Oxytocin ist ein Uterotonikum, das zur Behandlung einer atonischen Blutung bei postpartaler Uterusatonie eingesetzt wird. Es findet Anwendung bei geburtshilflichen Notfällen, bei denen eine rasche Kontraktion des Uterus erforderlich ist, insbesondere nach der Geburt zur Blutstillung.
Oxytocin stimuliert Oxytocinrezeptoren in der glatten Muskulatur des Uterus. Dadurch kommt es zu einer Kontraktion der Uterusmuskulatur und einer Kompression der uterinen Blutgefäße, was die Blutung reduziert. Ziel ist es, den physiologischen Tonus des Uterus wiederherzustellen und eine effektive Hämostase zu erreichen.
Durch die systemische Wirkung können neben der Uteruskontraktion auch kardiovaskuläre Effekte auftreten. Klinisch möglich sind Blutdruckabfall, reflektorische Tachykardie, Übelkeit oder in seltenen Fällen Wasserretention bei längerer Gabe.
Die Anwendung erfolgt in der Regel intravenös als Kurzinfusion oder langsame Bolusgabe unter kontinuierlichem Monitoring der Kreislaufparameter.
Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung rasch innerhalb weniger Minuten ein. Die Therapie sollte gezielt und unter strenger Indikationsstellung erfolgen.
- Fachinformation: Oxytocin, 3 I. E./1 ml Injektionslösung, Stand: 11/2020
- S2k-Leitlinie: Peripartale Blutungen, Diagnostik und Therapie, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)

