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Milz (Splen) - Anatomie

EP
4 Minuten Lesezeit
Milz (Lien) im linken Oberbauch – topographische Beziehungen

Die Milz (Splen) ist ein etwa faustgroßes sekundär lymphatisches Organ, das im linken Oberbauch in der Milznische liegt. Sie ist etwa 12 cm lang, 7 cm breit und 4 cm dick und ist intraperitoneal gelegen (links auf Höhe der 10. Rippe). Aufgrund ihrer topografischen Lage zum Zwerchfell ist die Milz atemverschieblich. Die Milz spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem und bei der Blutreinigung. Anatomisch besteht sie aus zwei Hauptbereichen: der roten Pulpa und der weißen Pulpa.

Die rote Pulpa ist für die Filterung und den Abbau alter oder beschädigter roter Blutkörperchen verantwortlich. Hier werden auch Eisen und andere nützliche Bestandteile aus dem abgebauten Blut recycelt. Die weiße Pulpa besteht hauptsächlich aus lymphatischem Gewebe und ist in die Immunabwehr eingebunden. Sie enthält Lymphozyten, die Infektionserreger erkennen und bekämpfen.

Milz (Lien)
Ansicht auf die Facies visceralis
  • Pole
    • Extremitas posterior
      • Zur Wirbelsäule gerichtet
    • Extremitas anterior
      • Ist nach hinten oben gerichtet
  • Ränder
    • Margo superior
      • Rand, der nach oben gerichtet ist
    • Margo inferior
      • Rand, der nach unten gerichtet ist
  • Flächen
    • Facies diaphragmatica
      • Konvexe Fläche, die unter der linken Zwerchfellkuppel liegt
    • Facies visceralis
      • Konkave Fläche, die zum Pankreasschwanz gerichtet ist
      • Kann aufgrund von Abdrücken zu den Nachbarorganen unterteilt werden in:
        • Facies gastrica: Zum Magen grenzend
        • Facies colica: Zur linken Colonflexur grenzend
        • Facies renalis: Zur linken Niere grenzend
          • Die Grenze zur Facies gastrica wird durch das Milzhilus (A. und V. splenica) gebildet
 Merke

Die Begriffe Splen und Lien stammen aus unterschiedlichen sprachlichen Ursprüngen: „Splen“ kommt aus dem Griechischen, „Lien“ aus dem Lateinischen. Deshalb werden in der anatomischen Nomenklatur beide Bezeichnungen parallel verwendet, wie zum Beispiel bei der A. splenica und A. lienalis.

Die Milz liegt in der Milznische, die durch Fixierungsbänder der Milz gebildet wird:

  • Lig. gastrosplenicum
    • Verläuft vom Milzhilus zur Curvatura major des Magens
    • Enthält die A. und V. gastrica brevis und A. gastroomentalis sinistra
  • Lig. splenorenale
    • Verbindet Milzhilus mit dem Zwerchfell, der dorsalen Bauchwand und dem Pankreasschwanz
    • Enthält die A. und V. splenica
  • Lig. phrenicocolicum
    • Verläuft vom Zwerchfell zur Flexura colica sinistra und bildet den Boden der Milznische
  • Recessus splenicus bursae omentalis
    • Stellt eine Ausbuchtung der Bursa omentalis dar
Bursa omentalis (Horizontalschnitt)
 Merke

Der Koller-Pouch, auch bekannt als Recessus splenorenalis, ist der intraperitoneale Raum zwischen Milz und linker Niere. In der klinischen Praxis ist er von Bedeutung, da sich bei Patient:innen in Rückenlage hier freie Flüssigkeit, wie bei intraabdominellen Blutungen oder Entzündungen, sammeln kann.

ArterienVenenInnervationLymphgefäße
  • A. splenica (aus Truncus coeliacus)
  • V. splenica (in V. portae hepatis)
  • Parasympathisch
    • N. vagus
  • Sympathisch
    • Nn. splanchnici majores (aus Ggll. coeliaca)
  • Nll. splenici
Zuletzt aktualisiert am 20.01.2026
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