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N. oculomotorius (III) und N. trochlearis (IV)

EP
4 Minuten Lesezeit
  • Qualität
    • Gemischt allgemein somato- und allgemein viszeroefferent (parasympathisch)
  • Funktion
    • Führt motorische Fasern zur Bewegung des Auges
    • Führt parasympathische Fasern für Pupillenverengung und Nahakkommodation (Linsenanpassung)
  • Verlauf
    • Tritt in der Fossa interpeduncularis aus dem Mittelhirn aus (zwischen den Crura cerebri)
    • Zieht ventral zur Sella turcica, durchbricht die Dura mater und gelangt in den Sinus cavernosus
    • Verläuft medial durch die Fissura orbitalis superior in die Orbita und tritt durch den Anulus tendineus communis
    • Teilt sich dort in Äste zu den Augenmuskeln und zum Ganglion ciliare
  • Kerne
    • Ncl. nervi oculomotorii: steuert Augen- und Lidmuskulatur und liegt im Tegmentum mesencephali auf Höhe der Colliculi superiores
    • Ncl. accessorius nervi oculomotorii (Edinger-Westphal-Kern): parasympathisch – steuert M. sphincter pupillae (Pupille) und M. ciliaris (Akkommodation)
  • Motorische Innervation
    • M. rectus superior, M. rectus medialis, M. rectus inferior
    • M. obliquus inferior
    • M. levator palpebrae superioris
  • Parasympathische Innervation (über Ggl. ciliare)
    • M. sphincter pupillae, M. ciliaris
 Info
Klinischer Ausblick: Okulomotoriusparese
  • Ausfall des M. levator palpebrae → Ptosis (herabhängendes Augenlid)
  • Ausfall der äußeren Augenmuskeln → Augapfel steht nach lateral und unten
  • Ausfall des M. sphincter pupillae → Mydriasis (Weitstellung der Pupille)
  • Ausfall des M. ciliaris → Akkommodationsstörung
Nervus oculomotorius (III) – Somatomotorische und parasympathische Fasern

Exkurs: Sinus cavernosus und die Hirnnerven

Der Sinus cavernosus ist ein paarig angelegter venöser Blutleiter an der Schädelbasis mit enger topographischer Beziehung zu mehreren Hirnnerven und der A. carotis interna.

Strukturen in der lateralen Wand (von oben nach unten):

  • N. oculomotorius (III)
  • N. trochlearis (IV)
  • N. ophthalmicus (V1)
  • N. maxillaris (V2)

Strukturen, die durch den Sinus cavernosus ziehen:

  • A. carotis interna
  • N. abducens (VI)

Sinus cavernosus (Querschnitt):

Sinus cavernosus (Querschnitt)
  • Qualität: Allgemein-somatoefferent
  • Funktion:
    • Steuert den M. obliquus superior → bewegt das Auge nach lateral unten
  • Kerngebiet:
    • Ncl. nervi trochlearis 
      • Lage: auf Höhe der Colliculi inferiores im Tegmentum mesencephali
  • Verlauf:
    • Einziger Hirnnerv, der dorsal  aus dem Hirnstamm austritt (!)
    • Austrittsstelle: kaudaler Rand der Vierhügelplatte (Lamina quadrigemina)
    • Umläuft die Pedunculi cerebri und zieht nach ventral
    • Tritt im Tentorium cerebelli in die Dura mater ein
    • Verläuft im Sinus cavernosus und tritt durch die Fissura orbitalis superior, aber außerhalb des Anulus tendineus communis in die Orbita zum M. obliquus superior
  • Ausfallfolgen:
    • Bei Schädigung: das betroffene Auge weicht bei Kopfneigung zur gelähmten Seite nach oben innen ab
    • Folge: Doppelbilder (Diplopie)
    • Kompensation: Betroffene neigen den Kopf zur gesunden Seite, um die Doppelbilder zu vermeiden (charakteristische Kopfhaltung)
Zuletzt aktualisiert am 18.06.2026
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