- An der äußeren Nase unterscheidet man folgende Strukturen:
- Nasenspitze (Apex nasi)
- Nasenwurzel (Radix nasi)
- Beide sind über den Nasenrücken (Dorsum nasi) miteinander verbunden
- Der obere Nasenrücken und die Nasenwurzel werden gebildet von den Ossa nasalia und den Processus frontales der
Maxilla - Die Nasenspitze und die Nasenflügel (Alae nasi) bestehen aus Knorpelgewebe und umrahmen die Nasenlöcher (Nares)
- Unterhalb der Nasenspitze liegen die beiden Nasenlöcher (Nares)
- An die Nasenlöcher schließt sich der Nasenvorhof (Vestibulum nasi) an, der über eine Schleimhautfalte in die eigentliche Nasenhöhle (Cavitas nasi) übergeht
- Die knöchernen Begrenzungen der Nasenhöhle bestehen aus:
- Lamina cribrosa
- Os sphenoidale
- Os nasale
- Os frontale
- Concha nasalis inferior
- Maxilla
- Os lacrimale
- Os palatinum
- Os ethmoidale
- Die Nasenscheidewand (Septum nasi) unterteilt die Nasenhöhle in zwei Abschnitte und setzt sich zusammen aus:
- Vomer
- Lamina perpendicularis des Os ethmoidale
- Cartilago septi nasi (hyaliner Knorpel)
- Kleine knöcherne Anteile des Os sphenoidale, Os palatinum und der Maxilla
- Dorsal mündet die Nasenhöhle über die trichterförmigen Choanae (paarige Öffnung in die Mund- bzw. Rachenhöhle) in die Pars nasalis des Pharynx
Äußere Nase (Ansicht von links):

Knöcherne Wände der Nasenhöhle (Ansicht von rechts):

Epitheliale Regionen der Nasenhöhle
- In der Nasenhöhle lassen sich drei Bereiche anhand des Epithels unterscheiden:
- Regio cutanea: Übergangszone zwischen verhorntem Plattenepithel und respiratorischem Epithel
- Regio respiratoria: Bereich mit respiratorischem Flimmerepithel zur Filterung und Anfeuchtung der Atemluft
- Regio olfactoria: Riechzone mit den Sinneszellen des Geruchsorgans

In den Nasenhaupthöhlen befinden sich drei muschelartige Strukturen, die Nasenmuscheln (Conchae nasales). Sie sind Knochenfortsätze, die mit Schleimhaut überzogen sind. Diese Nasenmuscheln heißen: Concha nasalis inferior, Concha nasalis media, Concha nasalis superior.
- Concha nasalis superior und media sind Teil des Os ethmoidale und die Concha nasalis inferior ist ein eigenständiger Knochen
- Alle drei Nasenmuscheln sind an der lateralen Wand der Nasenhöhle befestigt und ragen in das Innere der Höhle hinein
- Durch ihre Anordnung entstehen vier unterschiedliche Nasengänge:
- Meatus nasi inferior: Mündung des Ductus nasolacrimalis (Tränennasengang)
- Meatus nasi medius: Drainagegebiet des Sinus maxillaris, Sinus frontalis sowie der Cellulae ethmoidales anteriores und mediae (vordere und mittlere Siebbeinzellen)
- Meatus nasi superior: Drainagegebiet der Cellulae ethmoidales posteriores (hintere Siebbeinzellen)
- Recessus sphenoethmoidalis: Mündung des Sinus sphenoidalis (Keilbeinhöhle)
Lage der Nasenmuscheln und Nasengänge (Ansicht von links):

Lage der Nasenmuscheln und Nasengänge (Ansicht von vorne):

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume in den Schädelknochen, die mit respiratorischem Epithel ausgekleidet sind. Sie dienen der Gewichtsreduktion des Schädels, der Resonanzbildung der Stimme und der Vergrößerung der Nasenhöhle. Es gibt vier Nasennebenhöhlen:
- Sinus frontalis (Stirnhöhle)
- Sinus maxillaris (Kieferhöhle)
- Sinus sphenoidalis (Keilbeinhöhle)
- Cellulae ethmoidales (Siebbeinzellen)
Nasennebenhöhlen:

Sinus frontalis (Stirnhöhle)
- Liegt im Os frontale oberhalb der Orbita
- Linker und rechter Sinus sind durch das Septum interfrontale voneinander getrennt
- Der Abfluss erfolgt über den Hiatus semilunaris in den Meatus nasi medius
- Der Hiatus semilunaris wird durch die Bulla ethmoidalis und den Processus uncinatus des Os ethmoidale begrenzt
Sinus maxillaris (Kieferhöhle)
- Befindet sich im Bereich der Maxilla unterhalb der Orbita, → Der Boden der Orbita bildet gleichzeitig das Dach des Sinus maxillaris
- Unterhalb befinden sich die Zahnwurzeln des Oberkiefers
- Die Verbindung zur Nasenhöhle besteht über den Hiatus maxillaris
Sinus sphenoidalis (Keilbeinhöhle)
- Liegt im Os sphenoidale hinter der hinteren Wand der Nasenhöhle
- Die laterale Wand grenzt an den Sulcus caroticus mit der A. carotis interna und dem Sinus cavernosus
- Ventral befinden sich die Cellulae ethmoidales, ventrokranial der Canalis opticus und die Orbita, dorsal die Fossa hypophysialis
- Der Abfluss erfolgt über den Recessus sphenoethmoidalis in die Nasenhöhle
Cellulae ethmoidales (Siebbeinzellen)
- Bilden viele kleine, dünnwandige Hohlräume im Os ethmoidale, die unvollständig voneinander getrennt sind
- Die größte Zelle wird als Bulla ethmoidalis bezeichnet
- Topographische Nachbarschaften:
- Kranial: Vordere Schädelgrube
- Kaudal: Sinus maxillaris
- Dorsal: Sinus sphenoidalis
- Lateral: Orbita
- Medial: Nasenhöhle
- Der Abfluss erfolgt in den Meatus nasi superior und Meatus nasi medius
- Aufgrund ihrer Lage und der dünnen Begrenzungen können Entzündungen leicht auf die Orbita übergreifen
Äußere Nase:
Die arterielle Versorgung der äußeren Nase erfolgt durch Äste der A. carotis externa und Äste der A. carotis interna.
- Nasenflügel: A. angularis aus A. facialis aus der A. carotis externa
- Nasenrücken und seitliche Nasenwand: A. infraorbitalis aus der A. maxillaris aus der A. carotis externa
- Nasenrücken: A. dorsalis nasi aus der A. ophthalmica aus der A. carotis interna
Nasenhöhle und Nasenseptum:
Die Nasenhöhle erhält ihre arterielle Blutversorgung aus Ästen der A. carotis externa und der A. carotis interna.
- Äste der A. carotis externa
- A. maxillaris
- A. sphenopalatina
- A. palatina descendens
- Diese Gefäße versorgen das untere Versorgungsgebiet der Nasenhöhle
- A. maxillaris
- Äste der A. carotis interna
- A. ophthalmica
- A. ethmoidalis anterior
- A. ethmoidalis posterior
- Diese Gefäße versorgen das obere Versorgungsgebiet der Nasenhöhle
- A. ophthalmica
- Anastomosen und klinischer Bezug
- Im vorderen Bereich der medialen Nasenwand treffen sich Äste beider Arterien zu einem Gefäßnetz
- Dieser Bereich ist als Locus Kiesselbachii bekannt
- Hier entsteht am häufigsten Nasenbluten (Epistaxis), da die Schleimhaut besonders stark durchblutet und oberflächlich liegt
Arterielle Versorgung der Nase (Ansicht von rechts):

- Die äußere Nase wird über feine Äste des N. ophthalmicus (V1) und des N. maxillaris (V2) innerviert, beide sind Äste des N. trigeminus (Hirnnerv V)
- In der Nasenschleimhaut übernehmen:
- Äste des N. ophthalmicus die sensible Versorgung des vorderen Nasenabschnitts
- Äste des N. maxillaris die sensible Versorgung des hinteren Nasenabschnitts
- Die feinen sensiblen Nervenfasern werden als Rr. nasales bezeichnet
- Parasympathisch: Die Glandulae nasales erhalten ihre parasympathische Versorgung über den
N. petrosus major → Umschaltung im Ganglion pterygopalatinum - Sympathisch: über den N. petrosus profundus
- Sensorisch: Für die Geruchswahrnehmung ist das olfaktorische System zuständig, dessen Axone als Nn. olfactorii
(Hirnnerv I) die Signale aus der Riechschleimhaut (Regio olfactoria) leiten
Innervation der Nasenhöhle (Ansicht von links):
