Medi Know
Logo Image

Naloxon

12 Minuten Lesezeit
Naloxon Ampulle

Naloxon ist ein Opioidrezeptor-Antagonist und wird als Antidot bei Opioidintoxikation eingesetzt. 

Der Wirkstoff wirkt als kompetitiver Antagonist an Opioidrezeptoren und hebt dadurch rasch opioidbedingte Effekte wie Atemdepression und Bewusstseinsveränderungen auf. 

Der Wirkeintritt erfolgt nach i.v.-Gabe meist innerhalb von etwa 2 Minuten, die Wirkdauer beträgt ungefähr 30 Minuten

Da die Halbwertszeit von Naloxon kürzer ist als die vieler Opioide, kann es nach initialer Besserung zu einem Wiederauftreten der Opioidwirkung (Remorphinisierung/Rebound) kommen. Die Gabe erfolgt deshalb titrationsweise, mit dem primären Ziel der Aufhebung der Atemdepression, nicht zwingend der vollständigen Antagonisierung. Bei opioidabhängigen Patient:innen kann Naloxon einen akuten Entzug auslösen, der sich unter anderem durch Unruhe, Tachykardie, Hypertonie oder Erbrechen äußern kann. Zudem kann Naloxon bei rascher Antagonisierung zu kardiovaskulären Komplikationen oder selten zu einem Lungenödem führen.

Lernkarte Naloxon
  • Wirkstoffklasse: Antidot, Opioidrezeptor-Antagonisten
  • Handelsnamen: z.B. Narcanti®, Naloxon-hameln®, Naloxon B. Braun®, Naloxon Fresenius®, Nyxoid®
Naloxon
Etikett: Naloxon
  • Opioidintoxikation
  • Überempfindlichkeit
  • Erwachsene: Titration nach Wirkung, ggf. Wiederholung nach 2–3 min
    • 0,4 mg i.v. (maximal 10 mg)
    • 0,8 mg i.m.
    • 2 mg i.n.
  • Kinder: ggf. Wiederholung nach 2–3 min
    • 0,01 mg/kgKG i.v. oder 0,01 mg/kgKG i.m.
  • Die Verabreichung von Naloxon kann zu einem akuten Opioid-Entzug (z.B. Herzrhythmusstörungen, Lungenödem, Herzstillstand) führen
  • Da die Halbwertszeit von Naloxon kürzer ist als die der meisten Opioide, kann es zu einem Wiederauftreten der Opioidwirkung (Remorphinisierung/Rebound-Phänomen) kommen
  • Buprenorphin kann aufgrund der hohen Rezeptoraffinität nicht antagonisiert werden
  • Im rettungsdienstlichen Setting ist das primäre Ziel die partielle oder vollständige Aufhebung der zentralnervösen Dämpfung, insbesondere der opioidbedingten Atemdepression 
  • Die Gabe erfolgt titriert mit 0,1 mg alle 2 Minuten, bis der gewünschte klinische Effekt erreicht ist
  • Wirkeintritt: innerhalb von 2 min
  • Wirkdauer: ca. 30 min
  • Metabolisierung: hepatische Glucuronidierung zu Naloxon-3-Glucuronid (inaktiver Metabolit)
  • Ausscheidung: überwiegend renal über den Urin als glucuronidierte Metaboliten
  • Naloxon ist ein kompetitiver Opioidrezeptor-Antagonist
  • Dies führt zu einer raschen Aufhebung opioidbedingter Effekte wie Atemdepression und Bewusstseinsveränderungen
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Tachykardie
  • Blutdruckschwankungen (Hyper-/Hypotonie)
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Intoxikationen mit Opiaten und Opioiden (RD)
  • Opioide
  • ratiopharm GmbH: Fachinformation Naloxon-ratiopharm® 0,4 mg/ml Injektionslösung, Stand: September 2018
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 13.03.2026
Nalbuphin
Natriumhydrogencarbonat 8,4%
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz