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Reproterol

13 Minuten Lesezeit
Reproterol-Ampulle

Reproterol ist ein kurzwirksames β₂-Sympathomimetikum (SABA) zur Behandlung der akuten bronchialen Obstruktion bei Asthma bronchiale, COPD sowie bei Anaphylaxie mit Bronchospasmus. Durch Aktivierung der β₂-Adrenozeptoren kommt es zu einer raschen Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur mit ausgeprägter Bronchodilatation und Bronchospasmolyse. Zusätzlich werden die Histaminfreisetzung gehemmt und die mukoziliäre Clearance verbessert
Der Wirkungseintritt erfolgt innerhalb von etwa 1 Minute, die Wirkdauer beträgt rund 4 Stunden. Reproterol wird i.v. appliziert und kann bei Bedarf wiederholt werden. 
Typische Nebenwirkungen entsprechen der β₂-Stimulation und umfassen Tremor, Unruhe, Kopfschmerzen, Hyperglykämie und Hypokaliämie. Die Wirkung wird durch andere Sympathomimetika verstärkt und durch Betablocker abgeschwächt, weshalb bei kardial vorerkrankten Patientinnen und Patienten besondere Vorsicht erforderlich ist.

 

Lernkarte Reproterol
  • Wirkstoffklasse: β2-Sympathomimetika
  • Handelsnamen: Bronchospasmin®, Allergospasmin®
Reproterol
Etikett: Reproterol
  • Bronchiale Obstruktion
    • Asthma bronchiale
    • COPD
    • Anaphylaxie mit bronchialer Obstruktion
  • Überempfindlichkeit:
  • Hyperthyreose
  • Phäochromozytom
  • Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie
  • Erwachsene: 0,09 mg i.v. über 0,5–1 min (ggf. Wiederholung nach 10–15 min)
  • Kinder (ab 3. Lebensmonat): 1 μg/kgKG i.v. über 10 min
  • Die Anwendung von Reproterol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
 Tipp

Reproterol kann im Gegensatz zu Salbutamol und Ipratropiumbromid nicht nur inhalativ, sondern auch intravenös appliziert werden und stellt damit eine Eskalationsoption bei schwerem Bronchospasmus dar, wenn eine Inhalation nicht ausreichend wirksam oder praktisch nicht durchführbar ist.

  • Wirkeintritt: innerhalb 1 min
  • Wirkdauer: ca. 4 Std
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch
  • Ausscheidung: Überwiegend renal als Metabolit eliminiert
  • Reproterol wirkt über eine Aktivierung der β2-Adrenozeptoren
  • Es gehört zu der Gruppe der SABA (Short-acting-beta-2-Agonisten)
    → Die Stimulation der β2-Rezeptoren der Lunge führt zu einer Entspannung der glatten Bronchialmuskulatur (Bronchodilatation/ Bronchospasmolyse)
    → Hemmung der Histamin-Freisetzung
    → Verbesserung der mukozilliären Clearance 
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Anderen Sympathomimetika (z. B. Adrenalin, Salbutamol, Fenoterol) → Verstärkte β-adrenerge Effekte mit Tachykardie- und Arrhythmierisiko ↑ 
    • MAO-Hemmern und trizyklischen Antidepressiva → Potenzierung der kardiovaskulären Wirkung durch verlangerten Katecholaminabbau
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Betablockern (v. a. nichtselektive wie Propranolol) → Funktioneller Antagonismus an β-Rezeptoren mit verminderter Bronchodilatation
  • Kopfschmerzen
  • Tremor
  • Unruhe
  • Hyperglykämie
  • Hypokaliämie
  • Tachykardie
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Pharmakologie des Atmungssystems (RD)
  • Akuter Asthmaanfall (RD)
  • Akut exazerbierte COPD (RD)
  • Sympathikus
  • Viatris Healthcare GmbH: Fachinformation Bronchospasmin® 10 ml Injektionslösung, Stand: Dezember 2022
  • S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, NVL-Programm von BÄK, KBV, AWMF
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 27.02.2026
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