Rehabilitation umfasst alle medizinischen, beruflichen und sozialen Maßnahmen, die darauf abzielen, Funktionsfähigkeit, Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität nach Krankheit oder Behinderung wiederherzustellen oder dauerhaft zu erhalten. Grundlage der modernen Rehabilitation ist das bio-psycho-soziale Modell der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) der WHO, das neben körperlichen Funktionen auch Aktivitäten, Teilhabe sowie Umwelt- und personenbezogene Faktoren berücksichtigt.
Die Soziotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung für Patient:innen mit schweren psychischen Erkrankungen, die krankheitsbedingt Schwierigkeiten haben, notwendige medizinische oder psychosoziale Hilfen selbstständig in Anspruch zu nehmen. Ziel ist es, durch Motivationsarbeit, Alltagsstrukturierung, Koordination von Hilfsangeboten und die Förderung der Selbstständigkeit Krankenhausaufenthalte zu vermeiden oder zu verkürzen.
Selbsthilfe beschreibt die eigenverantwortliche Bewältigung gesundheitlicher Belastungen durch Betroffene. In Selbsthilfegruppen tauschen Menschen mit ähnlichen Erkrankungen oder Lebenssituationen Erfahrungen aus, unterstützen sich gegenseitig und stärken ihre Gesundheitskompetenz. Ergänzend zur professionellen Versorgung können Selbsthilfegruppen die Krankheitsbewältigung, Therapietreue, Lebensqualität und soziale Teilhabe fördern.
Rehabilitation, Soziotherapie und Selbsthilfe verfolgen gemeinsam das Ziel, die Autonomie, gesellschaftliche Teilhabeund langfristige Lebensqualität von Patient:innen zu verbessern und bilden wichtige Bestandteile einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung.
TippBesonders prüfungsrelevant
- Rehabilitation: Wiederherstellung von Funktionsfähigkeit, Selbstständigkeit und Teilhabe
- ICF als bio-psycho-soziales Modell der WHO
- Medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation
- Soziotherapie (§ 37a SGB V): Indikation bei schweren psychischen Erkrankungen
- Ziele der Soziotherapie: Motivation, Alltagsstrukturierung, Koordination von Hilfen
- Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen als Ergänzung zur professionellen Versorgung
- Förderung von Selbstmanagement, Empowerment und Peer-Support
- Bundesrepublik Deutschland: Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) – Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, aktuelle Fassung. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/ (Zugriff am: 01.07.2026)
- Bundesrepublik Deutschland: Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX), § 36 Rehabilitationsdienste und -einrichtungen, aktuelle Fassung. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__36.html (Zugriff am: 15.07.2026)
- World Health Organization (WHO): International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF). WHO, 2001. ISBN: 978-9241545426.
- Bundesrepublik Deutschland: Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 37a Soziotherapie, aktuelle Fassung.
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Soziotherapie-Richtlinie (ST-RL), aktuelle Fassung. https://www.g-ba.de/richtlinien/24/ (Zugriff am: 15.07.2026)
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Soziotherapie – Informationen zur Versorgung. https://www.g-ba.de/themen/veranlasste-leistungen/soziotherapie/ (Zugriff am: 15.07.2026)
- Bundesrepublik Deutschland: Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX), § 45 Förderung der Selbsthilfe, aktuelle Fassung.
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__45.html (Zugriff am: 15.07.2026) - Dennis CL. Peer support within a health care context: a concept analysis. International Journal of Nursing Studies. 2003;40(3):321–332. DOI: 10.1016/S0020-7489(02)00092-5.

