Medizinischer Sauerstoff ist ein druckverdichtetes Gas, das zur Behandlung von Hypoxie bzw. Hypoxämie eingesetzt wird und die inspiratorische Sauerstoffkonzentration erhöht. Sauerstoff ist für die zelluläre Energieproduktion essenziell, da er im Körper über die Lunge in die Alveolen diffundiert, ins Blut aufgenommen und dort überwiegend an Hämoglobin gebunden transportiert wird.
Die Gabe erfolgt bedarfsgerecht, meist zwischen 1–15 l/min, mit einem Zielbereich der Sauerstoffsättigung von etwa 92–96 %. Bei chronischer Hyperkapnie sollte ein niedrigerer Zielbereich von 88–92 % angestrebt werden. In bestimmten Situationen gelten besondere Empfehlungen, beispielsweise hochdosierte Sauerstoffgabe bei Kohlenmonoxidvergiftung, Sauerstoffgabe bei SpO₂ <90 % beim akuten Koronarsyndrom oder mindestens 12 l/min über 15 Minuten bei Clusterkopfschmerzen.
In der Akuttherapie treten in der Regel keine relevanten Nebenwirkungen auf. Bei längerer Beatmung mit hohen Sauerstoffkonzentrationen können jedoch pulmonale Zellschäden, gestörte mukoziliäre Clearance sowie Atelektasen mit CO₂-Retention auftreten.
- S3-Leitlinie: Sauerstoff in der Akuttherapie beim Erwachsenen, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP
- Fachinformation: Sauerstoff für medizinische Zwecke, Stand: 09/2015

