mikrotubuli
Vermitteln Kontakt zu anderen Zytoskelettelementen und zur Zellmembran
Dynamik und Stabilität:
Mikrotubuli sind strukturell labil trotz ihrer stabilisierenden Funktion
Ständiger Aufbau und Abbau insbesondere am Plus-Ende
Hohe dynamische Instabilität im Vergleich zu anderen Zytoskelettkomponenten
Transport entlang der Mikrotubuli:
Mikrotubuli dienen als Leitschienen für intrazelluläre Transporte
Bewegung von Vesikeln, Organellen (z. B. Mitochondrien), Makromolekülen
Transport erfolgt durch Motorproteine
Kinesin für anterograden Transport (vom Minus- zum Plus-Ende)
Dynein für retrograden Transport (vom Plus- zum Minus-Ende)
Beteiligung von Rab-Proteinen bei Erkennung und Fusion mit Zielmembranen
Tipp
Merkhilfe: Kinesin & Dynein
Kinesin: Kindlicher Vorwärtsgang → Transport zum Plus-Ende
Dynein: Dynamischer Rückwärtsgang → Transport zum Minus-Ende
Durch Gifte kann die Dynamik im Auf- und Abbau der Mikrotubuli gestört werden:
Substanz
Wirkmechanismus
Einsatzgebiet
Paclitaxel (Taxan)
Hemmt den Abbau (Depolymerisierung) von Mikrotubuli und stabilisiert sie
Hemmung der Zellteilung (Mitose), z. B. bei der Behandlung von Eierstockkrebs
Colchicin
Bindet an freies Tubulin und hemmt dadurch den Aufbau (Polymerisation) der Mikrotubuli
Spindelgift während der Mitose, Anwendung bei Gicht und zur Herstellung von Zellpräparaten mit Metaphasechromosomen
Vinblastin oder Vincristin (Vinca-Alkaloide)
Bindet an freies Tubulin und hemmt dadurch den Aufbau (Polymerisation) der Mikrotubuli
Hemmung der Ausbildung des Spindelapparats → Hemmen Zellkernteilung, Anwendung in der Krebstherapie
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Basalkörper und Zentriolen:
Beide sind ohne Membran und bestehen aus Mikrotubuli-Tripletts
Aufbau aus einer „9 × 3“-Struktur
Neun Mikrotubuli-Triplets bilden einen kurzen Hohlzylinder
Ein Triplet besteht aus
Einem vollständigen Mikrotubulus mit 13 Protofilamenten (A-Tubulus)
Zwei unvollständigen Mikrotubuli mit jeweils 10 eigenen Protofilamenten (B- und C-Tubulus)
Die unvollständigen Tubuli teilen sich 3 Protofilamente mit dem benachbarten Tubulus
Radiäre Proteinstrukturen (Speichen) stabilisieren jedes Triplet zur Zylinderachse hin
Verbindungsproteine koppeln den A-Tubulus eines Triplets mit dem C-Tubulus des nächsten
Zentriolen:
Bestandteil des Zentrosoms (MTOC)
Liegen in der Zelle stets paarweise vor
Sind rechtwinklig zueinander ausgerichtet
Funktion: Beteiligung an der Trennung der Chromosomen während der Mitose
Basalkörper (Kinetosomen): Ursprung von Kinozilien und Geißeln
Kinozilien und Geißeln:
Gehen aus der Tripletstruktur (9 × 3) des Basalkörpers in eine Duplettstruktur (9 × 2 + 2) über
9 Dupletts verlaufen peripher
2 vollständige Mikrotubuli befinden sich im Zentrum
Der gesamte Zylinder wird durch Proteinspeichen radial stabilisiert
Struktur:
Nexine verbinden benachbarte Dupletts miteinander
An den A-Tubulus eines jeden Dupletts sind zwei Dyneinarme angeheftet
Die Dyneinarme können sich mit dem B-Tubulus des benachbarten Dupletts verbinden
Durch ATP-Spaltung bewegen sich die Dyneinarme aktiv
Dies führt zu einer relativen Verschiebung der Dupletts
Bildet die Grundlage für den Zilienschlag und die Geißelbewegung
Umschlossen von der Zellmembran
Merke
Zentriol & Basalkörper: „9 × 3“-Struktur
Zilien & Geißeln: „9 × 2 + 2“-Struktur
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Merkmal
Aktinfilamente (Mikrofilamente)
Intermediärfilamente
Mikrotubuli
Durchmesser
~6 nm
~10 nm
~25 nm
Aufbau
G-Aktin → F-Aktin (doppelsträngig, α-helikal)
α-helikales Protein → Coiled-Coil-Dimer → Tetramer → Protofilament → Filament
In allen eukaryotischen Zellen, besonders unter Zellmembran → kortikales Aktinnetz zur Stabilisierung der Zellform
Gewebespezifisch (z. B. Keratine in Epithelien, Vimentin in Mesenchym, Desmin in Muskelzellen) → wichtige Marker in der Tumordiagnostik (z. B. Primärtumorsuche bei Metastasen)
In allen eukaryotischen Zellen, organisiert vom Centrosom (MTOC); Bestandteile von Kinozilien, Geißeln, Basalkörpern, Zentriolen, Teilungsspindeln
Funktionen
Zellform, Mikrovilli, intrazellulärer Transport, Phagozytose, Muskelkontraktion (Interaktion mit Myosin)
Mechanische Stabilität, Zugfestigkeit, Verankerung in Zellkontakten (Desmosomen, Hemidesmosomen)
Intrazellulärer Transport (Dynein/Kinesin), Zellform, Zellteilung (Spindelapparat), Bewegung von Zilien und Geißeln
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Zuletzt aktualisiert am 10.10.2025
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