Du hast alle Lerneinheiten deiner NotSan-Examensvorbereitung nun inhaltlich abgeschlossen und alle Artikel gelernt. Herzlichen Glückwunsch! :)
Nun möchten wir dir mit unserer Probeklausur die Möglichkeit geben, dein erlerntes Wissen im Rahmen der Probeklausur zu wiederholen und prüfungsnah anzuwenden. So kannst du ganz praktisch lernen, Freitextprüfungsfragen strukturiert zu beantworten und deine Zeit einzuschätzen.
Nimm dir also gerne Zeit für die Probeklausur und versuche, dir selbst möglichst realitätsnahe Bedingungen zu schaffen, so ähnlich wie sie später bei der echten Prüfung sein werden.
Wir wünschen dir, dass du durch diese Probeklausur viel Erfahrung, Sicherheit und Gelassenheit gewinnst!
Anleitung und Link zum Download
- Lade dir die Probeklausur über den folgenden Link herunter: Probeklausur herunterladen
- Drucke dir die Probeklausur aus, damit die Klausursimulation möglichst realistisch wird
- Bitte lies die folgenden Szenarien aufmerksam durch und bearbeite die dazugehörigen Fragestellungen
- Verwende für deine Ausführungen ein separates Blatt
- Vergleiche deine Antworten mit den in diesem Artikel folgenden Musterlösungen
- Rechne deine Punktzahl aus und trage sie im folgenden Quiz ein
| Punktzahl | Prozentbereich | Note |
| 92–100 Punkte | ≥ 92 % | Sehr gut |
| 80–91 Punkte | 80–91 % | Gut |
| 67–79 Punkte | 67–79 % | Befriedigend |
| 50–66 Punkte | 50–66 % | Ausreichend |
| 30–49 Punkte | 30–49 % | Mangelhaft |
| 0–29 Punkte | < 30 % | Ungenügend |
TippVerwende während der Bearbeitung der Probeklausur eine Stoppuhr, damit du lernst, unter Zeitdruck zu arbeiten und die Zeit einzuschätzen.
Der Zeitansatz zur Bearbeitung beträgt 180 Minuten.
Die folgenden Musterlösungen dienen der strukturierten Nachbereitung der Probeklausur im Rahmen des NotSan-Examenslernplans. Sie zeigen mögliche, fachlich korrekte Antworten auf NotSan-Examens-Niveau, mit denen man in der Regel sehr gut bestanden hätte.
Nutze die Lösungen zur Selbstkontrolle, zur Wiederholung zentraler pathophysiologischer Zusammenhänge und zur gezielten Identifikation deiner eigenen Schwächen und Stärken.
Info
- Nennen Sie die drei verschiedenen Dimensionen des Qualitätsmanagements und beschreiben Sie diese kurz. (6 Punkte)
- Nennen Sie drei mögliche Instrumente des Qualitätsmanagements. (3 Punkte)
- Erklären Sie den PDCA-Zyklus. Beschreiben Sie die einzelnen Phasen und erläutern Sie den Ablauf anhand eines konkreten Beispiels aus dem Rettungsdienst. (8 Punkte)
- Nennen Sie fünf CRM-Leitsätze. (5 Punkte)
- Beschreiben Sie das FORDEC-Schema und erläutern Sie dessen Bedeutung für die strukturierte Entscheidungsfindung. (5 Punkte)
- Erläutern Sie die Unterschiede zwischen quantitativen und qualitativen Merkmalen im Qualitätsmanagement. Gehen Sie dabei auf die jeweiligen Kennzeichen ein und nennen Sie jeweils zwei praxisnahe Beispiele aus dem Rettungsdienst. (8 Punkte)
- Nennen Sie drei Ziele eines Qualitätsmanagementsystems im Rettungsdienst. (3 Punkte)
- Erläutern Sie die SMART-Kriterien und erklären Sie, warum diese für die Formulierung von Qualitätszielen im Rettungsdienst von Bedeutung sind. (8 Punkte)
- Nennen Sie jeweils zwei Beispiele für Qualität aus Sicht eines Mitarbeiters sowie aus Sicht von Patient:innen bzw. Angehörigen im Rettungsdienst. (4 Punkte)
DefinitionDie drei Qualitätsdimensionen
Im Qualitätsmanagement gibt es drei wichtige Qualitätsdimensionen, die helfen, Organisationen zu bewerten. Dieses Modell, das 1966 vom Mediziner Avedis Donabedian vorgestellt wurde, bietet hierüber einen Überblick.
- Strukturqualität: Beschreibt die organisatorischen Rahmenbedingungen einer Einrichtung. Dazu gehören etwa die Anzahl und Qualifikation der Mitarbeitenden, die technische Ausstattung sowie bauliche und organisatorische Voraussetzungen
- Prozessqualität: Beschreibt, wie eine Leistung erbracht wird. Im Fokus stehen die Abläufe und Arbeitsweisen innerhalb der Organisation, etwa wie Mitarbeitende arbeiten und wie Behandlungs- oder Einsatzprozesse strukturiert sind
- Ergebnisqualität: Bewertet die Resultate der erbrachten Leistung. Dabei werden sowohl der gesundheitliche Zustand der Patient:innen als objektives Kriterium als auch deren Zufriedenheit als subjektives Kriterium berücksichtigt. Voraussetzung für diese Bewertung ist, dass vorab klare Ziele festgelegt wurden
- Formulierung überprüfbarer Qualitätsziele nach SMART-Schema
- PDCA-Zyklus
- Systematische Dokumentation
InfoNeben diesen Antworten gibt es natürlich noch viele weitere richtige Antwortmöglichkeiten.
Tipp: Nutze gerne unseren AI-Tutor am Ende des Artikels, um deine Antworten individuell überprüfen zu lassen.
PDCA-Zyklus
DefinitionDer PDCA-Zyklus (auch Deming-Zyklus genannt) beschreibt ein systematisches Vorgehen zur kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen. Er besteht aus den vier Schritten Plan, Do, Check und Act.
Der PDCA-Zyklus dient dazu, Verbesserungsmaßnahmen strukturiert zu planen, umzusetzen und zu überprüfen. Durch die wiederholte Anwendung entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.
- Plan: Zunächst wird der aktuelle Zustand analysiert. Werden Schwachstellen erkannt, werden Ziele festgelegt und Maßnahmen geplant, um die Situation zu verbessern
- Do: Die geplanten Maßnahmen werden anschließend praktisch umgesetzt
- Check: Danach wird überprüft, ob die Maßnahmen den gewünschten Effekt erzielt haben oder ob weitere Anpassungen erforderlich sind
- Act: Auf Grundlage der Ergebnisse werden Verbesserungen eingeführt oder Prozesse angepasst, um die Qualität weiter zu steigern
Der PDCA-Zyklus wird anschließend erneut durchlaufen. Dadurch können Arbeitsabläufe, Effizienz und Versorgungsqualität langfristig verbessert und stabil gehalten werden.
TippBeispiel aus dem Rettungsdienst: Medikamentengabe
- Plan: Es kommt wiederholt zu Unsicherheiten bei der Dosierung von Notfallmedikamenten → Ziel: sichere und fehlerfreie Medikamentengabe
- Do: Einführung von Dosierungskarten/Checklisten im RTW
- Check: Auswertung von Einsätzen und Feedback der Mitarbeitenden
- Act: Anpassung und verbindliche Einführung der Karten als Standard
In der Frage wird nach 5 Grundsätzen gefragt. Welche Grundsätze in deiner Antwort genau vorkommen ist egal. Hier noch einmal alle 15 Grundsätze:
- Kenne deine Arbeitsumgebung
- Antizipiere und plane voraus
- Fordere Hilfe an - lieber früher als später
- Übernimm die Führungsrolle oder sei ein beharrliches Teammitglied
- Verteile die Arbeitsbelastung
- Mobilisiere aller verfügbaren Ressourcen
- Kommuniziere sicher und effektiv - sag, was dich bewegt
- Beachte und verwende alle vorhandenen Informationen
- Verhindere und erkenne Fixierungsfehler
- Habe Zweifel und überprüfe genau → Double check! Nie etwas annehmen
- Verwende Merkhilfen und schlage nach
- Re-evaluiere die Situation immer wieder
- Achte auf gute Teamarbeit - unterstützen und koordinieren
- Lenke deine Aufmerksamkeit bewusst
- Setze Prioritäten dynamisch
InfoNeben diesen Antworten gibt es natürlich noch viele weitere richtige Antwortmöglichkeiten.
Tipp: Nutze gerne unseren AI-Tutor am Ende des Artikels, um deine Antworten individuell überprüfen zu lassen.
DefinitionDas FORDEC-Prinzip beschreibt ein strukturiertes Vorgehen zur Entscheidungsfindung, insbesondere in komplexen und dynamischen Einsatzsituationen. Es unterstützt dabei, systematisch verschiedene Handlungsoptionen zu erfassen und diese hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile zu bewerten.
Ziel ist es, vorschnelle oder impulsive Entscheidungen zu vermeiden und stattdessen eine fundierte, nachvollziehbare Entscheidung im Sinne des gemeinsamen Einsatzziels zu treffen.
| Bedeutungsdimension | Kennzeichen | Praxisbeispiele im Rettungsdienst |
|---|---|---|
Quantitative Merkmale (neutrale Qualität) |
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Qualitative Merkmale (bewertende Qualität) |
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Qualitätsmanagement umfasst alle Maßnahmen, die eine Organisation sicherer, besser und zukunftsfähig machen. Es ist ein systematisches Gesamtkonzept, kein einzelner Schritt.
Im Rettungsdienst bedeutet Qualitätsmanagement, Strukturen und Abläufe so zu gestalten, dass eine verlässliche, sichere und nachvollziehbare Patientenversorgung gewährleistet ist.
Dabei stehen insbesondere folgende Aspekte im Vordergrund:
- Risikominimierung für Patient:innen und Mitarbeitende
- Standardisierung von Prozessen und Abläufen
- Transparenz durch strukturierte Dokumentation
- Nutzung von Fehlermeldesystemen zur kontinuierlichen Verbesserung
InfoNeben diesen Antworten gibt es natürlich noch viele weitere richtige Antwortmöglichkeiten.
Tipp: Nutze gerne unseren AI-Tutor am Ende des Artikels, um deine Antworten individuell überprüfen zu lassen.
Um Qualität systematisch zu sichern, muss zunächst festgelegt werden, was Qualität innerhalb einer Organisation konkret bedeutet. Diese grundlegende Ausrichtung wird als Qualitätspolitik bezeichnet. Auf Basis der DIN ISO 9000 werden entsprechende Qualitätsziele in der Regel von der Organisationsleitung definiert.
Wichtig ist dabei, dass die Ziele für alle Mitarbeitenden verständlich sind und im Arbeitsalltag umgesetzt werden können.
Einfluss unterschiedlicher Perspektiven auf die Qualitätswahrnehmung
Die Bewertung von Qualität im Rettungsdienst ist nicht einheitlich, sondern abhängig von der jeweiligen Perspektive. Während Fachpersonal die Versorgung primär anhand von medizinischen Standards und objektiven Kriterien beurteilt, stehen für Patient:innen und Angehörige häufig subjektive Faktoren wie Kommunikation und Einbindung im Vordergrund.
| Aspekt | Fachpersonal | Patient:innen/Angehörige |
|---|---|---|
| Bewertungsmaßstab |
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| Schwerpunkt |
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| Zielvorstellung von Qualität |
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| Mögliche Wahrnehmung |
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Info
- Erklären Sie die Begriffe Sonderrechte und Wegerechte. Gehen Sie auf Voraussetzungen, Unterschiede und rechtliche Grundlagen ein. (3 Punkte)
- Sie werden zu einem etwa 19-jährigen Patienten in eine Parkanlage alarmiert. Der Patient wirkt stark alkoholisiert, ist nicht gehfähig und liegt bei einer Außentemperatur von 7 °C im Freien. Passanten haben den Rettungsdienst alarmiert. Der Patient verweigert den Transport in ein Krankenhaus. Beurteilen Sie, ob der Patient vor Ort belassen werden darf, und begründen Sie Ihre Entscheidung unter rechtlichen Gesichtspunkten. (7 Punkte)
- Erläutern Sie kurz den Inhalt des § 203 StGB (Verletzung von Privatgeheimnissen) und beschreiben Sie dessen Bedeutung für den Rettungsdienst. (4 Punkte)
- Erklären Sie den Begriff Patientenverfügung. (3 Punkte)
- Beschreiben Sie die Problematik für Mitarbeitende im Rettungsdienst im Umgang mit Patientenverfügungen. (3 Punkte)
- Erläutern Sie die Begriffe Fahrlässigkeit, grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz. Geben Sie für jede Form jeweils ein praxisnahes Beispiel aus dem Rettungsdienst an. (6 Punkte)
- Nennen Sie die Voraussetzungen für eine wirksame Einwilligung im medizinischen Kontext. (2 Punkte)
- Erläutern Sie, welche rechtlichen Änderungen sich ergeben, wenn die betroffene Person bewusstlos ist und keine Einwilligung eingeholt werden kann. (2 Punkte)
- Erläutern Sie die Beweislastumkehr nach § 630h BGB und beschreiben Sie die Bedeutung einer vollständigen und korrekten Dokumentation im Rettungsdienst. (5 Punkte)
- Nennen Sie die Voraussetzungen für eigenverantwortliches Handeln von Notfallsanitäter:innen nach § 2a NotSanG. (3 Punkte)
- Nennen und erläutern Sie vier Aufgaben des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst. (4 Punkte)
- Vergleichen Sie die zwei Finanzierungsmodelle des Rettungsdienstes. Gehen Sie auf Aufbau, Vor- und Nachteile ein. (8 Punkte)
Sonderrechte (§ 35 StVO):
- Sonderrechte erlauben es Einsatzkräften, in dringenden Fällen von den Verkehrsregeln abzuweichen, z.B. beim Parken in zweiter Reihe oder beim Überfahren einer roten Ampel. Dennoch gilt: Sicherheit vor Schnelligkeit, andere Verkehrsteilnehmer dürfen nicht gefährdet werden
Wegerecht (§ 38 StVO):
- Wegerecht verpflichtet andere Verkehrsteilnehmer nur dann, freie Bahn zu schaffen, wenn Blaulicht und Martinshorn gleichzeitig eingeschaltet sind. Blaulicht allein bedeutet lediglich: besondere Aufgabe → erhöhte Aufmerksamkeit
AchtungDer Patient darf nicht vor Ort belassen werden, da der Tatbestand der Aussetzung erfüllt sein könnte.
Begründung:
- Zweifel an der Einwilligungsfähigkeit:
- Der Patient ist stark alkoholisiert
- Eingeschränkte Einsichts- und Urteilsfähigkeit ist wahrscheinlich
- Eine wirksame Einwilligung bzw. Ablehnung ist somit fraglich
- Gefahr für Leib und Leben:
- Außentemperatur von 7 °C → Risiko der Hypothermie
- Patient ist nicht gehfähig → keine Selbstschutzfähigkeit
- Erhebliche Eigengefährdung liegt vor
Definition"Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm beruflich anvertraut wurde, macht sich strafbar."
Bedeutung:
Der Schutz von Patientengeheimnissen ist zentraler Bestandteil der Berufspflicht. Er betrifft sämtliche Informationen, die im Rahmen der beruflichen Tätigkeit bekannt werden, auch solche, die scheinbar belanglos erscheinen.
Die Schweigepflicht gilt umfassend, zeitlich unbegrenzt und auch gegenüber Familienangehörigen, Kolleg:innen oder Behörden, sofern keine Offenbarungspflicht besteht.
AchtungDie Nutzung von Fotos, Messenger-Diensten oder sozialen Netzwerken birgt erhebliches Risiko für Datenschutzverstöße. Ein Foto eines Unfalls auf dem Privathandy eines Rettungssanitäters ist z.B. datenschutzrechtlich schwierig.
Patientenverfügung
DefinitionDie Patientenverfügung dokumentiert den eigenen Willen für medizinische Maßnahmen in Situationen, in denen man selbst nicht mehr einwilligungsfähig ist. Die Rechtsgrundlage hierzu bildet § 1827 BGB: Patientenverfügung; Behandlungswünsche oder mutmaßlicher Wille des Betreuten.
Gültigkeit:
Eine Patientenverfügung ist bindend, wenn:
- Der geregelte Fall eingetreten ist
- Die Formulierungen konkret genug sind
- Die medizinische Situation eindeutig zugeordnet werden kann
Beispiel: Die Formulierung „keine lebensverlängernden Maßnahmen“ ist zu allgemein
Es sind konkrete Aussagen erforderlich:
- Keine Intubation
- Keine Reanimationsmaßnahmen
- Keine künstliche Ernährung
TippRelevanz für den Rettungsdienst
- Wenn die Verfügung auf die aktuelle Situation passt, muss der Wille des Betroffenen umgesetzt werden
- Rettungsdienstpersonal ist rechtlich verpflichtet, sich daranzuhalten
InfoPrüfung einer Patientenverfügung im Rettungsdienst – ethisch und rechtlich herausfordernd
- Das Überprüfen einer Patientenverfügung ist im Rettungsdienst besonders schwierig, weil Notfallsituationen meist keine Zeit für eine ausführliche rechtliche oder inhaltliche Prüfung lassen. Rettungsteams müssen oft innerhalb von Sekunden handeln, obwohl eine Patientenverfügung eigentlich eine sorgfältige Abwägung und genaue Auslegung erfordert
- Ethisch ist es herausfordernd, weil Rettungskräfte zwischen dem Schutz des Selbstbestimmungsrechts der Patient:innen und dem Gebot zur Lebensrettung abwägen müssen – häufig ohne vollständige Informationen
- Rechtlich ist die Situation komplex, da eine Patientenverfügung nur dann bindend ist, wenn sie eindeutig, konkret und auf die aktuelle medizinische Lage zutreffend ist. Unter Notfallbedingungen ist diese Prüfung oft kaum möglich, was dazu führen kann, dass Rettungskräfte im Zweifel zunächst lebensrettende Maßnahmen einleiten, bis eine eindeutige Klärung erfolgt
Formen der Fahrlässigkeit:
Im Zivilrecht wird zwischen unterschiedlichen Formen der Fahrlässigkeit unterschieden, die darüber entscheiden, wer für einen Schaden haftet und ob eine persönliche Verantwortung der Notfallsanitäter:innen besteht.
| Form | Definition | Mögliche Beispiele | Rechtsfolge |
|---|---|---|---|
| Einfache Fahrlässigkeit | Eine Sorgfaltspflicht wird verletzt, obwohl eine durchschnittlich sorgfältige Person sie beachtet hätte |
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|
| Grobe Fahrlässigkeit | Eine Pflicht wird in besonders schwerem Maß verletzt; elementare Regeln werden ignoriert |
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| Vorsatz | Der Schaden wird gewollt oder zumindest bewusst in Kauf genommen |
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AchtungGrundsatz: Nur die Person, deren Körper betroffen ist, darf einwilligen. Voraussetzung hierzu ist die Einsichtsfähigkeit, die Fähigkeit, Bedeutung und Folgen der Maßnahme zu verstehen.
Mutmaßliche Einwilligung:
DefinitionDie mutmaßliche Einwilligung ist ein rechtlicher Rechtfertigungsgrund, der medizinische Maßnahmen erlaubt, wenn Patient:innen nicht einwilligungsfähig ist und keine ausdrückliche Einwilligung eingeholt werden kann.
Sie beruht auf der Annahme, dass die betroffene Person der Behandlung zustimmen würde, wenn sie dazu in der Lage wäre. Die Maßnahme muss im besten Interesse des Patienten liegen und medizinisch notwendig sein, insbesondere in Notfallsituationen.
Voraussetzungen:
- Akute Gefahr für Leben oder Gesundheit
- Maßnahme liegt im Interesse der erkrankten Person
- Kein entgegenstehender Wille bekannt
- Keine erkennbaren Vorsorgedokumente (z.B. Patientenverfügung), die etwas anderes festlegen
Kommt es zu einem Rechtsstreit, ist eine vollständige und präzise Einsatzdokumentation entscheidend, da sie maßgeblich über die juristische Bewertung des Handelns des Rettungsfachpersonals bestimmt. Von besonderer juristischer Relevanz durch die Einsatzdokumentation ist die Beweislastumkehr gemäß § 630h BGB.
AchtungBeweislastumkehr nach § 630h BGB
Kommt es zu einem Rechtsstreit zwischen Patient:innen und Behandelnden, muss normalerweise die Patientenseite den Fehler nachweisen.
Liegt jedoch eine fehlende, unvollständige oder fehlerhafte Dokumentation vor, greift die Beweislastumkehr nach § 630h BGB.
- Der Gesetzestext (§ 630h Abs. 3 BGB) formuliert klar: wurde eine medizinisch gebotene Maßnahme nicht oder nicht ordnungsgemäß dokumentiert oder nicht ordnungsgemäß aufbewahrt, wird vermutet, dass diese Maßnahme nicht durchgeführt wurde
- Das bedeutet: der oder die Behandelnde muss beweisen, dass korrekt gehandelt wurde
- Ohne schriftliche oder mit einer lückenhaften Dokumentation ist dies kaum möglich
Im Umkehrschluss gilt: alles, was korrekt dokumentiert ist, wird als durchgeführt betrachtet → die Gegenseite muss das Gegenteil beweisen.
Laut §2a NotSanG dürfen NotSan heilkundliche Maßnahmen, auch invasiver Art, eigenverantwortlich durchführen, wenn:
- Sie diese in ihrer Ausbildung erlernt und beherrscht haben
- Die Maßnahmen erforderlich sind, um Lebensgefahr oder wesentliche Folgeschäden abzuwenden
- Keine ärztliche Versorgung rechtzeitig verfügbar ist
- Medizinische Qualitätssicherung: Überwachung und Weiterentwicklung der Behandlungsqualität im Rettungsdienst
- Erstellung von Standards und SOPs: Entwicklung und Aktualisierung medizinischer Handlungsanweisungen
- Fort- und Weiterbildung des Personals: Organisation und fachliche Begleitung von Schulungen
- Überwachung der Medikamenten- und Gerätesicherheit: Festlegung und Kontrolle von Medikamentenstandards und Medizingeräten
InfoNeben diesen Antworten gibt es natürlich noch viele weitere richtige Antwortmöglichkeiten.
Tipp: Nutze gerne unseren AI-Tutor am Ende des Artikels, um deine Antworten individuell überprüfen zu lassen.
Submissionsmodell:
- Der Rettungsdienstträger beauftragt Dritte per Vertrag oder Ausschreibung
- Geldfluss: Krankenkassen → RD-Träger → Leistungserbringer
- Abrechnung: Leistungserbringer rechnen mit dem Rettungsdienstträger ab und dieser mit den Krankenkassen
- Steuerung: Träger behält die Fäden (Verträge, Qualitätsziele) in der Hand
- Wirtschaftsrisiko: zwischen Träger und Beauftragtem geteilt, je nach Vertragslogistik
- Vorteile:
- Wettbewerb um Qualität und Effizienz, Träger behält Daten- und Steuerungshoheit
- Flexibel skalierbar (mehrere Durchführende je Bereich)
- Nachteile:
- Vertrags- und Schnittstellenaufwand (Controlling, Abrechnung)
- Vergaberechts-Compliance nötig (Dokumentation, Gleichbehandlung)
- Typisch geeignet, wenn: Träger steuern will, aber nicht alles selbst betreiben will, mehrere Anbieter verfügbar, Wunsch nach Vergleichbarkeit
- Bundesländer: Saarland, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein
Konzessionsmodell:
- Der Rettungsdienstträger beauftragt Dritte per Vertrag oder Ausschreibung
- Geldfluss: Krankenkassen → Leistungserbringer
- Abrechnung: Leistungserbringer rechnen selbst mit den Krankenkassen ab
- Steuerung: Standards und Kennzahlen müssen vertraglich sehr klar festgelegt sein, weil der finanzielle Hebel beim Anbieter liegt
- Wirtschaftsrisiko: weitgehend beim Leistungsträger (Vorhaltung, Auslastung, Investment)
- Vorteile:
- Geringere Abrechnungs- und Liquiditätslast beim Träger
- Anreiz zu Effizienz und Innovation beim Anbieter
- Nachteile:
- Stärkerer Fokus auf wirtschaftliche Risiken beim Anbieter kann zu Zielkonflikten führen
- Höherer Bedarf an engen Kennzahlen, Vertragscontrolling und Sanktionsmechanismen
- Typisch geeignet, wenn: professioneller Markt vorhanden ist und der Träger Sicherstellung vorrangig vertraglich regeln will
- Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen


