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Obidoxim

Acetylcholinesterase-Reaktivator, Organophosphat-Antidot, AChE-Reaktivator
12 Minuten Lesezeit

Obidoxim ist ein Antidot, das vorwiegend bei Vergiftungen mit Organophosphaten (Cholinesterasehemmern) eingesetzt wird, beispielsweise bei Intoxikationen mit Parathion (E605) oder anderen phosphororganischen Insektiziden.

Obidoxim Ampulle

Organophosphate hemmen irreversibel die Acetylcholinesterase, wodurch es zu einer Anreicherung von Acetylcholin im synaptischen Spalt kommt. Dies führt zu einer Überstimulation muskarinerger, nikotinerger und zentraler Acetylcholinrezeptoren mit Symptomen wie Miosis, Bronchospasmus, Bradykardie, Hypersalivation, Muskelzuckungen und Krampfanfällen.

Obidoxim wirkt als Cholinesterase-Reaktivator, indem es die phosphorylierte Acetylcholinesterase vom Organophosphat abspaltet und dadurch die Enzymfunktion wiederherstellt.

Die Anwendung erfolgt in der Regel intravenös, häufig in Kombination mit Atropin, das die muskarinergen Symptome antagonisiert.

Nach intravenöser Applikation tritt die Wirkung rasch ein. Die Wirksamkeit ist entscheidend vom Zeitpunkt der Gabe abhängig, weshalb eine möglichst frühzeitige Therapie bei Verdacht auf Organophosphatvergiftung essenziell ist.

Lernkarte Obidoxim
  • Wirkstoffklasse: Antidot, Cholinesterase-Reaktivator
  • Handelsnamen: z.B. Toxogonin®
Etikett: Obidoxim
  • Vergiftung mit Insektiziden aus der Gruppe der Organophosphate (Cholinesterasehemmer), z. B. E605 (Parathion)
  • Überempfindlichkeit
  • Vergiftung mit Insektiziden der Gruppe der Carbamate
  • Erwachsene:
    • Initial: 250 mg i.v.
    • Ergänzung durch Dauerinfusion: 750 mg über 24 Std.
  • Kinder:
    • Initial: 4-8 mg/kgKG i.v.
    • Ergänzung durch Dauerinfusion: 10 mg/kgKG über 24 Std
  • Nach initialer Atropingabe Obidoxim ergänzend einsetzen (Atropin bleibt obligat)
  • Die erste Gabe sollte so schnell wie möglich nach der Vergiftung erfolgen
  • Bei Vergiftungen mit Carbamat-Insektiziden (z.B. Aldicarb) ist Obidoxim wirkungslos oder potenziell schädlich → Ausschließlich Atropingabe und symptomatische Therapie
  • Bei Persistenz des Giftes muss die Therapie ggf. über Stunden fortgeführt werden
  • Wirkeintritt: innerhalb weniger Minuten
  • Wirkdauer: mehrere Stunden, abhängig von Persistenz des Giftes
  • Obidoxim ist ein Reaktivator der Acetylcholinesterase
  • Obidoxim überträgt die durch Organophosphate gebundene Phosphatgruppe von der Acetylcholinesterase auf sich selbst und stellt so die Enzymfunktion wieder her
  • Dadurch wird der pathologische Acetylcholin-Überschuss an neuromuskulären Endplatten reduziert, was Symptome wie Muskelfaszikulationen, Muskelschwäche und drohende Atemlähmung bessert
  • Mundtrockenheit
  • Geschmacksstörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Hypertonie
  • Muskelschwäche
  • Leberfunktionsstörungen
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Intoxikation mit Cholinesterasehemmern
  • Schaltschema des vegetativen Nervensystems
Zuletzt aktualisiert am 13.03.2026
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