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N. trigeminus (V)

EP
9 Minuten Lesezeit
  • Qualität
    • Gemischt: allgemein-somatoafferent und speziell-viszeroefferent
  • Kerngebiete:
KernLageFunktionBesonderheiten
Ncl. mesencephalicus n. trigeminiMesen-cephalonTiefensensibilität (Propriozeption) aus Kaumuskeln, Zähnen, Gaumen und KiefergelenkEnthält Zellkörper des 1. Neurons der propriozeptiven Sensibilität der Kaumuskeln, der Zähne, dem Kiefergelenk und dem Gaumen
Ncl. principalis n. trigeminiPonsEpikritische Sensibilität (feine Berührungs- und Druckreize) aus Gesicht und Mundhöhle 
Ncl. motorius n. trigeminiPonsMotorische Innervation der Kaumuskeln, Gaumenmuskeln, M. mylohyoideus und M. tensor tympaniErhält Impulse vom Gyrus praecentralis via Tractus corticonuclearis
Ncl. spinalis n. trigeminiMedulla oblongataProtopathische Sensibilität (Schmerz, Temperatur, grober Druck) aus Gesicht, Zähnen, Hirnhäuten und Mundhöhle 

Verlauf:

  • Der N. trigeminus entspringt am Lateralrand der Pons und zieht zur Felsenbeinpyramide und durchbohrt dort die Dura mater
  • Am Ursprung lassen sich zwei Anteile erkennen:
    • Radix sensoria (sensible Wurzel, deutlich dicker am Präparat)
    • Radix motoria (motorische Wurzel)
  • Zieht ins Cavum trigeminale (Duratasche)
  • In dieser Duratasche bildet sich eine Verdickung: das Ganglion trigeminale (auch Ganglion Gasseri genannt → sensibles Ganglion)
  • Von hier gehen die drei Hauptäste ab
    • N. ophthalmicus (V1) 
    • N. maxillaris (V2) 
    • N. mandibularis (V3)

Äste und Versorgungsgebiet des N. trigeminus:

Äste und Versorgungsgebiet des N. trigeminus

Sensible Versorgung des Gesichts:

Sensible Versorgung des Gesichts
  • Qualität: allgemein-somatoafferenter Ast des N. trigeminus (rein sensibler Nerv)
  • Verläuft in der Seitenwand des Sinus cavernosus 
  • Gibt in der Schädelhöhle den R. meningeus recurrens zur Hirnhaut ab
  • Verlässt die Schädelhöhle über die Fissura orbitalis superior in die Orbita
  • Teilt sich in der Orbita in drei Hauptäste:
    • N. frontalis
      • Äste: N. supraorbitalisN. supratrochlearis
      • Versorgen Stirnhaut, Oberlid, Bindehaut
    • N. nasociliaris
      • Zieht zum medialen Augenwinkel
      • Gibt viele kleine Äste ab, unter anderem: Nn. ethmoidales anterior und posteriorN. infratrochlearis
      • Versorgen Nase, Orbitawand, medialen Augenwinkel
    • N. lacrimalis
      • Zieht zum lateralen Augenwinkel
      • Versorgt die Tränendrüse
      • Sensible Versorgung für Oberlid, lateraler Augenwinkel
 Tipp
Merkhilfe: Ophthalmicus-Äste

Fritz lacht näselnd

(N. frontalis, N. lacrimalis, N. nasociliaris)

N. ophthalmicus (V1) und Ganglion trigeminale (Ansicht von lateral):

N. ophthalmicus (V1) und Ganglion trigeminale (Ansicht von lateral)
  • Qualität: allgemein-somatoafferenter Ast des N. trigeminus (rein sensibler Nerv)
  • Verlauf:
    • Eintritt in den Sinus cavernosus, Abgabe eines Astes zur sensiblen Innervation der Dura der mittleren Schädelgrube
    • Durchtritt durch das Foramen rotundum, Verlauf in die Fossa pterygopalatina
    • Aufteilung in seine Äste:

1. Rr. ganglionares

  • Ziehen zum Ganglion pterygopalatinum (sensibel, keine Umschaltung)
  • Geben folgende Äste ab:
    • Rr. orbitales
    • Rr. nasales posteriores superiores laterales und mediales (u.a. N. nasopalatinus → harter Gaumen)
    • Rr. nasales posteriores inferiores
    • N. palatinus major und Nn. palatini minores

2. N. zygomaticus

  • Tritt durch die Fissura orbitalis inferior ein und verläuft zur lateralen Orbitawand
  • Teilt sich in: R. zygomaticotemporalis, R. zygomaticofacialis

3. Rr. alveolares superiores posteriores

  • Verlaufen durch die Foramina alveolaria in die hintere Kieferhöhle und bilden den Plexus dentalis superior 
  • Versorgen Oberkieferzähne

4. N. infraorbitalis (Endast)

  • Verläuft durch Fissura orbitalis inferior in die Orbita
  • Zieht zum Sulcus infraorbitalis und verlässt die Orbita im Canalis infraorbitalis
  • Tritt am Foramen infraorbitale aus dem Oberkiefer aus
  • Gibt im Canalis infraorbitalis folgende Äste ab:
    • R. alveolaris superior medius, Rr. alveolares superiores anteriores
  • Er innerviert sensibel: Zähne des Oberkiefers, Zahnfleisch, Sinus maxillaris, Haut zwischen unterem Augenlid und Oberlippe

Verlauf des N. maxillaris (V2) – Ansicht von rechts:

Verlauf des N. maxillaris (V2) – Ansicht von rechts
  • Qualität: allgemein-somatoafferente Fasern und speziell viszeroefferente Fasern (sensibler und motorischer Nerv)
  • Verlässt den Schädel durch das Foramen ovale
  • Teilt sich in der Fossa infratemporalis in motorische und sensible Äste
  • Sensible Äste
    • R. meningeus: verläuft durch das Foramen spinosum zurück ins Schädelinnere, versorgt die Dura mater
    • N. buccalis: durchbohrt den M. buccinator und versorgt die Wangenschleimhaut 
    • N. auriculotemporalis:
      • Sensible Innervation von SchläfeVorderseite der Ohrmuscheläußerem Gehörgang und dem Trommelfell
      • Zieht durch die Glandula parotidea und innerviert diese ebenfalls mit parasympathischen Fasern, welche aus dem Ganglion oticum stammen
    • N. lingualis:
      • Rein sensibel für die vorderen 2/3 der Zunge
      • Erhält Geschmacks- und parasympathische Fasern über die Chorda tympani
      • Äste: Rr. isthmi faucium, Äste zum Ganglion submandibulareN. sublingualis
    • N. alveolaris inferior:
      • Verläuft innen am R. mandibulae und tritt durch das Foramen mandibulae aus
      • Sein Endast ist der N. mentalis, der aus dem Foramen mentale austritt
      • Motorisch innerviert er über den N. mylohyoideus den M. mylohyoideus und den Venter anterior des M. digastricus
      • Sensibel innerviert er: Zähne und das Zahnfleisch des Unterkiefers, Unterlippe und Haut des Kinns
  • Motorische Äste
    • N. massetericus: innerviert motorisch M. masseter und sensibel das Kiefergelenk
    • Nn. temporales profundi: M. temporalis
    • N. pterygoideus medialis: M. pterygoideus medialis
    • N. pterygoideus lateralis: M. pterygoideus lateralis
 Tipp
Merkhilfe: Äste des N. mandibularis

Muskeln machen beinahe alle Leute aggressiv 
(Rr. musculares, R. meningeus, N. buccalis, N. auriculotemporalis, N. lingualis, N. alveolaris inferior)

Verlauf des N. mandibularis (V3) – Ansicht von rechts:

Verlauf des N. mandibularis (V3) – Ansicht von rechts
 Info
Klinischer Ausblick: Druckpunkte im Gesicht

Palpation der Trigeminusäste

  • N. ophthalmicus (V1): Foramen supraorbitale
  • N. maxillaris (V2): Foramen infraorbitale 
  • N. mandibularis (V3): Foramen mentale 

Klinische Bedeutung

  • Prüfung auf Druckschmerz zur Diagnostik von Nervenirritationen
  • Ausfälle können zu Sensibilitätsstörungen, Kaumuskelparesen oder fehlendem Kornealreflex führen
  • Mimische Muskulatur bleibt erhalten (Innervation durch N. facialis)
 Info
Klinischer Ausblick: Lokalanästhesie am Unterkiefer
  • Injektion des Lokalanästhetikums an die Innenseite des R. mandibulae → Betäubung des N. alveolaris inferior (V3)
  • Durch sein Innervationsgebiet können Missempfindungen an der Unterlippe auftreten
  • Oft wird zusätzlich aufgrund seiner Lage der N. lingualis mitbetäubt
Zuletzt aktualisiert am 19.06.2026
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