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ß-Oxidation

EP
8 Minuten Lesezeit
  • Fettsäuren aus der Lipolyse werden im Blut an Albumin gebunden transportiert und von Geweben wie Muskeln aufgenommen
  • Die β-Oxidation zerlegt Fettsäuren in Acetyl-CoA, das in den Citratzyklus eintritt
  • Energiegewinnung erfolgt pro Durchlauf durch:
    1. Reduktionsäquivalente (NADH, FADH₂)
    2. Acetyl-CoA
  • Voraussetzung: Sauerstoff als terminalen Elektronenakzeptor → Die β-Oxidation selbst benötigt keinen Sauerstoff, aber die Verwertung der Produkte (NADH, FADH₂) in der Atmungskette ist sauerstoffabhängig
  • Zweck der Aktivierung
    • Freie Fettsäuren sind chemisch wenig reaktionsfähig
    • Durch Bindung an Coenzym A (CoA) entsteht eine aktivierte Form (Acyl-CoA), die für den Abbau genutzt werden kann
  • Ablauf der Aktivierung:
    • Bildung von Acyladenylat (Acyl-AMP):
      • ATP gibt Pyrophosphat (PPi) ab
      • Es entsteht Acyladenylat, ein Zwischenprodukt
    • Übertragung auf CoA:
      • Die Acylgruppe von Acyl-AMP wird auf die SH-Gruppe von CoA übertragen
      • Endprodukte: Acyl-CoA (aktivierte Fettsäure) + AMP
  • Katalysator:
    • Enzym: Thiokinase (Acyl-CoA-Synthetase)
    • Benötigt Mg²⁺ als Cofaktor (Mg²⁺ stabilisiert das negativ geladene ATP)
  • Irreversible Reaktion:
    • Pyrophosphat wird gespalten und zu 2 anorganischen Phosphaten hydrolysiert.
    • Dies verschiebt das Reaktionsgleichgewicht zugunsten von Acyl-CoA
  • Relevanz:
    • Aktivierte Fettsäuren werden für den Abbau (β-Oxidation) und für die Synthese von Triacylglycerinen benötigt
Aktivierung der Fettsäuren
  1. Acylgruppe auf Carnitin übertragen:
    • Problem: Acyl-CoA ist polar und zu groß, um die innere Mitochondrienmembran ohne spezifische Transportmechanismen zu passieren
    • Lösung: Carnitin fungiert als Transportmolekül
    • Enzym: Carnitin-Acyltransferase 1 (CPT-1)
      • Position: Außenseite der äußeren Mitochondrienmembran
      • Überträgt die Acylgruppe von Acyl-CoA auf Carnitin → Acylcarnitin entsteht
  2. Transport durch die innere Mitochondrienmembran:
    • Transportprotein: Carnitin/Acylcarnitin-Antiporter (Carnitin-Acylcarnitin-Translokase)
    • Funktionsweise:
      • Acylcarnitin wird wird über die innere Mitochondrienmembran in die Matrix transportiert
      • Freies Carnitin wird gleichzeitig nach außen transportiert
  3. Acylgruppe auf CoA zurückübertragen:
    • Enzym: Carnitin-Acyltransferase 2 (CPT-2)
      • Position: Innenseite der inneren Mitochondrienmembran
    • Überträgt die Acylgruppe von Acylcarnitin auf CoA
    • Produkte: Acyl-CoA (für die β-Oxidation) und freies Carnitin
    • Carnitin wird durch den Antiporter zurück nach außen transportiert
Transport von Fettsäuren in die mitochondriale Matrix
 Info

Klinischer Ausblick: Carnitinmangel

Ein Carnitinmangel oder Enzymdefekt verhindert den Transport langkettiger Fettsäuren in die mitochondriale Matrix, wodurch diese nicht zur Energiegewinnung genutzt werden können. Betroffen sind vor allem Herz- und Skelettmuskulatur, was zu Muskelschwäche, Muskelkrämpfen, Rhabdomyolyse und hypoketotischer Hypoglycämie führt.

  • Grundlagen:
    • Abbau gesättigter Fettsäuren mit gerader Anzahl an C-Atomen
    • Ziel: Gewinn von Acetyl-CoA und den Reduktionsäquivalenten FADH₂ und NADH
    • 4 enzymkatalysierte Schritte, die sich zyklisch wiederholen, bis die Fettsäure vollständig abgebaut ist
  • Ablauf der Reaktionen:
  1. Acyl-CoA-Dehydrogenase-Reaktion (Oxidation):
    • Reaktion: Acyl-CoA  (Cn) FAD → trans-Δ²-Enoyl-CoA + FADH₂
    • Enzym: Acyl-CoA-Dehydrogenase
    • Prozess: Wasserstoffabgabe an FAD → FADH₂ entsteht
    • Elektronen werden über Zwischenstufen zur Atmungskette weitergeleitet
  2. Enoyl-CoA-Hydratase-Reaktion (Hydratisierung):
    • Reaktion: trans-Δ²-Enoyl-CoA + H2O→ L-3-Hydroxyacyl-CoA
    • Enzym: Enoyl-CoA-Hydratase
    • Prozess: Wasser wird hinzugefügt und es entsteht L-3-Hydroxyacyl-CoA
  3. L-3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase-Reaktion (Oxidation):
    • Reaktion: L-3-Hydroxyacyl-CoA + NAD+ → 3-Ketoacyl-CoA + NADH
    • Enzym: L-3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase
    • Prozess: Hydroxygruppe am C3 wird in eine Ketogruppe umgewandelt, NAD⁺ wird reduziert
  4. 3-Ketothiolase-Reaktion (thiolytische Spaltung):
    • Reaktion: 3-Ketoacyl-CoA + HS-CoA ⇌ Acetyl-CoA + Acyl-CoA (Cn-2)
    • Enzym: 3-Ketothiolase
    • Prozess: Spaltung durch CoA → Acetyl-CoA entsteht, verkürztes Acyl-CoA wird weiter abgebaut
  • Besonderheiten:
    • Endprodukte: Acetyl-CoA (zur Energiegewinnung im Citratzyklus) und Reduktionsäquivalente (für die Atmungskette)
    • Reaktionen sind reversibel, sodass Fettsäuren auch verlängert werden können
    • Im letzten Zyklus wird ein C4-Körper (Acetoacetyl-CoA) in zwei Acetyl-CoA gespalten

β-Oxidation gesättigter geradzahliger Fettsäuren:

β-Oxidation gesättigter geradzahliger Fettsäuren
  • Ablauf:
    • Ungerade Fettsäuren durchlaufen die β-Oxidation, bis im letzten Schritt Propionyl-CoA anstelle von Acetyl-CoA entsteht.
    • Weiterer Abbau:
      1. Carboxylierung: Propionyl-CoA → Methylmalonyl-CoA (Enzym: Propionyl-CoA-Carboxylase, Cofaktor: Biotin).
      2. Isomerisierung: Methylmalonyl-CoA → Succinyl-CoA (Enzym: Methylmalonyl-CoA-Mutase, Cofaktor: Vitamin B12).
    • Succinyl-CoA wird dem Citratzyklus zugeführt.
  • Wichtig: Biotin und Vitamin B12 sind essenzielle Cofaktoren für diese Umwandlung
  • Besonderheit:
    • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren benötigen zusätzlich zu den Enzymen der β-Oxidation zwei spezielle Enzyme:
      • Isomerase: Ändert die Lage und Geometrie von Doppelbindungen
      • Reduktase: Reduziert Doppelbindungen
  • Ablauf am Beispiel Linolensäure:
    1. Drei normale β-Oxidationszyklen, bis die erste Doppelbindung (cis-Δ³) erreicht wird
    2. Isomerisierung: Umwandlung der cis-Δ³-Doppelbindung in eine trans-Δ²-Doppelbindung (Enzym: cis-Δ³-Enoyl-CoA-Isomerase)
    3. Weiterer Abbauzyklus wie bei gesättigten Fettsäuren, bis die nächste Doppelbindung (cis-Δ⁴) erreicht wird
    4. Zusätzliche trans-Doppelbindung: Bildung von trans-Δ²-cis-Δ⁴-Dienoyl-CoA (Enzym: Acyl-CoA-Dehydrogenase)
    5. Reduktion: Umwandlung von 2,4-Dienoyl-CoA in trans-Δ³-Enoyl-CoA (Enzym: 2,4-Dienoyl-CoA-Reduktase)
    6. Isomerisierung: Umwandlung von trans-Δ³-Enoyl-CoA in trans-Δ²-Enoyl-CoA (Enzym: cis-Δ³-Enoyl-CoA-Isomerase)
    7. Abschluss: Normaler Abbau des verbleibenden Acylrests in der β-Oxidation
  • Grundlagen:
  • Fettsäureabbau in den Peroxisomen:
    • Sehr langkettige Fettsäuren (>18 C-Atome) und verzweigtkettige Fettsäuren
  • Transport: Aufnahme der Fettsäuren über spezifische Transporter in die Peroxisomen
  • Besonderheit:
    • Keine Atmungskette oder Citratzyklus → Abbauprodukte werden ins Zytosol exportiert
  • Ablauf des Abbaus:
  1. Oxidation durch Acyl-CoA-Oxidase:
    • Reaktion: Acyl-CoA → FADH₂ entsteht
    • Elektronenübertragung: FADH₂ gibt Elektronen direkt an Sauerstoff (O₂) → FAD + Wasserstoffperoxid (H₂O₂) entsteht
    • Abbau von H₂O₂: Katalase wandelt es in Wasser (H₂O) und Sauerstoff (O₂) um
  2. Weitere Schritte der β-Oxidation:
    • NADH und Acetyl-CoA entstehen und werden ins Zytosol exportiert
  3. Teilweiser Abbau:
    • Sehr langkettige Fettsäuren werden nicht vollständig oxidiert
    • Gebildete kurzkettige Fettsäuren gelangen ins Zytosol und werden in den Mitochondrien weiter abgebaut
  • Grundprinzip:
    • Der Fettsäureabbau wird insbesondere bei Energiemangel stimuliert, z. B. bei Glukose- oder Glycogenmangel.
    • Aktivierte Fettsäuren (Acyl-CoA) können entweder:
      • In den Mitochondrien zur Energiegewinnung (β-Oxidation) abgebaut werden
      • Im Zytosol für die Lipogenese (Fettsynthese) genutzt werden
  • Regulationsmechanismen:
  1. Transport in die Mitochondrien:
    • Schlüsselenzym: Carnitin-Acyltransferase 1 (CPT-1)
    • Hemmung: Malonyl-CoA (Zwischenprodukt der Fettsäuresynthese im Zytosol) blockiert CPT-1
      • Erhöhte Malonyl-CoA-Konzentration: Signal für Kohlenhydratüberschuss → Fettsäureabbau wird gehemmt, um Leerlaufzyklen zu vermeiden
  2. Enzymhemmung durch Stoffwechselprodukte:
    • 3-Hydroxyacyl-CoA-Dehydrogenase: Gehemmt bei hohem NADH/NAD⁺-Quotienten (Hinweis auf ausreichende Energie)
    • Thiolase: Gehemmt durch hohe Acetyl-CoA Konzentration (Produkthemmung)

Wichtige Fakten:

  • Hohe Energieausbeute: Verglichen mit dem aeroben Abbau von Glukose liefert die β-Oxidation deutlich mehr Energie
  • Kein direktes ATP: Während der β-Oxidation wird kein ATP direkt gebildet. Stattdessen entstehen energiereiche Produkte, die später ATP liefern

Produkte pro Zyklus der β-Oxidation:

  • 1 Acetyl-CoA
    • Wird im Citratzyklus vollständig zu CO₂ und H₂O abgebaut
    • Liefert dabei 10 ATP
  • 1 NADH + H⁺
    • Geht in die Atmungskette
    • Liefert dabei 2,5 ATP
  • 1 FADH₂
    • Geht ebenfalls in die Atmungskette
    • Liefert dabei 1,5 ATP

Energiebilanz pro β-Oxidationszyklus:

  • Gesamtertrag: 14 ATP
    • 10 ATP aus Acetyl-CoA
    • 2,5 ATP aus NADH + H⁺
    • 1,5 ATP aus FADH₂
Zuletzt aktualisiert am 22.07.2026
Lipolyse
Stoffwechsel der Ketonkörper
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