Soziale Ungleichheit wird in der Soziologie häufig mithilfe von Schichtmodellen und Schichtindices beschrieben. Ein Schichtindex fasst verschiedene soziale Statusmerkmale wie Bildung, Beruf und Einkommen zu einer gemeinsamen Größe zusammen, um den sozioökonomischen Status einer Person abzubilden. Werden mehrere dieser Merkmale kombiniert, spricht man vom multiplen Schichtindex. Dabei kann es zu Statuskonsistenz kommen, wenn alle Merkmale auf derselben sozialen Ebene liegen, oder zu Statusinkonsistenz, wenn sie voneinander abweichen.
Die soziale Mobilität beschreibt die Bewegung von Individuen innerhalb der sozialen Hierarchie einer Gesellschaft. Man unterscheidet insbesondere zwischen vertikaler Mobilität, also sozialem Auf- oder Abstieg, und intergenerationaler Mobilität, bei der sich die soziale Position im Vergleich zur Herkunftsfamilie verändert. Hohe soziale Mobilität gilt als Indikator für eine durchlässige Sozialstruktur, während geringe Mobilität auf stabile soziale Ungleichheiten hinweist.
InfoSchichtmodelle ermöglichen damit eine empirisch messbare Beschreibung sozialer Ungleichheit und bilden eine zentrale Grundlage der modernen Sozialstrukturanalyse im Gesundheits- und Sozialwesen.
TippBesonders prüfungsrelevante Themen sind:
- Definition Schichtindex / multipler Schichtindex
- Unterschied Statuskonsistenz vs. Statusinkonsistenz
- Definition soziale Mobilität
- Unterschied vertikale vs. horizontale Mobilität
- Bedeutung von Bildung, Beruf, Einkommen als Statusindikatoren
- Schichtmodelle als Grundlage der Sozialstrukturanalyse im Gesundheitswesen
- Geißler R. Schichtindices und soziale Mobilität. via medici – Thieme Lernmodul, o.J.
https://viamedici.thieme.de/lernmodul/1241535/538778/schichtindices+und+soziale+mobilität - Weber M. Wirtschaft und Gesellschaft. Mohr Siebeck, 1922. ISBN: 978-3161475034.
- Dahrendorf R. Soziale Klassen und Klassenkonflikt in der industriellen Gesellschaft. 1957.
- Breen R, Jonsson JO. Inequality of opportunity in comparative perspective. Annual Review of Sociology 2005;31:223–243. DOI: 10.1146/annurev.soc.31.041304.122232.

