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NaCl-Haushalt

EP
4 Minuten Lesezeit

Der Gesamtnatriumbestand von ca. 150 g wird hauptsächlich durch die renale Resorption konstant gehalten. Eine Erhöhung der NaCl-Konzentration führt
zu einer Zunahme des extrazellulären Volumens und damit zu einem Anstieg des Blutdrucks.

Die treibende Kraft für die Na+-Resorption ist ein Konzentrationsgradient zwischen Tubuluslumen und Tubuluszelle, der durch die Na+/K+-ATPase in der basolateralen Membran entsteht und aufrechterhalten wird. Täglich werden über 1500 g Na+ resorbiert. Es wird normalerweise nur 1% des Natriums ausgeschieden. Je nach NaCl-Zufuhr kann die ausgeschiedene Na+-Menge im distalen Konvolut und im Sammelrohr wie folgt angepasst werden:

Natrium-Resorption

Proximaler Tubulus:

65 % des Natriums werden im proximalen Tubulus resorbiert. Ein Drittel wird transzellulär und zwei Drittel werden parazellulär resorbiert. In der luminalen Membran befinden sich folgende Kanäle:

  • Na+/H+-Antiporter (NHE3)
  • Na+/Glucose Symporter (SGLT1, SGLT2 = Sodium dependent glucose co-transporter)
  • Na+/Aminosäure-Symporter

Cl--Ionen diffundieren entlang ihres chemischen Gradienten parazellulär aus dem Tubuluslumen in das Interstitium. Das daraus resultierende transepitheliale Potential begünstigt die parazelluläre Resorption kleiner Kationen wie Na+.

Natrium-Resorption: Proximaler Tubulus:

Aufsteigende Henle-Schleife:

25 % des Natriums werden in der aufsteigenden Henle-Schleife resorbiert. Im dünnen aufsteigenden Teil der Henle-Schleife erfolgt ein Chlorid-Transport durch Chloridkanäle (CLC-KA). Natrium folgt parazellulär dem hierdurch entstehenden elektrischen Gradienten.

Natrium-Resorption: Aufsteigende Henle-Schleife

In der dicken aufsteigenden Henle-Schleife ist der Na+-K+-2Cl--Cotransporter (NKCC2) für den Natriumtransport in die Tubuluszelle zuständig. Weiter ins Interstitium gelangt das Natrium über die Na+/K+-ATPase.  Das Chlorid gelangt über einen Chloridkanal (CLC-KB) oder einen K+/Cl--Cotransporter in das Interstitium, jedoch gelangt der größte Teil des K+ über den ROMK-Kanal (renal outer medullary K+-channel) zurück in das Tubuluslumen

Natrium-Resorption: Dicke aufsteigende Henle-Schleife

Distaler Tubulus:

3-5 % des Natriums werden im distalen Tubulus transzellulär resorbiert. Aus dem Tubuluslumen gelangt es über einen Na+/Cl--Cotransporter (NCC) in die Tubuluszelle. Wie in der aufsteigenden Henle-Schleife ist auch hier die die Na+/K+-ATPase  die treibende Kraft. Über einen K+/Cl--Cotransporter wird Chlorid in das Interstitium transportiert. Die Menge des resorbierten Natriums ist abhängig von der Aldosteronkonzentration. Aldosteron erhöht die Aktivität der Na+/K+-ATPase.

Distaler Tubulus

Sammelrohr:

1,5 – 5 % des Natriums werden im Sammelrohr transzellulär resorbiert. Über einen epithelialen Na+-Kanal (ENaC) wird Natrium aus dem Tubuluslumen in die Hauptzellen des Sammelrohrs resorbiert und über die Na+/K+-ATPase in das Interstitium weitertransportiert. Die Menge der Natriumresorption wird mit steigender Aldosteronkonzentration erhöht. Das aus dem Interstitium einströmende K+ verlässt die Tubuluszelle über ROMK-Kanäle.

Natrium-Resorption: Sammelrohr
Zuletzt aktualisiert am 20.11.2024
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