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Ohr

EP
21 Minuten Lesezeit

Das Ohr lässt sich anatomisch in drei Hauptabschnitte unterteilen:

  • Äußeres Ohr
    • Besteht aus der Ohrmuschel (Auricula)
    • Beinhaltet den äußeren Gehörgang (Meatus acusticus externus)
    • Endet am Trommelfell (Membrana tympani), das den Abschluss zum Mittelohr bildet
  • Mittelohr
    • Umfasst die Paukenhöhle (Cavum tympani)
    • Enthält die drei GehörknöchelchenHammer (Malleus)Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes)
    • Weitere Strukturen sind z. B. die Tuba auditiva zur Belüftung
  • Innenohr
    • Besteht aus dem häutigen Labyrinth (Labyrinthus membranaceus), eingebettet in das knöcherne Labyrinth (Labyrinthus osseus)
    • Enthält den Schneckengang (Ductus cochlearis) als Teil des Hörorgans (Corti-Organ)
    • Enthält zusätzlich die Anteile des GleichgewichtsorgansBogengängeUtriculus und Sacculus

Übersicht über das Ohr (Längsschnitt):

Anatomie des Ohres

  • Liegt außerhalb des knöchernen Schädels und bildet den äußerlich sichtbaren Teil des Ohres
  • Hat die Aufgabe, Schallwellen aus der Umgebung aufzunehmen
  • Leitet die Schallwellen über den äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell (Membrana tympani) weiter
  • Dient damit der Weitergabe von Schwingungen an das Mittelohr, wo sie auf die Gehörknöchelchen übertragen werden

Ohrmuschel (Auricula):

  • Allgemeiner Aufbau der Auricula
  • Die Ohrmuschel (Auricula) besteht nahezu vollständig aus elastischem Knorpel
  • Eine Ausnahme bildet das Ohrläppchen (Lobulus auriculae), das knorpelfrei ist
  • Wichtige Strukturen der Ohrmuschel
    • Helix: Äußerer, gebogener Wulst entlang des Ohrrands
    • Anthelix: Innerer, paralleler Wulst zur Helix
    • Tragus: Knorpeliger Höcker vor dem Gehörgangseingang (Porus acusticus externus), ventral gelegen
    • Antitragus: Gegenüberliegender Höcker, dorsal-oberhalb des Ohrläppchens
    • Concha: Zentrale Vertiefung, direkt vor dem Eingang des äußeren Gehörgangs
    • Fossa triangularis: Dreieckige Einziehung im oberen vorderen Bereich zwischen den Schenkeln der Anthelix
    • Lobulus auriculae: Weiches, knorpelfreies Ohrläppchen, am unteren Rand der Ohrmuschel

Ohrmuschel:

Ohrmuschel

Meatus acusticus externus (Äußerer Gehörgang):

  • Hat eine Länge von 3–4 cm und eine Breite von 5–10 mm
  • Der laterale Anteil ist knorpelig und macht etwa zwei Drittel der Gesamtlänge aus
  • Der mediale Anteil besteht aus Knochen
  • Die umgebende Haut enthält Talg- und Zeruminaldrüsen, die das Ohrenschmalz (Cerumen) bilden
  • Leitet Schallwellen zum Trommelfell weiter

Äußerer Gehörgang (Vordere Wand entfernt, Frontalschnitt, ventrale Ansicht):

Äußeres Ohr und äußerer Gehörgang (Meatus acusticus externus)

Trommelfell (Membrana tympanica):

  • Aufbau und Befestigung des Trommelfells
    • Wird durch den Anulus fibrocartilagineus (Faserknorpelring) im Sulcus tympanicus fixiert
    • Der Ring ist mit dem umgebenden Knochen verbunden
    • An der Incisura tympanica fehlt der Faserknorpelring, was zur Bildung der Pars flaccida führt
    • Der übrige Teil des Trommelfells ist straff gespannt und wird als Pars tensa bezeichnet
  • Anatomische Besonderheiten
    • Das Trommelfell ist trichterförmig zur Paukenhöhle eingezogen
    • Die Einziehung entsteht durch das Manubrium mallei (Hammergriff) → erkennbar als Stria mallearis
    • An der Grenze von Pars flaccida und Pars tensa wölbt sich der Processus lateralis mallei vor und bildet die Prominentia mallearis
    • Der tiefste Punkt der Einziehung ist der Umbo membranae tympani
  • Einteilung
    • Das Trommelfell wird in vier Quadranten eingeteilt: I → Vorne oben, II → vorne unten, III → hinten unten, IV → hinten oben
    • Mittelpunkt dieser Quadranteneinteilung ist der Umbo
Trommelfell (Membrana tympanica)
 Info
Klinischer Ausblick: Otoskopie

Die Otoskopie ist eine Untersuchung des äußeren Gehörgangs und des Trommelfells mithilfe einer Lichtquelle. Ein gesunder Befund zeigt einen Lichtreflex im vorderen unteren Quadranten, während ein fehlender Reflex auf eine Schädigung des Trommelfells hinweisen kann. Zudem lässt sich im hinteren oberen Quadranten der Stapes durchschimmern. Ziel ist die Beurteilung der Trommelfellintaktheit und das Erkennen von Infektionen.

Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Raum im Felsenbein, zwischen Trommelfell und Innenohr gelegen. Das Mittelohr beinhaltet die Paukenhöhle (Cavum tympani), in der sich die drei Gehörknöchelchen befinden. Die Gehörknöchelchen (Malleus, Incus, Stapes) übertragen und verstärken die Schallwellen zur Cochlea. Über die Tuba auditiva ist das Mittelohr in Verbindung mit dem Nasopharynx.

Paukenhöhle (Cavitas tympani):

Die Paukenhöhle ist der luftgefüllte Raum des Mittelohrs, in dem die Gehörknöchelchen liegen. Sie schließt sich direkt hinter dem Trommelfell an und steht über die Tuba auditiva mit dem Nasenrachenraum in Verbindung, wodurch ein Druckausgleich ermöglicht wird. Sie wird in drei Abschnitte gegliedert:

Epitympanon (Paukenkuppel): Oberhalb des Trommelfells

  • Beherbergt den Hammerkopf (Caput mallei) und den Ambosskörper (Corpus incudis)

Mesotympanon (Paukenmittelraum): Zwischen Trommelfell und Labyrinth

  • Stellt den Hauptteil der Paukenhöhle dar und enthält den Hammergriff (Manubrium mallei), den langen Ambosschenkel (Crus longum) und Steigbügel (Stapes)

Hypotympanon (Paukenkeller): Unterhalb des Trommelfells

  • Kleinster Abschnitt der Paukenhöhle
  • Einmündung der Tuba auditiva

Paukenhöhle (Frontalschnitt):

Paukenhöhle (Cavum tympani): Etagen des Mittelohres

Begrenzungen der Paukenhöhle:

Bei der Paukenhöhle unterscheidet man 6 Wandabschnitte:

  • Paries tegmentalis (Dach, kranial)
    • Gebildet vom Tegmen tympani (Teil des Felsenbeins)
    • Trennt die Paukenhöhle von der mittleren Schädelgrube
  • Paries jugularis (Boden, kaudal)
    • Entsteht durch die Fossa jugularis des Felsenbeins
    • Kaudal davon verläuft die V. jugularis interna
  • Paries caroticus (Vorderwand, ventral)
    • Grenzt an den Canalis caroticus mit der A. carotis interna
    • Enthält den Eingang zur Tuba auditiva
    • Eintrittsstelle des M. tensor tympani in die Paukenhöhle
  • Paries membranaceus (Seitenwand, lateral)
    • Entspricht der Innenseite des Trommelfells
  • Paries labyrinthicus (Innenwand, medial)
    • Enthält: Fenestra vestibuli, Fenestra cochleae, Promontorium tympani, Prominentia canalis facialis (enthält den N. facialis), Prominentia canalis semicircularis lateralis
  • Paries mastoideus (Hinterwand, dorsal)
    • Verbindung zum Antrum mastoideum und den Cellulae mastoideae
    • Enthält den N. facialis und den Sinus sigmoideus

Gehörknöchelchen (Ossicula auditoria):

Die drei Gehörknöchelchen Hammer (Malleus)Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes) befinden sich in der Paukenhöhle. Sie übertragen und verstärken die Schwingungen des Trommelfells bis zum ovalen Fenster (Fenestra vestibuli). Die mechanische Bewegung wird dort auf die Perilymphe des Innenohrs weitergeleitet.

Hammer (Malleus):

  • Liegt im Epitympanon und im Mesotympanon
  • Besteht aus:
    • Hammerkopf (Caput mallei): artikuliert mit dem Ambosskörper über die Articulatio incudomallearis (Sattelgelenk)
    • Hammerhals (Collum mallei)
    • Hammergriff (Manubrium mallei): mit dem Trommelfell verwachsen, sichtbar als Prominentia mallearis
  • Mit drei Bändern in der Paukenhöhle verankert:
    • Ligamentum mallei laterale: vom Hammerhals zur lateralen Paukenwand
    • Ligamentum mallei anterius: vom Processus anterior zur vorderen Paukenwand
    • Ligamentum mallei superius: verbindet den Hammerkopf mit dem Dach der Paukenhöhle

Amboss (Incus):

  • Ebenfalls in Epitympanon und Mesotympanon lokalisiert
  • Besteht aus Ambosskörper (Corpus incudis) →  Aufteilung in 2 Schenkel: 
    • Crus breve incudis: zieht horizontal nach dorsal, über das Lig. incudis posterius mit der hinteren Wand verbunden und über das Lig. incudis superius mit dem Dach der Paukenhöhle verbunden
    • Crus longum incudis: verläuft senkrecht abwärts, endet im Processus lenticularis. Über den Processus lenticularis mit dem Steigbügel verbunden → Bildung der Articulatio incudostapedialis

Steigbügel (Stapes):

  • Besteht aus:
    • Steigbügelkopf (Caput stapedis)
    • Zwei Schenkel: Crus anterius und Crus posterius, die Caput und Basis verbinden
    • Steigbügelplatte (Basis stapedis): beweglich verankert im ovalen Fenster mittels Lig. anulare stapediale
  • Die beiden Schenkel sind durch die Membrana stapedialis miteinander verbunden
Gehörknöchelchen (Ossicula auditus)

Mittelohrmuskeln:

Im Mittelohr befinden sich zwei kleine quergestreifte Muskeln, die für eine gezielte Spannungsregulation der Gehörknöchelchenkette sorgen. Beide Muskeln können die Schallübertragung reduzieren, um das Innenohr vor übermäßiger Lautstärke zu schützen.

M. tensor tympani (Trommelfellspanner)

  • Ursprung: Knorpel der Tuba auditiva
  • Ansatz: Manubrium mallei (Hammergriff) an
  • Wird durch den N. tensoris tympani (V3) innerviert
  • Bei Kontraktion wird das Trommelfell gestrafft, was die Übertragung von Schall auf die Gehörknöchelchen verringert

M. stapedius (Steigbügelmuskel)

  • Ursprung: Eminentia pyramidalis
  • Ansatz: Caput stapedis (Steigbügelkopf) an
  • Wird durch den N. facialis innerviert
  • Seine Kontraktion führt zur Kippung des Steigbügels und reduziert so die Beweglichkeit der Gehörknöchelchenkette, was ebenfalls die Schallübertragung dämpft

Innenwand der rechten Paukenhöhle (Ansicht von lateral):

Innenwand der rechten Paukenhöhle (Ansicht von lateral)

Tuba auditiva (Eustachi-Röhre):

Die Tuba auditiva ist ein rund 30–35 mm langer Kanal, der die Paukenhöhle (Cavum tympani) des Mittelohrs mit dem Nasenrachenraum verbindet. Sie beginnt im Mesotympanon, verläuft schräg nach vorne-unten und ist mit respiratorischem Flimmerepithel ausgekleidet. Sie besteht aus:

  • Pars ossea (knöcherner Teil) im Felsenbein
  • Pars cartilaginea (elastisch-knorpeliger Teil), der größer ist als der knöcherne Abschnitt

Funktionen der Tuba auditiva:

  • Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umgebungsluft, z. B. beim Schlucken oder Gähnen
  • Drainage von Schleim oder Sekret aus der Paukenhöhle in den Nasopharynx
  • Infektionsschutz, indem sie das Aufsteigen von Keimen aus dem Rachenbereich erschwert (zum Beispiel durch intermittierende Öffnung bei gesundem Schluckakt)
 Info
Klinischer Ausblick: Mittelohrentzündung

Die Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine meist akute, häufig bakterielle Entzündung der Paukenhöhle. Sie entsteht oft im Anschluss an Infekte der oberen Atemwege durch den Aufstieg von Keimen über die Tuba auditiva. Typische Symptome sind OhrenschmerzenFieberHörminderung und manchmal Trommelfellperforation mit eitrigem Ausfluss.

Es besteht zudem die Gefahr, dass sich die Infektion ausbreitet:

  • Über die dünne Knochenlamelle des Paries tegmentalis in die mittlere Schädelgrube und zu den Hirnhäuten
  • Über den Paries mastoideus in die Cellulae mastoideae des Proc. mastoideus sowie in den Sinus sigmoideus, was eine Sinusvenenthrombose verursachen kann

Mastoidzellen (Cellulae mastoideae):

Die Mastoidzellen sind luftgefüllte Räume im Processus mastoideus des Schläfenbeins (Os temporale). Sie werden als Paukennebenhöhlen bezeichnet, da sie über das Antrum tympanicum mit der Paukenhöhle verbunden sind. Sie befinden sich in der Nähe des N. facialis und des Sinus sigmoideus. 

Das Innenohr setzt sich aus zwei Hauptteilen zusammen: dem Organ für Gleichgewicht und einem spiralförmigen, schneckenartigen Bereich, der als Cochlea bekannt ist. Das Innenohr befindet sich im Felsenbein (Pars petrosa des Schläfenbeins). Es liegt zwischen dem Mittelohr (seitlich) und dem inneren Gehörgang (medial). Man unterscheidet zwei Hauptanteile: das knöcherne Labyrinth und das häutige Labyrinth.

  • Knöchernes Labyrinth: Es handelt sich um ein System aus Hohlräumen im Felsenbein. Dazu gehören die Cochlea (Hörschnecke), das Vestibulum (Vorhof) und die drei Bogengänge. Die Innenflächen sind mit Periost ausgekleidet und mit einer Flüssigkeit, der Perilymphe, gefüllt.
  • Häutiges Labyrinth: Es liegt innerhalb des knöchernen Labyrinths und umfasst den Ductus cochlearis, die Bogengänge (als Ductuli semicirculares) sowie Utriculus und Sacculus. Das häutige Labyrinth ist mit Endolymphe (Kalium-reich, Natrium-arm) gefüllt.

Zwischen Innenohr und Mittelohr bestehen zwei verbindende Öffnungen, die jeweils von Membranen verschlossen sind:

  • Das ovale Fenster (Fenestra vestibuli): liegt zwischen Mittelohr und Vestibulum.
  • Das runde Fenster (Fenestra cochleae) trennt das Mittelohr von der Scala tympani (Teil der Cochlea)

Cochlea (Hörschnecke):

Die Cochlea ist der schneckenförmige Anteil des Innenohrs und besteht aus einem knöchernen und einem häutigen Abschnitt. Sie beherbergt das Corti-Organ, das eigentliche Hörorgan.

Knöcherne Strukturen

  • Basis cochleae (Schneckenbasis): enthält das runde Fenster (Fenestra cochleae)
  • Cupula cochleae (Schneckenkuppel): Spitze der Cochlea
  • Canalis spiralis cochleae: Schneckenkanal
  • Modiolus (Schneckenspindel): zentrale knöcherne Achse; von hier zieht die Lamina spiralis ossea schraubenförmig in den Schneckenkanal

Die Cochlea besteht aus drei flüssigkeitsgefüllten Kanälen (Scalae): Scala vestibuli, Scala tympani und Scala media (Ductus cochlearis):

  • Scala vestibuli:
    • Beginnt am ovalen Fenster, an dem Schwingungen des Steigbügels auf die Perilymphe übertragen werden
  • Scala tympani:
    • Liegt parallel zur Scala vestibuli
    • Endet am runden Fenster, das als Druckausgleich für die Schwingungen der Perilymphe dient
  • Scala media (Ductus cochlearis):
    • Von Scala vestibuli durch die Reissner-Membran und von Scala tympani durch die Basilarmembran getrennt
    • Beherbergt das Corti-Organ auf der Basilarmembran, das mechanische Energie in elektrische Impulse umwandelt → stellt das eigentliche Hörorgan dar
    • Die Stria vascularis an der Wand ist für die Produktion der Endolymphe und Aufrechterhaltung des endokochlearen Potentials verantwortlich
Aufbau der Cochlea

Corti-Organ:

Das Corti-Organ, positioniert auf der Basilarmembran (Membrana basilaris), ist eine essenzielle Struktur im Ohr für das Hören. Es setzt sich aus verschiedenen Zelltypen zusammen, die in einer wellenförmigen Anordnung stehen und von der Tektorialmembran (Membrana tectoria) bedeckt sind. Das Corti-Organ spielt eine entscheidende Rolle bei der Trennung verschiedener Flüssigkeitskompartimente im Innenohr, insbesondere der kaliumreichen Endolymphe und der natriumreichen Perilymphe. Diese Trennung ist essenziell für die Funktion der Haarzellen und die korrekte Verarbeitung von Schallsignalen.

  • Hauptzellen: Innere und äußere Haarzellen:
    • Innere Haarzellen: Diese Sinneszellen besitzen etwa 50-70 feine Fortsätze, die Stereozilien genannt werden. Sie sind direkt mit den Neuronen im Ganglion spirale verbunden und spielen eine zentrale Rolle bei der Umwandlung von Schallwellen in elektrische Signale
    • Äußere Haarzellen: Mit typischerweise 100-200 Stereozilien agieren diese Zellen als dynamische Verstärker des Schalls (kochleärer Verstärker). Sie können aktiv ihre Länge ändern, um die Bewegung der Basilarmembran zu modulieren und die Schallwahrnehmung zu verbessern, insbesondere bei niedrigen Lautstärken
  • Kaliumreiche Endolymphe: Diese Flüssigkeit umgibt die Haarzellen im inneren Gehörgang und hat eine hohe Kaliumkonzentration. Die hohe Kaliumkonzentration ist notwendig für die Depolarisation der Haarzellen, welche die mechanischen Schallwellen in elektrische Signale umwandelt
  • Natriumreiche Perilymphe: Diese Flüssigkeit füllt den Raum um das Corti-Organ und hat eine hohe Natriumkonzentration, ähnlich der Zusammensetzung der extrazellulären Flüssigkeit in anderen Teilen des Körpers. Sie sorgt für die notwendige elektrische Isolation und unterstützt die mechanische Bewegung der Basilarmembran
  • Funktion der Phalangenzellen und anderer Stützzellen: Innere und äußere Phalangenzellen bieten strukturellen Halt für die Haarzellen und tragen zur Stabilität der gesamten Zellarchitektur bei. Diese Zellen helfen auch, eine dichte Zellverbindung (Tight Junctions) zu bilden, die als Barriere dient und verhindert, dass Endolymphe und Perilymphe sich vermischen. Diese Barriere ist entscheidend, um das elektrische Potenzial zwischen den beiden Flüssigkeiten aufrechtzuerhalten, was für die Haarzellfunktion notwendig ist
  • Tektorialmembran: Die Tektorialmembran bedeckt die Haarzellen und unterstützt die mechanische Erregung der Haarzellen durch Schallwellen

    Corti-Organ

Arterielle Versorgung:

  • Die arterielle Durchblutung des Außen- und Mittelohres erfolgt über Äste der A. carotis externa
  • Zu den wichtigsten versorgenden Arterien gehören:
    • A. maxillaris
    • A. auricularis posterior
    • A. pharyngea ascendens
  • Das Innenohr erhält seine arterielle Versorgung über Äste der A. basilarisA. labyrinthi

Venöser Abfluss:

  • Das venöse Blut des Außenohres wird hauptsächlich über die V. retromandibularis in die V. jugularis interna abgeleitet
  • Zusätzlich bestehen dorsale Verbindungen zur V. jugularis externa
  • Der venöse Abfluss des Mittelohres erfolgt direkt über Venen, die in die V. jugularis interna münden
  • Das Innenohr drainiert venös über kleine Venen, die in die venösen Sinus durae matris des Gehirns einmünden
  • Letztlich gelangt das Blut aus diesen Sinus in die V. jugularis interna
  • Äußeres Ohr
    • Ohrmuschel und äußerer Gehörgang (Meatus acusticus externus) erhalten motorische Fasern vom N. facialis (VII)
    • Die sensible Versorgung erfolgt über:
      • N. vagus (X) – enthält auch vegetative Fasern
        • Bei mechanischer Reizung (z. B. Ohrspülung) des äußeren Gehörgangs kann es über den R. auricularis n. vagi zu Brechreiz und Husten kommen
      • N. mandibularis (V3) – sensibler Ast des N. trigeminus
  • Trommelfell (Membrana tympani)
    • Äußere Fläche wird sensibel durch Äste des N. mandibularis (V3) und des N. vagus (X) versorgt
    • Innen sensibel vom N. glossopharyngeus (IX) innerviert
  • Mittelohr: Die sensible Versorgung übernimmt ein Ast des N. glossopharyngeus (IX) → N. tympanicus
  • Innenohr
    • Die Cochlea (Hörschnecke) wird vom N. cochlearis innerviert
      • Der Nerv enthält die Fortsätze der Hörsinneszellen und bildet das Ganglion spirale
    • Das Vestibularorgan (Gleichgewichtsorgan) wird vom N. vestibularis versorgt
      • Dieser Nerv bildet das Ganglion vestibulare, das sich im Boden des inneren Gehörgangs (Meatus acusticus internus) befindet
      • Im Ganglion vestibulare liegen die Zellkörper (Perikaryen) der sensorischen Neurone, die die Cristae ampullares innervieren
Zuletzt aktualisiert am 14.07.2026
Auge: Übersicht des Aufbaus
Knochen der oberen Extremität
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