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Phäochromozytom

13 Minuten Lesezeit

Zusammenfassung

Phäochromozytome und Paragangliome (PPGL) sind seltene, meist hormonell aktive Tumoren des neuroendokrinen Systems, die aus chromaffinen Zellen der Neuralleiste hervorgehen. Phäochromozytome befinden sich im Nebennierenmark, während Paragangliome extraadrenal entlang des sympathischen oder parasympathischen Nervensystems lokalisiert sind. 

 Definition
  • Phäochromozytom: katecholaminproduzierender Tumor, ausgehend von den chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks.
  • Paragangliom: extraadrenaler, meist ebenfalls katecholaminproduzierender Tumor des sympathischen oder parasympathischen Nervensystems.
  • PPGL (Phäochromozytom/Paragangliom): Überbegriff für beide Tumorarten

Beide Tumorarten produzieren Katecholamine wie Adrenalin und Noradrenalin, was zu charakteristischen Symptomen wie Hypertonie, Kopfschmerzen, Tachykardie und vermehrtem Schwitzen führt.

Die überwiegende Anzahl der PPGL manifestiert sich sporadisch. Etwa 30–40 % der Fälle sind familiär bedingt und treten im Rahmen genetischer Syndrome (z.B. MEN2, Neurofibromatose Typ 1) auf.

Die Diagnose basiert auf dem biochemischen Nachweis erhöhter Metanephrine im Plasma oder Urin und wird durch bildgebende Verfahren sowie ggf. funktionelle Nuklearmedizin ergänzt.

Therapeutisch steht die chirurgische Entfernung des Tumors im Vordergrund. Dabei ist stets eine vorherige medikamentöse Stabilisierung mit Alpha-Blockern erforderlich. In metastasierten oder inoperablen Fällen kommen Radionuklidtherapien, Chemotherapien oder zielgerichtete Substanzen wie Tyrosinkinase-Inhibitoren zum Einsatz.

Zuletzt aktualisiert am 31.07.2025
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