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Sauerstoff

O2, Medizinischer Sauerstoff
4 Minuten Lesezeit

Medizinischer Sauerstoff ist ein druckverdichtetes Gas, das zur Behandlung von Hypoxie bzw. Hypoxämie eingesetzt wird und die inspiratorische Sauerstoffkonzentration erhöht. Sauerstoff ist für die zelluläre Energieproduktion essenziell, da er im Körper über die Lunge in die Alveolen diffundiert, ins Blut aufgenommen und dort überwiegend an Hämoglobin gebunden transportiert wird.

Die Gabe erfolgt bedarfsgerecht, meist zwischen 1–15 l/min, mit einem Zielbereich der Sauerstoffsättigung von etwa 92–96 %. Bei chronischer Hyperkapnie sollte ein niedrigerer Zielbereich von 88–92 % angestrebt werden. In bestimmten Situationen gelten besondere Empfehlungen, beispielsweise hochdosierte Sauerstoffgabe bei Kohlenmonoxidvergiftung, Sauerstoffgabe bei SpO₂ <90 % beim akuten Koronarsyndrom oder mindestens 12 l/min über 15 Minuten bei Clusterkopfschmerzen.

In der Akuttherapie treten in der Regel keine relevanten Nebenwirkungen auf. Bei längerer Beatmung mit hohen Sauerstoffkonzentrationen können jedoch pulmonale Zellschäden, gestörte mukoziliäre Clearance sowie Atelektasen mit CO₂-Retention auftreten.

Lernkarte Sauerstoff
  • Wirkstoffklasse: Druckverdichtetes Gas
  • Hypoxie / Hypoxämie
  • Im Gemisch mit inhalativen Anästhetika in der Anästhesie
  • Im Notfall gibt es bei gegebener Indikation keine absolute Kontraindikation für die Sauerstofftherapie
  • Erwachsene: Bedarfsgerechte Gabe zwischen 1-15 l/min (Ziel SpO2: 92-96 %)
  • Gesonderte Vorgaben beachten, z.B.:
    • Chronische Hyperkapnie: SpO2-Zielwert: 88-92 %
    • ACS: Sauerstoffgabe bei SpO2 <90 % (bei Dyspnoe SpO2 unabhängige Gabe)
    • Vergiftung mit Kohlenmonoxid: Hochdosierte Gabe (SpO2-unabhängig)
    • Cluster Kopfschmerz: min. 12 l/min über 15 Minuten
  • Kinder: Bedarfsgerechte Gabe zwischen 1-15 l/min (Ziel SpO2: 94-98 %)
  • Sauerstoff ist ein Medikament und sollte zielgerichtet verabreicht werden
  • Eine routinemäßige Gabe ohne Hypoxie kann schädlich sein (Hyperoxie)
  • Sobald ein für Patient:innen adäquater SpO₂-Wert erreicht ist, wird die Sauerstoffzufuhr fortlaufend angepasst und bestenfalls reduziert
  • Wirkeintritt: sofort
  • Wirkdauer: bis zur Beendigung der Therapie
  • Sauerstoff ist ein Bestandteil der Luft (20,9 %) und für die zelluläre Energieproduktion lebensnotwendig
  • Er gelangt mit der Einatmung in die Lunge und diffundiert in den Alveolen ins Blut
  • Im Blut wird Sauerstoff überwiegend an Hämoglobin gebunden und im Körper verteilt
  • Die Verabreichung von zusätzlichem Sauerstoff erhöht die inspiratorische Sauerstoffkonzentration und dient der Behandlung oder Vermeidung einer Hypoxie
  • In der Akuttherapie keine relevanten Nebenwirkungen
  • Eine prolongierte Beatmung mit maximaler inspiratorischer Sauerstoffkonzentration kann pulmonale Zellschäden, gestörte mukoziliäre Clearance und Atelektasen mit nachfolgender CO₂-Retention verursachen
  • Lagerbedingungen: Gut belüfteter Ort, trocken, Temperatur unter 50°C
  • Sicherung: Gasflaschen stehend lagern und gegen Umfallen/Herabfallen sichern
  • Brandschutz: Strenges Verbot von offenem Feuer und Rauchen, Abstand zu brennbaren Materialien halten → Sauerstoff fördert die Verbrennung
  • Ventilschutz: Ventile müssen durch Schutzkappen geschützt sein
  • Trennung: Volle und leere Flaschen getrennt lagern
  • Blutgase: Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid
Zuletzt aktualisiert am 12.06.2026
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