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Präparation für die Lichtmikroskopie

EP
3 Minuten Lesezeit

Damit Gewebeproben unter dem Mikroskop untersucht werden können, müssen sie in mehreren Schritten vorbereitet werden: Nach der Fixierung zur Erhaltung der Strukturen folgen Einbettung, Schneiden und schließlich die Färbung, die die ansonsten farblosen Zellen sichtbar macht.

1. Fixierung:

Die Fixierung sorgt dafür, dass Gewebe in seiner Struktur stabil bleibt. Dafür werden chemische Substanzen eingesetzt, die biologische Prozesse stoppen und Proteine denaturieren.

  • Ziele der Fixierung
    • Schutz vor Autolyse und Strukturveränderungen
    • Reduktion enzymatischer Aktivität
    • Langfristige Stabilisierung der Gewebemorphologie
  • Typische Fixierungsmittel
    • Aldehyde (z. B. Formaldehyd) → Quervernetzung von Proteinen
    • Alkohole (z. B. Ethanol) → Entzug von Wasser, Denaturierung
    • Säuren/Schwermetalle (z. B. Essigsäure, Sublimat) → seltener

2. Paraffineinbettung:

  • Da fixiertes Gewebe allein nicht hart genug für feine Schnitte ist, wird es in ein schneidbares Medium eingebettet – meist Paraffin.
  • Ablauf der Paraffineinbettung:
    • Zuschnitt: Makroskopische Begutachtung und Zuschnitt auf geeignete Größe
    • Entwässerung: Aufsteigende Alkoholreihe zur Entfernung des Wassers
    • Intermedium: Einsatz von Xylol als Übergangslösung zwischen Alkohol und Paraffin
    • Infiltration: Durchtränkung des Gewebes mit erwärmtem Paraffin
    • Einblocken: Gießen in Formen, Paraffin erstarrt und bildet schneidbare Blöcke
  • Alternativen zum Paraffin
    • Kunststoffe, Gelatine, Agar, Nitrocellulose
  • Für Lichtmikroskopie: Dünn- und Semidünnschnitte
  • Für Elektronenmikroskopie: Ultradünnschnitte

3. Schneiden:

Die eingebetteten Gewebeproben werden mit einem Mikrotom in dünne Schnitte von 0,1 bis 100 μm (in der Praxis meist etwa 2 μm) zerteilt.

  • Ablauf
    • Paraffinschnitte werden von Mikrotom auf Wasseroberfläche (45 °C) übertragen
      → Durch die Oberflächenspannung des Wassers glätten sich die Schnitte
Schneiden
  • Aufziehen auf einen fettfreien Glasobjektträger
  • Trocknung der Objektträger auf Wärmeplatte
  • Erwärmung für 30 Minuten in Wärmeschrank (60°C), damit überschüssiges Paraffin schmilzt und ablaufen kann
  • Serienschnitte: Mehrere aufeinanderfolgende Schnitte erlauben 3D-Rekonstruktionen oder das Studium verschiedener Ebenen

4. Färbung:

Die Färbung macht Zellstrukturen sichtbar, die sonst farblos erscheinen.

  • Ablauf der Färbung
    • Entparaffinierung: Entfernung des Paraffins über Xylol und absteigende Alkoholreihe → Rückkehr ins wässrige Milieu
    • Färbung: Eintauchen in spezifische Farblösungen (z. B. HE, PAS, Immunhistochemie)
    • Spülung: überschüssige Farbe wird ausgewaschen
    • Entwässerung: erneute aufsteigende Alkoholreihe
    • Eindecken: Probe wird mit einem Deckglas abgeschlossen, Ränder ggf. versiegelt → Dauerpräparat

Färbestraße für die HE-Färbung:

Färbung
Zuletzt aktualisiert am 09.10.2025
Histologische Techniken
Aktinfilamente (Mikrofilamente):
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