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Nervus facialis (VII)

EP
7 Minuten Lesezeit
  • Qualität: Allgemein-viszeroefferent, speziell-viszeroefferent und speziell- viszeroafferent

Kerngebiete des N. facialis:

Der Ncl. nervi facialis ist der motorische Kern des eigentlichen N. facialis, während die Fasern des N. intermedius aus dem Ncl. salivatorius superior (parasympathisch) und dem Ncl. tractus solitarii (Geschmack) entspringen. Zusammengefasst wird er auch als N. intermediofacialis bezeichnet.

  • Ncl. nervi facialis
    • Speziell-viszeroefferenter Kern
    • Liegt im dorsalen Pons
    • Innerviert die mimische Muskulatur, den M. stylohyoideus, den Venter posterior musculi digastrici und den M. stapedius
    • Besteht aus zwei Kerngruppen:
      • Obere Kerngruppe: Innerviert Stirnmuskulatur und Oberlid
      • Untere Kerngruppe: Versorgt übrige Gesichtsmuskulatur
  • Ncl. salivatorius superior
    • Allgemein-viszeroefferent (parasympathisch)
    • Lage: Tegmentum des Pons
    • Innerviert die Glandula lacrimalis, Glandulae nasales, Glandulae palatinae, Glandula submandibularis und Glandula sublingualis
  • Ncl. tractus solitarii (oberer Teil)
    • Speziell-viszeroafferenter Kern (Geschmacksfasern der vorderen 2/3 der Zunge)
    • Lage: Medulla oblongata
    • Afferenzen stammen aus der Chorda tympani und dem Ganglion geniculi

Kerngebiete des N. facialis:

Kerngebiete des N. facialis
  • Fasern aus dem Ncl. n. facialis ziehen im Pons bogenförmig um den Ncl. n. abducentis → inneres Fazialisknie (Genu nervi facialis)
  • Austritt aus dem Hirnstamm im Kleinhirnbrückenwinkel, häufig gemeinsam mit Fasern des N. intermedius
  • Eintritt in den Schädel über den Porus acusticus internus
  • Verlauf durch den Porus acusticus internus und Eintritt zusammen mit dem 
    N. vestibulocochlearis (VIII) in den Meatus acusticus internus des Felsenbeins
  • Knick im Felsenbein nach rechts →  äußeres Fazialisknie (Geniculum nervi facialis)
    • Im äußeren Fazialisknie liegt das Ganglion geniculi → enthält pseudounipolare Perikaryen für Chorda tympani und N. auricularis posterior
    • Abgabe im Felsenbein von: N. petrosus majorN. stapediusChorda tympani
  • Weiterer Verlauf durch den Canalis n. facialis
  • Verlässt das Felsenbein am Foramen stylomastoideum
    • Kurz nach dem Austritt Abgabe von Ästen: N. auricularis posteriorR. digastricusN. stylohyoideus
  • Endäste verzweigen sich in der Gl. parotis zum Plexus intraparotideus (Gesichtsstrahlung)

Äste:

  • Abgänge im Felsenbein:
    • N. petrosus major: 
      • Parasympathische Innervation der Tränendrüse
      • Verlauf:
        • Abgang aus dem Ganglion geniculi
        • Austritt durch das Foramen lacerum
        • Verbindung mit dem N. petrosus profundus, der sympathische Fasern aus dem Plexus der A. carotis interna führt
        • Umschaltung im Ganglion pterygopalatinum
    • N. stapedius
      • Innerviert den M. stapedius
      • Verlauf:
        • Geht im Canalis nervi facialis vom N. facialis ab
        • Durchtritt durch die Felsenbeinwand ins Mittelohr
    • Chorda tympani
      • Geschmacksfasern innervieren vorderen 2/3 der Zunge
      • Parasympathische Fasern innervieren die Gl. submandibularis, Gl. sublingualis, Gl. lingualis anterior
      • Verlauf:
        • Bogenförmiger Verlauf durch die Paukenhöhle zwischen Hammer und Amboss und verläuft durch die Fissura sphenopetrosa
        • Lagert sich dem N. lingualis an → zum Ganglion submandibulare → Umschaltung parasympathischer Fasern
  • Abgänge nach Austritt aus dem Felsenbein:
    • N. auricularis posterior
      • Innerviert Muskeln des äußeren Ohres
      • Enthält angelagerte sensible Fasern des N. trigeminus
      • Verlauf hinter die Ohrmuschel
    • R. digastricus
      • Innervation des Venter posterior musculi digastrici
    • N. stylohyoideus
      • Innervation des M. stylohyoideus
  • Endäste: Plexus intraparotideus (Gesichtsstrahlung)
    • Rr. temporales: innervieren M. orbicularis oculi und M. corrugator supercilii
    • Rr. zygomatici: innervieren Mm. zygomatici und M. orbicularis oculi
    • Rr. buccales: innervieren M. buccinator, M. orbicularis oris, M. nasalis, Muskeln der Oberlippe
    • R. marginalis mandibulae: innerviert Muskeln um den Mund
    • R. colli: bildet mit dem N. transversus colli (aus Plexus cervicalis) eine Anastomose, innerviert das Platysma und darüberliegende Haut
 Tipp
Merkhilfe: Äste des Plexus intraparotideus

To Zanzibar by motorcar
(Rr. temporales, Rr. zygomatici, Rr. buccales, R. marginalis mandibulae, R. colli)

Verlauf des N. facialis (Schema):

Verlauf des N. facialis (Schema)

Verlauf des N. facialis im Felsenbein:

Verlauf des N. facialis im Felsenbein:

Äste des N. facialis für die mimische Muskulatur:

Äste des N. facialis für die mimische Muskulatur
 Info
Klinischer Ausblick: Fazialisparese

Zentrale Fazialisparese

  • Betroffen ist die Gesichtsmuskulatur der kontralateralen Seite der Schädigung (z. B. Infarkt)
  • Bei einseitiger Schädigung bleibt Stirnmuskulatur intakt, da sie bilateral vom Cortex innerviert wird

Periphere Fazialisparese:

  • Lähmung der gesamten mimischen Muskulatur auf der betroffenen Seite
  • Verschiedene Ausfälle je nach Läsionsort:
    • Distal des Foramen stylomastoideum → Lähmung der Gesichtsmuskulatur (z. B. unvollständiger Lidschluss)
    • Im Canalis facialis
      • Vor Abgang der Chorda tympani → Lähmung der Gesichtsmuskulatur, zusätzlich Geschmacks- und Speichelsekretionsstörungen
      • Vor Abgang des N. stapedius → zusätzlich zu den vorherigen Symptomen kommt die Hyperakusis
    • Vor dem Ganglion geniculi → zusätzlich zu den vorherigen Symptomen kommt die Tränensekretionsstörung
Zentrale und periphere Fazialisparese
Zuletzt aktualisiert am 19.06.2026
N. olfactorius (I) und N. opticus (II)
Halsmuskeln
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