Medi Know
Logo Image

Natriumhydrogencarbonat 8,4%

NaHCO₃, Natriumbicarbonat, Na-Bicarbonat
12 Minuten Lesezeit

Natriumhydrogencarbonat 8,4 % ist ein alkalisches Puffermittel, das vor allem bei Intoxikationen mit trizyklischen Antidepressiva sowie beim hyperkaliämischen Kreislaufstillstand eingesetzt wird. Es erhöht die Bicarbonatkonzentration im Blut und wirkt als Puffersubstanz, indem es Wasserstoffionen (H⁺) bindet und dadurch das Säure-Basen-Gleichgewicht in Richtung eines höheren pH-Wertes verschiebt.

Bei Hyperkaliämie kann Natriumhydrogencarbonat einen intrazellulären Kaliumshift fördern, wodurch der Serumkaliumspiegel vorübergehend sinkt. Bei einer Intoxikation mit trizyklischen Antidepressiva führt die Natrium- und Alkalisierungskomponente zu einer Abschwächung der Natriumkanalblockade am Myokard und reduziert dadurch das Arrhythmierisiko.

Außerdem besteht eine Inkompatibilität mit vielen Medikamenten, weshalb eine Applikation über einen separaten venösen Zugang empfohlen wird.

Lernkarte Natriumhydrogencarbonat 8,4 %
  • Wirkstoffklasse: Alkalisches Puffermittel 
Etikett: Natriumhydrogencarbonat 8,4%
  • Intoxikation mit trizyklischen Antidepressiva
  • Hyperkaliämischer Kreislaufstillstand
  • Alkalose
  • Hypokaliämie
  • Hypernatriämie
  • Hyperkaliämischer Kreislaufstillstand:
    • 50 mmol i.v. (50 ml)
  • Intoxikation mit trizyklischen Antidepressiva:
    • 0,5-1 ml/kgKG i.v. (50-100 ml)
  • Präklinisch meist keine BGA verfügbarGefahr der „Blindpufferung“
  • Strenge Indikationsstellung und kritische Risiko-Nutzen-Abwägung, da pH präklinisch häufig unbekannt ist
  • Inkompatibel mit vielen Medikamenten → Separater Zugang, nicht mischen
  • Nur sicher i.v. applizieren: hohe Osmolarität → Paravasat vermeiden (Gewebeschädigung/Nekrosen)
  • Elektrolytverschiebungen beachten: Kalium-Shift nach intrazellulär → Risiko für eine Hypokaliämie (Kontrolle empfohlen)
  • Wirkeintritt: innerhalb von 1-3 min
  • Wirkdauer: 30-60 min
  • Natriumhydrogencarbonat erhöht die Bicarbonatkonzentration und wirkt als Puffersubstanz im Blut
  • Es bindet Wasserstoffionen (H⁺) und verschiebt das HCO₃⁻/CO₂-Gleichgewicht → pH-Anstieg bei metabolischer Azidose
  • Dadurch kann eine schwere Azidose abgeschwächt und das Säure-Basen-Gleichgewicht stabilisiert werden
  • Bei Hyperkaliämie (v.a. bei Azidose) kann ein intrazellulärer Kalium-Shift gefördert werden → Vorübergehende Senkung des Serumkaliums
  • Bei Trizyklika-Intoxikation: NaHCO₃ erhöht Na⁺ und alkalisiert das Blut → Abschwächung der Natriumkanalblockade am Myokard und das Arrhythmierisiko sinkt
  • Hypernatriämie
  • Hyperosmolarität
  • Hypokaliämie
  • Alkalose
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Säure-Basen-Haushalt (Puffersysteme)
  • Regulation des Säure-Basen-Haushaltes
  • Störungen des Säure-Basen-Haushaltes
Zuletzt aktualisiert am 13.03.2026
Naloxon
Natriumthiosulfat
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz