- Fettsäuren aus der Lipolyse werden im Blut an Albumin gebunden transportiert und von Geweben wie Muskeln aufgenommen
- Die β-Oxidation zerlegt Fettsäuren in Acetyl-CoA, das in den Citratzyklus eintritt
- Energiegewinnung erfolgt pro Durchlauf durch:
- Reduktionsäquivalente (NADH, FADH₂)
- Acetyl-CoA
- Voraussetzung: Sauerstoff als terminalen Elektronenakzeptor → Die β-Oxidation selbst benötigt keinen Sauerstoff, aber die Verwertung der Produkte (NADH, FADH₂) in der Atmungskette ist sauerstoffabhängig
- Zweck der Aktivierung
- Freie Fettsäuren sind chemisch wenig reaktionsfähig
- Durch Bindung an Coenzym A (CoA) entsteht eine aktivierte Form (Acyl-CoA), die für den Abbau genutzt werden kann
- Ablauf der Aktivierung:
- Bildung von Acyladenylat (Acyl-AMP):
- ATP gibt Pyrophosphat (PPi) ab
- Es entsteht Acyladenylat, ein Zwischenprodukt
- Übertragung auf CoA:
- Die Acylgruppe von Acyl-AMP wird auf die SH-Gruppe von CoA übertragen
- Endprodukte: Acyl-CoA (aktivierte Fettsäure) + AMP
- Bildung von Acyladenylat (Acyl-AMP):
- Katalysator:
- Enzym: Thiokinase (Acyl-CoA-Synthetase)
- Benötigt Mg²⁺ als Cofaktor (Mg²⁺ stabilisiert das negativ geladene ATP)
- Irreversible Reaktion:
- Pyrophosphat wird gespalten und zu 2 anorganischen Phosphaten hydrolysiert.
- Dies verschiebt das Reaktionsgleichgewicht zugunsten von Acyl-CoA
- Relevanz:
- Aktivierte Fettsäuren werden für den Abbau (β-Oxidation) und für die Synthese von Triacylglycerinen benötigt
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- Acylgruppe auf Carnitin übertragen:
- Problem: Acyl-CoA ist polar und zu groß, um die innere Mitochondrienmembran ohne spezifische Transportmechanismen zu passieren
- Lösung: Carnitin fungiert als Transportmolekül
- Enzym: Carnitin-Acyltransferase 1 (CPT-1)
- Position: Außenseite der äußeren Mitochondrienmembran
- Überträgt die Acylgruppe von Acyl-CoA auf Carnitin → Acylcarnitin entsteht
- Transport durch die innere Mitochondrienmembran:
- Transportprotein: Carnitin/Acylcarnitin-Antiporter (Carnitin-Acylcarnitin-Translokase)
- Funktionsweise:
- Acylcarnitin wird wird über die innere Mitochondrienmembran in die Matrix transportiert
- Freies Carnitin wird gleichzeitig nach außen transportiert
- Acylgruppe auf CoA zurückübertragen:
- Enzym: Carnitin-Acyltransferase 2 (CPT-2)
- Position: Innenseite der inneren Mitochondrienmembran
- Überträgt die Acylgruppe von Acylcarnitin auf CoA
- Produkte: Acyl-CoA (für die β-Oxidation) und freies Carnitin
- Carnitin wird durch den Antiporter zurück nach außen transportiert
- Enzym: Carnitin-Acyltransferase 2 (CPT-2)
InfoKlinischer Ausblick: Carnitinmangel
Ein Carnitinmangel oder Enzymdefekt verhindert den Transport langkettiger Fettsäuren in die mitochondriale Matrix, wodurch diese nicht zur Energiegewinnung genutzt werden können. Betroffen sind vor allem Herz- und Skelettmuskulatur, was zu Muskelschwäche, Muskelkrämpfen, Rhabdomyolyse und hypoketotischer Hypoglycämie führt.
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- Grundlagen:
- Abbau gesättigter Fettsäuren mit gerader Anzahl an C-Atomen
- Ziel: Gewinn von Acetyl-CoA und den Reduktionsäquivalenten FADH₂ und NADH
- 4 enzymkatalysierte Schritte, die sich zyklisch wiederholen, bis die Fettsäure vollständig abgebaut ist
- Ablauf der Reaktionen:
- Acyl-CoA-Dehydrogenase-Reaktion (Oxidation):
- Reaktion: Acyl-CoA (Cn) FAD → trans-Δ²-Enoyl-CoA + FADH₂
- Enzym: Acyl-CoA-Dehydrogenase
- Prozess: Wasserstoffabgabe an FAD → FADH₂ entsteht
- Elektronen werden über Zwischenstufen zur Atmungskette weitergeleitet
- Enoyl-CoA-Hydratase-Reaktion (Hydratisierung):
- Reaktion: trans-Δ²-Enoyl-CoA + H2O→ L-3-Hydroxyacyl-CoA
- Enzym: Enoyl-CoA-Hydratase
- Prozess: Wasser wird hinzugefügt und es entsteht L-3-Hydroxyacyl-CoA
- L-3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase-Reaktion (Oxidation):
- Reaktion: L-3-Hydroxyacyl-CoA + NAD+ → 3-Ketoacyl-CoA + NADH
- Enzym: L-3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase
- Prozess: Hydroxygruppe am C3 wird in eine Ketogruppe umgewandelt, NAD⁺ wird reduziert
- 3-Ketothiolase-Reaktion (thiolytische Spaltung):
- Reaktion: 3-Ketoacyl-CoA + HS-CoA ⇌ Acetyl-CoA + Acyl-CoA (Cn-2)
- Enzym: 3-Ketothiolase
- Prozess: Spaltung durch CoA → Acetyl-CoA entsteht, verkürztes Acyl-CoA wird weiter abgebaut
- Besonderheiten:
- Endprodukte: Acetyl-CoA (zur Energiegewinnung im Citratzyklus) und Reduktionsäquivalente (für die Atmungskette)
- Reaktionen sind reversibel, sodass Fettsäuren auch verlängert werden können
- Im letzten Zyklus wird ein C4-Körper (Acetoacetyl-CoA) in zwei Acetyl-CoA gespalten
β-Oxidation gesättigter geradzahliger Fettsäuren:
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- Ablauf:
- Ungerade Fettsäuren durchlaufen die β-Oxidation, bis im letzten Schritt Propionyl-CoA anstelle von Acetyl-CoA entsteht.
- Weiterer Abbau:
- Carboxylierung: Propionyl-CoA → Methylmalonyl-CoA (Enzym: Propionyl-CoA-Carboxylase, Cofaktor: Biotin).
- Isomerisierung: Methylmalonyl-CoA → Succinyl-CoA (Enzym: Methylmalonyl-CoA-Mutase, Cofaktor: Vitamin B12).
- Succinyl-CoA wird dem Citratzyklus zugeführt.
- Wichtig: Biotin und Vitamin B12 sind essenzielle Cofaktoren für diese Umwandlung
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- Besonderheit:
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren benötigen zusätzlich zu den Enzymen der β-Oxidation zwei spezielle Enzyme:
- Isomerase: Ändert die Lage und Geometrie von Doppelbindungen
- Reduktase: Reduziert Doppelbindungen
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren benötigen zusätzlich zu den Enzymen der β-Oxidation zwei spezielle Enzyme:
- Ablauf am Beispiel Linolensäure:
- Drei normale β-Oxidationszyklen, bis die erste Doppelbindung (cis-Δ³) erreicht wird
- Isomerisierung: Umwandlung der cis-Δ³-Doppelbindung in eine trans-Δ²-Doppelbindung (Enzym: cis-Δ³-Enoyl-CoA-Isomerase)
- Weiterer Abbauzyklus wie bei gesättigten Fettsäuren, bis die nächste Doppelbindung (cis-Δ⁴) erreicht wird
- Zusätzliche trans-Doppelbindung: Bildung von trans-Δ²-cis-Δ⁴-Dienoyl-CoA (Enzym: Acyl-CoA-Dehydrogenase)
- Reduktion: Umwandlung von 2,4-Dienoyl-CoA in trans-Δ³-Enoyl-CoA (Enzym: 2,4-Dienoyl-CoA-Reduktase)
- Isomerisierung: Umwandlung von trans-Δ³-Enoyl-CoA in trans-Δ²-Enoyl-CoA (Enzym: cis-Δ³-Enoyl-CoA-Isomerase)
- Abschluss: Normaler Abbau des verbleibenden Acylrests in der β-Oxidation
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- Grundlagen:
- Fettsäureabbau in den Peroxisomen:
- Sehr langkettige Fettsäuren (>18 C-Atome) und verzweigtkettige Fettsäuren
- Transport: Aufnahme der Fettsäuren über spezifische Transporter in die Peroxisomen
- Besonderheit:
- Keine Atmungskette oder Citratzyklus → Abbauprodukte werden ins Zytosol exportiert
- Ablauf des Abbaus:
- Oxidation durch Acyl-CoA-Oxidase:
- Reaktion: Acyl-CoA → FADH₂ entsteht
- Elektronenübertragung: FADH₂ gibt Elektronen direkt an Sauerstoff (O₂) → FAD + Wasserstoffperoxid (H₂O₂) entsteht
- Abbau von H₂O₂: Katalase wandelt es in Wasser (H₂O) und Sauerstoff (O₂) um
- Weitere Schritte der β-Oxidation:
- NADH und Acetyl-CoA entstehen und werden ins Zytosol exportiert
- Teilweiser Abbau:
- Sehr langkettige Fettsäuren werden nicht vollständig oxidiert
- Gebildete kurzkettige Fettsäuren gelangen ins Zytosol und werden in den Mitochondrien weiter abgebaut
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- Grundprinzip:
- Der Fettsäureabbau wird insbesondere bei Energiemangel stimuliert, z. B. bei Glukose- oder Glycogenmangel.
- Aktivierte Fettsäuren (Acyl-CoA) können entweder:
- In den Mitochondrien zur Energiegewinnung (β-Oxidation) abgebaut werden
- Im Zytosol für die Lipogenese (Fettsynthese) genutzt werden
- Regulationsmechanismen:
- Transport in die Mitochondrien:
- Schlüsselenzym: Carnitin-Acyltransferase 1 (CPT-1)
- Hemmung: Malonyl-CoA (Zwischenprodukt der Fettsäuresynthese im Zytosol) blockiert CPT-1
- Erhöhte Malonyl-CoA-Konzentration: Signal für Kohlenhydratüberschuss → Fettsäureabbau wird gehemmt, um Leerlaufzyklen zu vermeiden
- Enzymhemmung durch Stoffwechselprodukte:
- 3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase: Gehemmt bei hohem NADH/NAD⁺-Quotienten (Hinweis auf ausreichende Energie)
- Thiolase: Gehemmt durch hohe Acetyl-CoA Konzentration (Produkthemmung)
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Wichtige Fakten:
- Hohe Energieausbeute: Verglichen mit dem aeroben Abbau von Glukose liefert die β-Oxidation deutlich mehr Energie
- Kein direktes ATP: Während der β-Oxidation wird kein ATP direkt gebildet. Stattdessen entstehen energiereiche Produkte, die später ATP liefern
Produkte pro Zyklus der β-Oxidation:
- 1 Acetyl-CoA
- Wird im Citratzyklus vollständig zu CO₂ und H₂O abgebaut
- Liefert dabei 10 ATP
- 1 NADH + H⁺
- Geht in die Atmungskette
- Liefert dabei 2,5 ATP
- 1 FADH₂
- Geht ebenfalls in die Atmungskette
- Liefert dabei 1,5 ATP
Energiebilanz pro β-Oxidationszyklus:
- Gesamtertrag: 14 ATP
- 10 ATP aus Acetyl-CoA
- 2,5 ATP aus NADH + H⁺
- 1,5 ATP aus FADH₂
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