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Oxytocin

Uterotonikum, Wehenförderndes Hormon, uteruskontrahierendes Peptidhormon
12 Minuten Lesezeit

Oxytocin ist ein Uterotonikum, das zur Behandlung einer atonischen Blutung bei postpartaler Uterusatonie eingesetzt wird. Es findet Anwendung bei geburtshilflichen Notfällen, bei denen eine rasche Kontraktion des Uterus erforderlich ist, insbesondere nach der Geburt zur Blutstillung.

Oxytocin stimuliert Oxytocinrezeptoren in der glatten Muskulatur des Uterus. Dadurch kommt es zu einer Kontraktion der Uterusmuskulatur und einer Kompression der uterinen Blutgefäße, was die Blutung reduziert. Ziel ist es, den physiologischen Tonus des Uterus wiederherzustellen und eine effektive Hämostase zu erreichen.

Durch die systemische Wirkung können neben der Uteruskontraktion auch kardiovaskuläre Effekte auftreten. Klinisch möglich sind Blutdruckabfall, reflektorische Tachykardie, Übelkeit oder in seltenen Fällen Wasserretention bei längerer Gabe.

Die Anwendung erfolgt in der Regel intravenös als Kurzinfusion oder langsame Bolusgabe unter kontinuierlichem Monitoring der Kreislaufparameter.

Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung rasch innerhalb weniger Minuten ein. Die Therapie sollte gezielt und unter strenger Indikationsstellung erfolgen.

Lernkarte Oxytocin
  • Wirkstoffklasse: Peptidhormon
  • Handelsnamen: Syntocinon®, Oxytocin HEXAL®
Etikett: Oxytocin
  • Atonische Blutung (postpartaler Uterusatonie)
  • Bei hämorrhagischem Notfall keine relevanten Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit
  • 5-6 I.E. i.v. langsam verabreichen
  • Sorgfältige Nutzen-Risiko Abwägung, optimalerweise nach Rücksprache mit geburtshilflicher Fachabteilung
  • Engmaschiges Kreislaufmonitoring erforderlich, da Oxytocin Blutdruckabfälle und Herzfrequenzveränderungen verursachen kann
  • Langsame i.v.-Gabe empfohlen, da eine schnelle Bolusgabe zu plötzlicher Vasodilatation, Hypotonie und Tachykardie führen kann
  • Bei längerer Infusion besteht das Risiko einer Wasserretention und Hyponatriämie, da Oxytocin antidiuretische Eigenschaften besitzt
  • Wirkeintritt: innerhalb von 1-2 min
  • Wirkdauer: 30-60 min
  • Oxytocin ist ein zyklisches, synthetisches Peptidhormon
  • Die synthetische Form ist strukturell identisch mit dem körpereigenen Oxytocin
  • Oxytocin-Rezeptoren gehören zur Gruppe der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren
  • Nach Aktivierung dieser Rezeptoren kommt es zur intrazellulären Calciumfreisetzung → Calciumanstieg führt zu einer Kontraktion der Uterusmuskulatur
  • Zusätzlich besitzt Oxytocin eine schwache vasopressinähnliche, antidiuretische Wirkung
  • Außerdem stimuliert Oxytocin die myoepithelialen Zellen der Milchdrüse
  • Kopfschmerzen
  • Tachykardie
  • Bradykardie
  • Hypertonie
  • Bei schneller Gabe: Hypotonie
  • Allergische Reaktionen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Medikamentöse Therapie bei Geburt
Zuletzt aktualisiert am 13.03.2026
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