Lernen erfolgt nicht nur durch eigene Erfahrungen, sondern auch durch das Beobachten anderer und die flexible Anwendung bereits erworbenen Wissens. Zwei zentrale Formen in diesem Zusammenhang sind das Modelllernen und das Transferlernen. Das Modelllernen, auch als Beobachtungslernen bekannt, beschreibt, wie Menschen neue Verhaltensweisen, Einstellungen und Reaktionen übernehmen, indem sie andere Personen als Vorbilder wahrnehmen und deren Handlungen innerlich nachvollziehen. Dabei spielen Faktoren wie Aufmerksamkeit, Erinnerung und Motivation eine wichtige Rolle, ebenso wie die Frage, ob das beobachtete Verhalten als sinnvoll oder erfolgreich eingeschätzt wird.
Das Transferlernen ergänzt diesen Prozess, indem es die Fähigkeit beschreibt, Gelerntes auf neue Situationen zu übertragen. Es geht also nicht nur darum, Wissen zu erwerben, sondern es auch flexibel und angemessen in unterschiedlichen Kontexten anzuwenden. Ob diese Übertragung gelingt, hängt unter anderem davon ab, wie gut Zusammenhänge verstanden wurden und wie ähnlich sich Lern- und Anwendungssituation sind.
InfoBeide Lernformen (Modelllernen und Transferlernen) greifen ineinander
- Während das Modelllernen den Erwerb neuer Verhaltensweisen erleichtert, ermöglicht das Transferlernen deren nachhaltige Nutzung im Alltag
- Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass Menschen sich kontinuierlich weiterentwickeln und auf neue Anforderungen anpassen können
- Bandura, Albert: Social Learning Theory. Prentice Hall, 1977. ISBN: 978-0-13-816744-8.
- Bandura A, Ross D, Ross SA. Transmission of aggression through imitation of aggressive models. Journal of Abnormal and Social Psychology 1961;63(3):575–582. DOI: 10.1037/h0045925.
- Perkins DN, Salomon G. Transfer of Learning. In: International Encyclopedia of Education. Pergamon Press, 1992.
- Perkins DN, Salomon G. Transfer of learning. International Encyclopedia of Education. 2. Auflage. Oxford: Pergamon Press; 1992.
- Bransford JD, Schwartz DL. Rethinking transfer: A simple proposal with multiple implications. Review of Research in Education 1999;24:61–100. DOI: 10.3102/0091732X024001061.


