Persönlichkeitsstörungen sind überdauernde, tiefgreifende Muster des Erlebens und Verhaltens, die von sozialen und kulturellen Erwartungen abweichen. Sie betreffen Wahrnehmung, Denken, Emotionalität, Impulskontrolle und Beziehungen und verursachen Leiden oder funktionelle Einschränkungen.
Cluster A umfasst die paranoide Persönlichkeitsstörung mit Misstrauen und Kränkungsempfindlichkeit, die schizoide Persönlichkeitsstörung mit sozialer Distanziertheit sowie die schizotypische Persönlichkeitsstörung mit exzentrischem Verhalten, ungewöhnlichen Überzeugungen und sozialen Defiziten. Cluster B umfasst die antisoziale Persönlichkeitsstörung mit Normmissachtung, Impulsivität und fehlender Reue, die Borderline-Persönlichkeitsstörung mit instabilen Beziehungen, Affekten und Selbstbild sowie Impulsivität, die histrionische Persönlichkeitsstörung mit Aufmerksamkeitsbedürfnis und theatralischem Verhalten sowie die narzisstische Persönlichkeitsstörung mit Grandiosität, Bewunderungsbedürfnis und eingeschränkter Empathie. Cluster C umfasst die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung mit sozialer Gehemmtheit, Insuffizienzgefühlen und Zurückweisungsangst, die abhängige Persönlichkeitsstörung mit Unterordnung, Fürsorgebedürfnis und Verlassensangst sowie die zwanghafte Persönlichkeitsstörung mit Perfektionismus, Ordnung, Kontrolle und Rigidität.
Die für Vorklinik und Prüfungen relevante Cluster-Einteilung wurde in der ICD-11 durch einen dimensionalen Ansatz ergänzt. Dieser beurteilt Schweregrad und Trait-Domänen und bildet kontinuierliche Merkmalsausprägungen sowie Überschneidungen besser ab. Persönlichkeitsstörungen sind nicht unveränderlich: Symptome und Funktionsniveau können sich verändern, während einzelne Eigenschaften relativ stabil bleiben.
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