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Skelettmuskulatur

EP
8 Minuten Lesezeit
  • Der Skelettmuskel besteht aus Muskelfaszikeln, die sich aus vielen Muskelfasern zusammensetzen
  • Eine Muskelfaser ist ein vielkerniges Synzytium, das durch Fusion einkerniger Myoblasten in der Embryonalentwicklung entsteht
  • Im Zytoplasma liegen zahlreiche Myofibrillen, die aus vielen hintereinandergeschalteten Sarkomeren bestehen
  • Das Sarkomer ist die kleinste kontraktile Einheit und enthält die kontraktilen Myofilamente:
    • Aktin (dünne Filamente)
    • Myosin (dicke Filamente)
  • Muskelkontraktion beruht auf dem Gleiten der Myofilamente gegeneinander
Skelettmuskulatur
 Tipp

Hierarchie der Skelettmuskulatur: Muskel → Muskelfaszikel → Muskelfaser → Myofibrille → Sarkomer (kontraktile Einheit mit Myofilamenten = Aktin & Myosin)

  • Vielkernige Zelle (Synzytium) mit randständigen Zellkernen (bis > 100 pro Faser, mit Nukleolus)
  • Durchmesser: ca. 10–100 μm
  • Länge: bis zu 20 cm
  • Enthält zahlreiche Myofibrillen als kontraktile Untereinheiten
  • Umgeben von einer Basallamina
  • Muskelwachstum wird durch Myostatin gehemmt
  • Regeneration erfolgt über teilungsfähige Satellitenzellen (multipotente Stammzellen des Skelettmuskels)
    • Lokalisation: Sie liegen zwischen der Basalmembran und dem Sarkolemm der Muskelfasern
    • Im Normalzustand sind sie ruhend
    • Nach Verletzung: Aktivierung → Proliferation → Differenzierung → Ersatz/Regeneration geschädigter Fasern

Spezielle Zellbestandteile der Muskelfaser:

  • Sarkoplasma
    • Bezeichnung für das Zytoplasma der Muskelfaser 
  • Sarkolemm
    • Zellmembran der Muskelfaser
    • Bildet tiefe Einstülpungen in das Zellinnere
    • Diese Einstülpungen heißen transversale Tubuli (T-Tubuli)
  • Sarkoplasmatisches Retikulum
    • Entspricht dem endoplasmatischen Retikulum
    • Verläuft longitudinal entlang der Myofibrillen
    • Speichert Calciumionen für die Kontraktion
    • Auch als longitudinales System (L-System) bezeichnet
  • Sarkosomen
    • Mitochondrien der Muskelfaser
  • Triade
    • Besteht aus einem T-Tubulus und zwei angrenzenden L-Tubuli
    • Ermöglicht die Erregungsübertragung von der Zellmembran ins Zellinnere

Skelettmuskelfaszikel in Längs- und Querschnitt:

Skelettmuskelfaszikel in Längs- und Querschnitt

Skelettmuskel im Querschnitt:

Spezielle Zellbestandteile der Muskelfaser:

  • Sarkoplasma
    • Bezeichnung für das Zytoplasma der Muskelfaser 
  • Sarkolemm
    • Zellmembran der Muskelfaser
    • Bildet tiefe Einstülpungen in das Zellinnere
    • Diese Einstülpungen heißen transversale Tubuli (T-Tubuli)
  • Sarkoplasmatisches Retikulum
    • Entspricht dem endoplasmatischen Retikulum
    • Verläuft longitudinal entlang der Myofibrillen
    • Speichert Calciumionen für die Kontraktion
    • Auch als longitudinales System (L-System) bezeichnet
  • Sarkosomen
    • Mitochondrien der Muskelfaser
  • Triade
    • Besteht aus einem T-Tubulus und zwei angrenzenden L-Tubuli
    • Ermöglicht die Erregungsübertragung von der Zellmembran ins Zellinnere

      Skelettmuskel im Querschnitt:Skelettmuskel im Querschnitt

  • Durchmesser: ca. 1 μm
  • Länge: erstreckt sich über die gesamte Muskelfaser
  • Aufbau: aus vielen hintereinandergeschalteten Sarkomeren (ca. 1000 Sarkomere)
  • Funktion: bildet den kontraktilen Apparat der Muskelfaser
  • Histologische Merkmale: Myofibrillen erscheinen als feine Punkte; durch die Fixation weichen sie artefiziell auseinander, sodass scheinbar Bündel mit hellen, Zwischenräumen entstehen → sogenannte Cohnheim-Felderung (Fixierungsartefakt)

Skelettmuskelfaser im Querschnitt:

Skelettmuskelfaser im Querschnitt
  • Sarkomere sind die kleinsten kontraktilen Einheiten der Muskelfaser
    • Länge in Ruhe ca. 2,2 μm
    • Bestehen aus parallel angeordneten Myofilamenten: Aktinfilamente (dünn) und Myosinfilamente (dick)
    • 1 Myosinfilament ist von 6 Aktinfilamenten umgeben 
  • A-Bande
    • Enthält überlappende Aktin- und Myosinfilamente
    • Erscheint dunkel und anisotrop (doppelt brechend)
  • H-Zone
    • Heller Bereich im Zentrum der A-Bande
    • Enthält nur Myosin, ohne Aktinüberlappung
    • In der Mitte liegt die M-Linie mit Verankerung der Myosinfilamente
    • Titin zieht von der M-Linie zur Z-Scheibe
    • In der H-Zone gibt es keine Myosinköpfe
  • I-Bande
    • Enthält nur Aktinfilamente, Erscheint hell und isotrop (einfach brechend) 
    • Z-Scheibe
      • Trennlinie im Zentrum der I-Bande
      • Trennt zwei benachbarte Sarkomere
      • Enthält α-Aktinin (verankert Aktinfilamente) und Cap-Z-Protein
      • Titin verankert Myosinfilamente in der Z-Scheibe und verleiht dem Muskel eine passive Elastizität. Es sorgt bei Dehnung für die Rückführung der Sarkomerlänge auf den Ausgangswert durch elastische Rückstellkraft
  • Sarkomerketten sind in Myofibrillen linear angeordnet
    • Liegen nahezu versatzfrei nebeneinander
    • Intermediärfilamente verlaufen ringförmig um die Myofibrillen auf Höhe der Z- Scheiben und fixieren die Myofibrillen untereinander
  • Die regelmäßige Anordnung ergibt die typische Querstreifung
  • Verbindung zum Sarkolemm über das Zytoskelett und Costamere (Proteinkomplexe)
 Merke

Reihenfolge der Sarkomer-Banden: Z-I-A-H-M-H-A-I-Z: „zieh ich am Haare mir herbei“

Elektronenmikroskopische Aufnahme (TEM):

Sarkomer - Elektronenmikroskopische Aufnahme (TEM)
Sarkomer

Quergestreifte Skelettmuskelfaser (HE-Färbung), helle I- und dunkle A-Banden

Die flachen Zellkerne am Rand stammen von den Skelettmuskelfasern, 
während die rundlichen Zellkerne den Fibrozyten im Endomysium zugeordnet werden:

Quergestreifte Skelettmuskelfaser (HE-Färbung), helle I- und dunkle A-Banden

Endomysium:

  • Umgibt einzelne Muskelfasern

Perimysium:

  • Besteht aus bindegewebigen Septen
  • Strahlt vom Epimysium in den Muskel ein und unterteilt ihn
  • Perimysium internum: umgibt Primärbündel, die aus 200– 250 Muskelfasern bestehen
  • Perimysium externum: umgibt Sekundärbündel, die durch Zusammenlagerung mehrerer Primärbündel entstehen

Epimysium:

  • Besteht aus lockerem Bindegewebe
  • Umgibt den gesamten Skelettmuskel
  • Umschließt mehrere Sekundärbündel und formt dadurch Tertiärbündel
  • Vom Epimysium ziehen Septen des Perimysium externum ins Muskelinnere

L-System (longitudinales System)

  • Spezialisierte Form des sarkoplasmatischen Retikulums
  • Besteht aus einem Röhrensystem aus L-Tubuli
    • Verläuft längs (longitudinal) entlang der Myofibrillen
    • L-Tubuli stehen untereinander in Verbindung
  • Funktion:
    • Speicherung von Calciumionen (Ca2+) im Ruhezustand
    • Freisetzung von Calciumionen bei Muskelkontraktion
    • Rückaufnahme der Calciumionen bei Muskelerschlaffung

T-Tubuli (transversale Tubuli)

  • Besteht aus schlauchförmigen Einstülpungen des Sarkolemms
  • T-Tubuli ziehen von der Zelloberfläche tief in das Zellinnere
  • Quer zur Längsachse der Muskelfasern orientiert
  • Funktion:
    • Leitung der Erregung vom Sarkolemm zu den tieferliegenden Myofibrillen
    • Sicherstellung einer synchronen Kontraktion aller Myofibrillen einer Faser 

Triade

  • Aufbau:
    • T-Tubulus in der Mitte plus zwei angrenzende Terminalzisternen des L-System an den Seiten
    • Triadenfüßchen: Proteinbrücken, die den T-Tubulus mit den Terminalzisternen verbinden und die Signalübertragung ermöglichen
  • Lokalisation:
    • An der Grenze zwischen A-Bande und I-Bande jedes Sarkomers
    • Pro Sarkomer sind zwei Triaden vorhanden (an beiden Enden)
  • Funktion:
    • Zentrale Struktur der elektromechanischen Kopplung
      • Erregungsleitung über den T-Tubulus
      • Aktivierung der Calciumfreisetzung aus den Terminalzisternen
L- und T-System und Triade der Skelettmuskelfaser
Zuletzt aktualisiert am 13.10.2025
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